Wenn die Leber nicht mehr funktionstüchtig ist spricht man von einer Leberinsuffizienz.
Die akute Leberinsuffizienz kann auf vielerlei Ursachen zurückgehen: Infektionen (F.I.P., Pseudotuberkulose, verschiedene Bakterien, Toxoplasmen u.a.), toxische Substanzen, allgemeine Störungen (Schockzustand, Hämolyse), Immunstörungen. Die davon betroffenen Katzen sind matt und abgeschlagen, appetitlos und weisen Verdauungsstörungen auf: Erbrechen, Durchfall, übermäßigen Durst. Eine Gelbsucht entwickelt sich dann mehr oder weniger rasch, auch Nervenstörungen stellen sich ein: unsicherer Gang, depressive Gedrücktheit, Koma, gelegentlich Krämpfe. Blutanalysen sind zur Bestätigung der Diagnose hilfreich. Der Tierarzt behandelt die Ursache, wenn er sie identifizieren kann, und verschreibt Medikamente zur Behandlung der Symptome. Hygienemaßnahmen sind sehr wichtig: Ruhe und eine kohlenhydratreiche, jedoch begrenzt fett- und eiweißhaltige Diät.
Die chronische Leberinzuffizienz stellt sich so unauffällig ein, dass die Symptome erst alarmierend wirken, wenn ein großer Teil der Leber bereits zerstört ist; es ist dann praktisch unmöglich, die Ursache festzustellen. Zu den in Frage kommenden Ätiologien gehören die eine Entzündung der Gallenkanälchen, allgemeine Erkrankungen, entweder in Form von Infektionen (F.I.P.) oder endokrine Erkrankungen (Diabetes mellitus), wie auch Fälle von Leberzirrhose. Auch Leberkrebs (Lymphosarkome, primäre Karzinome oder Metastasen) äußern sich in analogen Symptomen. Das erkrankte Tier ist abgemagert, das Fell sieht unschön aus, die Verdauung ist schlecht (das Tier frisst mehr oder weniger gut, es leidet an Durchfall oder Verstopfung), häufig trinkt es viel. Es sieht eventuell gelblich wie in einem Frühstadium der Gelbsucht aus, später verfärbt es sich deutlich gelb. Das Blutbild ändert sich ganz unauffällig mehr oder weniger. Die vor allem auf Hygiene zielende Behandlung beruht auf einer Diät mit biologisch hochwertigen Eiweißen und leichtverdaulichen Kohlenhydraten, verteilt über mehrere kleine Mahlzeiten.