Soziales Verhalten

Die Katze nutzt zur Kommunikation im Wesentlichen 5 Körperhaltungen: 1. Freundschaft, 2. Konfrontation, 3. Abwehr, 4. Aggression, 5. Drohung
Die Katze nutzt zur Kommunikation im Wesentlichen 5 Körperhaltungen: 1. Freundschaft, 2. Konfrontation, 3. Abwehr, 4. Aggression, 5. Drohung

So Paradox es auch scheinen mag, die Katze ist ein soziales Tier, und selbst wenn sie mitunter lieber auf Kontakte verzichtet (vor allem mit einigen ihrer Artgenossen), ist sie unter optimalen Lebensbedingungen in der Lage, dem Menschen ihre wahren Kommunikationstalente zu beweisen. Die Natur hat sie mit besonders ausgeklügelten und vielfältigen Kommunikationsmitteln ausgestattet, mit denen sie die Anwesenheit und den Seelenzustand eines Artgenossen oder anderer Tiere erspüren und bewusst eine Begegnung akzeptieren oder zurückweisen kann. Kommt es zu einer unvermeidlichen und ungewünschten Begegnung mit einem Artgenossen, werden sämtliche Kommunikationsmittel in einer Abschreckungsstrategie mit dem Bluff an erster Stelle aufgewendet.

Die Katze, die vor allem auf visuelle Reize reagiert, nimmt Lichtkontraste (sie kann Unterschiede von 10 bis 12 % erkennen) und Bewegungen besonders gut wahr, und ist in der Lage, eine laufende Maus mit der lächerlichen Geschwindigkeit von 144 m/h auszumachen. Die Farbigkeit spielt für sie keine wesentliche Rolle, zumal sie höchstwahrscheinlich nur die Farben Blau und Grün mit sicher unterscheiden kann. Im Gegensatz zu landläufigen Vermutungen kann die Katze nicht bei völliger Dunkel sehen, allerdings kommt sie mit einer sechs Mal geringeren Lichtstärke aus als der Mensch, um ein Objekt mit der gleichen Schärfe wahrzunehmen. In der Nacht unterscheidet sie Umrisse besser. Ausgezeichnete Zusatzinformationen liefern ihr dabei übrigens ihre Schnurrhaare, die mithilfe von Wärme- und Luftgradienten Nase und Papillen mit Informationen versorgen und eine Feinerfassung von Gegenständen ermöglichen.

Den Katzen wird im Allgemeinen ein musikalisches Ohr zugeschrieben, das Zehnteltöne in den oberen Frequenzen und Vierteltöne in den Durchschnittsfrequenzen wahrnehmen kann. Im häuslichen Milieu reagiert die Katze selbstverständlich auf ihren Namen und kann andere Vornamen der Familie unterscheiden. Vermutlich unterscheidet sie auch Klangfarbe und Intonation der Stimme ihres Herrchens; nennt sie allerdings der Tierarzt in der Klinik beim Namen, zeigt sich die Katze im Allgemeinen ungerührt, ein Beweis für die Anhänglichkeit an ihr Herrchen.

Die Katze kann nicht nur das Verhalten der anderen Lebewesen äußerst genau analysieren, sondern ihre Gefühle auch entweder direkt oder durch Hinterlassen von Spuren zu erkennen geben. Diese versetzte oder Fernkommunikation geschieht vor allem durch das Absetzen von Duftstoffen oder sichtbare Markierungen. Das Setzen von Düften – über Urin, Kot oder über die Sekretion aus den Spritzdrüsen – wird häufig als "Markierung" bezeichnet. Dabei setzt der Begriff Markierung voraus, dass der hinterlassene Duft Furcht einflößen und den anderen in die Flucht schlagen soll, wie mehrheitlich bei den Feliden, der Familie der Landraubtiere, zu beobachten ist. Bei der Katze regt das Setzen von Düften und von Urin im Besonderen die vorbeilaufende Katze im Gegenteil an, diese Markierungen durch eine andere zu überdecken und ihren Weg beruhigt fortzusetzen. Deshalb ist es richtiger von Duftdepot zu sprechen, ein Begriff, der die Funktion dieses Verhaltens nicht vorausnimmt.

Einigen dieser Substanzen, die kürzlich in Form eines Sprays isoliert und aufbereitet wurden konnten, wird eine beruhigende Funktion zugeschrieben. Nicht alle Verhaltensstörungen lassen sich damit jedoch lösen, weshalb in solchem Falle der Rat eines Tierarztes erforderlich ist. Zu den Reviermarkierungen der Katze gehören auchKratzspuren an Bäumen, Möbeln oder manchmal an derSofaecke. Diesbezüglich wurden mehrere Hypothesen aufgestellt. Einige sehen hier eine originelle Form des Stretching: Die Katze, insbesondere beim Aufwachen, reckt und krallt sich an allem was ihr unter die Pfoten kommt. Andere vermuten, dass Sekrete aus den an den Pfotensohlen gelegenen und bei Angstzuständen aktivierten Duftdrüsen abgesondert werden. So hinterlässt sie zum Beispiel beim Tierarzt ihre Duft- oder Sichtmarken in dem mehr oder weniger weichen Material des Ledersofas, das manchmal recht traurige Narben trägt! Diese letzte Hypothese erklärt auch, weshalb die Kratzbäume aus dem Handel nicht so beliebt sind: Sie haben keine Geschichte.

In der Direktkommunikation zeigt die Katze all ihre schauspielerischen und verführerischen Talente und ihren Sinn für die Tragödie. In der Begegnung mit anderen Artgenossen nutzt die Katze Körperhaltungen und Vokalisen oder sendet ihnen mittels sich bewegender Schnurrhaare und Ohren subtile Botschaften. Man unterscheidet je nach Gefühlszustand und zu übermittelnder Botschaft fünf Körperhaltungen. Der große Buckel, der inzwischen Teil der Körpersprache geworden ist, ist die wohl bekannteste Haltung. Sie flößt ein Höchstmaß an Angst ein, ihr gesträubtes Fell macht sie voluminöser, der Schwanz richtet sich wie eine Flaschenbürste auf, die Pupillen weiten sich extrem.

Eine freundschaftliche Begegnung hingegen wird durch ein glattes Fell und einen charakteristisch gebogenen Schwanz signalisiert. Die Drohhaltung, wenn die Katze auf dem Bauch liegt, die Krallen ausfährt und faucht, sollte nicht wie beim Hund als Unterwerfung interpretiert werden. Die Katze ist zu allem bereit, um sich zu verteidigen, und lässt der Gegner nicht locker, so zögert sie auch nicht zu beißen.

Raufereien zwischen den Katzen sind ein Spektakel für die Ohren. Im Grunde gibt es häufig viel Gezeter um nichts, und das ist auch besser so. Nur bei brünstigen Katern in der Liebesperiode wird effektiv gebissen. Die Balgereien zwischen den Katern äußern sich meistens durch lange Phasen des Abwartens und der Vorbereitung zum Kampf, unterstützt durch Fauchen. Dann kommt es zu einem kurzen aber kräftigen, von beeindruckenden Vokalisen begleiteten Angriff, der so schnell endet wie er begonnen hat. Nicht selten lässt sich ein solches Verhalten mitten im Spiel zwischen zwei ausgewachsenen Katzen beobachten, die in Gemeinschaft leben. Ihre Erfahrung wird Ihnen rasch zeigen, ob es sich wirklich um ein Spiel handelt, oder ob Sie wegen des aggressiven Verhaltens einer Ihrer Katzen lieber Ihren Tierarzt aufsuchen sollten.

Während der Jagd oder beim Lecken richtet die Katze, um sich zu informieren, was um sie herum geschieht, ihre Ohrmuscheln nach hinten, während die Ohren noch immer aufrecht bleiben... Es kommt auch vor, dass die Ohren der Katze unsymmetrische Bewegungen ausführen: das kann einerseits heißen, dass die Katze besonders aufmerksam ist und sich die stereophonen Mittel zu Nutze macht, die die Natur ihr gegeben hat, kann aber auch Beweis ihrer wechselnden Gefühlsregungen sein. Die Barthaare sind Teil der für die Säugetiere typischen Sinneshaare(außer für den Menschen). Ihre Wurzelscheide ist 5 bis 6 Mal breiter als die der normalen Haare und ragt in ein mit Blut gefülltes Säckchen, Sinus genannt, hinein, und funktioniert wie eine hydraulische Federung. So kann die geringste Luftbewegung wahrgenommen werden. Auf vier Reihen in Gruppen von jeweils vier bis fünf beiderseits der Nase angeordneten Haaren nehmen sie je nach Aktivität und Gefühlszustand der Katze eine unterschiedliche Position ein. Während ihrer Beschäftigungen (Jagd, Lauer, freundschaftliche Begegnung) kreisbogenförmig aufgerichtet, sind sie während des Angriffs nach hinten gerichtet. Man findet auch Sinneshaare oberhalb der Handwurzel der Vorderpfotensohlen, über den Augen und einige Büschel an den Backen.

 

OHREN UND BARTHAARE, WICHTIGE INDIKATOREN...
Die Bewegungen der Ohren sind manchmal die einzigen Gefühlsindikatoren der Katze. Die Position der mit einer steuerbaren Muskulatur ausgestatteten Ohren wechselt je nach dem sich bisweilen schnell ändernden Gemütszustand der Katze. Gerade, leicht nach vorne gerichtet, beweglich, unabhängig (nicht selten ist eins auf die akustische Quelle gerichtet), geben sie eine Katze zu erkennen, die sich geborgen fühlt, die die Stimmung um sich herum erforscht. Ohrmuscheln nach vorne oder auf die akustische Quelle gerichtete Ohren zeigen die Katze im Alarmzustand. Ist die Katze in Abwehrstellung, sind die Ohren seitlich abgeflacht, vollständig symmetrisch und geben der Stirn ein typisch glattes und gewölbtes Aussehen: Sie verraten eine starke Unruhe. Bei den nach hinten gerichteten Ohrmuscheln ist es bereits zu spät: Der Angriff hat begonnen (siehe nebenstehende Abbildungen).

 

neutrale Katze
neutrale Katze
wütende Katze
wütende Katze
aggressive Katze
aggressive Katze
glückliche Katze
glückliche Katze

Gut angepasste Kommunikationsstratiegen...

Mindestens drei Persönlichkeiten wohnen im Kopf der Katze:

  • der Jäger, der diskret erspähen will ohne gesehen zu werden und sich lautlos fortbewegt;
  • der "Hast-du-mich-gesehen", der während der Liebeszeiten Parade läuft, der im Wege stehende Eindringlinge ausschaltet und seinen Buckel krümmt und stärker als die anderen schreit, um seinen Garten zu schützen. Dennoch ist der kleine Scharlatan in der Lage, den Durchgang zu gewähren, da nach Katzenregel dem Erstkommenden der Vortritt gelassen wird;
  • der ständig in Gesellschaft des Menschen und frei von Sorgen um Nahrung und Herberge lebende Charmeur:
    Er hat die Muße, spezifische Verhaltensregeln zu entwickeln, die ohne diese spezifischen Lebensbedingungen nicht zum Tragen gekommen wären. Schnurren, Anschmiegen, sozialisierendes Belecken (die Katze, die die Augenbrauen ihres Halters leckt, wenn er am Abend heimkehrt), reiche und ausdrucksstarke Voklisen, daß man ihnen aufs Wort glauben möchte usw. sind allesamt Ausdruck der Zähmung und der sich daraus ergebenden Folgen.

Das Leben der Katze ist um mehrere Bereiche strukturiert: Erholung, Ernährung, Ausscheidung, Spiel. Zeitlich begrenzt wird ein für die Fortpflanzung vorbehaltener Bereich abgesteckt. Eine frei lebende Katze wird sich auch ein recht breit angelegtes, mehrere Hektar großes Jagdrevier schaffen. Diese Struktur sollte, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, respektiert werden, da ansonsten eine Reihe von Verhaltensstörungen ausgelöst werden können.
In einer Wohnung sollte darauf geachtet werden, dass der Bereich für die Ausscheidung so weit wie möglich vom Nahrungsbereich entfernt liegt. Das der Erholung vorbehaltene Gebiet ändert sich je nach dem Stand der Sonne und der Gemütsverfassung der Katze. Die Nähe des Halters oder eines der Familienmitglieder spielt ebenfalls eine Rolle. Wärmequellen (Heizkörper, Bettdecken) sind immer beliebt, und nicht selten sieht man eine Katze auf dem Kaminrand oder auf dem hitzeheißen Heizkörper schlummern. Weniger wärmeempfindlich als wir genießt sie diese Temperaturen. Der Spielbereich ist wegen ihres unbändigen Bewegungsdranges, dessen Geheimnis nur sie kennt, der ausgedehnteste inn ihrem Aktionsradius. Besonders beliebt sind Stellungen in Höhenlagen (auf dem Tisch oder auf einem Schrank) und damit verbundene Klettertouren. Und überglücklich ist sie, wenn sie sich unmittelbar auf Gesichtshöhe ihres Besitzers befindet, um ihn auf ihre Art zu liebkosen, sich an seine Wangen und seine Stirn zu schmiegen, wie bei einem Artgenossen.

DER ZÜCHTER ALS ZWEITE MUTTER
Als unumgängliche Mittler zwischen der Katzenmutter und dem zukünftigen Besitzer haben der Züchter und seine Angehörigen einen entscheidenden Einfluss auf das Verhalten des Katzenjungen.Der Züchter ist für das Katzenjunge "die Bezugsperson in der Menschenwelt".Deshalb ist es wichtig, dass eine Katze, die in eine Familie mit Kleinkindern integriert werden soll, als Katzenjunges zwischen der 2. und der 7. Woche entweder in Kontakt mit den Kindern gesetzt wird, mit denen sie später leben wird (und sei es nur ein Mal pro Woche), oder mit anderen, dem Züchter nahen Kindern. Dies mag lästig oder kompliziert erscheinen, ist aber die beste Art, ein vollkommen auf sein späteres Leben angepasstes Kätzchen zu haben. Gleiches gilt für Katzen, die im Erwachsenenalter mit Hunden zusammenleben. Der Züchter sollte selbst Hunde haben oder sie gelegentlich mit einem Hund angenehmen Charakters zusammenbringen. Durch einige systematisch durchgeführte Beeinflussungsversuche, handling genannt, kann die künftige Anhänglichkeit des Katzenjungen an den Menschen gesteigert werden. Dabei handelt es sich um den täglichen Umgang mit dem Kätzchen während der Sozialisationsperiode (man sollte es zwischen fünf bis vierzig Minuten täglich in die Arme nehmen, streicheln, zu ihm sprechen). Wird dieses handling vom Züchter selbst vorgenommen, führt das zu einer späteren Anhänglichkeit zu einer einzigen Bezugsperson. Soll das Kätzchen in einer Familie leben, muss dieses handling von zwei oder drei verschiedenen Personen, vorzugsweise unterschiedlichen Geschlechts, durchgeführt werden. Diese Personen müssen ein ebenso gutes Beziehungsverhalten mit den Kätzchen und der Katzenmutter haben wie der Züchter . Ist die Katzenmutter ängstlich, sollte das handling nicht in ihrer Gegenwart erfolgen.

 

WELCHES TEMPERAMENT?
War auch die Frage vor einigen Jahrzehnten noch verpönt, so weiß man heute, dank der Studien an in Freiheit lebenden Katzenkolonien, dass es bei den Katzen mehrere Temperamenttypen gibt:

  • die misstrauische Katze: Sie ist immer in Alarmbereitschaft, auf Angriff eingestellt, erforscht unbekannte Territorien nur wenig, verwickelt sich nicht in Interaktionen mit unbekannten Artgenossen, flieht den Menschen, den sie nicht kennt;
  • die gesellige Katze: Sie ist sehr kontaktfreudig (gegenseitiges Lecken, Gesellschaftsspiele);
  • die maßvolle Katze: Sie ist weder gesellig noch misstrauisch, sie erwidert Aufforderungen, selbst von Unbekannten, wird selbst aber keine Initiative ergreifen. Sie ist in ihrer Kommunikation zu anderen nicht aktiv, sondern verhält sich eher ausgeglichen.

Essgewohnheiten

Die Katze, Feinschmeckerin von Natur aus, schuldet viele ihrer Gewohnheiten ihren ägyptischen Vorfahren und ihrer Zähmung. Die Felis lybica und Felis ornata sind mit größter Wahrscheinlich die Ahnen der Katze. Aus dem Wüstenmilieu stammend, hatten beide wenig Trinkgelegenheiten und mussten sich mit mageren Beuten, hauptsächlich erjagten Mäusen, begnügen. Die heutige Katze hat diese Enthaltsamkeit gegenüber dem Wasser (selbst wenn sie mehr trinkt als man denkt) und die Gewohnheit, innerhalb von 24 Stunden mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, bewahrt. So kann die Katze 15 bis 16 Mal täglich durchschnittlich 8 g pro Nahrung zu sich nehmen. Insgesamt verbringt die Katze maximal 15 Minuten am Tag mit ihren Mahlzeiten. Die Häufigkeit, mit der die Katze ihren Teller aufsucht, vermittelt dem Besitzer jedoch den Eindruck, dass sie nur damit ihre Zeit verbringt! Einige Katzen essen lieber nachts, andere regelmäßig über den Tag verteilt, während andere sich am liebsten an die Esszeiten der Familie halten. Trockenfutter nach Belieben, mit etwas Wasser, Pasteten oder Bouletten zwei Mal täglich scheint sowohl für ihre Gaumenfreuden als auch für ihr Wohlergehen ideal. Die Katze, mäßig im Trinken, nimmt 9 bis 10 Mal, d.h. 12,6 ml Flüssigkeit pro Tag zu sich. Sehr geruchsempfindlich verabscheut sie Plastikgefäße, die Gerüche zurückbehalten, und zieht stattdessen Schüsseln aus Glas oder Porzellan vor. Einige besonders raffinierte Katzen trinken am liebsten direkt aus dem Wasserhahn, auch manchmal mit der Pfote, andere haben ihre Liebe zum Badewasser entdeckt; die wichtigste Quelle sollte aber die vom Besitzer bereitgestellte sein!  Als "aufgeklärter Konsument" kann die Katze selbst ihre Nahrungsaufnahme bedarfsgerecht steuern. Statistiken zeigen, dass nur zwischen sechs und zwölf Prozent der Katzenpopulation an Übergewicht leiden, im Gegensatz zu zwanzig bis dreißig Prozent bei Hunden. Nichtsdestotrotz sollte die am Tage verzehrte Gesamtmenge begrenzt werden, auch wenn sie sich selbst bedienen darf. Über die Vielfalt des Angebotes kann nur Ihre Katze selbst bestimmen! Einige von den Werbeagenturen als äußerst wählerisch dargestellte Katzen erweisen manchmal einer Marke, einer Zusammensetzung, ja bisweilen einem einzigen Duftstoff ihr Leben lang ihre Treue. Im Gegensatz zum Hund würde eine Katze lieber vor Hunger sterben, als etwas zu sich zu nehmen, was ihr nicht schmeckt. Und so heißt es keineswegs, sich ihren Launen zu beugen, wenn man ihr verschiedene Geschmacksrichtungen und Sorten anbietet. Dennoch kann dem Katzenjungen auch Geschmack anerzogen werden, während der Abstillzeit sollte der Mutter und den Kätzchen eine abwechslungsreiche Kost sowohl hinsichtlich der Zusammensetzung (Pasteten, Bouletten, Trockenfutter) als auch der Geschmacksrichtung geboten werden. Auf diese Weise kann man sich unkomplizierte Kätzchen heranziehen.

KATZENMINZE, ODER WIE MAN EINE KATZE IN HELLE AUFREGUNG VERSETZEN KANN

Von allen Lippenblütengewächsen, einer Familie zu der unter anderem Thymian und Lavendel gehören, kann der Duft der Katzenminze – auch Catrip genannt – ein ganz besonderes Verhalten bei der Katze auslösen. Zwei Drittel der Katzen sind dafür empfänglich. Schnuppert die Katze an den Blättern, die eine Chemikalie – das Nepetalakton -, enthalten, reibt sie sich an den Pflanzen und zeigt ein dem Koitus des Weibchens ähnliches Verhalten. Die Pupillen sind erweitert, sie rollt sich auf dem Boden, nimmt Blätter oder die den Duftstoff enthaltenen Blüten der Katzenminze zwischen ihre Pfoten. Sorgfältiges Putzen und anschließende Apathie, in der man spürt, dass die Katze entrückt ist, beendet dieses ungefähr 10 Minuten dauernde Verhalten.

 

VERGIFTUNGEN
Unter den häufigsten Vergiftungen seien hier genannt:

- organophosphate Insektizide und Carbamate: Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe,
- organochlorierte Insektizide: Überregbarkeit, Erbrechen, Krämpfe

- Frostschutzmittel (Ethylenglykol): Erbrechen, Herzstörungen, Krämpfe, Koma und Tod.
- Blutgerinnungsmittel (Dikumarol, Antivitamin k): Tödliche innere Blutungen

- Paracetamol (giftig ab 50 bis 60 mg/kg): Appetitlosigkeit, Erbrechen, Gelbsucht

- Aspirin (giftig ab 25 mg/kg): Erbrechen, Depression, Koma und Tod,

- "giftige" Pflanzen, deren Verzehr folgende Reaktionen hervorrufen können:
      Verdauungsstörungen:
Ficus, Mistel, Stechpalme, Rhododendron, Azalee
      Nierenstörungen: Philodendron, Ficus
      Herz- und Gefäßstörungen: Alpenveilchen, Mistel
      Nervenleiden: Mistel, japanische Mimose, Philodendron.

VERGIFTUNGEN
Unter den häufigsten Vergiftungen seien hier genannt:

- organophosphate Insektizide und Carbamate: Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe,
- organochlorierte Insektizide: Überregbarkeit, Erbrechen, Krämpfe

- Frostschutzmittel (Ethylenglykol): Erbrechen, Herzstörungen, Krämpfe, Koma und Tod.
- Blutgerinnungsmittel (Dikumarol, Antivitamin k): Tödliche innere Blutungen

- Paracetamol (giftig ab 50 bis 60 mg/kg): Appetitlosigkeit, Erbrechen, Gelbsucht

- Aspirin (giftig ab 25 mg/kg): Erbrechen, Depression, Koma und Tod,

- "giftige" Pflanzen, deren Verzehr folgende Reaktionen hervorrufen können:
      Verdauungsstörungen:
Ficus, Mistel, Stechpalme, Rhododendron, Azalee
      Nierenstörungen: Philodendron, Ficus
      Herz- und Gefäßstörungen: Alpenveilchen, Mistel

      Nervenleiden: Mistel, japanische Mimose, Philodendron.

Ausscheideverhalten

Typisch für die Katze ist die zwischen dem 22. und 39. Tag erlernte frühe Sauberkeit. Zu Beginn erwidert das Katzenjunge die Stimulierungen ihrer Mutter, die den Genital- und Analbereich nach jedem Stillen leckt, um die Harn- und Darmausscheidungen anzuregen. Die tatsächliche neurologische Beherrschung dieses Verhaltens erfolgt erst zwischen der 3. und 4. Woche. Mit dreißig Tagen beginnt das Katzenjunge seine ersten schwachen Versuche, sich der Katzentoilette zu nähern, an ihr oder einem Möbelboden zu kratzen. Sehr schnell wird mit Kratzen an der Wanne, dem Ausscheid und dem anschließenden Verscharren der Exkremente eine Verhaltensabfolge erlernt. Einige besonders gewissenhafte Katzen betreiben dies übrigens mit Akribie bis an die Wände der Katzentoilette, ein für sie scheinbar besonders beliebtes Geräusch! Im Gegensatz zum Hund beobachtet man beim Ausscheidungsverhalten zwischen Männchen und Weibchen keinen Unterschied, beide harnen in der Hockstellung. Spritzt Ihre Katze aufrecht auf vier Pfoten einen kräftigen und horizontalen Harnstrahl, so handelt es sich nicht um eine Ausscheidung, sondern um ein Duftdepot. Jegliche Eliminierung an unangemessenen Orten (Waschbecken, Duschwanne, Zimmer usw.) weist auf eine Verhaltensstörung hin.

WARUM FRESSEN KATZEN OFT GRAS?
Dieses häufig auftretende Verhalten hat nichts Alarmierendes. Die in der Natur wildlebenden Fleischfresser ernähren sich nicht nur von Fleisch, sondern zum Teil auch von Pflanzen, um ihre Kost auszugleichen und Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Eine grasfressende Katze widerspiegelt lediglich ein traditionelles Verhalten, auch wenn sie eine völlig ausgewogene Nahrung zu sich nimmt. Und gewiss lässt sie sich auch von einem bestimmten Geschmack oder Duft im Gras leiten. Auch wenn allgemein behauptet wird, Gras wäre ein "Abführmittel", kommt man jedoch nicht umhin, seinem Tier regelmäßig ein Wurmmittel zu verabreichen, das es von Magenparasiten zu befreien.

 

Putzverhalten

Es gehört neben dem Schlaf wahrscheinlich zu den ausgeprägtesten Aktivitäten der Katze, worin sich die Worte von Pasteur bestätigen: "Die Katze ist ein sauberes Tier, da sie ihre Tage damit verbringt sich zu putzen". Neben der Säuberungsfunktion im eigentlichen Sinne hat das Putzverhalten eine wichtige Beruhigungsfunktion: Das Lecken (oder sich lecken lassen, wie die Kätzchen von ihrer Mutter) ruft die Produktion von Endorphinen hervor – schmerzstillende Hormone. Eine ängstliche Katze wird sich selbst unter dem Risiko der Selbstverstümmelung und Freilegung haarfreier Zonen mehr als eine andere lecken. (Das Leckverhalten hat, da es an anderen ausgeübt werden kann, eine soziale Funktion, die sich deutlich in den Beziehungen zwischen dem Muttertier und ihren Katzenjungen ablesen lässt.
Die Katze putzt sich mit der ab dem 15. Tag funktionstüchtigen und besonders rauen Zunge aber auch mit den Pfoten. Die mit der Zunge angefeuchtete Pfote dient sozusagen als Waschlappen für die Ohren. Manchmal etwas übereifrig, können die Hinterpfoten sogar die Ohren oder den Rücken treffen. Im Allgemeinen lässt sich auch ein autopodaler Reflex beobachten: Kratzt man den Rand eines durch Parasiten infizierten Ohrs, häufig sind es Räudeerreger, setzen sich die Pfoten in Bewegung; ein nicht pathologischer Reflex wird beim Streicheln der Lenden beobachtet, wo die Katze ihre Zunge rhythmisch bewegt!

 

Reproduktionsverhalten

Die Katzen pubertieren sehr früh, um den 6. Monat, bei starker Sonneneinstrahlung bisweilen auch früher. So sind die im Frühjahr geborenen Katzen weniger frühreif als die zu Beginn des Sommers geborenen, die, je nach klimatischen Bedingungen, ihre erste Brunst Anfang Januar bzw. Anfang Februar haben werden. Nicht-reinrassige Katzen, von denen keine Nachkommen gewünscht werden, sollten Sie nach Konsultation mit Ihrem Tierarzt so früh wie möglich sterilisieren lassen. Denn einige Infektionskrankheiten werden durch Bisse übertragen, wie sie sich oft bei Raufereien zwischen Katern abspielen können: Haben Sie nicht den ausdrücklichen Wunsch, Ihrem Kater seine Nachkommenschaft zu sichern, sollten Sie kein unnötiges Risiko eingehen. Beim weiblichen Tier haben Untersuchungen eindeutig ergeben, dass eine frühzeitige Sterilisierung die spätere Herausbildung von Brustkrebs verhindert.
Einige Besitzer erachten es für zweckmäßig, dass ihre Katze vor der Sterilisierung Junge zur Welt bringt, auch wenn diese dann getötet werden müssen. Das ist besonders grausam für die Katze und entbehrt jeglicher wissenschaftlichen Logik. Zwar ist die gewollte Mutterschaft sowohl für die Katze als auch für ihren Halter eine große innere Befriedigung, sie entbehrt aber sowohl jeglicher biologischer Notwendigkeit noch ist sie für die Verhaltensstruktur der Katze wichtig.
Der Kater ist zwischen dem 6. und dem 12. Monat geschlechtsreif. Die Sekretionen der männlichen Hormone verleihen ihm einen Gesichtsausdruck, der sich von dem eines jungen Katers vor der Pubertät oder eines kastrierten Katers unterscheidet. Er entwickelt Hängebacken und magert im Allgemeinen während der sich vom Frühjahr bis zum Beginn des Herbstes erstreckenden Läufigkeit der weiblichen Katzen ab, da ihn die Verfolgungsjagden und Kämpfe mit Rivalen sehr anstrengen. Nach den Rauferein entstehen nicht selten Abszesse, die von einem Tierarzt entsprechend behandelt werden sollten (Gabe von Antibiotika, gelegentlich auch ein chirurgischer Eingriff, um den Abszess zu entfernen und den dort angestauten Eiter ablaufen zu lassen).
Die Katze ist bereits ab dem 5. Monat befruchtungsfähig, empfohlen wird aber, den 8. oder 9. Monat abzuwarten. Der zwischen vier und acht Tagen dauernden Läufigkeit schließt sich eine 8- 10-tätige Pause an. Setzt keine Trächtigkeit ein, wiederholt sich dieser Zyklus vom Frühling bis zum Herbst.
Eine biologische Besonderheit bei der Katze besteht darin, dass ihr Eisprung erst durch Begattung erfolgt, was für eine Befruchtung eine mehrmalige Begattung erfordert. Das kann dazu führen, dass die Kleinen aus ein und demselben Wurf verschiedene Väter haben können.
Die Katze gestattet dem Männchen nur während ihrer Empfänglichkeit, sich ihr zu nähern. Zuvor wird sie verführerisch miaut und die Unnahbare gespielt haben, Nase und Stirn am Boden reiben und sich hin- und herrollen. Sie gibt typische, sich manchmal wiederholende Tonfolgen von sich, untermalt von einem schmerzlichen und bedrohlichen Schrei.
Für einen Uneingeweihten ist die Begattung spektakulär. Es ist jedoch relativ selten, ihr beiwohnen zu können, da die Liebesspiele meistens in der Nacht stattfinden. Friedfertig verfolgt die Katze im Allgemeinen die Raufereien, die die Männchen für ihre schönen Augen veranstalten. Neuesten Studien zufolge wird ihre Wahl nicht unbedingt auf den mutigeren Kater fallen.

Der Kater erwidert ihre Schreie, nachdem er den Ort der Begegnung mit seinem Urin ausgiebig bespritzt hat, mit einem typischen Miauen, mit einer tiefen und diphtongierenden Stimme. Die Katze nimmt, mit ihren Pfoten fest auf dem Boden stehend und mit erhobenem Hinterteil, eine wartende Haltung ein. Ihren Schwanz hält sie seitlich, um die Genital- und Analgegend freizulegen. Der Koitus ist sehr kurz und die Reaktion der Katze brutal: Denn der Penis der Katze hat kleine Stacheln, die die Vagina stimulieren sollen, andererseits aber auch schmerzen können. So kommt es vor, dass sich die Katze heftig zum Kater umdreht und ihn beißt. Eine Katze kann bis zu sieben Mal besprungen werden; der darauf folgende Eisprung setzt der Läufigkeit nicht unbedingt ein Ende.

Obwohl die Katze in keiner Weise auf die Veränderung vorbereitet wird, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, nimmt sie in neunundneunzig Prozent der Fälle ein allseits bewundertes mütterliches Verhalten gegenüber ihren Kleinen ein. Die Schwangerschaft dauert zwischen achtundfünfzig und einundsiebzig Tagen und die Katze sucht sich vor der Niederkunft einen warmen und weichen Ort. Das kann eine Schrankecke sein, ein Körbchen, ein Schuhkarton. Sie braucht in diesem wichtigen Moment vor allem Ruhe. Die Nabelschnur trennt die Katze selbst durch und frisst die Plazenta, die jedes Kätzchen umgibt. Da diese sehr nahrhaft ist, wird sie ein bis zwei Tage nach der Niederkunft nicht hungrig sein. Jedes Kätzchen wird sich sofort nach der Geburt einer Zitze zuwenden und drei bis vier Wochen lang immer die gleiche suchen.Auch während der Stillzeit kann die Katze zwei Wochen nach der Niederkunft wieder läufig werden. Möchten Sie also nur einen Wurf, sollten Sie in kürzster Zeit mit Ihrem Tierarzt einen chirurgischen Eingriff in Aussicht nehmen, der drei Wochen nach der Geburt die Katzenjungen kaum beeinträchtigt.Schon seit der Antike  ist die Fruchtbarkeit der Katze berühmt, und einige Katzen können bis weit über dreizehn oder vierzehn Jahre lang niederkommen. Die dreifarbigen Katzen haben den Ruf, drei bis vier Würfe pro Jahr auf die Welt zu bringen. Der Durchschnitt liegt allgemein bei zwei, mit vier bis sechs Katzenjungen pro Wurf

Bewegungsverhalten

Die Katze, eine außergewöhnlich geschickte Seiltänzerin, arbeitet ohne Netz, sei es, um mit Schnellzuggeschwindigkeit von einem Baum herunterzugelangen oder auf Ihre Knie zu springen. Ihre natürliche Gewandtheit hat mehrere Ursachen: Die Geschmeidigkeit der Gelenke und Muskeln, einen hervorragenden Gleich-gewichtssinn und ein sehr gutes Schvermögen, die es ihr erlaubt, Hindernisse zu erkennen. Ebenso schnell wie das Pferd, kennt die Katze Zwei- oder Viertaktschritte und vier verschiedene Gangarten: Der Schritt, den Trab, den Schleichlauf und den Galopp.
Klettern ist für sie kinderleicht, selbst auf scheinbar glatten Böden. Ihre Krallen sind starke Verbündete, auch wenn operierte und ihrer Krallen beraubte Katzen ebenso gut zurechtkommen.
Die Katze ist immer in der Lage von ihrer Höhe herunterzukommen, außer wenn sie von Angst gepackt auf dem Gipfel sitzt und die Schreie ihres noch viel erschrockeneren Besitzers ihr sämtliche Mittel rauben, um abzusteigen. Vorsicht ist geboten, will man eine Katze von einem Baum herunterholen oder aus einer heiklen Situation befreien. Denn häufig bedient sie sich ihrer Krallen, um sich an ihren Retter zu klammern. Die allgemein verbreitete Idee, dass die Katze immer wieder auf ihre vier Pfoten fällt, ist falsch. Gewiss bleibt die Fallgeschwindigkeit der Katze ab der siebenten Etage die gleiche, und die Verletzungen werden dadurch nicht schwerwiegender. Aber man beklagt häufig bei diesen Höhen Brüche oder einen Pneumothorax, der das Leben der Katze ernsthaft gefährden kann. Fällt sie allerdings von einer Höhe von unter einem Meter fünfzig, hat die Katze nicht die Zeit, sich zu drehen, und kann sich durch den Sturz auf der einen oder anderen Seite des Körpers verletzen. Manche Katze kommt nach Art der Fallschirmspringer ohne einen Kratzer heil davon, während andere ihr Leben vorzeitig beenden. Man sollte vor allem in der Stadt immer den Balkon im Auge behalten, wo Tauben und andere fliegende Tiere die Katze allzu schnell verleiten, sich mehr als nötig hinauszuhängen. Bis zum 18. Jh. schrieb man dem Tier im Gegensatz zum Menschen lediglich Instinktverhalten zu. Umgekehrt wurde später seine Intelligenz maßlos übertrieben und man verwechselte einfaches Erlernen (so komplex dieses auch sein mag) und tatsächliche Intelligenz (siehe J.-P. Chaurand, Das Verhalten der Katze und ihre Störungen, Verlag du Point Vétérinaire, 1995).
 

Eine wahre Komödiantin

Gelegentlich spaßig und humorvoll, fehlt es der Katze nie an Ideen. Hat man zu ihrer Essenszeit ihre Mahlzeit vergessen, spielt sie die Elende, schleicht um ihren leeren Teller herum, blickt ihr Herrchen in die Auge und miaut aus dem tiefsten Innern mit rauer Stimme. Es ist der Schrei der ungerecht Behandelten. Dann wird sie zum Landstreicher, nähert sich mit geblähten Nasenlöchern dem Abfalleimer. Es müsste doch nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn sie nicht einen alten Knochen finden würde, etwas Schinken oder Fleischreste des Kleinen, der Beefsteak nicht ausstehen kann. Die Katze jedenfalls findet immer eine Lösung: den Vorratsschrank! Mit einem einzigen Pfotenhieb stößt sie die Pyramide der Obsttörtchen und des Trockenfutters um. Man müsste taub sein, reagierte man nicht auf diese Katastrophe. Auch in ihrer Katzentoilette legt sie Humor an den Tag. Sollte sie etwa immer noch nicht gesäubert sein? Sie streift um ihre Wanne herum, schnuppert, stellt ein Pfötchen, um sich sofort – wie ein zurückschnellendes Teufelchen – diesem schmutzigen, alle möglichen Krankheiten verursachenden Unrat zu entziehen. Es gibt aber auch Szenen, wo es der Katze an Humor fehlt. Misslingt ihr ihre akrobatische Nummer, schämt sie sich, flüchtet in eine Ecke, geschützt vor den Blicken, leckt sich ausgiebigst und widmet sich stattdessen ihrer Pflege, eine für die Katze typische Haltung, wenn ihr etwas nicht ganz geheuer ist.

SCHNURREN: RÄTSELHAFT BLEIBT NUR DAS WARUM
Schnurren ist ein für die Katzen typisches Geräusch, mit geschlossenem Mund gibt sie tiefe Kehlkopflaute von sich. Es ist Ausdruck eines stark emotionalen Zustandes, der sowohl Zufriedenheit als auch Schmerz bezeichnen kann. Einige Katzen schnurren intensiv im Endstadium einer Krebskrankheit oder nach einem Verkehrsunfall, um ihren Schmerz oder ihre Unruhe kundzutun. Lange Zeit glaubte man, dass ein spezifisches Organ das Schnurren hervorbringen würde. In Wirklichkeit aber ist es ein aerodynamisches Phänomen, das durch die koordinierten Bewegungen der Stimmritzen, des Kehlkopfes und der angrenzenden Muskulatur ermöglicht wird. Das Schnurren ist ein bewusstes Verhalten, das vom Menschen nicht vorsätzlich ausgelöst werden kann. Im Allgemeinen stimulieren Zärtlichkeiten das Schnurren, aber nicht immer.Gegenwärtig glaubt man, dass das bei den Katzenjungen viel häufiger auftretende Schnurren die Abhängigkeit der Katze von ihrer Mutter ausdrückt und daraus schlussfolgernd von der Person, die sich um sie kümmert (Besitzer, Tierarzt oder Pfleger). Bei der Hauskatze kann das Schnurren zu einem Kommunikationsmittel mit dem Menschen werden. Was die Katze Ihnen sagen möchte, sollten Sie selbst herausfinden!

 

INTELLIGENZTEST BEIM TIER
Auf dem untersten Niveau der Skala geht es darum, die Fähigkeit eines Tieres zu bewerten, zwischen zwei Ereignissen oder zwischen einem Ereignis und der von ihm zu liefernden Erwiderung eine Beziehung herstellen zu können. Dieser Lernprozess enthält verschiedene Schwierigkeitsgrade. Auf dem höchsten Niveau wird die Katze mit einer Reihe unterschiedlicher Probleme konfrontiert (zum Beispiel Nahrung finden), die alle einen gemeinsamen Nenner haben, den sich die Katze, wenn sie ihn herausfindet, zunutze machen kann. Der Versuch läuft darauf hinaus, die Zeit zu messen, in der die Katze ihre Leistung steigert und im Laufe von jeweils unterschiedlichen Situationen keine Fehler mehr begeht. Es gibt zahlreiche Varianten dieser Tests, wie den mit der "Umkehrung". Die Nahrung wird abwechselnd unter einem der beiden Objekte versteckt. Dieser Test kann, um ihn besonders schwierig zu gestalten, mit drei Objekten durchgeführt werden. Der Wechsel wird jeweils identisch in den verschiedenen Problemen, die das Tier nacheinander zu lösen hat, wiederholt. Zeigt es eine Steigerung seiner Leistungen in der Testserie, geht daraus hervor, dass es die allen Problemen gemeinsame Regel erfasst hat. In einer anderen Testserie wird das Tier aufgefordert, Wege zu finden, um an seine Nahrung zu gelangen: So wird zum Beispiel ein Schimpanse vor übereinandergestapelte Kisten gesetzt, die er erklimmen kann, um eine Bananenstaude zu erreichen. Bei der Katze stellt sich im Testmilieu manchmal das Problem der Motivation, während man im natürlichen Umfeld sehr ausgereifte Verhaltensmuster beobachten kann: So wurde Teddy, eine europäische Katze, von ihren vier Mitbewohnern erwählt, um vom Tisch auf den Kühlschrank zu springen und mit einem Pfotenhieb die Tüte mit Kroketten auf den Boden zu befördern, zum größten Vergnügen der Katzen, die sich in aller Ruhe ihrem Verzehr widmen konnten. Teddy wurde auch beauftragt, die Tür zu öffnen, ein Gebiet, auf dem sie sich besonders hervortat. All diese Tests und Prüfungen ermöglichen trotz ihrer Grenzen in Bezug auf die Allgemeingültigkeit, eine Klassifizierung des Intelligenzgrades der Tiere, an deren Spitze die Primaten und der Rhesusaffe stehen, mit der Katze in der oberen Mitte.

 

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