1. „Die Welpen wachsen zu schnell.“

Nur bei übermäßiger Energiezufuhr, denn Wachstum ist in erster Linie energieabhängig. Bei restriktiver Fütterung besteht auch bei hohem Proteingehalt im Futter keine Gefahr, da Proteine sogar weniger Nettoenergie als Kohlenhydrate und Fette aufweisen.

2. „Der Stoff wechsel übersäuert, und das stört die Knochenentwicklung.“

Aminosäuren sind keine starken Säuren, sie können sowohl basisch als auch sauer reagieren. Die Stoffwechsellage ist beim Fleischfresser physiologischerweise eher sauer. Der Fleischfresserorganismus hat effektive Strategien entwickelt, um mit dieser Säurebelastung fertig zu werden, wie z.B. die Ausscheidung eines sauren Urins. Zu einer echten Übersäuerung des Stoffwechsels kommt es nur bei krankhaften Zuständen wie z.B. bei einer Niereninsuffizienz oder bei der diabetischen Stoffwechselentgleisung (Ketoazidose). Beim Welpen gelten zudem andere Normwerte als beim ausgewachsenem Hund (z. B. höherer Proteingehalt im Blut). Zur Reifung bzw. Modellierung des Skeletts gehören sowohl Auf- als auch Abbauvorgänge (Remodelling entsprechend dem Größenwachstum und der Gewichtsentwicklung). Eine Störung des hormonellen Gleichgewichts bei der Knochenentwicklung wird eher durch eine zu hohe Energiezufuhr hervorgerufen.

3. „Leber und Niere werden zu stark belastet.“

Bei mäßig über dem Bedarf liegender Eiweißzufuhr von qualitativ hochwertigem Eiweiß ist beim gesunden Hund nicht von einer schädlichen Wirkung auf Leber und Niere auszugehen. Die Organe erfüllen dann ihre physiologische Aufgabe, nämlich nicht benötigten Stickstoff unschädlich aus dem Körper zu eliminieren. Das tun sie beim gesunden Hund sehr effektiv (keine erhöhten Ammoniakwerte messbar). Entscheidend ist hier wiederum weniger die Eiweißmenge als die Eiweißqualität (minderwertiges Protein führt zu einem vermehrten Abbau im Dickdarm, dies ruft einen höheren Anfall von Ammoniak hervor, das wiederum entgiftet werden muss).

Auch hier gilt: Qualität vor Quantität.

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