Die "Heimgrille" – so wird sie in manchen Ländern genannt, weil ihr sonores Schnurren an Grillen und Zikaden erinnert – hat heute ihren festen Platz als vollwertige Hausgefährtin. In den Herzen vieler Menschen in Europa, etwa in Frankreich, England und Deutschland, aber auch in den USA ist sie dabei, dem Hund den Rang abzulaufen. Autonomer und weniger voluminös spielt die Katze all ihre Trümpfe aus, um den ständig umhereilenden und gestressten Menschen dieses ausgehenden Jahrhunderts mit ihrem Hauch von Schalkhaftigkeit und Unberechenbarkeit in ihren Bann zu ziehen und seinem Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Verständnis zu entsprechen.

Sehr "familienbesonne" Besitzer
Weit entfernt von den gewohnten Klischees, die aus der Katze den bevorzugten Gefährten der Schriftsteller, Nachtschwärmer und alleinstehenden Frauen machen, schaffen sich in der Mehrheit Familien mit zwei Kindern, Einfamilienhaus und Garten eine Katze an. 66 % dieser Personen leben in einem Haus (62 % mit Garten) und lediglich 25 % leben in einer Stadtwohnung. 66 % der Katzen leben in Städten mit weniger als 100 000 Einwohnern. Hauptsächlich die Liebe zum Tier bestimmt den Wunsch, sich eine Katze anzuschaffen, nur beiläufig um Mäuse zu jagen und viel stärker als Spielgefährte für Kinder. Mehr als 85 % der Landwirte haben eine Katze, knapp gefolgt von den Händlern, den Handwerkern und Unternehmenschefs. Unter den höheren Kadern, Freiberuflern und Nichterwerbstätigen teilen sich nur 36 % dieses Glück. Während die Hundebesitzer sich nur mit einem Hund zufrieden geben, teilen die Katzenhalter ihre Liebe zum Tier gleichwohl unter einer Katze, einem Vogel oder einem Hund. Die Katze, medizinisch noch wenig erforscht und allzu häufig von der Veterinärmedizin vernachlässigt,heute einer aufmerksamere Beobachtung ihrer Gesundheit. In Europa und in den Vereinigten Staaten spezialisieren sich Tierärzte auf die Katzenmedizin und gründen Spezialkliniken für Katzen; ganze wissenschaftliche Zeitschriften widmen sich ausschließlich dieser Tierart. Die Anhänglichkeit an den Menschen, die der Katze vor einigen Jahrhunderten noch abgesprochen wurde, wird nun herausgekehrt und verleiht ihr fortan eine dem Hund ähnliche Stellung als traditioneller Gefährtin des Menschen und weist sie an die vorderste Stelle in der Rangordnung gezähmter Tiere. Wobei durchaus die Frage berechtigt ist, ob die Zähmung der Katze eines Tages vollendet sein wird, da diese die Kontrolle über die Fortpflanzung einschließt. Nun aber, und gerade das ist das Paradoxe an der Katze, beherrscht man bis heute immer noch nicht die Fortpflanzung von Rassekatzen die eben gerade dann nicht werfen wollen, wenn der Züchter es wünscht, wo doch die frei lebenden Katzen in den Straßen und Vierteln riesige Würfe auf die Welt bringen! Die Domestiezierung der Katze ist ein noch immer nicht vollständig erreichtes Ziel, und wir als Katzenhalter genießen das Privileg, tagtäglich daran teilzunehmen.

Die Katze und das Kind
Überkommen Vorstellungen und Vorurteilen zufolge sollte sowohl Säuglingen wie Erwachsenen das Glück versagt bleiben, mit Katzen zu leben. Man unterstellt der Katze, das Baby ersticken zu wollen, wenn sie sich in sein Bettchen legt. Zwei Gründe aber dürften die Anziehung rechtfertigen, die ein Baby auf eine Katze ausübt: Da wäre zunächst die erbrochene und geronnene Milch, die die Katze unweigerlich als neue verlockende Quelle wahrnimmt. Dies ist einer der Gründe, weshalb die Katze diesen Ort entweder zum Schlecken oder zum Schlafen aufsuchen wird. Und dann schläft das Baby genau wie die Katze viel und immer in einem besonders weichen und warmen Bettchen. Bei so vielen Versuchungen, die ein und das gleiche Wesen auf sich vereint, kann die Katze der Anziehung nicht widerstehen. In den ersten Lebensmonaten des Kleinkindes ist Vorsicht geboten und der Katze sollte besser der Zugang zum Kinderzimmer verboten bleiben, wobei man dennoch darauf achten sollte, dass die Katze zwischen der Präsenz des Babys und den fehlenden Streicheleinheiten keinen Zusammenhang herstellt. Aber während der Wachzeiten des Babys sollten sowohl der Katze als auch dem Baby jegliche Freiheit zur Interaktion gelassen werden. So lässt sich bald beobachten, wie die Katze morgens vor der Kinderzimmertür auf Babys Erwachen wartet, dann auf dem Tisch Platz nimmt und dem Kind für einige Streicheleinheiten seine Flanke bietet, während dieses sein Frühstück genießt. Diese eindeutig auf die Initiative der Katze zurückgehende Verhaltensbeziehung kann vor dem 5. Monat beginnen. Mit der Entwicklung der Motorik setzen auch die Verfolgungsjagden ein und damit zuweilen schwere Zeiten für die Katze, da das Kind ihren besonders beweglichen Schwanz entdeckt! Zwischen dem 18.und 24. Lebensmonat zeigen Kleinkinder ein aggressives Verhalten dem Tier gegenüber, das durchaus als normal in der Entwicklung beschrieben wird. Hier ist Wachsamkeit geboten und während dieser Interaktionen sollte man immer in Reichweite von Katze und Kind sein, da sich leider auch der eine oder andere Tatzenhieb nicht vermeiden lässt. Besonders wichtig ist es in diesem Zeitraum, dem Kind die Achtung vor der Katze beizubringen, die sich jedoch auch selbst Respekt zu verschaffen versteht! So empfängt Florence, die seit ihrem 6. Lebensmonat von dem Hund fasziniert war, der ihr die Füßchen leckte und sich neben sie schlafen legte, seit dem 8. Lebensmonat die Katze mit freundlichen Zurufen; sie äußert ihr Vergnügen mit lautem Schreien, streckt ihr die Händchen entgegen und lächelt. Da sie diese Katze nur alle vierzehn Tage sah, konnte sie sie erst im Alter von zwei Jahren "zähmen" und so gut sie konnte mit ihr umgehen lernen. Die Katze versteht es besser als jedes andere Tier, dem Kind durch kinästhetische Stimulierung den Kontakt mit seiner Umwelt und in einem Gefühl der Geborgenheit deren unmittelbare Erforschung zu ermöglichen. Das Kind, das sich spontan und unverzüglich für die umherstreifende Katze interessiert, bekundet lauthals seine Freude und Erregung. Und vergessen sind dann auch mal die Zahnschmerzen, von denen es geweckt wurde. Diese Zurufe treiben manchmal die Katze in die Flucht, weil ihr Temperament und ihre mehr oder weniger frühe Sozialisierung (ideal, wenn sie vor der fünften Woche erfolgt) zu einem großen Teil die Qualität und die Art selbst der Interaktionen zwischen dem Kind und der Katze bestimmen werden. Diese Vielseitigkeit der Katzentemperamente erklärt auch, weshalb das Kind nicht zwangsläufig die meisten Interaktionen mit der Familienkatze entwickeln wird. Das kann die Katze der Großmutter, einer großen Schwester oder eines Nachbarn sein, die das Kind fasziniert und seine Aufforderungen zum Spiel erwidert. Das Kind, egal welchen Alters, lernt sein Verhalten den Wünschen der Katze anzupassen; mit einem Wort, es lernt sich zu gedulden. Es findet in der Katze einen Partner, der es über das Spiel in die Welt der Erwachsenen eintreten lässt. Geduld, Achtung vor dem anderen, die Fähigkeit, seine Bewegungen, seine Stimme, seine Äußerungen zu beherrschen: die Katze lehrt ganz einfach das Leben.
Wenn die Katze zur Schule geht
Manch ein Lehrer hat den Beschluss gefasst, einen originellen Hilfslehrer einzustellen: eine Katze. Zuweilen ist es die eigene, die vor Ort wohnt, oder es ist eine aufgelesene Katze, deren Temperament besonders gut an ihren Lebensrahmen angepasst ist. So erzählt Sylvie Thevenon ihre ersten Schultage als junge Grundschullehrerin in einem Pariser Viertel, wo sich den Schülern Disziplin nur schwer vermitteln ließ. "Die Ankunft des Tieres erfolgte unverhofft anderthalb Monate nach dem Schulbeginn, als ein Kind ein herrenloses Kätzchen mit in die Schule brachte, das seit einiger Zeit um die neu erbaute Schule streunte. Alles sollte sich nun völlig ändern. So war es einleuchtend, dass ohne das Kätzchen an diesem Tage nichts getan werden konnte. Alle Kinder stellten Fragen, baten das Kätzchen behalten zu dürfen, gaben ihre Meinung über die beste Art es zu pflegen, es zu halten oder es schlafen zu lassen und mit ihrem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit kontrollierten sie die jedem bewilligten "Streichelzeiten" sehr genau. Zum ersten Mal meldeten sich alle Kinder der Klasse zu Wort und das übliche Schema der Beitragsmeldungen wurde rasch über Bord geworfen: es galt weder die gewohnte Überlegenheit der Klassenbesten noch die der Lehrerin! Die Präsenz des Tieres hat, in diesem Sinne, das Verhalten der Kinder grundlegend geändert. Es brachte neue Formen der Rede, des Zuhörens hervor, es wies jedem einen Platz, einen Wert und eine Rolle zu, es machte aus der Klasse eine kohärente, einander ergänzende und fest verbundene Gruppe. Es wurde zu einem regelrechten Akteur für den Zusammenhalt, es hat die Klasse stimuliert und motiviert.
Der Einfluss des Tieres ließ sich über das gesamte Jahr hinweg beobachten. Am markantesten war die Tatsache, dass sich die Kinder, die bisher nur schlecht ihre Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe zu richten verstanden und sich nur schwer in Raum und Zeit versenken konnten, als fähige Mitstreiter an Projekten erwiesen haben. Sie haben gelernt sich zu konzentrieren, sind aktiv geworden und haben bereitwillig und fähig Verantwortung zu übernehmen gewusst. Fast könnte man meinen, die Kinder würden sich in der Gegenwart des Tieres "vergessen". Die Kinder diskutierten, wie man dem Tier am besten Achtung beweist und es nicht in seinem Tun stört. Sie haben innerhalb ihrer Gruppen-Klasse aber auch mit den Kindern der anderen Klassen ihre Erfahrung geteilt. Anekdoten zirkulierten in der Schule, Arbeiten wurden ausgestellt (kleine Bücher, Gedichte, Zeichnungen etc.). Für all diese Gründe und vor allem für einen unbeschreiblich komischen Alltag ist die Katze unentbehrlich geworden, weil sie den Kindern Selbstvertrauen gegeben hat.

Die therapeutische Rolle der Katze am Krankenbett
Die Katzen kennen das Krankenhausmilieu und zahlreiche Katzenkolonien leben in der Nähe von Krankenhäusern oder Kliniken, wo sie das Pflegepersonal und häufig auch Kranke mit Futter und Zärtlichkeit bedenken. Weit entfernt, dieses Verhalten im Namen der Hygiene und des Anstandes mit dem Bann zu belegen, machten sich viele Ärzte und Psychiater das Interesse für die Katzen zu nutze, um den Patienten zu helfen, schneller zu genesen oder auch dort helfend einzugreifen, wo die traditionelle Medizin versagte.
Die ersten Erfahrungen einer tiergestützten Therapie wurden von dem Kinderpsychiater Boris Levinson beschrieben, dessen Hund Jingles einmal zufälligerweise an einer seiner Sprechstunden teilnahm. Gewöhnlich untersagte Boris Levinson seinem Hund die Präsenz in seinem Sprechzimmer, aber an diesem Tage empfing er Eltern, die mit ihrem autistischen Sohn zu einer Konsultation kamen, ihrer letzten Chance vor einer möglichen Krankenhauseinweisung des Kindes. Boris Levinson hatte akzeptiert, sie außerhalb seiner Sprechzeiten zu empfangen, und sein Hund blieb auch im Sprechzimmer. Das Kind sagte während der Konsultation nichts, bis am Ende, als der Arzt mit den Eltern über eine zweite Sitzung sprach, das seit langem verstumme Kinde fragte, ob der Hund das nächste Mal auch anwesend sein würde.
Boris Levinson hat von nun an seinen Hund bewusst eingesetzt, und als er seine Ergebnisse zum ersten Mal veröffentlichte, sah er sich den spöttischen Bemerkungen seiner Kollegen ausgesetzt, die sich nicht verkneifen konnten ihn zu fragen, ob er seinen Hund auch entlohnen würde. Bald entstand in der amerikanischen Psychiatrie eine auch auf Europa übergreifende Strömung, die die therapeutische Unterstützung durch den Einsatz von Hausgefährten befürwortete. Zunächst griff man auf Hunde zurück, aber auch Katzen werden im psychiatrischen Milieu regelmäßig für ältere Personen hinzugezogen.
Selbstverständlich muss das medizinische Personal, dass eine tiergestützte Therapie anwendet, Tiere einsetzen, zu denen es selbst einen guten Kontakt hat. Wenn das medizinische Personal nicht mit Katzen vertraut ist oder Angst vor ihnen hat, sollte besser auf eine andere Tierart zurückgegriffen oder gänzlich darauf verzichtet werden.
Im Krankenhaus Paul-Giraud in Villejuif (Frankreich) zum Beispiel stellten Katzen unter der aufmerksamen und liebevollen Kontrolle des medizinischen Personals wertvolle Gesundheitshelfer dar.
"Ich ziehe die Katzenden Hunden vor. Der Hund gehört uns. Wir gehören der Katze. Man könnte meinen, sie haben Vertrauen in uns. Sie verstehen uns", erklärte eine 58-jährige Patientin, die seit zweiundzwanzig Jahren auf einer Spezialstation betreut wurde und die dank der in der Nähe des Krankenhauses lebenden Katze und der sehr aufmerksamen Betreuung des Pflegepersonals den Weg in die Realität wiederfinden konnte.
Die Rolle des Pflegepersonals ist sehr wichtig, zwar ermöglicht die Katze dem Kranken, sich der Welt zu öffnen und positive Verhaltensmuster zu entwickeln, doch ist ein Abdriften in eine allzu ausschließliche Beziehung möglich. Die Katze ist ein ausgezeichneter Beziehungs- und Gefühlskatalysator, aber die Rolle des medizinischen Personals besteht darin, diese zu lenken, um den Patienten auf den Weg zur Genesung oder wenigstens zur Besserung zu führen.
Auch abseits der Psychiatrie haben zahlreiche Untersuchungen gezeigt, dass allein die Tatsache, eine Katze zu streicheln, mit ihr zu sprechen oder in ihrer Anwesenheit zu lesen auch ohne besondere Interaktion – zur Senkung des Blutdrucks beitragen kann. Andre Untersuchungen haben die Rolle der Katze bei Patienten mit einer schweren Herzpathologie gezeigt (infolge eines Infarktes oder eines Herzleidens): ihre Anwesenheit kann die Überlebenszeit verlängern.
Die Anwesenheit einer Katze im Krankenhaus trägt zu einer Humanisierung des Umfeldes und zur engeren Bindung zwischen Patienten und medizinischem Personal bei.
Oft wird befürchtet, dass die Präsenz einer Katze die ohnehin schon schwere Aufgabe des Personals zusätzlich belasten würde, sobald sich aber die Katze einbürgert, wird systematisch anerkannt, dass ihre Präsenz die Beziehungen erleichtert, die Aggressivität der Patienten mildert und alles erträglicher macht.
Die Katze, Nomadin der Gärten
Dort wo Katzen in Kolonien leben, überall in unseren Städten, entsteht ein Netz solidarischen Teilens und Kommunizierens, das einige Ethnologen fortan ernsthaft zu untersuchen beginnen. Selbst wenn mitunter jene, die man als "Katzenmuttchen" zu betiteln pflegt, und die manch einen Gemeindevertreter, der sich die Friedhöfe sauber und wohl geharkt und ohne herumschleichende Katzen samt ihrer Kleinen wünscht, zur Verzweiflung treibt, tragen sie doch zur Fütterung dieser herumstreunenden Katzen und zum Charme dieser Orte bei. Was wäre das Capitol, das Forum Romanum, der Friedhof Père-Lachaise ohne Katzen? Sicherlich Orte ohne Seele.
Übrigens hat das in den ersten Stunden des Jahres 1999 veröffentlichte neue Gesetz zum Schutz der Hausgefährten diesen freien Katzen einen Status eingeräumt. Sterilisiert, erfasst und manchmal, sofern möglich, geimpft, können wir uns vertrauensvoll an ihrem Anblick erfreuen. Ebenso wie die Taubenfütterer haben einige Menschen Freude daran, sich um Katzen zu kümmern, die sie nicht bei sich aufnehmen könnten. Und die Katzen zeigen sich erkenntlich und lassen sich gerne streicheln.
![]()
Die Katze und der ältere Mensch
All diese bereits angeführten Gründe, aber auch ihre Autonomie machen aus der Katze das Partnertier für ältere Personen. Dennoch sollte ein passendes Temperament auswählt werden, nicht zu lebhaft und an Gesellschaft gewöhnt, falls die lieben Enkelkinder regelmäßig erwartet werden.
Man wird eine Langhaarkatze meiden, deren Haarkleid großer Pflege bedarf und mitunter einer täglichen Augenpflege. Aber auch hier wird alles vom Temperament der älteren Personen abhängen.
Bleibt noch das schmerzliche Problem, das ältere Personen mitunter daran hindert, sich dem Vergnügen hinzugeben, mit einer Katze zu leben. "Aber danach, Doktor...?"
Diese Sorge, seiner Katze nach seinem Tod ein komfortables Leben zu sichern, ist verständlich, und wenn die ältere Person alleine oder verwitwet ist, so sind ihre Bedenken berechtigt. Das System der freundschaftlichen Unterstützung bleibt die beste Lösung für eine ältere Person, sich nicht dieses täglichen Glücks zu berauben. Es gibt viele Hausmädchen, Freunde oder Verwandte, die dazu beitragen, der älteren Person die Sicherheit zu geben und sich in der Zukunft der Pflege der Katze anzunehmen, wenn ihr Besitzer ihr die traurige Überraschung bereitet und vor ihr geht. Häufig kann die ältere Person nur im Bewusstsein dieser Sicherheit in aller Ruhe die Freuden der Gesellschaft einer oder mehrerer Katzen ausleben. Enkelkinder oder Kinder brauchen sich keine Vorwürfe zu machen, wenn sie ein derartiges Engagement nicht eingehen können. Die Katzen haben genügend Freunde, die fähig sind zu teilen und Solidarität zu üben, Eigenschaften, die von der Güte des Menschengeschlechts zeugen. Erinnert sei dennoch daran, dass der Tod einer Katze für alle, Kleine oder Große, einen besonders schwierigen und empfindlichen Moment darstellt und bei der einen oder anderen anfälligen oder kranken Person gar Depression oder Krankheit auslösen kann (zum Beispiel bei Patienten mit multipler Sklerose). Die Umgebung sollte tunlichst der Person, die von einem solchen Kummer betroffen ist, beistehen. Besonders schmerzhaft ist diese Trauer für ältere Menschen, die bereits ihren Partner verloren haben und deren Katze einst der einzige Zeuge ihres gemeinsamen Lebens war; ähnlich ist es bei Jugendlichen, deren Eltern geschieden sind und für die die gerade verstorbene Katze mitunter die einzige Erinnerung an die Verbindung ihrer Eltern und ihrer Kindheit war. Wir sollten unseren Angehörigen Aufmerksamkeit entgegenbringen und sie in diesen schweren Momenten unterstützen können: "Auch ein Schmerz um eine Katze ist ein Schmerz."
KATZEN IM BÜRO, EIN BERUF DER ZUKUNFT
Die aus den Vereinigten Staaten importierte Mode dürfte auch bei uns nicht lange auf sich warten lassen, sofern sie ernsthaften Erwartungen gerecht wird. Seit langer Zeit schon lassen zahlreiche Händler, ja sogar Postämter ihre Katze in ihrem Geschäft oder Büro umherlaufen. Heute zögern Medien- oder Werbeagenturen nicht mehr, ihren Angestellten zu erlauben, mit ihrem Hund am Arbeitsplatz zu erscheinen. Die Katze, die nur sehr ungern reist, ist im Unternehmen, mitunter auf Dauer wie ein Maskottchen. Als Stammgast an das Sprechzimmer des Tierarztes gewöhnt, kann die Katze ebenfalls für große Unternehmen arbeiten, oder besser, die Atmosphäre verbessern und ein regelrechtes Fluidum des Zusammenhaltes schaffen.
