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Niereninsuffizienz

Erkrankungen der Nieren zählen vor allem bei Katzen über 8 Jahren, aber auch bei Hunden zu den typischen Alterskrankheiten.

Die richtige Ernährung nierenkranker Hunde und Katzen

Die Nieren sind die wichtigsten Entgiftungs- und Ausscheidungsorgane des Körpers. Sie regeln den Wasserhaushalt des Organismus, sorgen für ein ausgewogenes Säuren-Basen-Gleichgewicht und entgiften den Körper.

Diese "Abfallbeseitigung" findet kontiunierlich statt. So filtern die Nieren eines 10 kg schweren Hundes täglich etwa 35 l Körperflüssigkeit. Klar, dass bei einer sochen Dauerbelastung im Alter Verschleißerscheinungen auftreten können. Doch erst wenn 2/3 bis 3/4 des Nierengewebes zerstört sind, sind klinische Symptome erkennbar.

Chronische Niereninsuffizienz

In der Kleintierpraxis kommen Nierenerkrankungen und hier vor allem die chronische Niereninsuffizienz (CNI) häufig bei älteren Tieren vor. Katzen scheinen stärker betroffen zu sein als Hunde. Jede zweite Katze über 12 Jahren leidet an einer chronischen Niereninsuffizienz. Die Tendenz ist steigend.

Unsere Vierbeiner leben nämlich immer länger, da Tierhaltern die Gesundheitsvorsorge auch bei ihrem vierbeinigen Gefährten zunehmend wichtiger wird!

Suchen Sie sofort den Tierarzt auf, wenn Ihnen Symptome auffallen, die auf Nierenversagen hindeuten können.

Wie kommt es zu Funktionsstörungen?

Die primäre Ursache einer Nierenerkrankung lässt sich in den meisten Fällen nicht nachvollziehen. Neben Störungen der Nierendurchblutung und Behinderung des Harnabflusses (z. B. durch Harnsteine) kommen Erkrankungen der Niere selbst infrage.

Letztere sind durch erbliche Krankheiten (bei bestimmten Rassen), Infektionen (z. B. Stuttgarter Hundeseuche), Gifte, Tumore, Immunkrankheiten und anderes bedingt. Aber auch Erkältungen (wie Liegen auf kaltem Untergrund, Schwimmen bei kaltem Wetter) und Unfälle mit Blutungen in Niere oder Blase führen oft sehr schnell zu Nierenschäden.

Fütterungsfehler dürften ursächlich kaum eine Rolle spielen, es sei denn, es werden auf Dauer zu stark gewürzte Speisen, ausschließlich Fleisch (sogenanntes "Nur-Fleisch-Syndrom") oder Schimmelpilzgifte wie Ochratoxin aufgenommen. Eine Proteinreduktion bei gesunden Tieren im Sinne einer Prophylaxe (Vorbeugung) hat sich als unwirksam erwiesen.

Achtung Nierenversagen!

Der Beginn der Niereninsuffizienz ist meist schleichend. Über Monate und Jahre funktioniert die Niere zunehmend schlechter. Das Endstadium, das sogenannte urämische Syndrom, zeigt sich gewöhnlich erst dann, wenn der Anteil des funktionellen Nierengewebes unter 25 % sinkt. Die kompensatorischen Mechanismen sind dann nicht mehr in der Lage, den Stoffwechsel der Nieren aufrechtzuerhalten und deren Defizite auszugleichen, und es kommt zum Nierenversagen.

Die Symptome

Zunächst werden vermehrter Durst, Appetitlosigkeit, stumpfes Fell und mattes Haarkleid, Lustlosigkeit, Apathie und/oder Erbrechen erkennbar. Die Tiere zeigen Unvermögen, den Harn zu halten, setzen große Mengen ab. Oft zeigen sie aber auch ein vergebliches Bemühen, Harn abzusetzen, sowie Schmerzäußerungen.

Farbveränderungen wie Trübung des Harns oder sogar Blut im Harn sind erkennbar. Schmerzhafter, steifbeiniger Gang, aufgezogener Rücken, glanzloses Fell, Abmagerung, Austrocknung, weiße Schleimhäute durch Anämie (Verminderung der Sauerstoff-Transportkapazität des Blutes) sowie Harngeruch aus dem Maul gehören ebenso zu den Symptomen.

Gleichzeitig liegen häufig auch noch andere Erkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Herz- oder Lebererkrankungen, Überfunktion der Schilddrüse oder auch Tumorerkankungen vor.

Was kann der Tierarzt tun?

Alle Erkrankungen des Harnapparats müssen vom Tierarzt behandelt werden, da sie sonst chronisch werden. Nach sorgfältiger klinischer Untersuchung und Erhebung des Vorberichts (= Beschreibung der Symptome) wird eine Blutuntersuchung (Harnstoff, Kreatinin, Mineralstoffe etc.) durchgeführt, um die Schwere der Nierenschädigung festzustellen und eine optimale Therapie durchführen zu können.

Die Behandlungsstrategie beinhaltet eine symptomatisch-spezifische Therapie (erhöhte Flüssigkeitsaufnahme, Medikamente gegen Erbrechen und Übelkeit, Medikamente zur Hemmung der Magensäuresekretion - eine Maßnahme gegen Magengeschwüre) und stabilisierende medizinische Versorgung, um die Restfunktion der Nieren zu unterstützen, das Fortschreiten des Prozesses zu verlangsamen bzw. die Symptome zu lindern. Nierenerkrankungen sind in der Regel nicht heilbar und verlaufen fortschreitend.

Richtige Ernährung

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Die Diätetik ist hierbei ein Eckpfeiler bei der Behandlung, um die geschädigten Organe weitgehend zu schonen und ihre Restfunktion so lange wie möglich zu erhalten. Bei kaum einer anderen Erkrankung hat die Ernährung einen derart großen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Überlebenszeit des betroffenen Tieres.

Es liegen gesicherte Ergebnisse darüber vor, dass eine angepasste Fütterung die Lebenserwartung und die Lebensqualität nierenkranker Hunde und Katzen deutlich erhöht.

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Die wichtigste diätetische Maßnahme ist die Phosphorreduktion. Nierenkranke Hunde und Katzen können Phosphor nicht in ausreichendem Maße über die Nieren ausscheiden, was zu einem erhöhten Phosphorspiegel im Blut führt. Dieses Problem tritt bereits im Frühstadium der Nierenerkrankung auf.

Gelingt es, den Blut-Phosphatspiegel durch eine verringerte Phosphor-Zufuhr mit der Nahrung zu senken, ist schon ein großer Schritt in Richtung Entlastung der Nieren getan. Kann dies diätetisch nicht erreicht werden, können Phosphatbinder eingesetzt werden. Derartige Phosphatbinder werden in der ROYAL CAININ-Nierendiät RENAL Special für Katzen eingesetzt.

Kontrollierte Eiweißzufuhr

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Der Eiweißgehalt und die Eiweißqualität im Futter sind ebenfalls zu beachten. Der Eiweißgehalt muss moderat reduziert werden, wobei Katzen einen deutlich höheren Bedarf haben als Hunde. Je exakter der Eiweißgehalt dem Bedarf angepasst ist und je höher die Wertigkeit des verwendeten Proteins ist, desto weniger Abbauprodukte müssen die geschädigten Nieren ausscheiden. 

Tierisches Eiweiß aus qualitativ hochwertigen Rohstoffen (Fleisch, Ei, Milchprodukte) ist auch besonders hoch verdaulich. Aber auch pflanzliche Proteine wie Sojaproteinisolat oder Weizen- und Maisgluten liefern sehr gut verwertbares Eiweiß mit niedrigem Phosphorgehalt.

Eine Eiweißmangelversorgung ist unbedingt zu vermeiden, da sonst die körpereigenen Reserven, also die Muskulatur, angegriffen werden und die Patienten abmagern, was die Heilungschancen verringert. Gut verträgliche und hochverdauliche Zutaten und der Zusatz fermentierbarer Fasern und toxinbindender Tonerdeminerale (z. B. Zeolith) verhindern oder mildern die mit der Niereninsuffizienz einhergehenden Magen-/Darmprobleme wie Durchfall und Erbrechen.

Hohe Akzeptanz ist das A und O!

Ein großer Gewichtsverlust infolge anhaltender Futterverweigerung nierenkranker Tiere verschlechtert den Therapieerfolg erheblich. Daher muss eine Nierendiät besonders gut schmecken und eine hohe Energiedichte aufweisen, da die Tiere ja weniger fressen.

Fett ist hier ideal und erhöht zudem die Schmackhaftigkeit. Ein erhöhter Gehalt an essenziellen Fettsäuren reguliert entzündliche Prozesse, senkt den Blutdruck und bewahrt die Nierenfunktion. Katzen sind hierbei deutlich anspruchsvoller als Hunde und reagieren sensibel auf Futterumstellungen.

Bei RENAL-Trockendiäten wurde die Schmackhaftigkeit signifikant verbessert. Aufgrund der Konsistenz und des intensiven Geruchs ist Feuchtdiätnahrung (wie RENAL Stückchen in Soße) ideal geeignet, bei heiklen Fressern wieder den Appetit anzuregen.

Erhöhung der Energieaufnahme

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Nierendiäten gibt es in Form von Trocken- und Feucht-Diäten. Nachdem ein Großteil der Katzen sowohl Trocken- als auch Feuchtfutter frisst, kann durch Verabreichung beider Futtertypen die Energieaufnahme erhöht werden. Die Zufuhr von wasserlöslichen Vitaminen (B und C) ist zu erhöhen, da diese mit dem vermehrten Harnabsatz verloren gehen. Ein Mangel derselben verstärkt unter Umständen noch die Fressunlust bei nierenkranken Tieren.

Ein wichtiger Praxistipp

Katzen, die stationär aufgenommen wurden, lehnen oft das Futter, das sie in der Klink erhalten haben, nachher ab. Sie verbinden das Futter in der Klinik mit der ungewohnten, stressigen Situation in fremder Umgebung und entwickeln eine Aversion dagegen. 

Für diese kritischen Fälle hat ROYAL CANIN u. a. die Nierendiät RENAL Special mit überragender Akzeptanz entwickelt. Der wichtigste Faktor für den Erfolg einer Nierendiät ist die Akzeptanz, daher wurde bei allen RENAL-Produkten von ROYAL CANIN auf besondere Schmackhaftigkeit geachten. So kann den Samtpfoten eine schmackhafte und gleichzeitig den speziellen Ansprüchen gerecht werdende Nahrung geboten werden.

Diät kann Leben verlängern

Die Einhaltung der Diätempfehlungen kann das Leben nierenkranker Hunde und Katzen um bis zu 2 Jahre verlängern und ihre Lebensqualität entscheidend verbessern, auch dann, wenn nur mehr 10 % des Nierengewebes funktionstüchtig sind. 

Die Nierendiät muss dazu konsequent und lebenslang verabreicht werden. Da Katzen die Diät nach längerer Zeit manchmal verweigern, gibt es bei den RENAL-Feuchtdiäten die Geschmacksrichtungen Huhn, Rind und Thunfisch. Dadurch kann man dem Nierenpatienten im Bedarfsfall ein neues Futter anbieten und trotzdem die diätetischen Vorgaben einhalten.

Fütterungshinweise:


Futterumstellungen immer schrittweise vornehmen. Innerhalb von 5 bis 7 Tagen gänzlich auf Diätnahrung umstellen!


Anwärmen, Anfeuchten oder Zusatz von Öl oder einem Löffel zerlassener Butter erhöht die Aufnahmefreudigkeit.


Frisches Wasser von Trinkwasserqualität sollte immer bereitstehen.


Gesamtfuttermenge auf 2 bis 4 Portionen aufteilen!


Futterreste nach 10 bis 15 Minuten entfernen!


Bleiben Sie konsequent. Ohne Konsequenz keine Besserung!