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Aufzucht

Für Besitzer einer jungen Katze ist es eine wahre Freude zu erleben, wie sich aus dem Katzenwelpen nach und nach ein eigenwilliger und geschickter Jäger entwickelt. Dabei benötigen junge Katzen je nach Alter eine spezielle Nahrung, die eine harmonische Entwicklung gewährleistet und somit die Grundlage für ein langes und gesundes Leben legt.

Die ersten Lebenswochen eines Katzenwelpen

Ein neugeborenes Kätzchen wiegt ungefähr 70 bis 135 g und ist 11 bis 15 cm lang. Zunächst sind die Katzenwelpen noch vollkommen von ihrer Mutter abhängig. Die Augenlider sind fest verschlossen und die Ohren nach hinten geklappt, sodass die Kätzchen noch nichts hören.

Schon nach kurzer Zeit kann man Reaktionen auf Wärme und Berührungen feststellen. In den ersten drei Lebenswochen bezeichnet man junge Katzen im Übrigen als Saugwelpen. Sie sind u. a. durch folgende Charakteristika gekennzeichnet:

  • Die Verdauungsorgane sind noch nicht voll entwickelt.
  • Die Leber ist das größte Organ des Welpen.
  • Kaum Fettreserven, dafür große Glykogenreserven (Speicherform der Kohlenhydrate) in der Leber.

Katzenwelpen können ihre Körpertemperatur noch nicht selbst aufrechterhalten. Sorgen Sie deshalb für eine Umgebungstemperatur zwischen 25 und 30° C.

Nach einer guten Woche wiegen die Kätzchen schon bis zu 250 g. Trotz allem wird noch ein großer Teil des Tages verschlafen. Bereits im Alter von sechs Wochen setzt der Jagdtrieb ein. Jetzt wird es richtig turbulent, da die Wurfgeschwister ihre Kräfte in kleineren Raufereien messen. Im Alter von zwölf Wochen werden Sie eine weitere interessante Entdeckung machen: Die Augen der Kätzchen nehmen ihre endgültige Farbe an.

Die ersten drei Lebenswochen sind Milchzeit

In der ersten Lebenswoche benötigt der Welpe ca. 130 kcal Energie/kg Körpergewicht – das ist mehr als das Doppelte einer ausgewachsenen Katze. Die notwendige Energie erhält der Katzenwelpe über die Muttermilch. In den ersten drei Wochen seines Lebens stellt sie die einzige Nahrungsquelle dar.

Das Immunsystem von Katzenwelpen muss sich erst entwickeln. Deshalb ist es wichtig, dass sie durch die Aufnahme der in der Muttermilch enthaltenen Antikörper passiv geschützt sind.

Mit fester Nahrung kann die junge Katze noch nichts anfangen, da der Verdauungskanal noch nicht ausreichend entwickelt ist. Entscheidend für die gesunde Entwicklung des Welpen ist insbesondere die Aufnahme der Muttermilch der ersten Stunden. Man spricht hier auch von der „Biestmilch“ oder dem „Kolostrum“. Diese beinhaltet alle Antikörper, die die Mutterkatze im Laufe ihres Lebens gebildet hat. Durch die Aufnahme des Kolostrums gehen diese Antikörper oder „Schutzstoffe“ auf den Welpen über. Die Muttermilch bietet so passiven Schutz gegen die verschiedensten Erreger, die für den Welpen gefährlich sein könnten.

Die erste Phase im Katzenleben ist grundsätzlich schwierig! Dem kleinen Körper wird schon sehr viel abverlangt. Innerhalb von einer Woche haben Welpen ihr Geburtsgewicht bereits verdoppelt.

 

Verwendung einer Ersatzmilch

Bei der Aufzucht von Katzen sollte man immer daran denken, dass unter folgenden Umständen der Einsatz einer Ersatzmilch für Welpen notwendig sein kann:

  • Für mutterlose und zu schwache Welpen
  • Für überdurchschnittliche große Würfe
  • Mangelnde oder fehlende Milchbildung bei der Mutterkatze
  • Zur Entlastung der Mutterkatze während der Säugephase
  • Erleichterung der Entwöhnung der Welpen

Geben Sie eine Milch, die in ihrer Zusammensetzung möglichst der Milch einer Katze entspricht (z. B. BABYCAT MILK von ROYAL CANIN). Sie sollte protein- und fettreich sowie stärkefrei und laktosearm sein (Laktose = Milchzucker).

BABYCAT MILK

Sofort lösliches Milchpulver mit hohem Energiegehalt zur Deckung des speziellen Bedarfs von Katzenwelpen in den ersten Lebenswochen.

 

 

Warnung!

Der Verdauungsapparat der kleinen Katzen ist an die Verdauung von Muttermilch oder Ersatzmilch für Welpen angepasst. Kuhmilch kann aufgrund ihres zu hohen Laktosegehalts bei Welpen Verdauungsstörungen hervorrufen und ist somit als Ersatzmilch absolut ungeeignet.

Vergleich von Muttermilch, BABYCAT MILK und Kuhmilch

  Protein (%) Fett (%) Laktose (%)
Milch der Mutterkatze 33–42 26–42 13–19
BABYCAT MILK 33 39 18,5
Kuhmilch 24–28 28–30 35–39

Ganz wichtig – Gewichtskontrolle

Eine zufriedenstellende Gewichtszunahme des Welpen liegt vor, wenn die Welpen pro Tag das 2- bis 3-Fache des Körpergewichts der Eltern in Gramm zunehmen. Beispiel: Die Elterntiere wiegen 4 kg: Dann sollte das Kätzchen täglich 8 – 12 Gramm zunehmen. Tägliches Wiegen gehört deshalb zur Pflicht, um den Überblick zu behalten.

 

 

Die 1. Wachstumsphase (1. bis 4. Monat)

In dieser Phase beginnen die Welpen, sich langsam auch für feste Nahrung zu interessieren. Nun tritt die Phase der Nahrungsumstellung ein, die sogenannte Entwöhnung:

  • Allmählicher Verlust der Fähigkeit, Laktose (Milchzucker) zu verdauen
  • Langsame Zunahme der Fähigkeit zur Stärkeverwertung
  • Durchbrechen der Milchzähne
  • Rückgang des durch das antikörperreiche Kolostrum der Mutter gewährleisteten Immunschutzes

Ideal ist eine Nahrung, die an Welpen und Kätzin gleichzeitig gefüttert werden kann (z. B. MOTHER & BABYCAT und BABYCAT INSTINCTIVE 10 von ROYAL CANIN). So entfällt eine lästige Trennung der Mutterkatze von den Welpen. Außerdem deckt die Spezialnahrung auch den bis zu 4-fach erhöhten Energie- und Proteinbedarf der Kätzin ab.
 

 

BABYCAT 34

Für die Umstellung von flüssiger auf feste Nahrung. Die speziell an das Milchgebiss angepassten Kroketten können sowohl in eingeweichter als auch in fester Form angeboten werden.

Keine Zufütterung

Verzichten Sie bei der Verwendung einer Aufzuchtnahrung auf jegliche Zufütterung. Diese kann die Ursache für eine gefährliche Überfütterung sein und u. a. unerwünschtes Übergewicht Ihrer Katze zur Folge haben.

Die 2. Wachstumsphase (4. bis 12. Monat):

Eine speziell für diese zweite Wachstumsphase entwickelte Aufzuchtnahrung muss die zuvor genannten Aspekte berücksichtigen (z. B. KITTEN oder KITTEN INSTINCTIVE von ROYAL CANIN). Sie sollte weiterhin energiereich sein, um dem gesteigerten Energiebedarf gerecht zu werden. Hochwertige Proteine sind auch jetzt unverzichtbar, da durch sie erst der nun stattfindende Muskelaufbau ermöglicht wird. Ausgewogene Gehalte an Mineralstoffen gewährleisten die Ausreifung der Knochen und Gelenke. Auf hochwertige und hochverdauliche Rohstoffe sollte im Hinblick auf eine optimale Verdauung Wert gelegt werden. Die Kroketten sollten an das Gebiss angepasst sein und sogenannte „Kalziumfänger“ enthalten. Diese binden Kalzium aus dem Speichel, sodass es für die Zahnsteinbildung nicht mehr zur Verfügung steht.

Katzenjunge in dieser zweiten Wachstumsphase sind durch folgende Besonderheiten gekennzeichnet:

  • Der Energiebedarf ist immer noch sehr groß, nimmt nun aber stetig ab.
  • Die Muskulatur entwickelt sich und reift aus.
  • Vollständige Mineralisierung des Skeletts.
  • Im Alter von vier Monaten beginnt der Zahnwechsel.

KITTEN-Produkte

Aufzuchtnahrung für eine optimale Entwicklung von Knochen und Muskeln sowie eine gesunde Verdauung. Die Konsistenz und Größe der Kroketten sind optimal auf das bleibende Gebiss abgestimmt.

Füttern Sie die Aufzuchtnahrung ausreichend lange

Bei Katzen ist die Wachstumsphase mit einem Jahr vollendet. Entsprechend lange benötigen sie eine Aufzuchtnahrung, da nur diese die harmonische Entwicklung der Tiere gewährleistet. Der frühzeitige Einsatz von Nahrungen für ausgewachsene Katzen ist aus vielerlei Hinsicht nicht sinnvoll, da diese u. a. zu wenige Mineralstoffe beinhalten.

Stärkung der Abwehrkräfte

Junge Katzenwelpen entwickeln erst allmählich ihr körpereigenes Immunsystem. Bis zur 12. Woche sind sie einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. In dieser Phase sinkt der passive Schutz des Welpen, den er durch die Antikörper der Mutter erworben hat. Gleichzeitig ist die Fähigkeit zur Bildung von eigenen Antikörpern noch nicht ausreichend entwickelt.

Der sogenannte „IMMUNITY Booster“ in den Growth-Produkten von ROYAL CANIN (BABYCAT MILK, BABYCAT 34 und KITTEN 34) trägt durch die folgenden Inhaltsstoffe dazu bei, das noch unreife Abwehrsystem von Katzen in der Wachstumsphase zu stärken:

  • Synergistisch wirkender Antioxidanzienkomplex mit

Vitamin E und C, Taurin und Lutein: Schützen die Körperzellen als „Team“ und stärken so das Immunsystem.

  • Mannan-Oligosaccharide (MOS):

Spezielle Fasern, die gleich zweifach positiv auf das Immunsystem wirken. Zum einen binden sie „krankmachende“ Keime, zum anderen stärken sie die lokalen Abwehrkräfte im Darm.

Faktoren, die das Wachstum von Katzen beeinflussen können

Die Besonderheiten der Katze

  • Rasse:
    Wie bei den meisten Lebewesen gilt: je größer die Rasse, desto länger das Wachstum.

  • Geschlecht:
    Kater haben ein größeres Wachstumspotential als weibliche Katzen, ihre Wachstumsphase dauert deshalb auch einige Wochen länger und sie werden schwerer.

  • Vererbung:
    Bei der Geburt bekommt das Katzenjunge seine Gene mit auf den Lebensweg, die eine Hälfte vom Vater, die andere von der Mutter. Vorbestimmte Größe, Korpulenz und andere morphologische Besonderheiten können daher sein Wachstum beeinflussen.

Umwelteinflüsse

  • Hygiene:
    Eine nur mittelmäßige Hygiene schwächt die Mutter und der ganze Wurf wird dadurch beeinträchtigt.

  • Stress:
    Wie alle Jungtiere wachsen auch junge Katzen im Schlaf. Auch wenn sie ab zwei Monaten weniger schlafen, spielt die Qualität des Schlafs, seine Tiefe, weiterhin eine bedeutende Rolle.

Wichtig!

Katzen brauchen den Tiefschlaf für ein gesundes Wachstum. Wecken Sie sie deshalb nie nur so zum Spaß.