Der Tierarzt legt in der Regel Wert darauf, dass der Besitzer der Katze während der Untersuchung anwesend ist, damit das Tier sich sicherer fühlt. Insbesondere ist wichtig, dass die Katze ihre Bezugsperson jederzeit sehen bzw. ihre Anwesenheit fühlen kann. Schüchtern veranlagte Katzen haben das Bedürfnis, ihren Kopf unter dem Arm oder unter dem Zipfel eines Kleidungsstücks ihres Besitzers zu verbergen. In der Regel wird die Katze während der Untersuchungen nur ganz leicht festgehalten. Der Tierarzt fixiert die Katze auf dem Tisch, indem er sie lediglich mit einer Hand am Brustlatz festhält. Ist eine Spritze zu verabreichen oder muss der Körper abgetastet werden, wobei das Tier Schmerz empfinden kann, hält er es am Hals fest, damit es nicht weglaufen kann. Diese Art des Festhaltens sieht zwar dramatisch aus, verursacht aber keine Schmerzen. Wenn Proben entnommen werden müssen, wie etwa Blut- oder Urinproben, kann Hilfestellung durch eine Krankenschwester erforderlich sein, das Tier wird dann fester gehalten. Es ist wichtig, in dieser Situation ruhig zu bleiben, denn Katzen sind sehr empfänglich für die Ängste ihrer Bezugspersonen. Ruhiges, schnelles Arbeiten ist Unterpfand des Erfolgs, denn so vermeidet man, dass die Katze die Geduld verliert, sich aufregt und aggressiv wird. In einigen seltenen Fällen greift der Tierarzt auf drakonische Maßnahmen zur Fixierung aggressiver Katzen zurück; die manchmal über jedes Maß beunruhigte Katze kann in Panik verfallen und jede Selbstkontrolle verlieren. Sie verwandelt sich dann in eine kleine Wildkatze, die um sich beißt und kratzt, wie es gerade kommt, dabei auch ihren Besitzer nicht verschont, da sie ihn nicht mehr erkennt. In diesem Fall muss man dicke Handschuhe anlegen und das Tier mit einem großen Handtuch stilllegen. So barbarisch, wie dies auch aussehen mag, diese Methode ermöglicht es, das Tier unter Kontrolle zu halten, damit es niemanden verletzen und auch sich selbst nichts zufügen kann.
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