Bedingungen, unter denen Ersatzmilch gegeben wird
Wenn die Kätzchen Waisen sind, wenn der Wurf zu zahlreich ist oder wenn die Muttermilch nicht verwertbar ist (Milchzit-zenentzündug), kann es notwendig werden, einen Milchersatz zu geben. Die Ernährung mit Muttermilch ermöglicht den Jungen ein Mindestwachstum Wenn also die Gewicht-szunahme der Kätzchen mehrere Tage hintereinander zu gering ist und keine krankheitsbedingten Störungen vorliegen, so kann es sein, dass die mütterliche Ernährung nicht ausreicht und die Kätzchen nicht genügend Milch für ihr Wachstum bekommen. In diesem Fall ist die zusätzliche Nährstoffgabe in Form von Fläschchen mit Milchersatz eine Möglichkeit, alle Kätzchen des Wurfes über die Säugezeit hinweg zu bringen und aufzuziehen.

Die Auswahl der Ersatzmilch, auch als der Muttermilch angenäherte Milch/ Milchsubstitut bezeichnet, kann nach verschiedenen Kriterien erfolgen:
- Die Zusammensetzung der Milch. Es ist wünschenswert, dass die Ersatzmilch der Muttermilch in ihrer Zusammensetzung möglichst nahe kommt. Katzenmilch ist relativ hochkonzentriert, in ihrer Zusammen-setzung kommt sie der Hundemilch recht nahe, sie ist viel reichhaltiger als Kuhmilch, insbesondere ist der Anteil an Fetten, Eiweiß und Mineralstoffen höher. Wenngleich die Zusammensetzung der im Handel erhältlichen Muttermilchsubstitute nicht immer klar angegeben ist, so gibt es doch einige Kriterien, die bei der Auswahl hilfreich sein können. Das Kätzchen ist disponiert, Milch, also Eiweiße, Fette und Milchzucker zu verdauen, alles Substanzen tierischen Ursprungs. Hingegen ist es noch nicht ausreichend mit Enzymen ausgestattet, die ihm die Stärkeverdauung ermöglichen. Man sollte daher eine Milch mit möglichst geringem Stärkegehalt auswählen, überhaupt mit möglichst wenig Bestandteilen pflanzlicher Herkunft (außer Öl, das essenzielle Fettsäuren liefert). Alle Mineralstoffe (Ca, P, Mg, Na, Cl, K) , Spurenelemente (Fe, Cu, Zn, I, Se, F, Mn) sowie Vitamine (A,D 3, E, K, C, Vitamine der B-Gruppe) müssen enthalten sein, ebenso eine bestimmte Anzahl notwendiger Ami-nosäuren, wie Tryptophan und Arginin, essenzielle Fettsäuren nicht zu vergessen (Linolsäure, Linolensäure und Arachidonsäure). Schließlich benötigt das Kätzchen, genau wie die ausgewachsene Katze noch Taurin als Nahrungsbestandteil.
- Die Verdünnung der Milch. Entsprechend der Empfehlung des Herstellers muss sie zusammen mit der angegebenen Zusammensetzung beachtet werden. Die der Muttermilch angenäherte Milch kommt im Allgemeinen in Pulverform auf den Markt, das Pulver ist in Wasser aufzulösen. Je nach dem Erzeugnis wird empfohlen, 1 Volumenteil Pulver in 2 oder 3 Volumenteilen Wasser aufzulösen.
- Bequeme Verabreichung, Reinigung. Die Hersteller liefern in der Regel Fläschchen mit mehr oder weniger gut angepassten Saugern.
- Das erzielte Resultat. Ohne Zweifel ist dies das wichtigste Kriterium. Die Kätzchen müssen ein regelmäßiges Wachstum (kontinuierliche Gewichtszunahme) aufweisen, sie dürfen keinen Durchfall bekommen.
Beispiel: selbst hergestellte Ersatzmilch für Kätzchen (Meyer, 1989 nach Hall, 1992).
Entrahmte Kuhmilch (ml) : 600
Magerquark (g) : 190
Mageres Rinder-Hackfleisch (5 % Fett i.Tr.) (g) : 90
Sojaöl (g) : 30
Eigelb (g) : 20
Mineralstoff- und Vitaminzusatz : 10
Hygiene und Rythmus der Verabreichung der Milch
Die Art und Weise der Verabreichung der Fläschchen ist mindestens ebenso wichtig wie die Qualität der verabreichten Milch. Die Milchgaben müssen gleichmäßig über 24 Stunden verteilt sein, also Tag und Nacht erfolgen; die Zeitabstände müssen umso kürzer sein, je jünger die Kätzchen sind: von 7 Fläschchen, über 24 Stunden verteilt, in der ersten Woche bis 2 Fläschchen in der sechsten Woche, wobei ab 30 Tagen feste Nahrung mit angeboten wird. Die Verabreichung der Nahrung muss unter strenger Einhaltung der Hygiene erfolgen, die Kätzchen sind empfindlich, sie müssen besonders geschützt werden:
- Die Person, die die Fläschchen bereitet und verabreicht, muss darauf achten, sich vorher stets die Hände zu waschen.
- Vor dem Einfüllen der Milch müssen die Fläschchen ausgewaschen (mit der Flasch-enbürste) und mit heißem Wasser ausgespült werden; wichtig ist regelmäßig Sterilisieren.
- Die Milch darf erst unmittelbar vor der Verabreichung zubereitet werden.
- Außer wenn vom Hersteller ausdrücklich ausgeschlossen, muss die Milch mit abge-kochtem, noch warmem Wasser bereitet werden, die Temperatur beim Verabreichen soll 37° C bis 38°C betragen.
- Bei jeder Fläschchengabe muss das Kätzchen sich satt trinken können.
- Bei ganz jungen Kätzchen sollte man während des Saugens das Perineum – die Aftergegend – durch Reiben mit einem weichen, lauwarm angefeuchteten Tuch stimulieren, um so das mütterliche Fürsorgeverhalten nachzuahmen und die Ausscheidung von Urin und das Abkoten anzuregen.