10 Jahre Kompetenz bei übergewichtigen Katzen und Hunden

Zu dick?

Die ROYAL CANIN "Weight Management Clinic (engl. für Klinik für Übergewichtsbehandlung) im Tierspital der Universität von Liverpool/Großbritannien wurde 2003 gegründet und ist die erste Überweisungsklinik zum Krankheitsbild Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) in Europa.

Die ROYAL CANIN "Weight Management Clinic" beschäftigt sich mit allen Gesundheitsproblemen die mit zu hohem Körpergewicht in Verbindung stehen, und einem besseren Wissen darüber. Diese besondere Einrichtung verfügt über eine große Anzahl an Untersuchungsergebnissen und ist daher die "State of the art"-Institution (engl. für letzter Stand der Dinge) zum Thema Übergewicht. 

Lesen Sie nachstehend über einige aktuelle Forschungsergebnisse, um auch Ihrem übergewichtigen Vierbeiner zu helfen.


Das Fettgewebe ist ein inaktives Speicherdepot.

Während man lange Zeit meinte, dass Fett ein passiver Energiespeicher ist, gilt es heute als anerkannt, dass es sich bei Fett um ein aktives endokrines (hormonproduzierendes) Organ handelt, das eine Reihe von Hormonen und Proteinfaktoren - sogenannte Adipokine - absondert. Fast hundert verschiedene Adipokine sind bislang beim Menschen und bei Nagern identifiziert worden und können verschiedene Körpersysteme beeinflussen sowie zu einer Störung endokriner Funktionen führen. Man geht davon aus, dass dies der Kernpunkt bei der Entwicklung vieler mit Übergewicht verbundener Krankheiten wie z. B. der Zuckerkrankheit ist.

Auch wenn das Zielgewicht nicht erreicht wird, kann schon eine Gewichtsabnahme von nur wenigen Kilos etwas bewirken.

Selbst, wenn das Tier nicht das gewünschte Zielgewicht erlangt, wirkt sich bereits ein geringer Gewichtsverlust positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres aus, und die Vorteile werden rasch sichtbar. So hat sich in einer Studie von Marshall im Jahr 2010 mit adipösen Hunden, die an Arthrose litten, gezeigt, dass sogar nach einem geringfügigen Gewichtsverlust – etwa 6 %, was in dieser Studie im Durchschnitt nach 8 Wochen erreicht wurde – eine Besserung der klinischen Lahmheitssymptome zu beobachten war.

Eine Gewichtsreduktion bei Hund und Katze ist teuer.

Eine Studie der ROYAL CANIN "Weight Management Clinic" verglich die durchschnittlichen Ernährungskosten vor und während eines Gewichtsreduktionsprogramms für Hunde und konnte belegen, dass sich ein solches Programm bei Fütterung einer therapeutischen Diät in den meisten Fällen kostenneutral verwirklichen lässt. Berücksichtigt man die üblichen Hauptmahlzeiten sowie alle Leckerlis und Extrahappen, die vor dem Gewichtsreduktionsprogramm gegeben wurden, sind die durchschnittlichen Ausgaben für Nahrung vor der Diät nicht signifikant anders als jene während der Diät. Von einer sogenannten "FdH" (Friss die Hälfte)-Diät ist abzuraten, da bei einer Reduktion des Normalfutters zu wenig lebenswichtige Nährstoffe zugeführt würden, wobei es zu einer Unterversorgung kommen könnte.

Sobald das Tier sein Zielgewicht erreicht hat, ist die Aufgabe erfüllt.

Wenn ein Tier das Zielgewicht erreicht hat, besteht immer noch ein hohes Risiko für eine erneute Gewichtszunahme. Einige an der ROYAL CANIN "Weight Management Clinic" durchgeführte Langzeitstudien haben gezeigt, dass der für das Halten eines stabilen Körpergewichts erforderliche Energiebedarf nach dem Gewichtsverlust niedrig bleibt. Folglich kann das fortgesetzte Füttern einer Diätnahrung zur Gewichtsreduktion nach Erreichen des Zielgewichts das Risiko eines Rückfalls begrenzen. In einer Studie verglich man Hunde, die anschließend an die Diät wieder eine normale Standardnahrung erhielten, mit Tieren, die weiterhin die Gewichtsreduktionsdiät bekamen. Dabei zeigte sich, dass es bei Letzteren wesentlich seltener zu erneuter Gewichtszunahme kam (18 % im Vergleich zu 81 % bei der ersten Gruppe).

Gewichtsverlust lässt sich erfolgreich in ein paar Wochen erzielen.

Die Dauer eines Gewichtsreduktionsprogramms hängt vorwiegend von der Menge an Körpergewicht ab, die das Tier verlieren soll, sowie vom Engagement des Tierhalters und von allen anderen möglichen Ursachen für ein Scheitern beim Abnehmen.

Eine kürzlich an der ROYAL CANIN "Weight Management Clinic" durchgeführte Studie anhand von 149 Hunden hat gezeigt, dass der Verlauf des Gewichtsverlustes variabel ist und je nach Stadium des Abspeckprogramms sehr unterschiedlich ausfallen kann: Die Abnehmrate ist zu Beginn des Programms generell hoch, sinkt aber danach kontinuierlich. So kann ein Hund in ein paar Wochen problemlos 5 bis 10 % des Körpergewichts verlieren – pro Woche sollten es ein bis maximal 3 % sein - was bei einem nur leicht übergewichtigen Tier bedeutet, dass das Zielgewicht tatsächlich in wenigen Wochen erreicht ist. Für wirklich adipöse Hunde und Katzen trifft das aber nicht zu.

Das Erreichen des Zielgewichts ist ein langer Weg! Die erwähnte Fallstudie zeigte, dass es etwa 14 Monate dauerte, bis bei mehr als der Hälfte der Hunde (54 %) die ideale Körperkondition erreicht war. Ein langsames Abnehmen macht es aber auch einfacher, das "Gesund-Gewicht" anschließend zu halten.

Kohlenhydratreiches Futter ist ein häufiger Risikofaktor für die Entwicklung von Adipositas und Diabetes mellitus bei Katzen.

Obwohl vor Jahren die Annahme aufgestellt wurde, dass die langfristige Ernährung mit stärkereicher Nahrung zur Zerstörung der Beta-Zellen – diese regulieren den Blutzuckerspiegel - und in der Folge zur Entwicklung von Diabetes mellitus (= Zuckerkrankheit) führen kann, haben neueste Forschungsergebnisse die Wissenschaftler bewogen, diese Theorie zurückzuweisen. Stärke und komplexe Kohlenhydrate (z. B. Mehrfachzucker), die während des Herstellvorgangs aufgeschlossen wurden, werden von gesunden Katzen effizient verdaut und verstoffwechselt und stellen für die Körperzellen Glukose, also Zucker, bereit. Das Ansteigen von Diabetes mellitus-Erkrankungen ist eher auf Adipositas und Alterungsprozesse zurückzuführen, und den Hauptrisikofaktor für Fettleibigkeit stellt nicht der Kohlenhydratgehalt der Nahrung dar, sondern ein ungeeignetes Fütterungsmuster (d. h. übermäßige Energiezufuhr) und eine inaktive Lebensweise. Für Katzen, die bereits an Diabetes mellitus leiden, ist ein entsprechen-des Fütterungsverhalten allerdings unerlässlich. Diätnahrung wie DIABETIC mit niedrigem Kohlenhydrat- und hohem Proteingehalt ist nachweislich in der Lage, die glykämische Kontrolle bei Katzen zu verbessern, also den Blutzuckerspiegel konstant zu halten.

Katzen sind, was Adipositas und Gewichtsverlust betrifft, ähnlich wie Hunde.

Unterschiede bei Gesundheitsproblemen, die mit Übergewicht einhergehen

Fettleibige Hunde befinden sich in einem Zustand chronischer Entzündung, was bei Katzen nicht so häufig zu beobachten ist. Außerdem führt die Adipositas-bedingte Insulinresistenz bei fettleibigen Katzen oft zu Diabetes mellitus, während diese Unempfindlichkeit gegen Insulin, welches den Blutzuckerspiegel senken soll, bei adipösen Hunden oft subklinisch bleibt, also leicht verlaufend ist. Das bedeutet, die Unwirksamkeit der Insulingabe ist bei Hunden vielfach nicht offensichtlich.

Ernährungsstrategie

Protein hat bei Hunden einen sättigungsfördernden Effekt, während es bei Katzen die Nahrungsaufnahme eher steigert. Somit sind die Ernährungsprofile zur Förderung des Sättigungsgefühls für Hunde und Katzen unterschiedlich (Nahrung mit moderatem Protein- und hohem Rohfasergehalt für Katzen, aber Nahrung mit hohem Protein- und hohem Rohfasergehalt für Hunde).

Die zu erwartende Gewichtsverlustrate für eine gesunde Gewichtsabnahme

ist bei Katzen niedriger als bei Hunden, denn Katzen verlieren selten schneller an Gewicht als mit einer Rate von 1 % pro Woche, während Hunde in den ersten Wochen bis zu 2 bis 3 % pro Woche verlieren können.

Ein möglicherweise tödlicher Ausgang

Eine adipöse Katze, die appetitlos  oder auf Nulldiät gesetzt wird, kann eine Hepatische Lipidose (Fettleber) entwickeln, die - bleibt sie unbehandelt (und oft selbst trotz Behandlung) - tödlich enden kann. Derlei wurde bei Hunden kaum je beobachtet.