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Schmerz, lass nach!

Speziell jetzt in der kalten Jahreszeit können es viele von uns nachfühlen: Jede Bewegung und jeder Schritt tut weh, das Aufstehen bereitet Schmerzen in den Gelenken.

Für eine optimale Beweglichkeit, aber auch für das generelle Wohlbefinden sind gesunde Gelenke unerlässlich. Bei einem intakten Gelenk sorgen zahlreiche, fein aufeinander abgestimmte Faktoren für einen - im wahrsten Sinne des Wortes - reibungslosen Bewegungsablauf.

Die Gelenksflüssigkeit (Synovia) mindert die auf die Gelenksflächen einwirkenden Reibungskräfte und ernährt den Gelenksknorpel, der die Knochenenden überzieht. Der Gelenksknorpel selbst fungiert als "Stoßdämpfer", der die Knochen vor Schäden schützt - ohne ihn wäre keine Bewegung möglich.

Grundsubstanz, Kollagenfasern und Knorpelzellen sind die wesentlichen Bausteine des Knorpels. Die Knorpelzellen gelten als "Produktionsstätte" der Grundsubstanz und der Kollagenfasern. Grundsätzlich unterliegt der Gelenksknorpel ständigen Auf- und Abbauprozessen. Durch viele Umstände kann der empfindliche Knorpelstoffwechsel gestört werden, und schwerwiegende Gelenkserkrankungen können die Folge sein.

Hier finden Sie alle Informationen zur Gelenkgesundheit.

Arthritis oder Arthrose?

Zu den häufigsten Gelenkserkrankungen zählt die Osteoarthritis (akute Gelenksentzündung). Die chronische Verlaufsform bezeichnet man als Osteoarthrose. Es handelt sich um eine fortschreitende Erkrankung, die durch degenerative Veränderungen des Gelenksknorpels gekennzeichnet ist.

Betroffene Tiere werden meistens aufgrund einer mehr oder weniger ausgeprägten Lahmheit in der Praxis vorgestellt, denn durch das Anschwellen des Gelenks aufgrund des geschädigten Knorpels wird das Gelenk weniger beweglich. Wegen der schmerzbedingten Schonung kommt es zur Schwächung der umliegenden Muskulatur, was sich vor allem bei Belastung nach ausgedehnten Ruheperioden oder bei feuchtkalten Temperaturen verstärkt auswirkt.

Die Tierhalter berichten zudem von Appetitlosigkeit, Verhaltensänderungen und Bewegungsunlust ihrer Tiere. Die letztgenannten Anzeichen können Ausdruck einer Schmerzsymptomatik sein: Der Hund beginnt, staksig zu gehen, oft fällt ihm auch das Steigen über Treppen schwer. Wird er aufgefordert, ins Auto zu springen, folgt er gar nicht oder zögerlich mit Mühe. 

Hat der Vierbeiner auch weniger Freude zu spielen oder herumzutollen, ist ein Besuch beim Tierarzt anzuraten.

Genauer hinsehen bei Katzen

Bei Katzen sind die Symptome einer Gelenkserkrankung vom Tierhalter schwerer festzustellen, da das geringe Körpergewicht und die charakteristische Agilität selbst hochgradige orthopädische Veränderungen gut kompensieren. Viele Anzeichen werden zunächst nicht erkannt oder als normal betrachtet, z. B. aufgrund des oft fortgeschrittenen Alters oder der unterschiedlichen Ausprägung von Verhaltensweisen.

Die Samtpfote zieht sich öfter zurück, spielt oder jagt seltener, lässt sich nur widerstrebend hochheben, zeigt eine reduzierte Sprungkraft und kann zu Übergewicht oder Unsauberkeit neigen.

Mögliche Risikofaktoren

Die Entstehung von Gelenkserkrankungen wird durch Risikofaktoren wie z. B. die Körpergröße und das Alter begünstigt. Grundsätzlich gilt: je größer und schwerer der Hund, umso höher das Risiko für chronisch degenerative Gelenkserkrankungen.

45 % der erkrankten Hunde zählen zu den großen Rassen. Unter diesen nehmen die Riesenrassen eine dominierende Stellung ein (mehr als 50 %). 90 % der betroffenen Hunde sind fünf Jahre und älter, ein Fünftel der gesamten Hundepopulation leidet bereits an Gelenkserkrankungen.

Bei Katzen sind insbesonderes ältere Tiere ab zehn Jahren betroffen. Übergewicht bei Hunden, zu starke oder zu geringe Belastung durch Bewegung, Traumata sowie genetische Veranlagung sind weitere Faktoren, die das Auftreten einer Osteoarthritis begünstigen können. Hauptsächlich betroffen sind Knie-, Hüft-, Schulter- und Ellbogengelenk.

Wie kann die Ernährung helfen?

Auch wenn eine Heilung geschädigter Gelenke nicht möglich ist: Mithilfe einer spezifischen Ernährung kann es gelingen, Entzündungsprozesse zu modulieren, die Knorpelzellbildung zu begünstigen, degenerative Prozesse zu begrenzen und Gelenkserkrankungen vorzubeugen. 

Darüber hinaus ist es mit einer entsprechenden Gelenksdiät möglich, die Dosis von Schmerzmitteln zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten. Denn entzündungshemmende Medikamente (Antirheumatika) können auf Dauer zur Irritationen der Magenschleimhaut, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder sogar Magengeschwüren führen.