Das neugeborene Katzenjunge wird von der Mutter geleckt und so gereinigt. Gleichzeitig erfüllt das Lecken die Funktion, das Junge zu stimulieren und seine Sinne zu wecken, die Katzenmutter leckt ihre Jungen auch noch eine ganze Weile nach der Geburt. Die erste Aktivität der Jungen besteht darin, die mütterlichen Milchzitzen zu suchen. Das neugeborene Kätzchen ist außerstande, seine Körpertemperatur zu regulieren, es ist sehr empfindlich und sehr abhängig von seiner Mutter, die das Nest warm hält. Die rektal gemessene Temperatur sehr junger Kätzchen beträgt etwa 37°C, sie steigt allmählich an und erreicht im Alter von 7 Wochen 38°C bis 38,5°C. Daher sollte die Kindbettstube in der ersten Woche 33°C warm geheizt sein, etwa in der 4. bis 5. Woche sollten es 28°C sein, später 26°C.
DIE MILCH DER ERSTEN TAGE
An den ersten Tagen nach dem Werfen legt die Katze sich auf die Seite, so dass die Zitzen leicht zugänglich sind. Am Anfang bekommt das Junge beim Saugen noch keine Milch, sondern zunächst Kolostrum. Dieses Kolostrum unterscheidet sich im Aussehen und in der Zusammensetzung von der Milch. Es enthält insbesondere zahlreiche Antikörper, die das Junge in den ersten 16 Stunden nach der Geburt in großer Menge aufzunehmen vermag. Diese Antikörper schützen das Kätzchen die ersten Tage bis einige Wochen lang gegen Keime aus seiner Umgebung. Nach einigen Tagen geben die Zitzen beim Saugen Milch ab. Die Katzenmilch ist ebenfalls reich an mütterlichen Antikörpern. Darum sollte man den Katzenjungen, wenn sie aus irgendeinem Grunde das Kolostrum nicht gesaugt haben, innerhalb der ersten 16 Stunden nach der Geburt Katzenmilch geben, damit sie Antikörper aufnehmen, wobei dem Kolostrum natürlich stets der Vorzug zu geben ist, denn neben den Antikörpern enthält es noch andere Bestandteile, die in der Milch fehlen.