• Seite drucken
  • Seite versenden
  • Schriftgröße vergrößern
  • Schriftgröße verkleinern

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine Stoffwechselkrankheit, die durch Überzuckerung des Blutes (Hyperglykämie) gekennzeichnet ist. Ist der Blutzuckerspiegel zu niedrig, spricht man von einer Hypoglykämie. Im Unterschied dazu weist der Blutzuckerspiegel bei Diabetes insipidus (vermehrte Urinausscheidung, gesteigertes Durstgefühl) und Diabetes renalis (Funktionsstörung der Niere) keine erhöhten Werte aus.

Auch Tiere können zuckerkrank werden

Das Hormon, das hauptsächlich den Zuckerstoffwechsel im Körper regelt, ist das Insulin. Es wird in der Bauchspeicheldrüse gemeinsam mit dem Hormon Glukagon produziert und hält den Blutzucker (=Glukose)spiegel bei gesunden Tieren auf einem gleichbleibenden Niveau. Wird nicht genug oder gar kein Insulin produziert, tritt Diabetes mellitus auf. Dabei kann wenig/keine Glukose mehr aus dem Blut in die Körperzellen gelangen, und es fehlt dem Körper daher an Energie.

Übergewicht gilt als Hauptursache für die Entstehung von Diabetes mellitus, da Adipositas die sogenannten Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse erschöpft – dadurch entsteht ein Insulinmangel. Spätfolgen können Schädigungen der Nerven und Gefäße sein. Dadurch verschlechtern sich meist die Funktion von Herz, Niere und Augen.

Da diabetische Tiere unbehandelt an Zuckerkoma oder auch an Nierenversagen sterben können, suchen Sie bei den angeführten Symptomen unbedingt Ihren Tierarzt zur Blutuntersuchung auf. Denn nur eine fachlich betreute Therapie ermöglicht Ihrem vierbeinigen Liebling ein längeres Leben bei guter Lebensqualität!

Die Anzeichen

Achten Sie darauf, wie viel Harn Ihr Hund oder Ihre Katze absetzt, ob das Tier vermehrten Durst zeigt oder trotz gesteigertem Appetit an Gewicht verliert. Häufig sind erkrankte Tiere apathisch, ermüden leicht, ihr Fell ist stumpf und sie entwickeln manchmal eine trübe Augenlinse.

Katzen vernachlässigen oft ihre Fellpflege und haben Bewegungsschwierigkeiten, z. B. beim Hochspringen, oder sie sacken mit den Hinterpfoten ein. Im fortgeschrittenen Stadium können an Diabetes mellitus erkrankte Tiere auch erbrechen und/oder das Futter verweigern.

Die Therapie

Für die Behandlung durch den Tierhalter zu Hause ist es wesentlich, bei seinem Tier für eine gleichbleibende Insulingabe und regelmäßige Fütterung (empfohlen werden zwei Mahlzeiten täglich und keine Leckerlis) zu sorgen. Denn beides ist Voraussetzung für den optimalen Therapieerfolg.

Insulin

Die Gabe von Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, indem es die körpereigene Glukoseproduktion hemmt und die Aufnahme des Blutzuckers in die Körperzellen fördert und aktiviert. Das Insulin wird mittels Injektion unter die Haut gespritzt. Menge, Art und Zeitpunkt der Insulingabe legt Ihr Veterinärmediziner fest, ebenso zeigt er Ihnen ausführlich, wie Sie Ihrem Tier selbst ein- bis zweimal täglich eine Insulinspritze geben können. Allerdings brauchen nicht alle tierischen Diabetes mellitus-Patienten eine Insulingabe zusätzlich zur geeigneten Diät – je nach Schweregrad der Erkrankung.

Beim Tier wird der aktuelle Glukosespiegel mittels Glukometer (Messgerät für den Blutzuckerwert) kontrolliert, indem ein Blutstropfen vom Ohr bewertet wird. Die gemessene Glukosekonzentration bestimmt, ob eine Unter- oder Überzuckerung vorliegt. Weitere Blutwerte müssen allerdings durch den Tierarzt bzw. ein Labor analysiert werden. Weiters hat der Katzenhalter die Möglichkeit, einen Teststreifen in frisch abgesetzten Urin zu tauchen, um die Glukosekonzentration festzustellen.

Ihr Tierarzt wird nach eingehender Untersuchung v. a. der Blutwerte des Tieres (Vorsicht: Bei Katzen kann aufgrund von Stress beim Tierarztbesuch eine Überzuckerung entstehen, die aber keine echte Zuckerkrankheit bedeutet!) eine Kombination aus Insulingaben und Diätnahrung als Behandlung vorschlagen. In leichteren Erkrankungsfällen ist eine diätetische Behandlung, also nur über die Ernährung, ausreichend, in schweren Fällen müssen zusätzlich Infusionen verabreicht werden. Durch die richtige Therapie wird der Blutzuckerspiegel stabilisiert. Eine sogenannte DIABETIC-Diät sollte sehr schmackhaft sein, um appetitlose Patienten zum Fressen anzuregen.

Lösliche und unlösliche pflanzliche Fasern in der Diätnahrung verlangsamen die Nährstoffaufnahme aus dem Darm und helfen, Zucker langsam und gleichmäßig in den Blutkreislauf freizusetzen. Starke Anstiege des Glukosespiegels – sogenannte Blutzuckerspitzen -  (Gefahr der Hyperglykämie) nach der Fütterung werden so vermieden.

Abspecken

Eine Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Vierbeinern mit Zuckerkrankheit ist unumgänglich, da dies die Beta-Zellen anregen kann, wieder Insulin zu produzieren. Eventuell kann daher die Insulingabe reduziert oder sogar ganz abgesetzt werden. Ebenso kann unter Umständen eine Kastration die dem Insulin entgegengesetzte Wirkung der Sexualhormone aufheben.

Die Ernährung

Da Zuckerkrankheit bei Hunden nicht geheilt werden kann, sind die lebenslange Fütterung mit DIABETIC und eine eventuelle Insulingabe unumgänglich. Der Krankheitsverlauf des Tieres kann allerdings dadurch stabilisiert und dessen Wohlbefinden damit wesentlich verbessert werden. Neben ausreichend körperlicher Bewegung für Ihr Tier befolgen Sie bitte sorgfältig und konsequent die Empfehlungen Ihres Tierarztes!

Bei Katzen ist Diabetes mellitus unter Umständen reversibel, d. h. die Zuckerkrankheit kann erfolgreich behandelt werden. Durch eine lebenslange Weiterfütterung mit einer DIABETIC-Diät wird noch dazu die Rückfallsrate reduziert.

 

Hilft, erhöhten Blutzucker nach der Futteraufnahme zu modulieren

 

Hoher Proteingehalt zum Erhalt der Muskelmasse

 

Reduzierter Stärkeanteil stabilisiert den Blutzuckerspiegel und vermindert dadurch die notwendige Insulindosis

 

Diätische Fasern unterstützen eine verzögerte Aufnahme von Nährstoffen im Dünndarm

Klick für mehr Info
Klick für mehr Info