
Die Katzen treibt nicht nur der ,Lufthunger' ins Freie. Da gibt's noch andere Gründe! Die ersten Insekten fliegen frech vor des Jägers Nase herum, die Kätzin vom Nachbar rekelt sich höchst verführerisch in der Wiese. Die Tage werden länger, und benachbarte Kater kontrollieren ihr Revier oder versuchen sogar, es zu vergrößern.
Es gibt so etwas wie ,Gehwege', die von mehreren Katzen oft zu unterschiedlicher Zeit benützt werden. Auf diesen Wegen gibt es auch Kreuzungen. Dort treffen Nachbarn oft aufeinander. Dann gilt es, die Haltung zu bewahren und den anderen Kater nicht zu provozieren!
Aber bitte auch nicht den Schwanz einziehen und kehrt machen. Da gibt's nur eines: Anhalten, niedersetzen, so tun, als ginge einen das gar nichts an, aber das Gegenüber im Auge behalten. Das kann dauern! Entlang dieser Wege werden übrigens auch Urin-und Kotmarken zur Kennzeichnung abgesetzt.

Das Fangen von Kleingetier ist nicht der einzige Antrieb für Freigänger, aber durchaus ein sehr zeitintensiver. Wildkatzen nehmen bis zu 20-mal pro Tag Futter auf. Das bedeutet für die Katzen bis zu 20 Jagden am Tag.
Aber halt: Niemand hat eine Erfolgsrate von 100 %. Bei geübten Jägern kommen wir je nach Beuteart auf nur 5 bis maximal 15 % Erfolgsrate. Diese Jagdvorgänge vollziehen auch unsere gut gefütterten Hauskatzen. Gut, denn genügend Bewegung hilft, Übergewicht vorzubeugen.

Natürlich stärkt das Schleichen, Laufen und Klettern auch die Muskulatur unserer Heimtiere. Aber nicht nur Muskeln verkümmern unbenützt, auch die Sinne werden durch die vielen verschiedenen Reize geschärft. Schließlich lauern ja Gefahren oder wenigstens Überraschungen im Garten und auf der Wiese. Da heißt es für die Katzen wachsam sein, nichts übersehen oder besser gesagt überhören.
Unsere Feliden nutzen den Gehörsinn viel mehr als wir Menschen, er ist für die Katzen mindestens gleich wichtig wie der optische Sinn.
Die Augen der Katze sind in erster Linie für die Wahrnehmung von Bewegungen zuständig. Detailliert erkennen die Katzen eine Maus in zwei Metern Entfernung nicht. Auch das typische Bild der vor dem Mausloch sitzenden und minutenlang hineinstarrenden Katze täuscht uns Menschen. Wie soll sie auch in das enge, dunkle Loch hineinsehen können?
Vielmehr fühlt sie feinste Erschütterungen auf der Erde und hört Geräusche, die von der Maus verursacht werden. Daher diese aufmerksame Ohrenhaltung mit nach vorne gerichteter Ohrmuschel bei der ansitzenden Katze.

Unsere Katzen veränderten sich im Laufe der Zeit durch die menschliche Gesellschaft. Nicht immer freiwillig, sondern durch die Kombination aus der genetischer Varianz und menschlicher Zuchtwahl.
So sanken und sinken die Sinnesleistungen mit dem als Domestizierung bezeichneten Vorgang – einfach, weil die Katze mit der größten Riechleistung keinen Vorteil hat in unserem Wohnzimmer.
Auch die beste Sprungkraft nützt dem Stubentiger nur beim Erklimmen des Bücherregals, aber nicht bei der Partnerwahl für die Fortpflanzung.

Stellt sich die Frage, ob unsere Katzen mittlerweile nicht besser in der Wohnung bleiben sollten. Eventuell sind sie nicht länger den vielfältigen Herausforderungengen der Freiheit gewachsen?
Wer nicht optimal für das Leben draußen geschaffen ist, der hat in der Natur einen entscheidenden Nachteil. Größere Unfallgefahr, größere Verletzungsgefahr, kürzere Lebenserwartung. Was trotz aller Anpassungen den Katzen noch nicht möglich war, ist der sichere Umgang mit dem Autoverkehr!
Die berühmten ,neun Leben' einer Katze helfen nicht immer.

Kennzeichnung durch einen Mikrochip und Registrierung bei einer Tierkennzeichnungsdatenbank z.B. http://www.animaldata.at/ ist empfehlenswert – für Innereuropäischen Reiseverkehr sogar Pflicht | |
Die tierärztlich empfohlenen Impfungen sind ein muss für jede Freigängerkatze | |
Vorsorge gegen Parasiten wie Flöhe, Zecken und Würmer – Ihr Tierarzt berät Sie gerne | |
Kastration: laut Tierhaltungsverordnung gilt folgende Vorschrift („Mindestanforderungen für die Haltung von Katzen“): „Werden Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie gehalten,so sind sie von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern diese Tiere nicht zur kontrollierten Zucht verwendet werden oder in bäuerlicher Haltung leben.“ |