In der Zeit von der Geburt bis zum Erwach-senenalter erlangt das Kätzchen zahlreiche Fähigkeiten. Die wichtigsten Veränderungen gehen vor dem Absetzen der Muttermilch vonstatten, solange das Junge noch Milch bei der Mutter saugt.
Die fünf Sinne
Das Kätzchen hat bereits bei der Geburt einen recht entwickelten Geruchssinn, der es ihm ermöglicht, im Umkreis von 50 cm zu seiner Mutter zu finden. Ebenso kann es drei grundlegende Geschmacksqualitäten unterscheiden: süß, salzig und bitter; die beiden letztgenannten mag es nicht. Im Gegensatz zu der frühen Entwicklung dieser Sinne wird das Kätzchen blind und taub geboren. Es erlangt diese beiden Sinne dann fast zur gleichen Zeit. Das Gehör entwickelt sich etwa im Alter von 5 Tagen, erlaubt dem Kätzchen aber erst im Alter von etwa 14 Tagen eine Orientierung. Die Fähigkeit ist auf einem dem erwachsenen Tier entsprechenden Niveau im Alter von 1 Monat voll entwickelt. Das Kätzchen erkennt dann die Stimme seiner Mutter. Die Augen öffnet das Kätzchen zwischen dem 7. und dem 15. Tag nach der Geburt. Es benö-tigt noch weitere 3 bis 4 Tage, um die Dimension der Schtiefe zu erfassen. Die Anpassung an diesen gleichzeitigen Erwerb der Seh- und der Hörfähigkeit erfor-dert einige Tage. Sehr früh verfügt das Kätzchen über einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn, auch wenn es anfänglich noch recht tapsig und ungeschickt ist. Vor Erreichen des Alters von 2 Wochen hat das Kätzchen Schwierigkeiten, seine Bewe-gungen zu koordinieren, etwa im Alter von 17 Tagen beginnt es, sich auf 4 Pfoten fortzubewegen, es wird beweglich und agil, im Alter von etwa 3 Wochen kann es sich mit einer Hinterpfote am Ohr kratzen.
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Die Zahnentwicklung
Die ersten Milchzähne und die ersten bleibenden Zähne sind eine einfache Möglichkeit, das Alter eines Kätzchens zu bestimmen, man braucht ihm dazu nur ins Mäulchen zu schauen (siehe unten stehende Tabelle).

Die großen Körperpartien
Die großen anatomischen Bereiche entwickeln sich nicht gleichmäßig schnell. So hat das Kätzchen bei der Geburt einen verhältnismäßig großen Kopf, dann beobachtet man sehr lange Gliedmaßen: das Kätzchen er-scheint sehr hochbeinig, das verleiht seinem Gang etwas Schlaksiges. Der übrige Körper schließlich entwickelt sich so, dass beim ausgewachsenen Tier dann die typischen Proportionen erreicht sind, die wir kennen.
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Verdauung
Bei der Geburt hat das Kätzchen einen Verdauungstrakt, der der Verdauung der Muttermilch gerecht wird. Katzenmilch ist reich an Proteinen, Fetten und Milchzucker, Laktose. Ein Enzym, die Laktase, befähigt das Kätzchen, die Laktose zu verdauen. Mit der Zeit entwickeln sich die Verdauungsfunktionen des Kätzchens. So erklärt sich unter anderem, dass viele ausgewachsene Katzen nicht mehr über das Enzym Laktase verfügen und daher keine Laktose bzw. keine Milch verdauen können. Die unverdaute Laktose passiert den Dünndarm und gelangt in den Dickdarm, wo sie durch die anwesenden Bakterien zersetzt wird. Diese Zersetzung verursacht saure Durchfälle. Während also die Fähigkeit zur Laktoseverdauung abnimmt, erhöht sich nach und nach die Aktivität der übrigen Enzyme, wie der Amylase, des Enzyms zur Stärkeverdauung. Der Anteil der Proteine am Energiegehalt der Milch kündigt bereits beim Katzenjungen die Natur des reinen Fleischfressers an, zu welchem sich das ausgewachsene Tier entwickelt. Die Katze kann auf diese Proteine nicht verzichten, sie müssen daher reichlich in ihrer Nahrung vorhanden sein. Die Katze säugt ihre Jungen bis zum Alter von 6 bis 7 Wochen; die Fähigkeit, feste Nahrung zu kauen, erlangen diese jedoch bereits im Alter von 4 bis 5 Wochen, parallel zur Entwicklung der Verdauungsfunktion für feste Nahrung. Das Kätzchen lässt in diesem Alter von selbst allmählich das Saugen.
