WALTHAM Standpunkt


Ernährungsphysiologie

In der Kleintierpraxis gilt Adipositas als die häufigste Form von Fehlernährung und stellt als solche eine besondere Herausforderung für jeden Tierarzt dar. Eine Reihe von europaweit durchgeführten Untersuchungen haben gezeigt, daß zwischen 9 % und 44 % der in Tierarztpraxen vorgestellten Hunde übergewichtig sind bzw. unter Fettleibigkeit leiden.11,16,24,26 Zu Übergewicht kommt es, wenn die Energieaufnahme den Energiebedarf des Tieres in einer bestimmten Lebensphase übersteigt. In nur wenigen Fällen kann Fettleibigkeit auch sekundär nach anderen Erkrankungen auftreten. Endokrine Störungen und medikamentell bedingte Polyphagie sind wahrscheinlich die bekanntesten Ursachen krankheitsbedingter Adipositas. In der Humanmedizin sind endokrine Störungen allerdings nur zu 5 % für Übergewicht verantwortlich,2 und es ist anzunehmen, daß die Situation bei Hunden ähnlich ist. Die heute üblichen Adipositastherapien umfassen die diätetische Behandlung, körperliches Training, psychologische und verhaltenstherapeutische Maßnahmen, Medikation und chirurgische Eingriffe.14,18,19,21,29 In den meisten Fällen werden allerdings kostentechnische und ethische Gründe gegen eine medikamentelle und chirurgische Behandlung der Fettleibigkeit sprechen. Vermehrte regelmäßige Bewegung und Verhaltensänderungen allein sind kaum erfolgreich, wenn sie nicht von der diätetischen Therapie begleitet werden.29,30 Dieser synergistische Effekt der drei Therapieformen, nämlich Diät, körperliche Bewegung und verändertes Nahrungsaufnahmeverhalten, wird derzeit auch in der Humanmedizin als einzig probates Mittel für eine dauerhafte Gewichtsabnahme empfohlen.29 In gleicher Weise muß daher ein wirksames Programm zur Gewichtsreduktion von Heimtieren auf der Kombination von

  • verringerter Energiezufuhr mit
  • vermehrter Bewegung (wann immer möglich) und
  • verhaltenstherapeutischen Maßnahmen

basieren.

 


Diätetische Therapie

Da die übermäßige Aufnahme von Energie die Hauptursache für Fettleibigkeit ist,2 zielt die diätetische Behandlung auf die Restriktion der Energiezufuhr hin. Dies kann durch

  • absolutes Fasten (totale Restriktion der Energiezufuhr) oder
  • kontrollierte Einschränkung der Energiezufuhr

erreicht werden.

Es hat sich gezeigt, daß Nulldiäten beim Hund zwar relativ problemlos durchgeführt werden können, daß diese Methode jedoch verschiedene Nachteile hat. Im Gegensatz zur gemäßigten Einschränkung der Energiezufuhr kommt es nämlich beim absoluten Fasten zu gefährlichen Verlusten an Gewebeeiweiß.32 Außerdem ist eine solche Nulldiät meist auch teuer (da das Tier während dieser Zeit hospitalisiert werden muß), sowie auf lange Sicht von geringem Erfolg, da der Tierbesitzer nicht direkt involviert ist und somit für die Fortführung des Gewichtsreduktionsprogrammes unter Umständen nicht ausreichend motiviert ist. Derzeitige Empfehlungen der Humanmedizin gehen in die Richtung, daß fortgesetzte Gewichtsverluste von mehr als 1 % pro Woche nur in manchen Fällen gerechtfertigt sind und stets besonderer Vorsichtsmaßnahmen bedürfen.29 Aus diesem Grund empfiehlt sich für adipöse Hunde eher die Methode der mäßigen Einschränkung der Energiezufuhr.

 


Energie

Die Energiezufuhr muß reduziert werden

 

Es hat sich in der Praxis gezeigt, daß eine maximale Gewichtsreduktion von 15 % für den Anfang ein vernünftiges Diätziel darstellt.10 Erst nach Erreichen dieses ersten Sollgewichtes sollten weitere Gewichtsabnahmen geplant werden. Klinische Studien belegen, daß bei Hunden innerhalb von zwölf Wochen ein Gewichtsverlust von 12-14 % erreicht werden kann, wenn die Tiere Futterrationen erhalten, die etwa 45-55 % des für das Normalgewicht berechneten Erhaltungsbedarfs decken (50-63 kcal x Zielgewicht in kg 0,75)6,15,22,23.
Die Abnahmeraten dieser Studien sind jenen vergleichbar, die derzeit für adipöse Menschen empfohlen werden.29 Da Diätanleitungen jedoch nur annähernde Richtwerte für die Gewichtsabnahme liefern, kann es zu individuellen Abweichungen kommen, die durch genau auf den jeweiligen Patienten abgestimmte Futterrationen korrigiert werden können. Um die Energieaufnahme eines Heimtieres zu verringern, kann man sich zweierlei Methoden bedienen. Eine Möglichkeit ist, weiterhin die normale Ration, jedoch in reduzierter Menge, zu füttern. Wird dieser Weg gewählt, so liegt meist kein spezielles, strukturiertes Diätprogramm vor; der Erfolg dieser Methode ist gering, frustrierte Diätabbrüche dagegen häufig.1 Am bedenklichsten ist jedoch, daß es zu gefährlichen, ja lebensbedrohenden Mangelerscheinungen kommen kann, da die meisten Fertigfuttermittel in ihrem Nährstoffgehalt auf die normale Energiezufuhr abgestimmt sind und durch eine Reduktion der Futterration auch die Menge der zugeführten Nährstoffe verringert wird.12 Die Alternative dazu ist kalorienarmes Fertigfutter, das speziell als Reduktionsdiät entwickelt wurde, und trotz des verringerten Energiegehaltes die ausgewogene Versorgung des Hundes mit allen wesentlichen Nährstoffen sicherstellt. Dies ist besonders bei langfristigen Diätprogrammen von entscheidender Bedeutung.

  • ROYAL CANIN Obesity Management wurde speziell im Hinblick auf geringe Energiedichte entwickelt.
  • Die Gehalte an allen wesentlichen Nährstoffen wurden bezogen auf den jeweiligen Energiegehalt sorgfältig berechnet, so daß bei Fütterung der empfohlenen Rationen eine ausgewogene Nährstoffzufuhr garantiert ist.

Protein

Die Proteinzufuhr sollte ausreichend hoch sein, um Eiweißverluste aus dem Gewebe so gering wie möglich zu halten.

 

Durch konsequente Diät geht bei adipösen Tieren auch etwas fettfreies Gewebe verloren.13 Übermäßiger Eiweißverlust während der Gewichtsreduktion ist jedoch nicht wünschenswert, da jeder Verlust an funktionellem Gewebe ersetzt werden muß. Einige der nachteiligen Auswirkungen von extremen Abmagerungsdiäten beim Menschen stehen vermutlich mit der unzureichenden Eiweißzufuhr und dem daraus resultierenden Verlust von fettfreiem Körpergewebe in Zusammenhang.29 In der Humanmedizin konnte eine deutliche, mengenabhängige Korrelation zwischen erhöhten Proteingehalten extrem kalorienarmer Diätrezepturen und Bewahrung der fettfreien Körpermasse während der Gewichtsreduktion nachgewiesen werden.25 Bislang ist es jedoch nicht gelungen, jenen Eiweißbedarf exakt zu bestimmen, der optimales Wohlbefinden und minimale Gewebsproteinverluste während Abmagerungsdiäten garantiert. Es mag daher angeraten erscheinen, die Eiweißzufuhr während der Gewichtsreduktion zumindest bei jener Menge zu belassen, die für die normale Ernährung von Menschen vergleichbaren Körpergewichts empfohlen wird.

  • Der Proteingehalt von ROYAL CANIN Obesity Management ist in Relation zum Energiegehalt erhöht.
  • Auch bei den empfohlenen Rationen und der somit reduzierten Energiezufuhr stellt dieses Diätfutter die ausreichende Versorgung des Körpers mit hoch verdaulichem Eiweiß von hervorragender Bioverfügbarkeit sicher und deckt den normalen Erhaltungsbedarf an Protein.

Vitamine, Mineralstoffe und essenzielle Fettsäuren

Vitamine, Mineralstoffe und essenzielle Fettsäuren sollten in unverminderter Menge zugeführt werden

 

Eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen, die beim Menschen während Abmagerungsdiäten auftreten, sind auf mögliche Mängel an Mineralstoffen und/oder Vitaminen zurückzuführen.12,29 Es gibt keinen Hinweis darauf, daß der Bedarf an Mineralstoffen, Vitaminen und essenziellen Fettsäuren während einer Reduktionsdiät vermindert ist.

  • Der Gehalt an Mineralstoffen, Vitaminen und essenziellen Fettsäuren ist bei der ROYAL CANIN Obesity Management in Relation zum Energiegehalt erhöht.
  • Dies stellt auch bei reduzierten Futterrationen und eingeschränkter Energiezufuhr sicher, daß ausreichende Mengen an diesen Nährstoffen aufgenommen werden, um den normalen Erhaltungsbedarf zu decken.

Rohfaser

Hohe Rohfasergehalte einer Reduktionsdiät beeinflussen nicht das Sättigungsgefühl.

 

In der Human-, wie auch in der Kleintiermedizin wurde der Diätnahrung oft Rohfaser als Füllstoff beigemengt in der Hoffnung, dadurch den Hunger zu überwinden und die Bereitschaft zur Mitarbeit während der Diät zu verbessern. Beim Menschen wurde diese Vermutung durch einige Kurzzeitstudien in gewisser Weise bestätigt, da beobachtet werden konnte, daß ein hoher Rohfasergehalt der Diät die Nahrungsaufnahme und/oder das Hungergefühl verringerte.9,17,20,27 Andere Untersuchungen zu diesem Thema brachten jedoch widersprüchliche Ergebnisse.4,5 In der Veterinärmedizin wurden bislang nur wenige Studien mit dem Ziel, die Sättigungseigenschaften von Rohfaser in Reduktionsdiäten für Hunde zu untersuchen, durchgeführt. Entgegen der landläufigen Meinung, daß ein hoher Ballaststoffanteil (insbesondere unlösliche Rohfaser) tatsächlich sättigend wirkt, lassen die neuesten Untersuchungen eine beweiskräftige Bestätigung dieser Ansicht nicht zu. In zwei kontrollierten Studien stellte sich heraus, daß der Zusatz mäßiger, ja sogar großer Mengen von unlöslicher Rohfaser zu einer handelsüblichen kalorienarmen Diät (ROYAL CANIN Obesity Management) bei Hunden mit einer der Gewichtsreduktion entsprechenden Energiezufuhr keine sättigungsfördernde Wirkung hatte.7,8

  • Der Rohfasergehalt von ROYAL CANIN Obesity Management wurde nicht wesentlich erhöht.

Regelmäßige körperliche Bewegung

In Kombination mit einer diätetischen Therapie beschleunigt die vermehrte körperliche Bewegung den Fettverlust28 und trägt gleichzeitig dazu bei, dem Verlust an fettfreiem Gewebe während der Gewichtsreduktion vorzubeugen.25 Es gibt auch Hinweise dafür, daß durch körperliches Training eine erneute, rasche Gewichtszunahme nach Beendigung der Diät verhindert werden kann.28 Bei der Zusammenstellung eines Trainingsprogrammes für adipöse Hunde müssen eventuell bestehende Gesundheitsprobleme unbedingt berücksichtigt werden. Stark übergewichtige Hunde sollten keiner abrupten Aktivitätssteigerung ausgesetzt werden. Im allgemeinen ist ein Trainingsprogramm für Hunde relativ leicht zu bewerkstelligen, indem man einfach die üblichen Spaziergänge forciert. Bei Hunden, die unter zusätzlichen Gesundheitsstörungen leiden, wird man allerdings andere Formen der körperlichen Bewegung wählen, wie z.B. Schwimmen. Dies ist besonders bei Tieren mit Arthritis und anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates zu empfehlen, weil dabei zwar ein Muskeltraining erfolgt, der Körper jedoch nicht dem Streß unterliegt, dabei sein Gewicht tragen zu müssen.

 


Verhaltenstherapeutische Maßnahmen und psychologische Unterstützung

Beim Menschen ist die verhaltenstherapeutische Umstellung eingeschliffener Verhaltensweisen neben der diätetischen Therapie ein integrierender Bestandteil eines jeden Gewichtsreduktionsprogrammes, weil dadurch einerseits höhere Abnahmen erzielt werden und andererseits eine erneute, rasche Gewichtszunahme im Anschluß an die Diät verhindert werden kann.31 Verhaltenstherapeutische Maßnahmen zielen unter Verwendung verschiedener Techniken darauf ab, jene Umweltfaktoren zu ändern, die das Eßverhalten steuern oder beeinflussen. Ziel und Zweck solcher Programme ist die nachhaltige, langfristige Verhaltensänderung, da nur diese kontinuierliche Gewichtsabnahmen gewährleistet.29 Obwohl viele der beim Menschen angewandten Techniken für Heimtiere nicht geeignet und kaum praktikabel sind, können andere wieder relativ einfach übernommen werden und führen auch bei Hunden und Katzen zu verbesserten Diätergebnissen und dauerhafter Gewichtsreduktion. Es ist von fundamentaler Bedeutung, den Tierbesitzer in die Verhaltenstherapie des Heimtiers intensiv miteinzubeziehen.

 

a) Der Tierbesitzer

 

Der wichtigste Faktor bei der Behandlung übergewichtiger Heimtiere und der Durchführung eines Gewichtsreduktionsprogramms ist eine gute Compliance von seiten des Tierbesitzers. Das Erkennen der Fettleibigkeit des eigenen Tieres ist der allererste Schritt dazu. Die kontinuierliche Motivation und Compliance des Tierhalters sind von grundlegender Wichtigkeit, da der Mensch bestimmt, was in den Futternapf kommt. Die regelmäßige Beratung und Unterstützung durch den behandelnden Tierarzt ist hier von besonderer Bedeutung. Eine der wesentlichen Verhaltensänderungen, von denen der Tierbesitzer als erstes überzeugt werden muß, ist das Weglassen eßbarer "Belohnungen". Viele Besitzer sind gerade in diesem Punkt uneinsichtig, weil sie davon ausgehen, daß die Belohnung mit kleinen Happen eine Geste der Zuneigung und somit eine wertvolle Komponente der Mensch-Tier-Beziehung ist. Hier kann man auf die Möglichkeit von Belohnungen z.B. in Form von praktisch kalorienfreien Kauknochen aus Büffelhaut oder einer extra gefütterten Ration aus der Tagesfuttermenge hinweisen, da auf diese Weise die tägliche Energiezufuhr nicht erhöht wird. Negative Verhaltensweisen wie Betteln sollten nicht mit Extrahappen belohnt werden, obwohl beharrliches Betteln durch ein spezielles Belohnungssystem tatsächlich modifiziert werden kann. Dabei erhält das Tier ausschließlich nach einer positiven Aufgaben erfüllung, wie z.B. Sitzen, Hinlegen oder Bringen eines Gegenstands auf Befehl, eine Belohnung, und nicht nur als Zufriedenstellung seines Bettelns.

 

b) Das Heimtier

 

Bei übergewichtigen Lebewesen sind die Mechanismen, welche die Nahrungsaufnahme steuern, gestört oder außer Kraft gesetzt. Die Folge davon ist übermäßige Energiezufuhr und nachfolgende Fettleibigkeit. Vorhandener Appetit kann sich beim Heimtier durch Betteln manifestieren, und tatsächlich ist diese Verhaltensweise bei vielen fettleibigen Hunden deutlich ausgeprägt.6 Betteln ist eine erlernte Verhaltensweise und kann vollkommen unabhängig vom Hungergefühl des Tieres praktiziert werden. Bei solchen Tieren haben offenbar soziale oder andere Faktoren die normalen Sättigungsmechanismen außer Kraft gesetzt. Betteln wird zur Gewohnheit, und die Folge davon ist ständig wachsendes Übergewicht. Keine wie auch immer geartete Diät könnte hier eine Sättigung herbeiführen und dem Betteln ein Ende bereiten. In solchen Fällen ist es wichtig, das Verhalten des Tieres zu ändern, aber auch die Gewohnheiten des Tierbesitzers, da nur so ein langfristiger Erfolg des Gewichtsreduktionsprogramms erzielt werden kann. Die im Rahmen eines Gewichtsreduktionsprogramms gefütterte Diät muß in jedem Fall schmackhaft sein, weil nur die langfristige Akzeptanz den Erfolg der Diät sicherstellt.

Fütterungsstudien mit "Obesity Management" haben während der gesamten Dauer von Gewichtsreduktionsprogrammen eine hervorragende, langfristige Akzeptanz bewiesen.6,22,23 Dies spiegelte sich unter anderem in den geringen Diätabbruchraten und dem hohen Maß an Compliance wider.

 


Klinische Studien


(1) Die Gewichtsreduktion mit "Obesity Management"

 

Im Laufe eines mit "Obesity Management" durchgeführten Gewichtsreduktionsprogramms für adipöse Hunde wurden eine Reihe von klinischen Studien durchgeführt.
Eine Studie sollte die in der Praxis tatsächlich erreichbaren Gewichtsabnahmen untersuchen. Dazu wurden 34 übergewichtige Hunde aus drei tierärztlichen Privatpraxen (Großbritannien, Niederlande und Dänemark) herangezogen.23 Jeder Hund wurde vor Beginn des Diätversuchs klinisch untersucht und gewogen, und für jedes Tier wurde das Normalgewicht festgelegt. Alle Patienten erhielten während der bis zu 12 Wochen dauernden Studie ausschließlich "Obesity Management". Die Futtermenge war so berechnet worden, daß 45 % des für das Sollgewicht kalkulierten Erhaltungsbedarfs zugeführt wurden. Die Hunde wurden nach Möglichkeit alle zwei Wochen gewogen, um den Fortgang der Diät zu kontrollieren.
Die Ergebnisse zeigten, daß sich mit der Fütterung von "Obesity Management" im Rahmen eines Gewichtsreduktionsprogrammes sehr gute Gewichtsabnahmen erzielen lassen. Bei den Hunden, die den Diätversuch bis zum Ende mitmachten, konnte in 12 Wochen ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 14 % des Ausgangsgewichts erreicht werden.
Ebenfalls über den Zeitraum von 12 Wochen lief eine andere, in Finnland durchgeführte Studie, bei der 20 übergewichtige Hunde mit "Obesity Management" gefüttert wurden.22 Jeder Hund wurde vor Aufnahme in den Diätversuch einer eingehenden Allgemeinuntersuchung unterzogen. Um jene Fälle von Adipositas, die durch Unterfunktion der Schilddrüse oder Diabetes mellitus bedingt waren, auszuschließen, wurden auch Blut- und Harnanalysen durchgeführt. Die Hunde wurden zu Beginn der Diät und danach in regelmäßigen Abständen gewogen. Für jedes Tier wurde das Zielgewicht festgesetzt. Die Energiezufuhr betrug 45 % des für das Sollgewicht berechneten Erhaltungsbedarfs.
Die Akzeptanz des Diätfutters war sehr gut, und die durchschnittlichen Gewichtsabnahmen (11,7± 5,1 %) waren während der 12-wöchigen Versuchsdauer signifikant (p<0,01) (siehe Abbildung 1). Die Gewichtsreduktionsrate betrug im Durchschnitt ca. 1% pro Woche.

 


(2) Die Auswirkungen der Fütterung von "Obesity Management" auf Gewichtsabnahme und Verhalten fettleibiger Hunde

 

In einer an zwei klinischen Zentren (Großbritannien und Schweiz) durchgeführten Studie wurden die Auswirkungen der Fütterung von "Obesity Management" auf die Gewichtsabnahmen und das Verhalten adipöser Hunde untersucht.6
Sechzehn Hunde mit der Diagnose Adipositas wurden einem 12-wöchigen Gewichtsreduktionsprogramm unterzogen.
Für jedes Tier wurde vor Beginn der Diät das Ausgangsgewicht festgestellt und ein individuelles Sollgewicht berechnet. Die zugeteilten Futterrationen betrugen ca. 55 % des auf der Basis dieses Sollgewichts berechneten Energiebedarfs im Erhaltungsstoffwechsel. Die tägliche Futtermenge wurde in zwei Portionen aufgeteilt. Während des gesamten Zeitraums von 12 Wochen (oder weniger, wenn das Sollgewicht früher erreicht war) wurden die Hunde in 2-wöchigen Abständen gewogen.
Die mit diesem Gewichtsreduktionsprogramm (Abbildung 1) erzielten absoluten (3,6 kg) und prozentualen (11,9 %) Gewichtsabnahmen waren signifikant (p<0,001), und der durchschnittliche Gewichtsverlust pro Woche betrug etwa 1 %.
Die Hundebesitzer bestätigten die sehr gute Akzeptanz des Diätfutters. Ungefähr 69 % der Tierhalter berichteten von einer merkbaren Aktivitätssteigerung ihrer Hunde im Laufe des Diätprogramms.
Die genannte Studie beweist, daß mit der Fütterung der empfohlenen Rationen von "Obesity Management" in einem Zeitraum von etwa 12 Wochen zufriedenstellende Gewichtsabnahmen bei adipösen Hunden erzielt werden können.

 


(3) Der Einfluß von Gehalt und Art der Rohfaser in der Diät auf die Futteraufnahme von Hunden

 

Um die Auswirkung unterschiedlicher Rohfasergehalte bzw. verschiedener Rohfaserarten im Futter auf das Sättigungs- und Hungergefühl von Hunden beurteilen zu können, wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Die dabei gefütterte Diät war "Obesity Management".7,8 In der ersten dieser Studien wurde die Wirkung eines mäßigen Gehaltes an mehreren verschiedenen Rohfaserarten (Weizenkleie, alpha-Zellulose, Mandelschalenmehl, Erbsen- oder Linsenfaser) untersucht.7 "Obesity Management" wurde mit diesen unterschiedlichen Zusätzen nach dem Versuchsplan eines modifizierten Lateinischen Quadrats 12 Tage lang an sechs Hunde gefüttert. Die Futterration entsprach den für die Gewichtsreduktion berechneten Mengen (d.h. kcal/Tag = 50 x Sollgewicht in kg 0,75). Alle an der Studie teilnehmenden Hunde waren als mäßig übergewichtig eingestuft worden und ihr Sollgewicht wurde auf der Basis des aktuellen Gewichts abzüglich 15 % berechnet. Nach Ende des 12-tägigen Fütterungsversuches erhielten die Tiere in einer Art Übergangsphase sechs Tage lang ein Standardfutter ad libitum, um das im Versuch verlorene Gewicht wieder zuzulegen.

Während der Testphase wurde der Sättigungseffekt einer Testdiät dadurch bestimmt, daß man jene Menge an Futter maß, die der Hund exakt drei Stunden nach der Testmahlzeit angeboten bekam und auch aufnahm. Das Hungergefühl wurde aufgrund des individuellen Verhaltens eines jeden Hundes beurteilt, indem man nach dem Futterangebot 30 Minuten lang seine Reaktionen auf Video aufzeichnete.
Die Schlüsselaussagen dieser Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Es konnte kein signifikanter Einfluß der unterschiedlichen Diäten auf das Sättigungs- und Hungergefühl (gemessen an der oben beschriebenen Testmahlzeit, der Futtermenge in der Übergangsphase und den aufgezeichneten hungertypischen Verhaltensparametern) festgestellt werden.
Der Zusatz von mäßigen Mengen unterschiedlicher Rohfaserarten zu "Obesity Management" wirkte sich somit nicht positiv auf das Sättigungsgefühl der Hunde aus, deren Energiezufuhr während der Untersuchungsphase auf den Kaloriengehalt einer Reduktionsdiät reduziert war. Auch eine nachhaltige Wirkung der Rohfaser auf das Sättigungsgefühl war nicht zu beobachten, da die in der Übergangsphase aufgenommene Menge an Standardfutter unbeeinflußt davon schien, welche Art und welcher Gehalt an Rohfaser zuvor aufgenommen worden war.
Nach einem ähnlichen Schema verlief eine weitere Studie, welche die Auswirkung von mäßigen bis sehr hohen Gehalten an löslicher bzw. unlöslicher Rohfaser auf Sättigungs- und Hungergefühl untersuchte.8 Die Ergebnisse dieser Studie belegen, daß sogar sehr hohe Gehalte an unlöslicher wie auch löslicher Rohfaser keinen Einfluß auf das Sättigungsgefühl von Hunden haben, die eine energiereduzierte Diät erhielten.

 


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