1 – Jede Körperzelle der Katze umfasst zwei Karten der jeweiligen Serien.
2 – Zur Herstellung eines Gameten wählt man im Spiel des Elternteils eine beliebige Karte aus jeder Serie.
3 – Um ein Kätzchen zu erzeugen, stellt man beliebig ein Kartenensemble aus all den vom Männchen potentiell erzeugten Sperma und ein Kartenensemble aus all den vom Weibchen potentiell erzeugten Eizellen zusammen. Diese Zufallskombinationen sind im Kreuzungsdiagramm dargestellt.
4 – In bestimmten Serien haben die Karten verschiedene „Stärken". Die stärkste Karte ist über der schwächsten Karte platziert und die Namen der Karten sind jeweils mit Großbuchstaben bzw. entsprechend mit Kleinbuchstaben gekennzeichnet. In der „L"-Serie zum Beispiel hat eine Katze kurzes Haar, wenn sie zwei „L"-Karten besitzt, bzw. eine „L"-Karte und eine „l"-Karte. Im letzten Fall setzt sich die „L"-Karte durch. Die Katze hat nur dann langes Haar, wenn sie über zwei schwache „l"-Karten verfügt. Die anderen Serien folgen dem gleichen Prinzip. Die Verbindung von zwei äquivalenten Karten wird im Vergleich zu zwei getrennt genommenen Karten einen intermediären Typ hervorbringen. Zum Beispiel gibt in der Serie „O" die Karte „XO" ein orangefarbenes Pigment, während die Karte „Xo" ein nichtorangefarbenes Pigment ergibt. In der Kombination „XOXo" entsteht ein Fell mit einem Nebeneinander von orangefarbenen und nichtorangefarbenen Flecken. Die Züchter sprechen hier von „Schildpatt" (Kap. 3). Gleiches gilt für die Serie „C", die Verbindung einer Karte „c8" mit einer Karte „cb" gibt eine Katze mit einem besonderen Fell, das mit den tonkinesischen Rassekatzen vergleichbar ist.
5 – Wie auch in anderen Kartenspielen gibt es hier Trümpfe, das heißt Karten, die stärker sind als die Karten anderer Serien. In unserem Spiel ist die Serie „O" eine kleine Trumpfkarte. Denn die Karte „XO" dieser Serie gibt ein orangefarbenes Pigment, die die Wirkung der Karten der Serie „B" überdeckt. In der Serie „W" ist die Karte „W" eine große Trumpfkarte, da sie mit Ausnahme der Serie „L" die Wirkungen sämtlicher Karten der anderen Serien überdeckt. Dieser Status des großen Trumpfes ist leicht zu verstehen, da die Karte „W" die Aufgabe hat, die Melanozyten (für die Synthese von Pigmenten verantwortlichen Zellen) unwirksam zu machen: die Katze, die Träger einer solchen Karte ist, ist dann infolge nicht vorhandener Pigmente völlig weiß. Auch anderen Karten ist die Wirkung auf die Pigmente wegen eben dieser fehlenden Pigmente versagt.
ROTHAARIGE KATZEN UND SCHILDPLATTKATZEN
Die Katze unterlag einer ganz besonderen Mutation, die eine sogenannte „O"-Karte hervorgebracht hat und die sich im Geschlechtschromosomen „X" befindet. Diese „O"-Karte verändert das gesamte dunkle Pigment der Haare in ein kräftiges orangefarbenes Pigment. So ist das Fell einer rothaarigen Tabby Katze einerseits aus Streifen aus vollständig orangefarbenen Haaren zusammengesetzt (bei den nicht rothaarigen Tabby-Katzen sind das entsprechend die gleichmäßig dunklen Haare) und andererseits aus zwischen den Streifen gelegenen Zonen orangefarbener Haare mit einem unter der Spitze angesetzten gelben Band (eine Entsprechung der Agouti-Haare). Dieses rothaarige Fell ist den Männchen „XOY" und den Weibchen „XOXO" vorbehalten. Die Weibchen mit den Karten „XOXo" weisen ein besonderes Kleid auf, das den Namen Schildpatt Tabby trägt (Tortie Tabby für die British Kurzhaar). Dieses Fell ist ein Mosaik von Flächen des Typs rothaarige Tabby-Katze und von Flächen des Typs Tabby „normal". Besitzt das Weibchen außerdem eine „S"-Karte, die weiße Flächen bewirkt (Fleckung), dann ist das Fell dreifarbig oder auch Kaliko.

