• Seite drucken
  • Seite versenden
  • Schriftgröße vergrößern
  • Schriftgröße verkleinern

Hunde- vs. Katzenernährung

Eines gleich vorweg: Katzenfutter ist nicht gleich Hundefutter. Am ehesten wird dies bewusst, wenn eine schlanke, drei Kilogramm leichte Siamkatze neben einem schwergewichtigen Leonberger mit 60 kg sitzt und beide auf die Futterschüssel warten.

Die Unterschiede sind offensichtlich und müssen sich daher auch in der Zusammensetzung der Nahrung auswirken. Natürlich braucht der große Hund ein Vielfaches an Futter und zur Verdauung hat er auch einen größeren Magen. Das ist bei dem Größenunterschied leicht vorstellbar.

Wahre Freunde teilen nicht alles

Aus physikalischen Gründen hat ein volumenmäßig kleinerer Körper in Relation immer eine größere Oberfläche als ein größerer. Bei den warmblütigen Katzen und Hunden bedeutet das einen größeren Wärmeverlust, je niedriger das Körpergewicht ist.

Die Katze braucht also mehr Energie, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Natürlich ist es auch energieraubender, den gleichen Weg mit drei- bis viermal so vielen Schritten zu bewältigen, als der große Leonberger dies tut. Futtermittel für Katzen sind daher im Durchschnitt immer von höherem Energiegehalt.

Katzen sind keine kleinen Hunde

Von den Vorfahren lernen

Ein Blick auf das urtümliche Jagd- und Sozialverhalten der wildlebenden Verwandten von Hund und Katze verdeutlicht den Unterschied der beiden Vierbeiner.

Die Katze jagt allein und vorwiegend durch Anschleichen und Lauern. Jeder kennt die Geduld der regungslos auf der Wiese sitzenden Katze, den starren Blick auf ein Mauseloch gerichtet. Dann plötzlich schlägt sie ansatzlos zu. Meist erlegt sie Mäuse, Ratten, kleine Kaninchen, aber auch Vögel oder größere Insekten. Die Katze frisst ohne Eile, bis sie satt ist, und lässt den Rest übrig.

Katzen fangen mehrmals täglich Beutetiere, da eine Maus allein den Tagesbedarf nicht decken kann. Katzen sind es daher gewohnt, mehrmals täglich Nahrung aufzunehmen und nachher zu ruhen. Auch sind Größe und damit der Energiegehalt der Beutetiere gleichbleibend.

Wie sieht es beim Hund aus?

Hunde bzw. Wölfe jagen im Rudel. Sie hetzen größere Opfer oft längere Zeit. Daher benötigen Hunde eine bessere Kondition als Katzen, die bei der Jagd "nur lauern". Ist die Beute erlegt, wird das "Mahl" vom Leitwolf eröffnet. Er startet mit der Öffnung der Bauchdecke und frisst die Eingeweide. Dort findet er den kohlenhydratereichen Darminhalt der pflanzenfressenden Beutetiere. Das erklärt, warum Hunde von Natur aus mehr Kohlenhydrate aufnehmen als Katzen.

Leicht ersichtlich wird dies auch, wenn wir uns die Überreste der Beute bei Wölfen ansehen. An den Knochen hängen noch Reste von Sehnen und Muskeln, also die eiweißreichen Teile der Beute. Diese Überreste kann der Wolf aufgrund seiner Gebissform nicht "abnagen", daher können andere Wildtiere diese Reste verwerten.

Die einzelnen Rudelmitglieder dürfen sich auch nicht Zeit lassen beim Fressen, denn das nächste Rudelmitglied wartet schon. Deswegen ist der Hund von Natur aus ein Schlinger. Wölfe erlegen auch nicht täglich ein größeres Beutetier, wie zum Beispiel ein Reh. Sie sind daher gewohnt, auf einmal größere Futtermengen zu sich zu nehmen, um dann wieder einige Tage nur von kleinen Beutetieren wie Mäusen, aber auch von Aas zu leben.

Der Hund ist also im Gegensatz zur Katze kein reiner Carnivore, also kein Fleischfresser, sondern ein Omnivore, ein Allesfresser. Die Erkenntnis daraus für Tierbesitzer ist: Hundefutter hat weniger Eiweiß, weniger Fett und mehr Kohlenhydrate.

In frischem Fleisch findet sich unter den verschiedenen Eiweißbestandteilen auch die schwefelhaltige Aminosäure Taurin. Diese ist für Katzen lebensnotwendig. Da sie ihren Taurinbedarf leicht über die Beute decken konnten, bestand keine Notwendigkeit, diesen Stoff im Körper selbst herzustellen.

Der Hund kann Taurin selbst synthetisieren, stellt also keine besonderen Ansprüche an den Tauringehalt der Nahrung. Ähnlich verhält es sich auch mit der Aminosäure Arginin, die für erwachsene Katzen ebenfalls lebensnotwendig ist.

Die Katze kann einige essenzielle Fettsäuren aus dem Fleischanteil der Nahrung verwerten, aus pflanzlichen Quellen jedoch nicht. Es ist daher unmöglich, eine Katze vegetarisch zu ernähren. Der Hund kann pflanzliche Nährstoffe besser verwerten.

Wichtig

Wichtig ist zu erkennen, dass die Zusammensetzung des Katzenfutters anders sein muss als die des Hundefutters. Nicht nur die Krokettengröße und die Menge des Trockenfutters sind verschieden.