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Vorbeugen ist besser als heilen

Kaum eine Verdachtsdiagnose ist für den Tierarzt eindeutiger zu stellen. Die Symptome bei Harnsteinen bzw. Harnwegserkrankungen sind zumeist schon telefonisch klar zu identifizieren, da sie für diesen Erkrankungskomplex spezifisch sind.

Typische Anzeichen

Die Katze versucht oft, kleine Menge von Harn abzusetzen. Manchmal gelingt es selbst unter Schmerzäußerung nicht, zu urinieren, da es zum teilweisen oder kompletten Verschluss der Harnröhre gekommen ist. Meist sind lediglich vereinzelte, häufig blutige Tropfen das Ergebnis. Bei einem Verschluss der Harnröhre wird der Urin in die Harnblase rückgestaut, Abbauprodukte der Nieren werden nicht mehr ausgeschieden und es kommt zur Harnvergiftung. Ohne tierärztliche Hilfe kann die Erkrankung tödlich verlaufen.

Auch Harnabsatz an ungewöhnlichen Stellen kann ein Zeichen einer Erkrankung der ableitenden Harnwege sein. Daher sollte jede Unsauberkeit immer vom Tierarzt abgeklärt werden, da nicht nur ein Verhaltensproblem zugrunde liegen muss.

Diese eher einheitlichen Symptome haben eine Vielzahl an Ursachen (infektiöse, neoplastische = tumoröse, mechanische ...), die in der Veterinärmedizin unter dem Begriff F.L.U.T.D. zusammengefasst werden.

Was ist F.L.U.T.D.?

Es steht als Abkürzung der englischen Bezeichnung „Feline Lower Urinary Tract Disease“ – also als Sammelbegriff für Erkrankungen der ableitenden Harnwege der Katze. Häufigste Gründe sind idiopathische (= mit unbekannter Ursache) Entzündungen der Harnblase, gefolgt von Harnröhrenpfropfen, Harnsteinen und infektiösen Entzündungen des Harntraktes. Diese Ursachen können allein oder in Kombination vorkommen.

Je nach Literaturangabe wird beschrieben, dass jährlich 1 bis 8 % aller Katzen an Harnwegserkrankungen leiden. Sowohl Kätzinnen als auch Kater sind betroffen, wobei Kater aufgrund der englumigen Harnröhre anfälliger sind.

Was sind die Ursachen?

Neben Übergewicht, bewegungsarmer Lebensweise bei Wohnungskatzen, Kastration, einer zu geringen Anzahl an Katzentoiletten in Mehrkatzen-Haushalten, erhöhter Anfälligkeit  bestimmter  Rassen sowie Harnwegsinfektionen spielen Ernährungsfehler eine wichtige Rolle. Es kommt zur Bildung von mineralischen Kristallen, Steinen oder Pfropfen in den unteren harnableitenden Wegen. Die Pfropfen bestehen aus einer Matrix mit Zellabschilferungen, Blut, Entzündungszellen und möglicherweise kristallinem Material, wobei Struvit der vorherrschende Mineralstofftyp ist. Bei den Harnsteinen kommen Struvit- und Kalzium-Oxalatsteine in gleichem Maße vor. Während Struvitsteine sowohl bei Katern als auch Kätzinnen besonders im mittleren Alter auftreten, findet man Oxalatsteine häufiger bei mittelalten bis alten Katern. Tiere, die keinen Freigang haben, sind häufiger betroffen.

Allgemeiner Risikofaktor

Die Übersättigung des Harns steht hinter der Bildung von Kristallen im Harntrakt. Die Anwendung spezieller Analysemethoden, die seit Jahrzehnten erfolgreich in der Humanmedizin genutzt werden, hilft bei der Entwicklung moderner Futterrezepturen, die gegen alle relevanten Harnsteine vorbeugend wirken können und bei Struvitsteinen auch eine Therapie ermöglichen. Die Einschätzung des Kristallisationspotenzials des Harns mithilfe eines durch Analysemethode ermittelten Zahlenwertes (relative Übersättigung, engl. Relative Super Saturation -> RSS-Wert) weist die Sättigung des Urins mit steinbildenden Stoffen aus. 

Jeder Kristalltyp - bei der Katze sind dies v. a. Struvit- und Kalziumoxalatkristalle - hat eine spezifische RSS. Dabei werden 3 unterschiedliche Zonen definiert (siehe Grafik).

Je höher die RSS, desto höher ist das Risiko der Kristallbildung. Hingegen ist bei niedrigen RSS-Werten die Bildung von Kristallen sehr unwahrscheinlich. Daher fördern ein hoher Mineralstoffgehalt (v. a. Magnesium und  Phosphor),  Eiweiß (Ammonium ist ein Eiweiß-Abbauprodukt), geringe Wasseraufnahme sowie alle anderen Einflüsse, welche die Harnmenge sowie die Häufigkeit des Harnabsatzes reduzieren, die Anfälligkeit für die Erkrankung.

Einfach vorbeugen

Die Vorbeugung von Struvit- und Oxalatsteinen und Harnröhrenpfropfen kann mit den neuen URINARY CARE-Produkten, die als Feucht- und Trockennahrung im Zoofachhandel erhältlich sind, nachweislich unterstützt werden. Dies wird durch eine optimale Zusammensetzung der Nahrung mit einem RSS-Wert erreicht, der der (Neu-) Bildung von Struvit- und Kalziumoxalatkristallen entgegenwirkt.

Bei der idiopathischen Blasenentzündung hingegen, bei der man eine angeborene Anfälligkeit vermutet und deren Symptome sich dann zeigen, wenn die Katze Stress (Umzug, neuer Mitbewohner etc.) ausgesetzt ist, als auch bei infektiösen Entzündungen des Harntraktes ist eine Vorbeugung schwierig und liegt immer im Bereich des Tierarztes.

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Alarmsignale

Klick zu den Produkten

Zeigt Ihre Katze typische, bereits vorher erwähnte Anzeichen einer Erkrankung der ableitenden Harnwege, müssen Sie unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen. Dieser wird anhand des Vorberichtes (Rasse, Geschlecht usw.) und der klinischen Untersuchung (äußerliches Betrachten, Abtasten etc.) eine Blutuntersuchung, Röntgen oder Ultraschall durchführen. Da bildgebende Verfahren nur Vermutungen über den Steintyp erlauben, ist eine Laboranalyse in jedem Fall erforderlich. Nur so kann eine geeignete Therapie und/oder Ernährung für den Patienten eingeleitet werden.

Katzen können durch spontanen Harnabsatz, einen Harnröhrenkatheter oder einen chirurgischen Eingriff von ihrem Harnsteinleiden befreit werden. Lediglich Struvitsteine lassen sich über eine geeignete Diätnahrung, die beim Tierarzt erhältlich ist (URINARY S/O-Produktreihe), auflösen, Oxalatsteine jedoch nicht. Diese können möglicherweise über einen Harnkatheter ausgespült oder müssen operativ entfernt werden. Aufgrund des großen Risikos einer Rezidiverkrankung (erneute Steinbildung) sollten Sie mit Ihrer Katze regelmäßig den Tierarzt aufsuchen.