Moncrif (1727) schrieb "die Katze könne uns in Sachen Sauberkeit einige Lektionen erteilen", Pasteur sah in ihr das einzige saubere Tier der Schöpfung. Dennoch braucht sie tägliche Pflege.
![]()
Entscheidend für die Lebensqualität der Katze ist ihre gepflegte Umgebung. Nun heißt das nicht gleich, einen Umzug in ein nobles Schloss ins Auge zu fassen, um sich das Leben mit einer Katze zu gönnen. Aber hier wie überall zieht die Katze die Qualität der Quantität vor.

In der Wohnung
Zwar sind 25 m² Wohnfläche das Minimum, um mit einer Katze zu leben, aber auch in einer so kleinen Wohnung wird ihr Halter dafür sorgen, dass sie sich auf den Regalen oder auf einem vielleicht nicht allzu hohen Schrank und mit einem guten Kratzbaum (ein alter Stumpen leistet manchmal bessere Dienste als ein patentierter aus dem Geschäft), ihren Lieblingsbeschäftigungen hingeben kann: Beobachtung vom Hochstand und tägliches Stretching. Die Sauberkeit der Katzentoilette ist vor allem in einem so beengten Raum, wo Gerüche sich leicht verbreiten können, besonders wichtig, um jegliche Störung ihres Reinlichkeitsverhaltens zu vermeiden. Einigen Katzenbesitzern gelingt es, ihrer Katze erfolgreich beizubringen, ihre Notdurft auf dem Balkon zu verrichten. Diese Gewohnheit erfordert jedoch, dass die Katze ihr risikoreiches Bedürfnis, den Balkonrand erklimmen zu wollen, unter Kontrolle hat. Je nach spezifischer Fähigkeit der einzelnen Katze wird ihr Herrchen ihr mehr oder weniger große, meistens beaufsichtigte, Freiheiten zugestehen. Auch die akrobatischste Katze ist nicht vor einem Sturz gefeit, wenn sie sich auf die Verfolgung eines Vogels begibt oder schlimmer noch, eines Infrarotlichtes. Betritt die Katze den Balkon, ist Vorsicht geboten wie bei einem badenden Baby.
![]()
Im Haus
Hat das Haus mehrere Etagen, ist es ratsam, der Katze, selbst wenn keine Artgenossen mit ihr leben, auf jeder Etage eine Katzentoilette einzurichten. Dies wird das Leben ihrer Katze erleichtern und ärgerlichen Versäumnissen vorbeugen. Gibt es mehrere Katzen, sollten günstigstenfalls so viele Katzentoiletten aufgestellt werden wie es Katzen gibt (jedoch nicht mehr als vier). Es wird beobachtet, dass alle Katzen sämtliche Wannen aufsuchen, wobei einige dem Harnen vorbehalten sind, andere der Darmentleerung. Ideal wäre es natürlich (für diejenigen, die mit dem Haushalt betraut sind), dass die Katzen ihre Bedürfnisse draußen verrichten. Manche Katzen empfinden aber scheinbar ein besonderes Vergnügen, ihre Notdurft ausschließlich in ihrer Katzentoilette zu verrichten. Dabei ist der Sommer die günstigste Jahreszeit, um zu versuchen, ihnen gute Manieren beizubringen; nur sind die Katzen im Winter häufig zu bequem, um in die Kälte zu gehen! Im Allgemeinen ertragen die Katzen die tägliche Abwesenheit ihrer Herrchen gut, da sie ihren Schlafrhythmus oft unserer Arbeits-zeit anpassen. Im Übrigen scheinen die Katzen, obgleich sie manchmal sehr an ihren Besitzern hängen, emotionell viel autonomer zu sein als ihre Freunde die Hunde, deren allgemein beschriebene pathologische Trennungsangst wird selten bei Katzen angetroffen. Wahr ist aber auch, dass die Trennungsrituale bei den Katzenbesitzern weniger ausgeprägt sind als bei den Hundebesitzern. Egal ob die Katze in einer Wohnung oder in einem Haus lebt, sollte sie vor Unfällen im Haus geschützt werden. Grünpflanzen sind eine dieser Versuchungen, die außer Sichtweite der Gevatterin Katze zu platzieren sind, vor allem wenn diese Giftstoffe enthalten (siehe Liste im Anhang). Rücken Sie die für die Katze verträgliche Pflanzen in ihr Blickfeld, um sie anzulocken und um Ihre anderen Pflanzen zu verschonen. Gleiches gilt auch für den Garten, wo die Katze ihre häufig missverstandenen Gärtnertalente unter Beweis stellt, vor allem, wenn sie ganz frisch eingesäte Beete umgräbt, oder ihre allzu natürliche Notdurft inmitten junger Pflänzchen verrichtet. Günstig wäre es, eine kleine Ecke mit Lippenblütengewächsen anzupflanzen (Thymian, Minze, Katzengras – wobei darauf zu achten ist, das richtige zu kaufen, da die Samenhandlungen die ärgerliche Gewohnheit haben, anstelle des Katzengrases wilden Hafer zu verkaufen), gemischt mit etwas Quecke, das die Katze keineswegs verschmäht, vor allem, wenn sie eine leichte Magenverstimmung hat.

Zusammmenleben von "benachbarten" Katzen
Hat man das Glück, in einem Einfamilienhaus zu wohnen, ergeben sich immer wieder Probleme des nachbarschaftlichen Zusammen-lebens. Die Katzen finden im Allgemeinen gute – wenn auch geräuschvolle – Lösungen. Aber ihr "Viel Lärm um nichts" à la Shakespeare, den unsere Katzen nachts entfalten können, darf ihre Herrchen nicht zum Zittern bringen. Denn schließlich haben wir es auch nur mit einem bis zum Äußersten getriebenen Täuschungsmanöver zu tun.
Die durch Bisse und Krallen entstehenden Abszesse sind bei unkastrierten Männchen viel häufiger anzutreffen als bei anderen Katzen. Eine Kastration ist ab dem 6. Lebens-monat empfehlenswert, da dieser Eingriff die Katze vor zahlreichen und mitunter tödlichen Infektionskrankheiten schützt. Je nach Entwicklung und Reife der Katze bzw. je nach Saison kann dieser Eingriff auch etwas zeitiger erfolgen. Die Katzenjungen, die im Januar fünf Monate alt werden, sind gegenüber Katzen, die im November das Alter von fünf Monaten erreichen, früher entwickelt. Außerdem lassen sich auf diese Weise ebenfalls Überbevölkerung und unnötige Probleme mit der Nachbarschaft vermeiden.
Gärtner, haben Sie Erbarmen mit Nacktschnecken und Mäusen
Viele von den Gärtnern verwendete Produkte sind giftig für Katzen, und selbst der eine oder andere Katzenfreund unterschätzt manchmal die Fähigkeiten der Katze, die kleinsten und nur schwer zugänglichen Winkel des Gartens zu erforschen. Deshalb sollte vorsorgend (und dies gilt ebenfalls für Kinder) völlig auf den Einsatz von Ratten- und Schneckengift verzichtet werden.