Erstversorgung

Ob innere Verletzungen oder Knochenbrüche, Insektenstiche und Schockzustände oder Hitzschlag und Verbrennungen - es gibt eine Vielzahl an unvorhergesehenen Situationen, in denen Erste Hilfe und damit Erstversorgung bei Hund und Katze gefragt sein können. Generell gilt: Möglichst ruhig bleiben und nach der akuten Erstversorgung unbedingt einen Tierarzt kontaktieren!

Von A wie Allergie bis E wie Ertrinken

  • Allergie / Insektenstich

    Symptome und Maßnahmen

    Bei einer allergischen Reaktion nach einem Insektenstich schwillt die betroffene Körperpartie an, und das Tier zeigt deutlichen Juckreiz. Lebensbedrohliche Folgen hat es, wenn der Insektenstich im Rachen liegt und die Atemwege zuschwellen. Dann muss sofort zum Tierarzt gefahren werden, der durch Kortisonpräparate die Schwellung zum Abklingen bringen kann.

    Tipp!

    Stiche in der äußeren Haut behandelt man mit kalten Umschlägen und Kalziumgaben zum Futter, z. B. als Trinkampullen.

  • Augenverletzungen

    Maßnahmen bei verschiedenen Verletzungen

    Risse des Augenlids müssen unbedingt genäht werden, auch Verletzungen der Hornhaut, festsitzende Fremdkörper oder einen vorgefallenen Augapfel muss baldmöglichst der Tierarzt behandeln. Bei frei beweglichen Fremdkörpern kann man versuchen, diese mit Elektrolytlösung herauszuspülen.
    Um das Tier während des Transports zum Tierarzt daran zu hindern, sich am Auge zu reiben, sollte eine feuchte Abdeckung darübergelegt und mit einem Kopfverband befestigt werden.

    Tipp!

    Die Flasche mit Elektrolytlösung in der Notfallapotheke kann mehrfach verwendet werden, wenn Sie die Flüssigkeit mit einer sterilen Einmalspritze entnehmen.

  • Epileptischer Anfall

    Symptome und Maßnahmen

    Epileptische Anfälle sehen meist dramatischer aus, als sie sind: Die Tiere fallen aus heiterem Himmel um und beginnen zu zittern bzw. mit den Beinen zu „rudern“. Nach wenigen Minuten erlangen sie das Bewusstsein wieder und verhalten sich ganz normal. Gefährlich wird es, wenn sich die Anfälle häufen oder länger andauern: Deshalb sollten Sie das Tier auf jeden Fall beim Tierarzt untersuchen lassen, auch wenn es sich wieder vollständig erholt hat. Einigen Anfallsleiden liegen Organerkrankungen zugrunde, andere gehen vom Gehirn selbst aus, können aber oft mit Medikamenten behandelt werden.

    Tipp!

    Fassen Sie das Tier während des Anfalls nicht an, sondern schaffen Sie Platz, so dass es sich nichtverletzen kann.

  • Ertrinken

    Rettungsmaßnahmen

    Hunde und in Maßen auch Katzen können schwimmen und sich retten, wenn sie ins Wasser fallen. Gefährlich wird es, wenn das Ufer zu steil ist (Swimmingpool, Kanal, Fass) oder wenn die Tiere im Winter ins Eis einbrechen. Retten Sie das Tier, ohne sich selbst zu gefährden, und wickeln Sie es warm ein.  Wenn es bereits das Bewusstsein verloren hat, entfernen Sie zunächst das Wasser aus den Lungen, indem Sie das Tier an den Hinterbeinen festhalten und kopfüber hin und her schwingen. Bei größeren Hunden ist es oft nur möglich, den Körper schräg anzuheben. Anschließend beginnen Sie mit der Wiederbelebung.

    Tipp!

    Gehen Sie auf jeden Fall zum Tierarzt, da Schock-Gefahr besteht und Spätfolgen auftreten können.

Von G wie Geburt bis I wie innere Verletzungen

  • Geburt

    Geburtsschwierigkeiten

    Bei erstgebärenden Tieren kann es zu einem verzögerten Geburtsablauf kommen. Spätestens eine Stunde nach Beginn der Presswehen sollte allerdings der erste Welpe geboren sein. Rufen Sie bei Verzögerungen und anderen Hinweisen auf eine Störung Ihren Tierarzt an und fragen Sie ihn um Rat. Das gilt auch, wenn trotz Geburtstermins keinerlei Anzeichen für Wehen bestehen. Wenn das Tier bei gutem Allgemeinbefinden ist, kann bis zum 70. Tag der Trächtigkeit gewartet werden. Wenn das Tier übelriechendes, dunkelgrünes Sekret aus der Scheide absondert oder die Körpertemperatur ansteigt (Hündinnen: über 38,5° C; Katzen: über 39 °C), ist das ein Hinweis auf abgestorbene Welpen bzw. eine Infektion der Geburtswege. Dann sollte das Tier baldmöglichst beim Tierarzt vorgestellt werden, ebenso, wenn die Mutter nach der Geburt schwach ist, nicht frisst oder die Welpen vernachlässigt.  Treten während der Wehen große Mengen an hellrotem Blut aus, liegt vermutlich eine Verletzung der Geburtswege vor, und das Tier muss schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht werden. Das gilt auch, wenn um den Geburtstermin Zitterkrämpfe einsetzen. Dazu kann es kommen, wenn zu wenig Kalzium für die Milchproduktion zur Verfügung steht. Die Krämpfe müssen durch Kalzium-Infusionen beim Tierarzt behandelt werden. Vorbeugend sollte die Versorgung mit Kalzium während der Trächtigkeit optimiert werden.

    Tipp!

    Sollte es sich bei der Geburt Ihrer Hündin um Ihre erste Geburt handeln, würden wir Ihnen empfehlen, einen erfahrenen Züchter hinzuzuziehen.

  • Herzversagen

    Ursachen und Maßnahmen

    Bei älteren Tieren mit Herzerkrankung kann eine starke Belastung (Bewegung, Hitze, Aufregung) zum plötzlichen Herzversagen führen. Doch auch starke Flüssigkeitsverluste, z. B. durch Blutungen, Durchfall, Erbrechen oder Verbrennungen, können über den Schock zum Herzversagen führen.  Das Gehirn nimmt Schaden, wenn es länger als drei Minuten ohne Sauerstoffversorgung ist, daher ist beim Herzversagen höchste Eile geboten: Gehen Sie nach dem Schema zur Wiederbelebung vor und bitten Sie jemanden, Sie währenddessen schnellstmöglich zum Tierarzt zu bringen. Bei Flüssigkeitsdefizit kann nur eine sofortige Notfallversorgung mit Infusionen das Tier retten. Liegt ein Herzschaden oder eine andere schwere Grunderkrankung wie z. B. Tumore vor, sind die Überlebenschancen trotz Wiederbelebung gering. Vorbeugend können Sie regelmäßig das Herz untersuchen lassen und Übergewicht vermeiden.

    Tipp!

    Füttern Sie übergewichtige Haustiere kalorienreduziert, z. B. mit FELINE CARE NUTRITION-LIGHT 38 (Katzen) oder den Light Produkten der SIZE-HEALTH NUTRITION-Linie (Hunde) bzw. bei deutlichem Übergewicht sollten Sie bei Ihren Tierarzt das entspechende Veterinary Diet Produkt kaufen.

  • Hitzschlag

    Nicht nur dem Menschen, sondern auch unseren Hunden können sommerliche Temperaturen bisweilen schwer zu schaffen machen. Insbesondere der Anstieg der Sommerdurchschnittstemperaturen sowie die stetige Zunahme der Ozonwerte machen es notwendig, sich einmal mit dem Wärmehaushalt unserer Haustiere und daraus resultierenden gesundheitlichen Gefahren zu befassen.

    Ursachen, Symptome und Maßnahmen

    Werden Tiere an warmen Tagen in Autos eingesperrt, kann sich der Innenraum sogar im Halbschatten so stark aufheizen, dass es zu einem Hitzschlag kommt: Die Tiere hecheln stark, taumeln und zeigen gerötete Schleimhäute. Katzen können auch einen Hitzschlag erleiden, wenn sie versehentlich im Wäschetrockner eingeschlossen werden.

    Lebensbedrohlicher Hitzschlag

    Es droht die Gefahr eines Atemstillstandes durch Lähmung des Atemzentrums!

    Reagieren Sie nun sofort und bringen Sie den Hund an einen schattigen Ort, legen Sie ihn flach auf die Seite. Kühlen Sie seinen Körper mit kaltem Wasser, z. B. in Form von feuchten Umschlägen. Rufen Sie sofort den nächstgelegenen Tierarzt. Dieser wird eine Schockbehandlung durchführen und Kreislaufmittel verabreichen.

    Tipp!

    Kühlen Sie das Tier mit kaltem Wasser ab, insbesondere den Kopf, und massieren Sie die Gliedmaßen, um den Kreislauf anzuregen. Ist das Tier bereits bewusstlos oder erbricht es sich bzw. finden sich Anzeichen für einen Schock, sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen.

    Thermoregulation

    Sensibles Regulationssystem

    Im Sommer und natürlich auch im Winter sorgt ein komplexes und sehr sensibles Regulationssystem des Tieres, die sogenannte Thermoregulation, für die Anpassung an die jeweiligen Außentemperaturen. Ziel der Thermoregulation ist die Aufrechterhaltung der inneren Körpertemperatur. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da bereits Abweichungen von mehr als 5° C schwerwiegende Folgen für den Organismus haben können. Eine konstante Körperinnentemperatur kann nur beibehalten werden, wenn Wärmebildung und Wärmeabgabe im Gleichgewicht stehen. Um eine Hyperthermie (Überhitzung) zu vermeiden, kommt im Sommer einer effektiven Wärmeabgabe die entscheidende Bedeutung zu.

    Die Wärmeabgabe verläuft in 2 Phasen:

    Phase 1:

    Transport der Wärme vom Körperkern zur Körperoberfläche mit dem Blut

    Phase 2:

    Abgabe der Wärme von der Körperoberfläche an die Umgebung

    Für die Abgabe der überschüssigen Wärme stehen verschiedene physikalische Mechanismen zur Verfügung, z. B. die Ableitung der Körperwärme durch direkten Kontakt mit umgebenden, kühleren Gegenständen (kalter Fußboden etc.). Der bedeutungsvollste Prozess ist jedoch die Wärmeabgabe durch Verdunstung von Wasser. Der Mensch und einige Tiere betreiben diese Verdunstung durch die Abgabe von Schweiß über die in der Haut zahlreich vertretenen Schweißdrüsen. Bei unserem Hund sind nur wenige Schweißdrüsen in der Haut vorhanden, zahlreich vertreten sind diese lediglich an Zehen- und Sohlenballen. Ihre thermoregulatorische Bedeutung ist jedoch verschwindend gering. Entscheidender Regelprozess des Hundes für die Verdunstung und die damit verbundene Wärmeabgabe ist die Fähigkeit zur Polypnoe, dem Hecheln. Bei geöffneter Maulhöhle und herabhängender Zunge atmet der Hund vorwiegend über die Nase ein und das Maul aus. Die Atemfrequenz steigt auf 130–300 Züge/Minute (Normalwert 40 Züge/Minute) und die Atemtiefe wird herabgesetzt. Die Atemtätigkeit wird also über die Bedürfnisse des Gaswechseln hinaus gesteigert.
    Beim Hecheln verdunstet Wasser über die Schleimhäute des Maules, des Rachens, der Luftröhre und der Lunge sowie die abgegebene Atemluft. Die Verdunstung von einem Liter Wasser entzieht dem Körper ca. 2430 kJ, die notwendige Wärmeabgabe wird also von einem erheblichen Wasserverlust begleitet.

    Der Hund benötigt demnach im Sommer sehr viel mehr Wasser als im Winter.

    Der durchschnittliche Wasserbedarf eines Hundes liegt bei 80-90 ml/kg/Tag, im Sommer kann er auf das Doppelte ansteigen. Das sehr funktionstüchtige System der Thermoregulation des Hundes kann nun durch extreme Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, fehlende Luftzirkulation und Überanstengung gestört werden.

    p>Eine besondere Gefahrensituation stellt der Aufenthalt des Hundes im Auto dar, in der prallen Sonne entwickeln sich hier sehr schnell Brutschranktemperaturen, die es dem Hund unmöglich machen, eine wirksame Thermoregulation zu betreiben. Daraus resultiert eine allgemeine Überhitzung des Tieres, deren Folge der lebensbedrohliche Hitzschlag, d. h. „Überhitzung des Gehirns“ ist. Es handelt sich hierbei um einen absoluten Notfall, da akute Lebensgefahr besteht. Der Hund hechelt angestrengt und zeigt einen starren, ängstlichen Augenausdruck. Bald fällt das Tier in eine tiefe Bewusstlosigkeit. Die Körpertemperatur und der Puls sind deutlich erhöht, die Hautgefäße treten stark hervor und die Schleimhäute verfärben sich durch den Sauerstoffmangel blau. Häufig werden Erbrechen und Muskelkrämpfe beobachtet.

    Was tun, wenn dem Hund heiß wird?

    Befolgen Sie diese einfachen Ratschläge, so kann es auch für Ihren Hund ein schöner Sommer werden!

    1. Verzichten Sie auf die Mitnahme Ihres Hundes im Auto, zumindest an Tagen mit Extremtemperaturen.

    2. Sollten Sie Ihren Hund trotz allem mitnehmen müssen, so parken Sie Ihren Wagen immer im Schatten. Bedenken Sie dabei, dass die Sonne sich im Tagesverlauf dreht.
    3. Lassen Sie bei Autofahrten immer das Fenster einen kleinen Spalt geöffnet, um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten.
    4. Bei Urlaubsreisen mit dem Hund gehört eine ausreichende Wasserration für das Tier ins Gepäck. Die erste Rast sollte nach ein bis zwei Stunden Fahrt erfolgen. Bieten Sie Ihrem Hund Wasser an und geben Sie ihm die Möglichkeit zu einem kleinen Spaziergang.
    5. Vermeiden Sie anstrengende Spaziergänge am Tage, verlagern Sie diese auf die späten Abendstunden.
    6. Geben Sie Ihrem Hund auf Spaziergängen ruhig die Möglichkeit zu einer Abkühlung im Bad oder See.
    7. Tierarztbesuche sollten Sie auf die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegen.
    8. Stellen Sie Ihrem Hund immer frisches Trinkwasser zur Verfügung. Reinigen Sie den Futternapf des Tieres gründlich, da Futterreste bei warmem Wetter sehr schnell verderben.
    9. Sorgen Sie dafür, dass dem Hund in der Wohnung ein kühles Plätzchen zur Verfügung steht. Auch bei der Zwingerhaltung darf eine an einem schattigen Ort gelegene Hütte als Zufluchtsort nicht fehlen.
    10. Denken Sie daran, dass der Kreislauf eines älteren oder auch kranken Hundes mit großer Hitze sehr viel schlechter zurechtkommt, als der eines jungen, gesunden Hundes.
    11. Sollte Ihr Hund an einem sehr heißen Tag einmal nicht wie gewohnt fressen, so ist das nicht gleich ein Grund zur Besorgnis.

     

  • Innere Verletzungen

    Ursachen und Maßnahmen

    Besonders bei Autounfällen oder hohen Stürzen kann es zu inneren Verletzungen kommen, die nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. Auch wenn ein solcher Zwischenfall scheinbar glimpflich abgegangen ist, sollten Sie das Tier unbedingt beim Tierarzt untersuchen lassen und einige Zeit aufmerksam beobachten.

    Tipp!

    Machen Sie bei Anzeichen für Kreislaufschwäche (Hecheln, blasse oder bläuliche Schleimhäute, Schwäche) die Druckprobe am Zahnfleisch und achten Sie auf eine ungestörte Atmung ohne Rasselgeräusche. Verschlechtert sich der Zustand des Patienten oder zeigt er gar Schocksymptome, muss er unbedingt zum Tierarzt gebracht werde

Von K wie Knochenbrüche bis U wie Unterkühlung

  • Knochenbrüche

    Symptome und Maßnahmen

    Brüche sind nicht immer als solche erkennbar. Besonders geschlossene Brüche, bei denen die Haut unverletzt bleibt, können unbemerkt bleiben oder wie eine Verrenkung oder Bänderverletzung aussehen. Besteht der Verdacht auf einen Bruch, z. B. nach einem Unfall, sollte auf jeden Fall der Tierarzt konsultiert werden. Erst durch eine Untersuchung und Röntgenaufnahme lässt sich das Ausmaß des Schadens beurteilen. Offene Brüche, bei denen die Haut verletzt ist oder gar ein Stück des Knochens vorsteht, müssen dringend tierärztlich versorgt werden.

    Prüfen Sie zunächst, ob das Tier einen Schock erlitten hat, und decken Sie dann die Wunde und den Knochen mit sterilem Verbandsmaterial oder einem frischen Handtuch ab. Geben Sie keinesfalls Wundbalsam oder Salben auf den offenen Bruch. Bringen Sie den Patienten zum Tierarzt und stützen Sie ihn beim Transport, ohne die Bruchstelle zu bewegen oder zu berühren, z. B. durch ein untergelegtes zusammengefaltetes Handtuch. Zum Transport können Sie auch eine harte Unterlage benutzen, z. B. ein Brett, das ins Auto passt.

  • Schock

    Symptome und Maßnahmen

     

    Bei allen Notfallsituationen sollten Sie das Tier zuerst auf Anzeichen für einen Schock untersuchen: Schnelle Atmung, rasender Puls, blasse Schleimhäute mit verzögerter Füllung nach der Druckprobe, niedrige Körpertemperatur (unter 37° C) und kalte Gliedmaßen. Im späteren Stadium kommt es zu flacher, langsamer Atmung, unregelmäßigem Herzschlag und Reaktionslosigkeit. Die Bekämpfung des Schocks hat Vorrang vor allen anderen Notfallmaßnahmen! Legen Sie das Tier auf die Seite und strecken Sie seinen Kopf. Heben Sie Becken und Hinterläufe an und legen Sie ein Kissen o. Ä. darunter. Stillen Sie gegebenfalls starke Blutungen durch einen Druckverband. Falls nötig, führen Sie Wiederbelebungsmaßnahmen durch. Schützen Sie das Tier durch eine Decke vor weiterem Auskühlen und bringen Sie es sofort zum Tierarzt.

    Denken Sie daran, dass auch starke allergische Reaktionen, z. B. auf Insektenstiche oder Medikamente, zum Schock führen können.

    Tipp!

    Gewöhnen Sie Ihr Tier daran, dass Sie (und andere) ihm ins Maul fassen und es festhalten dürfen, dann können Sie es im Ernstfall leichter untersuchen.

  • Stromschlag

    Symptome und Maßnahmen

    Tiere können beim Zerbeißen von stromführenden Kabeln einen Stromschlag erleiden. Diese Situation kann auch für Sie sehr gefährlich sein – denken Sie also an Ihre Sicherheit: Berühren Sie weder das Tier noch Flüssigkeiten in der Nähe der Stromquelle, sondern drehen Sie zuerst den Strom ab. Befreien Sie dann das Tier, notfalls mit Hilfe eines Holzstiels. Überprüfen Sie Herzschlag und Atmung und beginnen Sie ggf. mit der Wiederbelebung. Achten Sie auch auf Anzeichen für einen Schock. Stromschläge verursachen Brandwunden mit hellem Zentrum und gerötetem Rand. Bringen Sie das Tier zum Tierarzt und versorgen Sie die Verbrennung.

    Tipp!

    Verlegen Sie elektrische Kabel verdeckt oder besprühen Sie sie mit einem bitter schmeckenden Spray, um junge Tiere davon abzuhalten, darauf herumzukauen.

  • Unterkühlung

    Ursachen, Symptome und Maßnahmen

    Hunde und Katzen sind durch ihr Fell gut vor Kälte geschützt. Bei extremen Temperaturen kann es allerdings an den Ohrrändern zu Erfrierungen kommen. Gefährlich wird es, wenn ein Tier im Winter in ein Gewässer stürzt oder ins Eis einbricht. Das durchnässte Fell verliert seine Dämmfunktion und die Tiere können rasch auskühlen. Unterkühlung führt zu Zittern, Schwäche, Krämpfen und Bewusstlosigkeit. Häufig besteht ein Schock. Bekämpfen Sie zuerst den Schock bzw. führen Sie Wiederbelebungsmaßnahmen durch. Führen Sie dann dem Tier Wärme zu, indem Sie es in eine Decke wickeln, auf die Sie eine Wärmflasche legen. Fahren Sie sofort zum Tierarzt. Lassen Sie dort auch Erfrierungen behandeln, die sich in roten, geschwollenen Ohrrändern oder einer geröteten Schwanzspitze zeigen.

Von V wie Verbände bis W wie Wiederbelebung

  • Verbände

    Anlegen von Verbänden

    Bei Verletzungen und stark blutenden Wunden ist es sinnvoll, für den Transport zum Tierarzt einen Verband anzulegen. Achten Sie aber bitte darauf, dass dieser nicht zu fest sitzt. Eine Ausnahme sind pulsierende hellrote Blutungen, bei denen ein arterielles Gefäß eröffnet ist und starke Blutverluste drohen. Wenn möglich, muss direkt über der Blutung (z. B. bei den Extremitäten) abgebunden werden oder die Blutung mit einem Stapel sauberer Taschentücher oder steriler Gazetupfer abgedrückt werden.

    Verletzungen verbinden

    • Direkt auf die Wunde sollte eine fusselfreie sterile Abdeckung kommen (für den Transport geht zur Not auch ein frisches Handtuch).
    • Die ein- bis zweifingerdicke Polsterung wird mit einer elastischen Binde umwickelt und straff angezogen, ohne jedoch die Blutzirkulation abzuschnüren.
    • Die äußerste Schicht, die an stark beanspruchten Stellen wie der Sohle durch mehrere Lagen verstärkt wird, besteht aus gewebeverstärktem Klebeband oder Pflaster.
    • Um den Verband am Rutschen zu hindern, kann er auch mit Pflaster am Fell fixiert werden, allerdings nicht auf unbehaarter (oder geschorener) Haut, da sich sonst Hautentzündungen bilden können.
  • Verbrennung

    Maßnahmen

    Bei Verbrennungen sollten die betroffenen Körperstellen sofort 20 Minuten lang mit kaltem Wasser gespült werden. Decken Sie offene Brandwunden dann mit sterilen Mullbinden oder einem frischen Handtuch ab und bringen Sie das Tier zum Tierarzt. Tragen Sie keine Brandsalben o. Ä. auf.

    Tipp!

    Achten Sie auf Schocksymptome, die auch erst nach Tagen auftreten können. Selbst relativ kleine Verbrennungen können lebensbedrohliche Folgen haben, wenn durch den Flüssigkeitsverlust und die Entzündungsreaktion der Haut ein Schock ausgelöst wird.

  • Vergiftung

    Symptome und Maßnahmen

    Besonders Katzen reagieren sehr empfindlich auf Giftstoffe und Kontaminationen des Fells. Aber auch Hunde können in ihrer Gier giftige Substanzen aufnehmen. Haben Sie die Aufnahme des Giftes beobachtet, sollten Sie das Tier und möglichst eine Giftprobe sofort zum Tierarzt bringen. Dieser kann dann Erbrechen auslösen und nach Rücksprache mit der Giftzentrale geeignete Gegenmaßnahmen einleiten. Denken Sie auch daran, dass Tabak, Verhütungspillen und menschliche Arzneimittel für Tiere giftig sein können. Haben Sie lediglich den Verdacht, es könnte eine Vergiftung vorliegen, sollten Sie zunächst mit dem Tierarzt telefonisch Kontakt aufnehmen. Erbrechen tritt zwar bei vielen (nicht allen) Vergiftungen auf, hat aber in den meisten Fällen eine andere Ursache

    Anzeichen einer Vergiftung können je nach Substanz sein:

    • Erbrechen
    • Speicheln
    • Rötungen der Maulhöhle
    • Blässe
    • Durchfall
    • Zittern
    • Bewegungsstörungen
    • Atemnot
    • Husten
    • Teilnahmslosigkeit und Schmerzen

    Achten Sie auf Schocksymptome und bringen Sie das Tier zum Tierarzt

  • Ursachen und Maßnahmen

    Ursachen und Maßnahmen

    Neben Verkehrsunfällen und Beißereien können auch Stiche und Schusswunden starke Blutungen verursachen. Bei hellrot pulsierendem Blut droht ein rascher Blutverlust.

    Binden Sie oberhalb der Wunde ab bzw. legen Sie einen Druckverband an und bringen Sie das Tier sofort zum Tierarzt. Achten Sie auf Schocksymptome. Falls die Wunde die Brusthöhle eröffnet, droht ein Lungenkollaps. Achten Sie auf saugende Atemgeräusche und pressen Sie eine sterile Abdeckung auf die Wunde am Brustkorb. Bisswunden sind meist infiziert und sollten, unabhängig von ihrer Größe, stets vom Tierarzt versorgt werden.

    Steckt ein Fremdkörper in der Wunde, ziehen Sie ihn nicht heraus, sondern schneiden Sie ihn einige Zentimeter über der Wunde ab, und legen Sie für den Transport einen Verband an. Schmutz und kleinere Fremdkörper können Sie mit steriler Elektrolytlösung aus der Wunde spülen, bevor Sie einen Verband anlegen. Denken Sie immer daran, dass Sie beim Verbinden die Blutzirkulation nicht abschnüren dürfen.

    Tipp!

    Vermeiden Sie, dass Ihr Tier an den Wunden lecken und sie infizieren kann, indem Sie einen Verband anlegen oder ein frisches Handtuch darüberlegen.

  • Wiederbelebung

    Ziel und Vorgangsweise

    Ziel ist, die Sauerstoffversorgung der wichtigsten Organe wiederherzustellen. Dazu muss sowohl die Atmung als auch der Blutkreislauf funktionieren.

    Gehen Sie bei einem leblosen Tier wie folgt vor:

    Atemweg

    Öffnen Sie das Maul und ziehen Sie die Zunge nach vorn. Sehen Sie in den Rachen und entfernen Sie Fremdkörper, Schleim oder Erbrochenes, um die Atemwege freizulegen. Katzen und kleinere Hunde können dazu auch an den Hinterbeinen festgehalten und kopfüber hochgehoben werden (nicht bei Verdacht auf Wirbelsäulenschäden).

    Beatmung

    Sind die Atemwege frei, können Sie das bewusstlose Tier beatmen. Ziehen Sie ihm dazu die Zunge nach vorn, schließen Sie die Schnauze mit der Hand und strecken Sie den Hals. Beatmen Sie das Tier durch dessen Nase, evtl. mit vorgehaltenem Tuch. Beatmen Sie etwa alle drei Sekunden und achten Sie darauf, dass sich der Brustkorb hebt, aber nicht zu sehr vorwölbt.

    Zirkulation (Kreislauf)

    Prüfen Sie den Herzschlag an der seitlichen Brustwand und den Puls an der Innenseite des Oberschenkels. Sind Sie sicher, dass ein Herzstillstand vorliegt, sollten Sie eine externe Herzmassage vornehmen. Dazu legen Sie ein gefaltetes Handtuch unter den Brustkorb des Tieres und legen die linke Hand flach auf den Brustkorb, etwa in Höhe des Ellbogens. Danach pressen Sie in schneller Folge fünf- bis zehnmal mit der rechten Hand auf Ihre linke, um das Herz wieder zum Schlagen anzuregen. Bei Katzen müssen Sie natürlich vorsichtiger (mit zwei Fingern) massieren. Beatmen Sie das Tier jeweils ein- bis zweimal, bevor Sie den Herzschlag kontrollieren und ggf. erneut massieren.