Impfen

Eine weitere tierärztliche Tätigkeit ist die Impfung. Impfungen bilden die wichtigste Vorsorge gegen Infektionskrankheiten, denn zahlreiche ansteckende Krankheiten bedrohen nach wie vor unsere Hunde und Katzen.

Impfen zur Vorsorge

Infektionsexperten unterscheiden zwischen Impfungen, die jedes Tier unbedingt erhalten sollte  (= "Core") Impfungen und fakultativen (= "non Core") Impfungen. Gemäß den aktuellen Impfempfehlungen sollte der Hund auf jeden Fall gegen folgende Krankheiten geimpft werden: Staupe, Parvovirose, Tollwut, ansteckende Leberentzündung und Leptospirose. Es handelt sich um besonders gefährliche Infektionskrankheiten und bei Tollwut wie auch Leptospirose außerdem um Zoonosen, d. h. Erkrankungen, die auch auf den Menschen übertragbar sind.

Bei Katzen zählen die Impfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, bei Freigängern auch gegen Tollwut zu den "Core"-Komponenten.

Fakultativ sind beim Hund z. B. die Impfungen gegen Zwingerhusten, Herpes-Virus, Borreliose und Babesiose. Dabei muss individuell für das Einzeltier entschieden werden, ob ein entsprechendes Infektionsrisiko besteht und daher geimpft werden sollte.

Ähnlich verhält es sich bei der Katze bezüglich der Katzenleukämie (= Leukose) und der "Felinen Infektiösen Peritonitis" (= FIP).

Die Grundimmunisierung

Eine solide Grundimmunisierung jedes Haustieres ist die Basis für einen optimalen Schutz sowohl für das Einzeltier als auch für die Population.

Die Grundimmunisierung sollte im Welpenalter beginnen und endet mit einer Impfung ein Jahr später (ca. im Alter von 15 bis 16 Monaten). Insgesamt sind somit 3 bis 5 Impfungen erfoderlich, bis ein Basisschutz erzielt ist.

Vor jeder Impfung ist eine tierärztliche Untersuchung notwendig, da verschiedene Erkrankungen den Impferfolg beeinträchtigen können.

Eine weitere wichtige Maßnahme in der Gesundheitsvorbeugung ist die Bekämpfung von Parasiten. Flöhe, Zecken, Band-, Spulwürmer etc. sind nicht nur ein gesundheitliches Problem. Sie lassen sich durch innere Anwendungen oder auch äußere (sogenannte Spot-ons) leicht bekämpfen

Überschneidung der mütterlichen Antikörper mit der Impfung

Impfplan Katze

Empfehlungen für Besitzer

Jede Katze sollte gegen die gefährlichen Virusinfektionen Panleukopenie und Katzenschnupfen geimpft werden. Bei Freigängern ist zusätzlich die Impfung gegen Tollwut und das Katzenleukämievirus ("Katzenleukose") wichtig.

Die Impfung gegen Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) wird nicht generell empfohlen. Bei spezieller Indikation kann sie bei Katzen, die nicht bereits Virusträger sind, von Vorteil sein.

Die Grundimmunisierung

Diese wird üblicherweise im Alter von 8 bis 9 Lebenswochen begonnen (in speziellen Risikosituationen ev. früher), die erste Tollwutimpfung sollte nicht vor 12 Lebenswochen verabreicht werden. Die Welpenimpfserie ist im Abstand von ca. 3 - 4 Wochen bis zu einem Alter von zumindest 12 Wochen fortzuführen. Allerdings ist in diesem Alter bei Katzen mit guter Versorgung mit mütterlichen Antikörpern (z. B. Welpen aus Beständen mit erhöhtem Infektionsrisiko, von gut geimpften Müttern etc.) häufig noch keine Immunantwort zu erwarten, sodass eine zusätzliche Impfung mit 16 Wochen dringend zu empfehlen ist. Für eine vollständige Grundimmunisierung ist eine Nachimpfung aller Komponenten ein Jahr später erforderlich.

Nachimpfungen

Diese sollen gegen Panleukopenie alle 3 Jahre (in speziellen Situationen ev. öfter), gegen Katzenschnupfen alle 1-3 Jahre (je nach individueller Situation), gegen Katzenleukämie und gegen Tollwut je nach Impfstoffhersteller-Empfehlungen durchgeführt werden.
Eine Anpassung dieser Richtlinien ist je nach verwendetem Impfstoff und individueller Situation des Impflings durch den behandelnden Tierarzt/die behandelnde Tierärztin erforderlich.

Vorbedingungen für die Impfung

Vor der Impfung ist unbedingt eine tierärztliche Untersuchung erforderlich, um den Gesundheitszustand zu kontrollieren und festzustellen, ob Impfbarkeit gegeben ist. Auch ein eventuell vorhandener Parasitenbefall muss unbedingt vorher beseitigt werden! Ihre Katze sollte daher gegebenenfalls vor der Impfung entwurmt werden.

Impfplan Hund

Empfehlungen für Besitzer

Gegen die folgenden gefährlichen Virusinfektionen des Hundes sind Impfungen unbedingt durchzuführen ("Core-Komponenten"): Staupe, Parvovirose ("Katzenseuche"), Ansteckende Leberentzündung, Leptospirose, Tollwut. Andere Impfungen (z. B. gegen Zwingerhusten, Welpensterblichkeit, Borreliose etc.) können bei entsprechender Exposition empfehlenswert sein, sind aber nicht generell für alle Hunde erforderlich ("Non-Core-Komponenten"). Ihr Einsatz ist gemäß der individuellen Situation des Impflings zu entscheiden.

Die Grundimmunisierung

Diese wird üblicherweise im Alter von 8 Lebenswochen begonnen, bei entsprechender Infektionsgefahr kann gegen einzelne Komponenten bereits in einem früheren Lebensalter geimpft werden. Die erste Tollwutimpfung hingegen sollte nicht vor 12 Lebenswochen verabreicht werden. Die Welpenimpfserie ist in 3-4 wöchigen Intervallen bis zu einem Alter von 16 Wochen fortzusetzen. Zur Immunisierung gegen Tollwut ist eine 2. Impfung mit ca. 16 Wochen empfehlenswert. Der individuelle Impfplan hängt allerdings von der Situation des Welpen (z. B. Impfstatus der Mutter, maternale Versorgung, Infektionsrisiko) und vom verwendeten Impfstoff ab. Sehr wichtig ist die folgende Impfung nach 1 Jahr; mit dieser wird die Grundimmunisierung erst abgeschlossen.

Nachimpfungen

Die Nachimpfintervalle variieren je nach individueller Situation und Impfstoffkomponente. Jährliche Nachimpfung ist jedenfalls für Leptospirose erforderlich (in Endemiegebieten ev. sogar häufiger). Gegen Parvovirose, Staupe und Ansteckende Leberentzündung sind Nachimpfungen bei Tieren ohne erhöhtes Risiko alle 3 Jahre ausreichend. Nachimpfungen gegen Tollwut sind entsprechend den Herstellerangaben des jeweiligen Impfstoffes durchzuführen. Im Zweifelsfall oder unter besonderen Umständen können Antikörper-Titerbestimmungen einen Hinweis auf den Immunstatus geben, um die Impfintervalle individuell festlegen zu können.
Einen allgemein gültigen Impfplan gibt es nicht! Ihr Tierarzt/Ihre Tierärztin erstellt ihn individuell für Ihr Tier oder Ihren Bestand.

Vorbedingungen für die Impfung

Vor der Impfung ist unbedingt eine tierärztliche Untersuchung erforderlich, um den Gesundheitszustand zu kontrollieren und festzustellen, ob Impfbarkeit gegeben ist. Auch ein eventuell vorhandener Parasitenbefall muss vorher beseitigt werden!