Verdauung und Einfluss der Ernährung

Eine hochwertige und ausgewogene Ernährung ist wesentliche Voraussetzung für eine optimale Verdauung. Besonders große Hunde haben im Vergleich zu uns Menschen eine empfindliche Verdauung. Kleinste Störungen können deshalb Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung auslösen.

Mögliche Ursachen für Verdauungsbeschwerden

Es gibt zahlreiche Ursachen, die Verdauungsprobleme auslösen können. In mehr als 80 % aller Fälle besteht allerdings ein Zusammenhang mit der Ernährung, wie falsche Nahrung oder Fütterungsfehler. Zu den häufigsten Ursachen zählen vor allem:

  • Auswahl einer schlecht verdaulichen Nahrung: In dieser Nahrung sind die Nährstoffe schwerer zu verwerten und in der Regel nicht so gut verträglich. Es besteht Durchfallgefahr.

  • Zufütterung: Im Zusammenhang mit einer bereits ausgewogenen Nahrung kann diese die empfindliche Verdauung erheblich stören.

  • Zu große Nahrungsmengen: Abwiegen ist wichtig, um eine Überfütterung zu vermeiden. Zu große Mengen überfordern den Verdauungstrakt.

  • Lagerungsfehler: Trockennahrung sollte trocken, kühl und ohne direkte Sonneneinstrahlung gelagert werden. Dies ist wichtig, um die Qualität und Frische der Nahrung zu erhalten und Verdauungsproblemen vorzubeugen.

  • Zu schnelle Nahrungsumstellung: Für eine Nahrungsumstellung sollte mindestens ein Zeitraum von einer Woche in Anspruch genommen werden.

  • Wurmbefall: Überprüfen Sie, ob Ihr Hund regelmäßig entwurmt wurde.

  • Stress: Verdauungsprobleme können auch durch Stresssituationen ausgelöst werden (z. B. Ausstellung, Reise, Umzug).

Symptome von Verdauungsproblemen

Häufige Symptome von Verdauungsbeschwerden sind Durchfall und/oder Erbrechen. Beides schränkt die Nährstoffverwertung ein und kann in der Folge zu

  • schlechtem Allgemeinbefinden,
  • Hautproblemen,
  • Teilnahmslosigkeit,
  • Gewichtsverlust und
  • Leistungsabfall

führen.

Kleine Rassen neigen auch häufig zu Verstopfungsproblemen. Bei länger anhaltenden Verdauungsproblemen, besonders wenn die Ursachen ungeklärt sind, sollten Sie Ihren Tierarzt kontaktieren.

Grundsätzlich gilt:

Können Erkrankungen als Ursache für Verdauungsprobleme ausgeschlossen werden, so muss oberstes Ziel die Optimierung der Ernährung sein.

Große Hunde haben eine empfindlichere Verdauung

Große Hunde (über 25 kg Körpergewicht) haben generell eine empfindlichere Verdauung als mittelgroße und kleinere Hunde. Als Ursachen für die Verdauungssensibilität großer Hunde kommen hauptsächlich infrage:

  • Anatomische Besonderheiten: Im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht macht der Magen-Darm-Trakt bei großen Hunden nur 2,7 % des Körpergewichtes aus.Bei kleinen Hunden hingegen 7,0 %. Der relativ kurze Verdauungstrakt weist eine höhere Sensibilität für Verdauungsempfindlichkeiten auf.

  • Höhere Durchlässigkeit der Darmwände: Dies hat einen vermehrten Wassereintritt in den Darm und somit eine höhere Kotfeuchtigkeit zur Folge.

  • Erhöhte Fermentationsaktivität der Dickdarmbakterien mit der Folge von Blähungen.

Kleine Hunde neigen eher zu Verstopfung

Die Verstopfung ist ein teilweiser oder vollständiger Verschluss im Enddarm. Da dem Kot in den letzten Abschnitten des Dickdarms Wasser entzogen wird, entstehen steinharte Kotballen.

Das Tier versucht, durch starkes Pressen Kot abzusetzen. Manchmal bleibt dieses Unterfangen allerdings erfolglos - und der Bauch wird zusehends fester und hart. Das Tier reagiert mit Unruhe und vermeidet aufgrund der Schmerzen jegliche Bewegung.

Falsches Futter

Oft liegen die Fehler in der Fütterung - Knochenfütterung oder zu ballaststoffarmes Futter etwa können die Ursache sein. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass verschluckte Fremdkörper zu Verstopfungen und im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss führen.

Auch ein Mangel an Bewegung, kombiniert mit Übergewicht, zählt zu den auslösenden Faktoren.

Tumoren und eine Vergrößerung der Prostata beim Rüden können ähnliche Symptome verursachen, da sie den Darm einengen und zu schmerzhaften Prozessen im Analbereich führen: Der Hund setzt ungern Kot ab.

Hilfe bei Verstopfung

Die Nahrung beeinflusst wesentlich Menge und Feuchtigkeitsgehalt des Kotes. Die Darmpassage muss einerseits langsam genug sein, damit die Nährstoffe aufgenommen werden können, andererseits aber auch schnell genug, um Verstopfungen zu vermeiden.

Nahrungsfasern unterstützen und regen den Darmtransit an. Mit Fasern meinen wir in der Regel Zellulose. Sie hat allein keinen hohen Nährwert. In der Nahrung sind aber noch verschiedene andere Fasern vorhanden.

Wasser hilft

Am wichtigsten ist aber sicherlich die Wasseraufnahme durch das Tier, denn eine Austrocknung des Körpers hat auch einen negativen Effekt auf die Verdauung. Eine ballaststoffreiche Ernährung, die 10 bis 20 % diätische Fasern enthält, unterstützt Tiere, die immer wieder zu Verstopfungen neigen.

Stellen Übergewicht und Bewegungsmangel zusätzliche Ursachen dar, so muss sicherlich auch auf eine kalorienreduzierte Kost und auf vermehrtes "Training" geachtet werden. Sind diese Maßnahmen jedoch unzureichend, sollte eine tierärztliche Konsultation und Behandlung erfolgen.

Hochwertige Ernährung – wichtigster Baustein für eine optimale Verdauung

Um die Verdauung Ihres Hundes bestmöglich zu unterstützen und Verdauungsproblemen vorzubeugen, sollte die verwendete Nahrung die nachfolgenden Eigenschaften aufweisen:

1. Hohe Verdaulichkeit

Eine hochverdauliche Nahrung beinhaltet hochwertige und leicht verwertbare Rohstoffe. Kennzeichnend für eine hohe Verdaulichkeit sind kleine Fütterungs- und geringe Kotmengen. ROYAL CANIN erreicht eine hohe Verdaulichkeit durch:

  • Hohe Qualität der Rohstoffe: Hochwertige, hochverdauliche Rohstoffe können vom Tier optimal aufgeschlüsselt werden. Die hohe Verdaulichkeit der Rohstoffe wird u. a.bestimmt von Struktur, Herkunft sowie Behandlung der Rohstoffe. Die Kombination verschiedener hochwertiger Rohstoffe in der Rezeptur führt zur idealen Ergänzung und einem optimalen Nährstoffmuster.

  • Schonende Zubereitung: So bleiben die Nährstoffe erhalten und sind optimal nutzbar.

  • Feine Zermahlung der Rohstoffe für eine bessere Verdaulichkeit: Durch einen neu entwickelten Mahlprozess werden die Ausgangsrohstoffe stark zerkleinert und sind so noch besser verträglich.

2. Spezielle Fasern sollten enthalten sein

Bei den Faserquellen einer Nahrung unterscheidet man zwischen unverdaulichen und verdaulichen Fasern.

  • Unverdauliche Fasern (z. B. Maisfasern) dienen als Ballaststoff und sind unverzichtbar für eine geregelte Darmmotorik.

  • Verdauliche oder fermentierbare (vergärbare) Fasern sind Nahrungsquelle für die natürlichen Darmbakterien. Bei der Vergärung dieser Fasern durch die natürlichen Darmbakterien entstehen Stoffwechselprodukte, die zur Gesunderhaltung der Darmzellen beitragen. Außerdem werden die "guten" Darmbakterien durch diese Fasern gefördert und es wird den krankmachenden Keimen "schwer gemacht", sich auszubreiten. Fructo-Oligosaccharide (FOS) sind typische Vertreter dieser Fasern.

Zuckerrübentrockenschnitzel bieten beides: Ein Teil ist unverdaulich und regelt die Darmmotorik, der andere ist fermentierbar und fördert die Darmbakterien. Eine ideale Kombination, die hilft, übermäßige Gärprozesse im Darm zu vermeiden. Sie ist deshalb insbesondere in der Nahrung von großen Hunderassen von Vorteil.

3. Besondere Nährstoffe mit positivem Einfluss auf die Verdauung

Neben einer hohen Verdaulichkeit und speziellen Fasern üben nachfolgende Inhaltsstoffe einen positiven Einfluss auf die Darmgesundheit aus:

  • Unlösliche Tonerde-Mineralien: Sie haben eine hohe Wasserbindungsfähigkeit und helfen, Durchfall vorzubeugen.

  • Psyllium (Flohsamen): Kann große Mengen Wasser binden und bildet Schleim, der sich wie ein „Schutzmantel“ auf die Darmschleimhäute legt.

  • Omega 3-Fettsäuren: Sie spielen aufgrund ihrer ausgeprägt antientzündlichen Wirkung eine bedeutende Rolle für die Darmgesundheit. Ein optimaler Lieferant ist Fischöl.

Woran erkennt man, dass die Verdauung des Hundes optimal ist?

  • Beschaffenheit des Kotes (Konsistenz und Menge): Der Kot des Hundes sollte gut geformt sein, weder zu weich noch zu fest. Üblicherweise wird 1- bis 2-mal am Tag Kot abgesetzt. Entscheidender Einflussfaktor ist die Ernährung, dabei gilt der Grundsatz: Je verdaulicher eine Nahrung, umso besser die Konsistenz und desto geringer die Kotmenge.

  • Allgemeinbefinden: Funktioniert die Verdauung optimal, so ist der Hund in guter körperlicher Verfassung – physisch und psychisch. Bei Verdauungsproblemen, wie Durchfall oder Erbrechen, ist der Hund oft geschwächt und zeigt ein gestörtes Allgemeinbefinden.

  • Körpergewicht: Sollte dem jeweiligen rassespezifischen Standard entsprechen. Durchfall und Erbrechen können zu Untergewicht führen.

  • Haut und Fell: Sie spiegeln die Gesundheit des Hundes wider. Das Fell und die Haut sind nur gesund,wenn sie mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Das gelingt nur bei einer optimalen Verdauung.