Gelenkgesundheit

Die Funktionsfähigkeit der Gelenke beruht auf dem Zusammenspiel zwischen Knochen, Knorpeln und Muskeln bzw. deren Sehnen. Gelenkknorpel und -flüssigkeit gewährleisten das geschmeidige Gleiten der am Gelenk beteiligten Knochen. Was belastet die Gelenke eines Hundes besonders, und wie kann man deren Gesundheit lange erhalten? Hier bekommen Sie mehr Informationen dazu.

Gelenkgesundheit

Die Bewegungsfähigkeit des Hundes ist durch die Gelenke vorgegeben. Die Gelenke sind die bewegliche Verbindung zwischen den Knochen. Die Funktionsfähigkeit der Gelenke beruht auf einem fein abgestimmten System, in dem Knochen, Knorpel und Muskel zusammenspielen. Bei der Gesunderhaltung der Gelenke spielt vor allem der Gelenkknorpel eine entscheidende Rolle.

Der Knorpel unterliegt dabei ständigen Umbauprozessen. Allerdings kann dieses empfindliche Gleichgewicht zwischen Auf- und Abbau von Knorpelgewebe durch verschiedene Faktoren gestört werden und Gelenkerkrankungen nach sich ziehen. So haben folgende Faktoren Einfluss auf die Knorpelregeneration:

  • Größe des Hundes

  • Überlastung der Gelenke u. a. durch Übergewicht

  • genetisch bedingte Gelenkerkrankungen

  • Alter des Hundes

Die Funktion des Gelenkes

Bei Bewegung reiben die Knorpelschichten im Gelenk aufeinander. Dabei werden Knorpelzellen in der Gelenkschmiere abgebaut. Die Gelenkschmiere enthält Nährstoffe. Durch die Bewegungskräfte drückt sich der Knorpel zusammen und dehnt sich wieder aus. Dabei gelangen die Nährstoffe in den Knorpel und ein ständiger Neuaufbau ist gewährleistet. Die Aufnahme von Nährstoffen hängt also entscheidend von der stetigen Bewegung im Gelenk ab. Mit steigendem Lebensalter verändert sich die Zusammensetzung des Knorpels und er verliert an Wasser und Elastizität. Dies fördert den Abbau der Knorpelschicht in den Gelenken. Da der Knorpel die Funktion eines Stoßdämpfers besitzt, ist der Wassergehalt entscheidend für dessen Funktion. Mit abnehmendem Wassergehalt nimmt auch die Funktionstauglichkeit ab.

Was ist ein Knorpel?

Knorpel ist eine wasserhaltige, fest mit dem Knochen verwachsene weißliche Substanz an den Enden der gelenkbildenden Knochen. Beim Jungtier ist er milchig-trüb mit einem bläulichen Schimmer.

Chondrozyten (Knorpelzellen) bilden Proteoglycan (Moleküle aus Kohlenhydraten und Aminosäuren) und Collagen (strukturbildende Proteine), die hauptsächlichen Bestandteile des Knorpels. Proteoglycan besteht in der Hauptsache aus Hyaluronsäure und Glucosaminoglycanen. Eine der wichtigsten Glucosaminoglycane ist Chondroitinsulfat, da es die höchste Wasserbindungskapazität aufweist und sowohl entzündungshemmend als auch wundheilend wirkt. Glucosamin ist eine Vorstufe der Glucosaminoglycane. Glucosamin und Chondroitinsulfat scheinen sich in ihrer Wirkung zu ergänzen, indem Glucosamin die Bildung von Proteoglycan und Hyaluronsäure anregt und so auch indirekt die Bildung von Chondroitinsulfat. Knorpelzellenabbauende Enzymbildung wird hauptsächlich durch Chondroitinsulfat unterdrückt, wodurch ein langsamerer Knorpelabbau begünstigt wird. Knorpelaufbau kann durch intravenöse oder orale Gaben von Glucosaminoglycanen und Glucosamin erreicht und unterstützt werden.

Da Knorpel nicht von Blut- und Nervenbahnen durchzogen ist, gibt es kein Frühwarnsystem für Störungen. Der Hund empfindet erst dann Schmerz, wenn der Knorpel zerstört ist und Knochen auf Knochen reibt oder Absplitterungen bzw. verhärtete Gelenkschmiere im Gelenkspalt treiben.

Risiken für die Gelenkgesundheit

Generell können alle Hunde von bestimmten Gelenkerkrankungen betroffen werden. Einen Hauptanteil nehmen Erkrankungen der Hüft-, Schulter-, Ellenbogen-, Knie- und Fußgelenke ein.

Besonders Riesenrassen sind häufig von Gelenkerkrankungen, wie Arthrosen, also chronisch degenerativen Gelenkerkrankungen betroffen (Abb. 2). 45 % der an Arthrose erkrankten Hunde zählen zu den großen Hunden. Unter diesen nehmen die Riesenrassen eine dominierende Stellung ein (über 50 %). Ca. 95 % aller betroffenen Hunde sind fünf Jahre und älter.

Betroffene Hunde werden häufig wegen ausgeprägter Lahmheiten in der Kleintierpraxis vorgestellt. Zu den weiteren Symptomen der Erkrankung zählen: Schwierigkeiten der Tiere beim Aufstehen sowie Verdickung und Schmerzreaktion der betroffenen Gelenke.

Ein Risikofaktor ist Übergewicht. Bei großen Hunden stellt allein das natürliche Körpergewicht bereits eine starke Belastung für die Gelenke dar. Übergewicht erhöht dann die Gefahr der Entstehung diverser Gelenkerkrankungen.

Weitere Faktoren, die Gelenkerkrankungen forcieren können, sind die zu starke oder zu geringe Aktivität der Gelenke. Des Weiteren gibt es spezielle genetische Faktoren, die zu Gelenkerkrankungen führen können.

Der Knorpel unterliegt ständigen Auf- und Abbauprozessen. Das Gleichgewicht von Auf- und Abbau kann durch verschiedene Faktoren gestört werden:

  • zu starke Belastung

  • zu wenig Bewegung

  • traumatische Verletzungen (Stöße, Prellungen)

  • Entzündungen

  • fortschreitendes Lebensalter

Entstehung von Arthrose

Der normale Abbau rührt vom Abrieb her, der entsteht, wenn die Knorpelschichten der am Gelenk beteiligten Knochen durch Bewegungen aufeinander reiben. Dabei werden Knorpelzellen (Chondrozyten) in der den Knorpel umgebenden Gelenkflüssigkeit (Synovia) abgebaut.

Unterstützt wird dieser Vorgang durch Enzyme. Der ständige Neuaufbau an Knorpel ist gewährleistet, weil die Knorpelschicht über die sie umgebende Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt wird.

Hohes Gewicht, verstärkter Druck durch Größe (Höhe) und Bewegungen, die mangelhaft durch (untrainierte) Muskeln und Bänder abgefangen werden, erhöhen den Druck der Knorpelschichten aufeinander und damit den Abrieb. Dass auch zu wenig Bewegung zu einem Knorpelabbau führen kann, wird verständlich, wenn man betrachtet, wie dem Knorpel neue Nährstoffe zugeführt werden: Die elastische, wasserhaltige Knorpelmasse wird bei jeder Bewegung leicht zusammengedrückt. So kann sie Stöße bis zu einem gewissen Maß auffangen.

Beim Zusammendrücken tritt etwas Flüssigkeit aus dem Knorpel in die ihn umgebende Gelenkflüssigkeit aus. Dabei werden Knorpelzellen abtransportiert. Im Gegenzug tritt nährstoffreiche Flüssigkeit beim Wieder-Ausdehnen des Knorpels ein. Neue Knorpelzellen können gebildet werden.

Durch starke Stöße oder Prellungen kann Knorpel so stark zusammengedrückt werden, dass er geschädigt wird. Der Bewegungsablauf wird dadurch gestört, da der Hund versucht, das betroffene Gelenk zu entlasten. Dies führt jedoch zu Fehlbelastungen auf anderen Gelenken. Bei Entzündungen wird mehr Gelenkflüssigkeit produziert und der Druck im Gelenk dadurch erhöht. Als Folge werden dann auch vermehrt Knorpelzellen abgebaut. Mit steigendem Lebensalter verändert sich die Zusammensetzung des Knorpels und er verliert an Wasser und Elastizität.

Achtung!

In der Regel jammern Hunde nicht, sie heulen nur dann auf, wenn ein Schmerz plötzlich auftritt.