Dieser kurze Überblick über die Genetik der Katzen dürfte hinreichend zeigen, wie Züchter in Bezug auf die Farbe des Fellkleides und die Länge der Haare die zur Fortpflanzung gedachten Tiere nach wohlüberlegten ästhetischen Gesichtspunkten auswählen und paaren, um Kätzchen entsprechend der gewünschten Varietät zu erhalten. Ziel kann die Aufrechterhaltung der für diese gezüchtete Rasse klassische Farbskala des Fellkleides sein. Aber der Züchter kann diese Techniken auch nutzen, um eine neue, bisher noch nicht vorhandene Farbe des Fellkleides der entsprechenden Rasse einzuführen. So stellten Züchter in den dreißiger Jahren zum Beispiel Zuchtprogramme auf, die das Ziel verfolgten, die „cs"-Karten in die Rasse der Perserkatzen einzuführen. Diese „cs"-Karten wurden von der Siamkatze geliefert. Nach einer langwierigen Arbeit zur Wiederauffindung der für die Perser typischen Morphologie, die durch „cs"-Gene der Siamkatzen starke Veränderung erfuhren, konnten die Züchter die prächtigen Colourpoint Perserkatzen präsentieren, die heutzutage überall auf den Katzenausstellungen zu bewundern sind. Die gleiche Prozedur wird zur Schaffung einer neuen Rasse auf der Basis einer Spontanmutation genutzt, die eine neue Karte ins Spiel einführt. So wurde im Jahre 1981 in den Vereinigten Staaten beispielsweise eine Katze mit hoch angesetzten Hängeohren entdeckt. Es handelte es sich um eine durch eine starke Karte erwirkte Spontanmutation. So kam eine neue Serie zu den Katzenkarten hinzu: die Serie „Cu" für curl (gekrümmt). Diese Serie umfasst eine schwache „cu"-Karte, die für die „normalen" Ohren verantwortlich ist und eine „Cu"-Karte, die die neuen gekrümmten Ohren hervorbringt. Anschließend haben die Züchter durch logische Selektion und Paarung eine ausreichend große Zahl von Katzen mit einer „Cu"-Karte produziert, um sie als neue Katzenrasse anerkennen zu lassen: die American Curl. Jedoch sind nicht alle Spontanmutationen unschädlich für die Gesundheit der Katzen. Manche sind verantwortlich für vererbbare genetische Krankheiten. Die Selektion muss also das Ziel verfolgen, die Tiere herauszufinden, die Träger von schlechten Karten sind, um sie nicht für die Erneuerung der Rasse einzusetzen. Abschließend sei noch der Hinweis erlaubt, der Siamkatzen starke Veränderung erfuhren, konnten die Züchter die prächtigen Colourpoint Perserkatzen präsentieren, die heutzutage überall auf den Katzenausstellungen zu bewundern sind. Die gleiche Prozedur wird zur Schaffung einer neuen Rasse auf der Basis einer Spontanmutation genutzt, die eine neue Karte ins Spiel einführt. So wurde im Jahre 1981 in den Vereinigten Staaten beispielsweise eine Katze mit hoch angesetzten Hängeohren entdeckt. Es handelte es sich um eine durch eine starke Karte erwirkte Spontanmutation. So kam eine neue Serie zu den Katzenkarten hinzu: die Serie „Cu" für curl (gekrümmt). Diese Serie umfasst eine schwache „cu"-Karte, die für die „normalen" Ohren verantwortlich ist und eine „Cu"-Karte, die die neuen gekrümmten Ohren hervorbringt. Anschließend haben die Züchter durch logische Selektion und Paarung eine ausreichend große Zahl von Katzen mit einer „Cu"-Karte produziert, um sie als neue Katzenrasse anerkennen zu lassen: die American Curl. Jedoch sind nicht alle Spontanmutationen unschädlich für die Gesundheit der Katzen. Manche sind verantwortlich für vererbbare genetische Krankheiten. Die Selektion muss also das Ziel verfolgen, die Tiere herauszufinden, die Träger von schlechten Karten sind, um sie nicht für die Erneuerung der Rasse einzusetzen. Abschließend sei noch der Hinweis erlaubt, dass sich die hier vereinfacht dargestellten Ausführungen lediglich auf die Merkmale anwenden lassen, die durch Gene mit großer Wirkung, oder Hauptgene bestimmt werden. Dies betrifft in der Mehrheit die Färbung des Fells und einige besondere morphologische Merkmale (fehlender Schwanz, geknickte Ohren, kurze Beine usw.) Quantitative morphologische, physiologische und psychologische Merkmale dagegen sind nicht betroffen. Gegenwärtig verfolgt man die Idee, diese Merkmale durch das Zusammenspiel zahlreicher, jeweils sehr schwacher Gene zu realisieren. Dabei spricht man von Polygenen. Die Selektion polygener Merkmale ist schwieriger und komplexer als die solcher Merkmale, die von einem einzigen Gen gelenkt werden, weshalb wir in dieser Kurzdarstellung dieses Problem nicht weiter vertieft haben. Obgleich diese für die Festlegung und Bewahrung zahlreicher Qualitäten, die jede Katzenrasse kennzeichnen und die in ihren entsprechenden Standards festgehalten sind, äußerst wichtig ist. Erwähnt werden sollte dennoch, dass einige Pigmentierungsmerkmale, die zwar im Wesentlichen durch die weiter oben beschriebenen Hauptgene bestimmt werden, ebenfalls dem Einfluss der Polygene unterliegen. Das ist der Fall für das Merkmal der unregelmäßigen weißen Flecken (oder Farbflecken). Deshalb ist es für die Züchter recht schwierig, diese Merkmale definitiv festzulegen.

FELLKLEIDER MIT WEIßER FLECKUNG
Die unregelmäßigen weißen Farbflecken, auch Fleckung genannt, entstehen bei der Katze durch eine Mutation, bei der sich eine starke „S-Karte gebildet hat. Die Ausdehnung der weißen Flecken dagegen wird durch eine Serie von Genen mit jeweils sehr schwacher Wirkung beeinflusst, die sogenannten Polygene. Dabei gibt es selbstverständlich je nach vorhandenen Polygenen der jeweiligen Katze sämtliche Zwischenstufen (daher die Varietäten Harlequin und Van). Es ist sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, eine Rasse mit einem besonderen weißen Fleckenmotiv festzusetzen. Dies ist insbesondere der Fall für die Heilige Birma: ihre berühmten weißen Pfoten sind im Grunde eine Minimalfleckung und können von einer Katze zur anderen je nach Funktion der Polygene variieren. Pis, ein wohl „behandschuhter" Kater, wird seine Handschuhe nicht an seine gesamte Nachkommenschaft vererben…Übrigens besitzt auch die Heilige Birma zwei „cs"-Karten, wodurch den Handschuhen auch ein Colourpoint Fell überstreift werden kann.