Proteine in der Hundenahrung

Proteine (= Eiweiße) sind notwendige Baustoffe des Körpers. Sie sind wichtig für den Aufbau von Muskulatur, Immunsystem und Haarkleid des Hundes. Proteine bestehen aus Aminosäuren und können tierischen oder pflanzlichen Ursprungs sein. Entscheidend für die Qualität der Proteine sind das Aminosäurenprofil sowie das Maß der Verdaulichkeit.

Was sind Proteine?

Proteine sind große Moleküle, die aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff sowie Schwefel und Stickstoff aufgebaut sind. Die Bausteine der großen Proteinmoleküle stellen die Aminosäuren dar. Man kann die Proteinstruktur mit einer Perlenkette vergleichen. Jede einzelne Perle steht für eine Aminosäure.

Bei den Aminosäuren unterscheiden wir: nicht essenzielle Aminosäuren, die das Tier selbst bilden kann, und essenzielle Aminosäuren, die nicht vom Organismus aufgebaut werden können. Letztere müssen in der Nahrung in ausreichender Menge enthalten sein.

Essenzielle Aminosäuren:
Arginin, Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan,Valin, Methionin.

Die Aufgaben der Proteine

Immer wieder hört man, dass Proteine die Energielieferanten der Nahrung sind. Das ist so nicht ganz richtig. Zwar kann der Körper aus Eiweiß auch Energie gewinnen, dies erfolgt in der Regel aber nur in „Notsituationen“. Bei starker Abmagerung, z. B. wenn keine Fettdepots mehr als Energielieferanten zur Verfügung stehen, werden auch Eiweiße aus der Muskulatur oder der Nahrung „verbrannt“.

Im Normalfall gewinnt der Körper Energie in erster Linie aus Fett und Kohlenhydraten. Proteine sind als „purer Brennstoff“ viel zu „wertvoll“ und werden als Notreserve eingelagert. Die Funktionen der Proteine sind vielfältig. Sie dienen dem Körper als „Baustoffe“, ohne die ein ständiger Auf-, Ab- und Umbau der Körpersubstanz nicht möglich wäre. Einige Aufgabenbereiche der Proteine sind:

  • Neubildung von Haaren:
    Ein Haar besteht zu 97 % aus Keratin – einer eiweißhaltigen Hornsubstanz. Eiweißmangel kann eine schlechte Haarqualität zur Folge haben. Während des Fellwechsels werden etwa 20 % des mit der Nahrung aufgenommenen Proteins zur Neubildung von Haaren benötigt.
  • Körpersubstanz:
    Muskulatur, Bindegewebe und Immunsystem sind aus Proteinen aufgebaut. Aus diesem Grund spielen Nahrungsproteine auch eine entscheidende Rolle beim Wachstum von Welpen und Junghunden. Aber auch ältere Hunde benötigen die optimale Menge an hochwertigen Proteinen in einer altersspezifischen Nahrung.
  • Unterstützung des Stoffwechsels:
    Alle Enzyme (Spaltstoffe), die an Stoffwechselreaktionen beteiligt sind, sind von Natur aus Eiweiße. Die Hormone Insulin und Glukagon sind Beispiele dafür, dass die meisten Hormone Proteine sind.

Wovon ist der Proteinbedarf eines Hundes abhängig?

Im Vergleich zum Erhaltungsstoffwechsel ist der Proteinbedarf erhöht:

  • Im Wachstum
  • In der Genesungsphase nach Erkrankungen
  • Bei Sport und Arbeit
  • Während der Fortpflanzungsphase
  • Bei empfindlichen Tieren (Verdauung, Haut und Haar)

Sind alle Proteine in der Nahrung gleich hochwertig?

Wir unterscheiden tierische und pflanzliche Proteine, beide Arten sind für eine hochwertige Tiernahrung gleichermaßen wichtig. Zu den tierischen Proteinen zählen Muskelfleisch (z. B. Geflügel), Fisch, Milch und Milcherzeugnisse sowie Eipulver. Pflanzliche Proteinlieferanten sind Weizen- und Maisgluten, Sojaisolat sowie Hefen.

Dabei wird die Qualität eines Nahrungsproteins nach zwei Kriterien bewertet:

  • Verdaulichkeit und biologische Wertigkeit
    • Verdaulichkeit:
      Haut und Haare eines Schlachttieres sind eher schlecht verdaulich und somit von geringerer Qualität. Eiweiße aus Muskelfleisch oder gereinigtes, standardisiertes Weizengluten sind leicht verdaulich, also besonders gut nutzbar für den Hund. Unter den für Hunde bedeutenden tierischen Proteinquellen sind Milcheiweiß und Hühnerei zu nennen. Auch die pflanzlichen Eiweißquellen sind aus der Tiernahrung aufgrund verschiedener positiver Eigenschaften nicht wegzudenken. Gluten stellt z. B. als pflanzlicher Eiweißlieferant einen sehr hochverdaulichen Rohstoff dar. Außerdem zeichnet es sich durch einen niedrigen Phosphorgehalt aus und ist deshalb hervorragend für nierenschonende Nahrungen geeignet.


    • Biologische Wertigkeit:
      Ein Protein ist umso hochwertiger, je mehr körpereigene Substanz aus diesem aufgebaut werden kann. Das Nahrungsprotein dient in erster Linie über die Bereitstellung von Aminosäuren dem Aufbau von Körperproteinen. Je besser die Aminosäurenzusammensetzung des Nahrungsproteins der vom Tier produzierten Proteinstruktur (Haare, Muskeln o. Ä.) angepasst ist, als desto hochwertiger ist das Protein zu beurteilen. Schon der Mangel an einer essenziellen Aminosäure begrenzt den lebensnotwendigen Proteinaufbau. Nun gibt es bei den meisten Proteinquellen mindestens eine essenzielle Aminosäure, die nur wenig oder gar nicht enthalten ist. Methionin, Lysin und Tryptophan zählen zu diesen Aminosäuren. Die Kunst, eine hochwertige Tiernahrung herzustellen, liegt unter anderem auch darin, verschiedene tierische und pflanzliche Proteinquellen zu kombinieren. Sie sollen sich hinsichtlich ihrer Aminosäurenstruktur wie die Puzzlesteine eines Mosaikbildes zu einem idealen Eiweiß mit hoher biologischer Wertigkeit ergänzen.

ROYAL CANIN verwendet für seine Produkte ausschließlich Fleisch von geschlachteten Tieren, das für die menschliche Ernährung zugelassen ist. Besondere Produktionstechniken gestatten eine Weiterverarbeitung der gelieferten Rohstoffe, die eine besonders hohe Verdaulichkeit sichern.

Wie macht sich eine hochwertige Proteinqualität bemerkbar?

Bei hochwertigen Nahrungsproteinen ist ein Großteil ihrer Verdauung bereits im Dünndarm abgeschlossen und die einzelnen Bausteine sind bereits aus dem Blut in den Darm aufgenommen worden. Bei weniger gut nutzbaren Proteinen schafft es das Verdauungssystem des Hundes nicht, diese überwiegend im Dünndarm zu verdauen. Ein Großteil der Proteine gelangt in den Dickdarm und wird von den dort lebenden Mikroorganismen genutzt. Hier bilden sich durch die Tätigkeit der Bakterien u. a. Schwefelwasserstoff und Ammoniak. Verdauungsbeschwerden und Blähungen sind die Folge. Dieser Aspekt der Proteinqualität einer Nahrung ist nicht durch einen Blick auf die Verpackung erkennbar.

Können hohe Proteinmengen schädlich sein?

Die von Hundebesitzern immer wieder gestellte Frage, ob ein hoher Proteingehalt einer Nahrung zu Juckreiz führen kann, lässt sich klar verneinen,wenn es sich um eine hochverdauliche Qualität handelt. Im Gegenteil: Ein Proteinmangel kann zu trockener Haut und Schuppenbildung sowie Juckreiz führen.

Auch eine Beschleunigung des Wachstums junger Hunde ist nicht zu befürchten, da diese u. a. von einer erhöhten Energiezufuhr abhängig ist. Proteine dienen jedoch nicht in erster Linie der Energiegewinnung. Gerade im Wachstum benötigen junge Hunde eine erhöhte Zufuhr hochwertiger Proteine für den Aufbau von Muskulatur, Skelett und Immunsystem.

Hochwertige Proteine sind in einer Tiernahrung ein teurer, aber unverzichtbarer Rohstoff. Ein optimaler Gehalt sollte auf das Alter und die Lebensumstände des Hundes abgestimmt sein.

Muss es immer Fleisch sein?

Eine hochwertige Hundenahrung nutzt unterschiedliche Rohstoffe als Proteinquelle. Entscheidend ist dabei vor allem die Qualität der einzelnen Proteine. Dies ist jedoch nicht eine Frage des Fleischanteils, sondern der sinnvollen, auf den jeweiligen Bedarf der Tiere abgestimmten Zusammenstellung unterschiedlicher Rohstoffquellen. Nur so kann ein verantwortungsbewusster Hersteller die Verdaulichkeit und biologische Wertigkeit seiner Tiernahrung sicherstellen. Wer sichergehen möchte, dass sein Hund mit der Nahrung ausreichend hochwertige Proteine aufnimmt, möchte häufig auch wissen, wie viel Fleisch in der Nahrung enthalten ist. Manche Tiernahrungshersteller geben dies an, und der Verbraucher meint, einen Produktvorteil erkennen zu können. Dies ist jedoch nicht unbedingt der Fall, denn ein Hinweis auf den Fleischanteil sagt nichts darüber aus,wie hoch der Anteil der Proteine in einer Nahrung ist. Ein Rückschluss auf die Qualität ist schon gar nicht möglich.


Proteinqualität bei ROYAL CANIN

Auch innerhalb einer Rohstoffquelle, z. B. Geflügelmehl, kann die Verdaulichkeit der Proteine erheblich schwanken. Durch strenge Qualitätskontrollen und Anforderungen an die Lieferanten ist ROYAL CANIN in der Lage, besondere Qualitätskriterien in Bezug auf die Verdaulichkeit einzuhalten.

Die Produkte von ROYAL CANIN zeichnen sich daher durch eine besonders hohe Proteinverdaulichkeit aus.