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Futtermitteldeklaration

Tiernahrung für Klein- und Heimtiere unterliegt laut geltendem Futtermittelrecht der Kennzeichnungspflicht. Da­durch soll sichergestellt werden, dass der Verbraucher über das Produkt, das er kaufen möchte, in einer auf der Verpa­ckung angebrachten Deklaration kor­rekte Informationen erhält.

Welche Informationen stehen auf der Verpackung?

Seit September 2010 ist eine Gesetzes­novelle in Kraft, die es dem Endverbrau­cher noch einfacher machen soll, alle Angaben auf der Verpackung zu verste­hen, Irreführungen und unlautere Heil­versprechen zu vermeiden.

  • Allein-/Mischfuttermittel
  • Verwendete Rohmaterialien entwe­der als Einzelfutter oder in einer Gruppendeklaration
  • Inhaltsstoffe und Zusammensetzung der Rohstoffe
  • Analyse der Rohstoffe Fett, Protein, Rohfaser, Rohasche mit Prozentan­gaben
  • Mindesthaltbarkeit und Bezugsnum­mer der Partie (Chargennummer)
  • Kontaktdaten des Herstellers
  • Gewichtsangabe und Fütterungsemp­fehlung

Auf freiwilliger Basis haben Hersteller die Möglichkeit, zusätzliche Anga­ben zu machen, die dann gesondert (nicht im Deklarationstext) erscheinen müssen.

Angaben, die im folgenden Text mit "An­führungszeichen" gekennzeichnet sind, sind in dieser hervorgehobenen Form auf der Verpackung oder dem Etikett eines handelsüblichen Futtermittels bzw. in Gesetzestexten zu finden.

Bezeichnung des Produkts

Alleinfuttermittel oder Ergän­zungsfuttermittel?

"Alleinfuttermittel" sind Produkte, die das Tier mit allen Nährstoffen versorgen, die es täglich benötigt, sofern die Fütte­rung gemäß den auf der Packung ange­gebenen Empfehlungen erfolgt. "Ergän­zungsfuttermittel" liefern nicht alle er­forderlichen Nährstoffe und müssen daher mit anderen Futtermitteln kombi­niert werden (z. B. mit einer selbst zube­reiteten Ration). Beifutter wie Snacks oder Belohnungen fallen unter die Ru­brik Ergänzungsfuttermittel. Zusätzlich kann mit einer Bezeichnung wie z. B. "Komplettes Alleinfutter für ausgewach­sene Hunde" angegeben sein, für welche Lebensphase das Futter bestimmt ist.

Mögliche zusätzliche Angaben

Wenn auf dem Etikett Bezeichnungen wie "mit" oder "reich an" stehen, dann müssen folgende Mengen enthalten und auch deklariert sein: 

 

"XY-Aroma" = die genannte Substanz XY ist überhaupt nicht enthalten, son­dern der Geschmack stammt von ent­sprechenden Aromastoffen

 "XY-Geschmack" = weniger als 4 % XY sind enthalten

"mit XY" = mindestens 4 % XY sind enthalten; z. B. müssen bei der Angabe "mit Karotten" mindestens 4 % fri­sche Karotten oder deren Gegenwert in getrockneten Karotten enthalten sein

 "reich an XY" = mindestens 14 % XY sind enthalten

 "XY-Mahlzeit/Dinner/Menü" - min­destens 26 % XY sind enthalten

"100 % XY" = ausschließlich XY sowie erlaubte Zusatzstoffe, Nahrungsergänzungsstoffe und Wasser (zur Pro­duktion) dürfen enthalten sein

Manche Inhaltsstoffe, z. B. Kräuter mit in­tensivem Aroma, werden nur in geringen Mengen beigefügt, sodass die oben ge­nannten Prozentsätze nicht anwendbar sind und diese Stoffe nicht deklariert werden müssen.

 

Deklaration der Zusammensetzung

Verwendete Rohmaterialien können entweder unter genauer Nennung der Ein­zelfuttermittel (z. B. Geflügelmehl, Wei­zen, tierisches Fett etc.) oder unter An­gabe der von der EU definierten Katego­rien, der das Futtermittel-Ausgangs­erzeugnis angehört (z. B. Fleisch und tie­rische Nebenerzeugnisse, Gemüse, Ge­treide, Öle und Fette etc.) auf dem Etikett in Listenform aufgeführt werden. Die Deklaration der Einzelfuttermittel findet sich meist auf der Verpackung von Tro­ckennahrung, weil diese mehr Platz für eine Einzelfuttermittelliste bietet als Feuchtnahrungen (Dose, Frischebeutel etc.). Die Angabe von Kategorien wird Gruppendeklaration genannt und findet meist bei Feuchtnahrung aus Platzgrün­den ihre Anwendung. Lediglich bei der Angabe der Mineral­stoffe haben sich die Hersteller geeinigt, dass diese auch bei einer Einzeldeklara­tion als Gruppe "Mineralstoffe" aufge­führt sein dürfen, um nicht lange und dem Verbraucher unverständliche Mine­ralstofflisten (z. B. Kalziumkarbonat, Na­triumchlorid, Kaliumchlorid etc.) ange­ben zu müssen.

In jedem Fall werden die Zutaten auf dem Etikett in abnehmender Reihenfolge ihrer Gewichtsprozente aufgezählt, d. h. die Zutat mit dem höchsten Gehalt er­scheint an erster Stelle.

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, was verbirgt sich dahinter?

Grundsätzlich müssen alle tierischen Produkte, die in Tiernahrung verarbei­tet werden, von Schlachtkörpern stam­men, die gemäß der amtstierärztlichen Fleischkontrolle als "für den mensch­lichen Verzehr geeignet" beurteilt wur­den.

Alle Kategorien von Ausgangserzeugnis­sen, die in der Deklaration von Mischfut­termitteln für Heimtiere verwendet werden dürfen, sind in der Richtlinie 82/475/EWG der Kommission der Euro­päischen Gemeinschaften gesetzlich als "Fleisch und tierische Nebenerzeug­nisse" wie folgt definiert: "Alle Fleischteile geschlachteter warm­blütiger Landtiere, frisch oder durch ein geeignetes Verfahren haltbar gemacht, sowie alle Erzeugnisse und Nebener­zeugnisse aus der Verarbeitung von Tierkörpern oder Teilen von Tierkörpern warmblütiger Landtiere." Damit nahrhafte und bedarfsgerechte Tiernahrung so hergestellt werden kann, dass sie für jedermann erschwinglich ist, verwendet die Tierfuttermittelindustrie Materialien aus der menschlichen Nah­rungskette, die dort über den tatsächli­chen Bedarf hinaus anfallen. Hierzu zählen unter anderem auch Erzeugnisse, die je nach Land und Kultur als Lebens­mittel nicht "in Mode" sind (z. B. Lunge, Magen, Kutteln, Leber, Herz, Nieren etc.), jedoch für Tiere nahrhafte und schmack­hafte Futtermittel darstellen.

Zusatzstoffe

Zusatzstoffe werden dem Produkt zuge­führt, weil sie nicht oder nicht ausrei­chend in den Rohmaterialien vorhanden sind oder wichtige Aufgaben im Rahmen der Produktqualität erfüllen (z. B. Kon­servierung).

Diese Zusatzstoffe müssen auf dem Pro­duktetikett angegeben werden, indem nach dem Wort "Zusatzstoffe" die Kate­gorie oder Funktionsgruppe benannt wird, gefolgt von der Bezeichnung und/ oder E-Nummer der Substanz sowie der zugefügten Menge, z. B. "ernährungs­physiologische Zusatzstoffe": El (Eisen) XX mg.

Zusatzstoffe werden gemäß EU-Verord­nung je nach Funktionsweise und Eigenschaften in verschiedene Kategorien ein­geteilt, deren Verwendungszweck be­schrieben und auf der Verpackung dekla­riert.

 

Dabei gibt es 3 wichtige Zusatzstoff-Kategorien:

  •  "Ernährungsphysiologische Zusatz­stoffe" sind Funktionsgruppen wie "Spurenelemente", "Vitamine" oder "Aminosäuren". Wenn auf der Ver­packung eine spezielle ernährungs­physiologische Behauptung aufge­stellt wird (z. B. "mit hohem Gehalt an Vitamin E", "mit niedrigem Kaliumge­halt"), muss diese unter der Über­schrift "Analytische Bestandteile" mit Angabe des Gehaltes gelistet werden.
  • "Technologische Zusatzstoffe" sind z. B. Konservierungsstoffe und Antioxidanzien, z. B. BHA (Butylhydroxyanisol).
  • "Sensorische Zusatzstoffe" sind z. B. Kräuter, die in geringen Mengen, je­doch ohne Prozentangaben deklariert werden.

Analyse der Rohstoffe

Klick für mehr Information

Ähnlich wie bei den ernährungsphysio­logischen Angaben auf Lebensmittelpa­ckungen für den Menschen müssen auf Futtermitteln für Hunde und Katzen die Rohstoffe mit ihren prozentualen Antei­len unter dem Begriff "Analytische Be­standteile" deklariert werden. Es handelt sich hierbei um

  • Protein (frühere Be­zeichnung: Rohprotein) = Eiweiß,
  • Fett (frühere Bezeichnung: Rohfett),
  • Rohfaser = unverdauliche Futterbestandteile und Rohasche = die nach dem Analyseverfahren im Labor ("Veraschung") als Rückstand verbleibende anorganische Komponente, die vorwiegend aus Mine­ralstoffen besteht.

Zusätzlich muss ab einem Gehalt von 14 % auch die Feuchte = Anteil an Feuchtigkeit im Produkt de­klariert werden.

Besondere Hervorhebung einer Zutat

Laut Gesetzgebung können Futtermittel­hersteller ein bestimmtes Einzelfutter­mittel, z. B. Karotten, besonders hervor­heben, indem dessen prozentualer Gehalt auf dem Etikett angegeben wird. Dabei muss dieses Futtermittel nicht in frischem Zustand beigefügt, sondern kann auch in getrocknetem Zustand ver­arbeitet werden.

Weitere Angaben der Deklaration

Mindesthaltbarkeitsdatum und Bezugsnummer der Partie

Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt aus, bis wann genau das Produkt bei unver­änderter Qualität zu verwenden ist. Bis zu diesem Datum garantiert der Herstel­ler, dass die spezifischen Eigenschaften des Produkts, z. B. der Vitamingehalt, vollständig erhalten bleiben. Auch nach Ablauf dieses Datum kann das Produkt noch verwendet werden, doch ist z. B. die vollkommene Deckung des Vitaminbe­darfs durch die Tagesration unter Um­ständen nicht mehr gewährleistet. Die Bezugsnummer der Partie (Chargen­nummer) ermöglicht Herstellern und Kontrollbehörden die Identifizierung von Partien (Chargen) eines Produkts, wenn die Rückverfolgbarkeit im Falle einer Auffälligkeit notwendig wird.

Kontaktdaten des Herstellers

Auf dem Etikett müssen Name und An­schrift des Herstellers oder der Ver­triebsfirma des Produkts angegeben werden. Zusätzlich sollten Kontaktdaten wie z. B. eine telefonische Hotline, eine Website oder eine spezielle Kundendienst-Telefonnummer für Fra­gen angegeben sein.

Deklaration der Nahrung für kranke Tiere

Für Nahrungen "mit einem besonderen Ernährungszweck" schreibt der Gesetz­geber zusätzliche Angaben vor. Es müs­sen sowohl die genaue Indikation, die ernährungsphysiologischen Merkmale des Futters, die Tierart sowie die emp­fohlene Fütterungsdauer und ggf. der Zeitraum, in welchem der besondere Ernäh­rungszweck erreicht werden sollte, auf­geführt werden. Einige Inhaltsstoffe bzw. Einzelfuttermittel/Zusatzstoffe sind zu­sätzlich gesetzlich definiert. Als Beispiel müssen bei einer Reduktionsdiätnah­rung folgende Angaben zusätzlich zur "normalen" Deklaration enthalten sein:

■    "Zur Verringerung des Übergewichts", "mit einem niedrigen Energiegehalt"

■    Angabe des Energiegehaltes (in kcal bzw. kj)

■    Angabe der täglichen Futtermenge "bis zum Erreichen des angestrebten Körpergewichts"

■    Hinweis "Es wird empfohlen, vor der Verfütterung den Rat eines Tierarztes einzuholen."