Kreislaufsystem

Gesamtheit von hohlen, in einem geschlossenen Kreislauf angeordneten Kanälen, in denen Blut und Lymphe fließen.

 

Man unterscheidet:

  • das Herz, zentrales Antriebsorgan, das durch seine rhythmischen Kontraktionen die Bewegung des Blutes im kleinen Kreislauf (rechte Herzkammer-linker Vorhof) und im großen Kreislauf (linke Herkammer-rechter Vorhof) gewährleistet. Das in den Lungen angereicherte mit Sauerstoff angereicherte Blut wird in die Aorta getrieben, die längste und voluminöseste der Arterien, um den gesamten Körper zu durchbluten. Das in Höhe der 4. bis 7. Rippe im Brustkorb gelegene Herz ist kugelförmig. Es liegt schräg von vorne nach hinten, als ob es auf dem Brustbein liegt. Sein Gewicht schwankt zwischen 15 und 20 g bei der Katze ( 0,4 bis 0,8 % des Lebendgewichtes).

das Gefäßsystem mit:

  • Arterien, die das Blut der Herzkammern in alle Teile des Organismus leiten und die sich in kleinere Arteriolen untergliedern.
  • Kapillaren, sehr feine Blutgefäße, die die letzten Arteriolenverzweigungen mit den ersten Venenverzweigungen verbinden. Sie sichern den Gas-, Nährstoff-, Stoffwechsel- und Wärmeaustausch.
  • Venen, die das Blut von den Kapillaren zum rechten Vorhof des Herzens bringen. Deshalb versorgt die abwärts gelegene Hohlvene das Blut der hinteren Gliedmaßen, des Nierenbeckens und des Bauches; die Pfortader liefert der Leber Blut aus den Verdauungsorganen und der Milz.
Herz
Herz

Herz

1. rechte Herzkammer
3. rechter Vorhof
4. Craniale Hohlvene
5. Truncus brachiocephalicus
6. Arteria subclavia sinister
7. Aorta
9. vv. pulmonales (Lungenvenen)
10. Kaudale Hohlvene (V. cava caudalis)
11. linker Vorhof
12. linke Herzkammer
15. linke Lungenarterie (A. pulmonales sinister)

Allgemeiner Kreislauf

Das Blut wird durch die Kontraktionen der Herzkammern und der Herzklappen in Umlauf gebracht (Trikuspidal- und Mitralklappe). Die rechte Herzhälfte erhält das venöse Blut der Peripherie und sendet es nach Kontraktion der rechten Herzkammer an die Lunge weiter. In der Lunge entledigt sich das Blut seines Kohlendioxids (CO2) und nimmt Sauerstoff auf (O2). Die linke Herzhälfte bekommt von der Lunge das sauerstoffangereicherte Blut in ihre Herzkammer und gibt es mittels der Aorta nach Kontraktion der Herzkammer an den Organismus weiter.

  • Das Lymphsystem: Komplex von Ganglien oder Lymphknoten, die in den Lymphzentren auf dem Weg der Lymphgefäße liegen, wo die Lymphe zirkuliert: eine helle Flüssigkeit, größter Teil der extrazellularen Flüssigkeiten. Es ist ein Abwehrsystem des Körpers gegen schädliche Einflüsse, zu dem ebenfalls zentrale Lymphorgane wie Thymus und Knochenmark gehören. Der Thymus ist ein „Übergangsorgan", das sich beim Erwachsenen zurückbildet. Die Milz und die Mandeln sind Teil der peripheren Lymphorgane.
Lymphknoten des Kopfes
Lymphknoten des Kopfes

Lymphknoten des Kopfes

1. lateral, retropharyngeale Lymphknoten

2. mediale, retropharyngealer Lymphknoten

3. mandibuläre Lymphknoten

4. Parotsdlymphknoten (unbeständig)

Klinisch auswertbare Lymphknoten
Klinisch auswertbare Lymphknoten

Klinisch auswertbare Lymphknoten

1. axillare Nebenlymphknoten
2. axillare Lymphknoten
3. zervikaler superfizieller Ventrallymphknoten
4. zervikaler superfizieller Dorsallymphknoten
5. medialer Retropharyngeallymphknoten
6. mandibuläre Lymphknoten
7. Parotislymphknoten
8. laterale Retropharyngeallymphknoten
9. kraniale Mediastinallymphknoten
10. kraniale Mesenteriallymphknoten
11. superfizielle Popliteallymphknoten
12. superfizielle Inguinallymphknoten

Physiologie: der Kreislauf

Unsere Tiere besitzen Milliarden von Zellen. Da die meisten von ihnen nicht mit dem äußeren Milieu in Verbindung stehen, können sie sich nicht direkt mit den nötigen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Für ihre Versorgung ist der Kreislauf notwendig, der die Rolle eines internen Konvektors spielt und die interstitielle. Flüssigkeit erneuert. Wir haben es hier mit der Vitalfunktion schlechthin zu tun, jegliche Unterbrechung des Kreislaufes führt in nur wenigen Sekunden zu nervösen Störungen und innerhalb weniger Minuten zu irreversiblen Schäden.

Venensystem der Katze
Venensystem der Katze

Venensystem der Katze

  1. Darm
  2. Milz
  3. Magen
  4. Portalvene
  5. Leber
  6. Vena azygos
  7. Kraniale Hohlvene (V. cava cranialis)
  8. Vena Subclavia
  9. Jugularvene (Drosselvene)
  10. Vena brachycephalica
  11. kaudale Hohlvene
  12. Vena hepatica
  13. Vena phrenica
  14. rechte Nierenvene (V. renalis dex)
  15. linke Nierenvene (V. renalis sinister)
  16. Niere
  17. linke Hoden- oder Eierstockvene (V. testuicularis und V. ovarica)
  18. Vena circumflexa ilium profunda
  19. Vena iliaca communis
  20. rechte Hoden- oder Eierstockvene
Arteriensystem der Katze
Arteriensystem der Katze

Arteriensystem der Katze

  1. aszendierende Aorta (Aorta ascendens)
  2. Truncus brachyocephalicus
  3. Subclavia dex.
  4. Arteria carotis communis
  5. Subclavia sinister
  6. Aorta thorarica
  7. Zwerchfell
  8. Aorta abdominalis
  9. Arteria coeliaca
  10. Arteria mesenteria cranialis
  11. Arteria phrenica
  12. Arteria renalis
  13. Niere
  14. Arteria testicularis und A. ovarica
  15. Arteria circumflexa ilium profunda
  16. Arteria iliaca externis
  17. Arteria iliaca internis
  18. Arteria sacralis mediana
  19. Leber
  20. Arteria hepatica (Leberarterie)
  21. Milz
  22. Arteria splenica
  23. Arteria gastrica
  24. Magen

Das Blut

Das Blut ist eine viskose, heterogene Substanz, die aus Flüssigkeit, roten Blutkörperchen, den weißen Blutkörperchen und den Blutplättchen besteht. Es hat eine Transport- und eine Abwehrfunktion. Es ermöglicht den Transport:

  • der Atemgase: Sauerstoff und Kohlendioxid,
  • des „energetischen Zellkraftstoffes",
  • der von den Zellen produzierten Abfallstoffe
  • der Substanzen, die die Zellaktivität kontrollieren, wie z.B. die Hormone,
  • von Wärme, zwischen den Produktionszonen und den Eliminierungsbereichen.

Es spielt auch eine wichtige Abwehrrolle im Organismus. Dank der Hämostase und der Koagulation werden Blutungen im Fall von Verletzungen der Blutgefäßwand gestoppt. Einige Zellen, die Makrophagen, sind für die Reinigung jeglicher Überreste interner oder externer „Fremdkörper" zuständig. Die Immunfunktion kann jegliches „gespeichertes" und erkanntes Fremdelement ausmachen und sich seiner wirksam entledigen.

Die roten Blutkörperchen

Die diskusförmigen roten Blutkörperchen enthalten Hämoglobin, den eisenhaltigen und Sauerstoff bindenden Blutfarbstoff. Ihre Wand ist sehr elastisch und sie können sich leicht auch durch die engsten Kapillargefäße winden. Sie haben eine ungefähre Lebensdauer von zwei Monaten. Nach der Zerstörung durch eigens dafür vorgesehene Zellen wird das Hämoglobin in ein Pigment umgewandelt, das Bilirubin, das selbst umgeformt und durch die Galle und den Urin ausgeschieden wird, denen es die gelbe oder grüne Farbe verleiht.

Die weißen Blutkörperchen

Die weißen Blutkörperchen oder Leukozyten sind sowohl für die Reinigung als auch für den Kampf gegen „Eindringlinge" zuständig. Sie setzten sich aus verschiedenen spezialisierten Zelltypen zusammen, die ständig zusammenarbeiten und mithilfe chemischer Substanzen, der Zytokine, ihre Informationen untereinander austauschen. Sie sind in der Lage, sämtliche Fremdkörper und Ablagerungen zu erkennen und zu zerstören. Sie besitzen eine sehr große Lernfähigkeit, die Immunfunktion, mit der sie ein bereits getroffenes Element (Antigen) rasch wiedererkennen und dank der spezifischen Antikörper angreifen können. Dieses „Gedächtnis" kann durch Impfung gefördert und erhöht werden.

Die Blutplättchen = Thrombozyten

Das sind kleine Zellen, die dann aktiv werden, wenn sie zum Beispiel an einem kleinen Gefäßriss mit Bindegewebe in Kontakt kommen. Sie lagern sich an diesen Bereich an und bilden so eine Art Pfropfen. Gleichzeitig zieht sich das Gefäß an dieser Stelle zusammen, und das Blut hört rasch auf zu tropfen. Dieses Phänomen wird Hämostase genannt.

Das Blut und der Kreislauf

Gesamtvolumen des Blutes: 65 – 70 ml/kg Körpergewicht.

Erythrozyten (rote Blutkörperchen): 5,0 – 10 T/e (=1012/l.)

Leukozyten (weiße Blutkörperchen): 8000 – 25 000 G/l (= 109/l) .

Thrombozyten (Blutplättchen): 180-550 G7l (=.109/l)

Hämoglobin: 90-150 g/l.

Hämatokrit (Prozentsatz des Volumens der Blutkörperchen im Vergleich zum Gesamtvolumen): 0,3 – 0,44 l/l.

Glukose: 3,05 – 6,01 mmol/l

Natrium: 145 – 158 mmol/l.

Kalium: 3,0 – 4,8 mmol/l

Kalzium: 2,3 – 3,0 mmol/l

Proteine: 57 – 94 g/l.

Triglyceride: 0,57 – 1,14 mmol/l

Herzminutenvolumen: 150 – 280 ml/min.

Herzfrequenz: 120 – 140 Schläge/ min.

Der Blutkreislauf

Das Blut kreist beständig und immer in den gleichen Bahnen. Das durch die Lungen sauerstoffangereicherte Blut gelangt über die Lungenvenen ins Herz. Es wird durch die linke Herzhälfte über die Aorta und die verschiedenen die Organe durchblutenden Arterien an alle Zellen des Organismus gepumpt. Über die Venen, die in die beiden großen Hohlvenen münden, gelangt das Blut in die rechte Vorkammer und wird von dort über die Lungenarterie in die Lunge gepumpt.

Das Herz

Im Ruhezustand schlägt das Herz der Katze mit einer durchschnittlichen Frequenz von 120 bis 150 Schlägen pro Minute. Es verfügt über einen regelrechten Automatismus, das sind spezielle Zellen, der den regelmäßigen Herzschlag gewährleistet. Die Kontraktionsphase wird Systole genannt, die Füllung erfolgt während der Entspannung oder der Diastole. Pro Minute wird hier ein halber Liter Blut gepumpt. Bei Anstrengung erhöhen sich Frequenz und Pumpleistung, wodurch die Muskeln eine größere Menge Blut, also mehr Sauerstoff und Energie pro Zeiteinheit erhalten. Damit in Zusammenhang steht das vegetative Nervensystem. In der Ruhephase bewirkt das parasympathische System, dass das Herz langsamer schlägt. Bei Anstrengung, „Angstzuständen" oder Erregung ist das sympathische System für die Herzstimulierung verantwortlich.

Die Gefäße

Das Blut verlässt die Arterien unter erhöhtem Druck. Der Blutdruck kann mit einem Blutdruckmessgerät mit Doppler-Effekt gemessen werden. Er schwankt zwischen 130mm Quecksilber (mmHG) in der Systole und 90 mmHG. Der Blutdruck der Katze, so lässt sich erkennen, ist nicht so weit von dem des Menschen entfernt. Da die Arterienwand halbelastisch ist, leistet sie dem Blutfluss, der Druck in Richtung Kapillargefäße leitet, Widerstand. Die sehr elastischen Venen bieten der Dehnung nur geringen Widerstand; hier herrscht nur ein sehr niedriger Druck. Die sehr feinen Kapillargefäße bilden gewissermaßen die Grundlage für das Kreislaufsystem: Hier erfolgt der Austausch, der die Erneuerung interstitieller Flüssigkeit ermöglicht. Am „Eingang" der Kapillargefäße wird das Wasser aus dem Blut gefiltert, das die Zellen u.a. mit Sauerstoff, energetischen Substraten und Hormonen versorgt. Am „Ausgang" kehrt das Wasser, mit Kohlendioxid und den Abfallstoffen beladen in die Gefäße zurück. Zusätzlich erfolgt eine Drainage durch die Lymphgefäße. Eine andere wichtige Aufgabe der Lymphflüssigkeit besteht im Transport von bestimmten größeren Elementen Zellen oder Molekülen, die nicht durch die Gefäßwand dringen können. Die Blutmenge, die ein Organ durchblutet, kann sehr unterschiedlich sein. Einige Organe weisen aktiv kontraktierende Arterien vor (Gefäßkontraktion), und funktionieren wie eine Art Ventil, das die die Organe erreichende Blutmenge reguliert. Das Ganze wird über das Gehirn und das Rückenmark gesteuert. Verantwortlich hierfür ist das orthosympathische Nervensystem, das Konflikte regelt und Prioritäten lenkt, wenn mehrere Organe gleichzeitig eine Erhöhung der Blutmenge fordern, oder wenn die Funktionstüchtigkeit des Kreislaufes aus anderen Gründen gefährdet ist. Auch zahlreiche Hormone können hier lokal eingreifen, um die Gefäßaktivität zu modifizieren, wie zum Beispiel während der Verdauung, wo die vom Darm produzierten Hormone die Durchblutung dieses Organs und die Dränage der absorbierten Elemente regeln. Steigt der Sauerstoffbedarf abrupt an, oder nach einer starken Blutung, so sind bestimmte Organe, insbesondere die Milz, in der Lage, rasch eine größere Anzahl von roten und völlig neuen roten Blutkörperchen in Umlauf zu bringen. Hier werden übrigens auch die alternden roten Blutkörperchen abgefangen und zerstört.

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