Die Ernährung ist ein Puzzle

Ausgewogene Nahrung herzustellen bedeutet, ein schwieriges Puzzle aus ca. 50 Einzelteilen zusammenzusetzen, von denen jedes einen für das Tier notwendigen Nährstoff repräsentiert. Die Zutaten wiederum tragen, indem sie einander ergänzen, anteilsmäßig zu jedem einzelnen Puzzlestück bei.

  • Proteine

    Bei der Spaltung der Nahrungsproteine im Verdauungstrakt entstehen Amino­säuren. Der Organismus nutzt diese für die Synthese körpereigener Proteine (Aufbau und Erhalt seiner Organe und Strukturen), für den Transport be­stimmter Moleküle (Transportproteine), für die Nachrichtenübermittlung zwischen den Organen (Hormone), die Bekämpfung von Krankheiten (Antikörper) usw.

    Proteine sind in konzentrierter Form in Produkten tierischer Herkunft (Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte) oder bestimmten Pflanzenprodukten (Getreidestärke, Linsen, Erbsen, Soja, Hefen) enthalten. Verschiedene Getreide liefern ebenfalls Proteine.

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  • Fette

    Fette bilden eine Familie organischer Verbindungen, die auch als Lipide be­zeichnet werden. Hunde (mehr noch als Katzen) haben eine natürliche Vorliebe für fettreiche Nahrung. Diese muss allerdings beschränkt werden, wenn das Tier wenig Bewegung hat.

    Ohne eine strenge Rationierung führt ein Überschuss an Fetten zu Adipositas/Fettleibigkeit oder anderen Erkrankungen. Aber ganz ohne Fette kommt das Tier nicht aus, weil es ihm Energie und essenzielle Fettsäuren liefert.

    Fette bilden eine Familie organischer Verbindungen, die auch als Lipide bezeichnet werden. Die wichtigsten sind Fettsäuren, sie wer­den unter dem Begriff Triglyceride zusammengefasst. Man unterscheidet ein­fache (Triglyceride,Wachse) oder kom­plexe Fette (enthalten zahlreiche wei­tere Elemente). Beispielsweise bestehen die Zellmembranen aus Phospholipiden (phosphorhaltige Fette). Fette sind die bedeutendste Energiequelle für den Organismus von Hund und Katze. Sie werden vom Tier mithilfe von Sauerstoff verbrannt (oxidiert), um die benötigte Energie bereitzustellen. Ein Gramm Fett liefert etwa 9 kcal um­setzbarer Energie, also das 2,5-fache von 1 g Kohlenhydraten oder Proteinen.

     

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  • Mineralstoffe

    Bei einer Vollnahrung sind keinerlei Ergänzungen an Mineralstoffen notwendig. Ein Übermaß an Mineralstoffen schadet der Verdaulichkeit einer Nahrung und kann sogar das Gegenteil der erwünschten Wirkung hervorrufen.

    Verbrennt man eine Nahrung, bleiben die enthaltenen Mineralsalze als Asche zurück. Ihr Gesamtgehalt beträgt in einer Trockennahrung allgemein zwi­schen 5 und 8 % (Der Begriff Rohasche auf einer Verpackung entspricht dem Mineralstoffgehalt).

    Mineralstoffe, die in hohen Mengen in einer Nahrung enthalten sind (Kalzium, Phosphor, Kalium, Natrium, Magnesium...), werden Mengen­elemente genannt.

    Die Spuren­elemente dagegen sind nur in sehr geringen Mengen vorhanden: Sie stel­len wenige mg/kg (oder ppm: parts per million) dar, sind aber unverzichtbar für die Organfunktionen (z.B.: Eisen, Zink, Mangan, Kupfer, Jod, Selen).

    Die Mineralstoffe sind durch unter­schiedliche Rohstoffe in der Nahrung enthalten. Sie können auch in reiner Salzform zugesetzt werden: Eisensulfat, Zinkoxid, Manganoxid, Kupfersulfat, Natriumselenit, Kalziumiodat usw.

    Jeder Mineralstoff ist an verschiedenen Funktionen beteiligt. Im Folgenden sind die hauptsächlichen Aufgaben der für den Organismus wichtigsten Mineralstoffe aufgeführt:

    Mengenelemente

    KalziumKnochenbau
    PhosphorEnergieübertragung
    Kalium / NatriumIonengleichgewicht der Zellen
    MagnesiumReizweiterleitung

    Spurenelemte

    EisenHämoglobinsynthese der roten Blutkörperchen
    ZinkGesundheit der Haut
    ManganBildung von Knorpelgewebe und Haarkleid
    KupferSynthese der Hautpigmente
    JogSchilddrüsenfunktion
    SelenAntioxidans

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  • Vitamine

    Vitamine werden durch verschiedene Rohstoffe zugeführt. Sie können auch in einer reinen Form zugesetzt werden. Vitamine sind von Natur aus empfindlich gegen Licht,Wärme, Oxidation usw. Um sie resistenter gegen Hitze zu machen, können sie vor externen aggressiven Einflüssen geschützt werden.

    • Vitamin A
    • Pyridoxin
    • Vitamin D
    • Vitamin B12
    • Vitamin E
    • Niazin (Nicotinsäure)
    • Vitamin K
    • Biotin
    • Thiamin
    • Folsäure
    • Riboflavin
    • Cholin-Inositol
    • Pantothensäure
    • Vitamin C

    Das erste Vitamin, das diesen Namen trug, war Thiamin, ein Amin mit für den Körper vitalen Funktionen (Präventivwirkung gegen die Beriberi-Krankheit). Weitere Nährstoffe, die eine ebensolche Funk­tion haben, wurden dann, unabhängig von ihrer chemischen Struktur, eben­falls als Vitamine bezeichnet.

    Man unterscheidet zweierlei Arten von Vitaminen: fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) und wasserlösliche (B und C). Fettlösliche Vitamine können bei Über­versorgung vom Körper gespeichert werden und toxisch wirken.

    Jedes Vitamin ist in mehrere unterschiedliche Funktionen eingebunden. Im Folgenden sind die hauptsächlichen Aufgaben der Vitamine für den Organismus zusammengefasst:

    Fettlösliche Vitamine:

    Vitamin ASehvermögen, Hauterneuerung
    Vitamin DKalzium- und Phosphorstoffwechsel
    Vitamin ESchutz gegen Zelloxidation
    Vitamin KBlutgerinnung

    Wasserlösliche Vitamine

    B1 (Thiamin)Nervensystem
    B2 (Riboflavin)Haut
    B5 (Pantothensäure)Wachstum, Haut
    B6 (Pyridoxin)Lieferant der Zellenergie
    CholinPhospholipidsynthese
    B12 (Cyanocobalamin) und FolsäureBildung der Blutzellen
    PP (Nikotinsäure)Haut, Liferant der Zellenergie
    H (Biotin)Haut, Haarkleid
    C (Ascorbinsäure)Antioxidans

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  • Kohlenhydrate

    Unter dem Begriff Kohlenhydrate werden Verbindungen zusammengefasst, die sich aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff zusammensetzen und die gewisse chemische Gemeinsamkeiten aufweisen. Kohlenhydrate stammen vorwiegend aus dem Pflanzenreich, mit Ausnahme des Blutzuckers, des Muskel- und Leberglykogens und des Milchzuckers. Alle Pflanzen enthalten Kohlenhydrate, beginnend bei der Saccharose der Rüben bis zu den unverdaulichen Fasern der Baumrinde.

    Katze wie Hund könnten ohne Kohlenhydrate in ihrer Nahrung auskommen, weil sie die notwendige Glukose selbst in Zellen aus Aminosäuren bilden können.

    Nichtsdestotrotz werden ihre Organfunktionen durch die Zufuhr von Kohlenhydraten erheblich verbessert. Glukose, Saccharose, Laktose und Stärke sind lediglich Energielieferanten, aber ihre botanische Herkunft und ihr Aufschlussgrad beeinflussen die Verdauungsabläufe. Unzureichend gegarte Nahrungsstärke kann Durchfall verursachen. Fasern, die ebenfallls zu den Kohlenhydraten gehören, spielen für den Transit der Nahrung und das Gleichgewicht der Bakterienflora eine wichtige Rolle; dies gilt beispielsweise für Fructo-Oligosaccharide (FOS) und Mannan-Oligosaccharide (MOS).

    Verdauungstrakt: Stärke, Laktose und Saccharose werden durch die Enzyme des Bürstensaums des Dünndarms verdaut. Die einfachen Glukose-, Fructose- und Galaktosemoleküle gelangen in den Blutkreislauf.

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  • Weitere Nährstoffe

    Heute haben bestimmte Lebens­mittel ein ehrgeizigeres Ziel, als nur den Bedarf zu decken und zugleich einen Überschuss bzw. Mangel an Nährstoffen zu vermeiden. Man spricht nun von Gesundheitsernährung, und es lohnt sich, einen Blick auf be­stimmte Nährstoffe zu werfen, die einen echten Mehrwert liefern können, um bestimmten Krankheiten vorzubeugen, degenerative Prozesse wie das Altern zu verlangsamen oder einfach das Wohlbefinden des Tieres zu verbessern.

    WasserGLM
    AntioxidanzienGarcinia camodgia
    KarotinoideAloe vera
    PolyphenoleKurkuma
    GlukosaminProbiotika
    ChondroitinZeolith

    Gelegentlich bezeichnet man diese Nährstoffe als Nutrazeutikum oder Gesundheitsnährstoff. Sie sind zwar nicht essenziell für das Tier, können aber das Wohlbefinden verbessern.

    In dieser sehr heterogenen Familie (die im Zuge neuer Erkenntnisse in der Ernährung ständig wächst) findet man so unterschiedliche Elemente wie: Antioxidanzien zur Bekämpfung freier Radikale, Substanzen für den Gelenk­schutz, Pflanzenextrakte für den Schutz der Haut, Bakterien für die Balance der Darmflora usw.

    Die Liste könnte noch viel länger sein. Hier werden nur einige Beispiele vorgestellt.

    Diese weiteren Nährstoffe können eine kurz- oder langfristige Wirkung haben. Kurzfristig zielen sie auf dieVerbesserung der Funktionen des Organismus oder die Linderung von Leiden wie Gelenk­schmerzen, Hautreizungen oder Ver­dauungsstörungen. Langfristig sollen sie Zellschädigungen von außen begrenzen oder dem Alterungsprozess bestimmter Organe entgegenwirken.

    Das Aktionsfeld dieser Nährstoffe betrifft den Körper wie auch die kogniti­ven Funktionen der Tiere. Zum Beispiel hilft eine frühzeitige Zufuhr von Antioxidanzien, die Entwicklung von grauem Star beim alternden Hund sowie das Auftreten bestimmter Verhaltensstö­rungen durch Verlust seiner Anpassungs­fähigkeiten zu bekämpfen. Zahlreiche Studien am Menschen haben die Bedeutung der Antioxidanzien bei der Vorbeugung gegen bestimmte neurolo­gische Krankheiten wie z. B. Parkinson oder Alzheimer aufgezeigt.

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