WALTHAM Standpunkt

Ernährungsphysiologie

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes können in ihrem Wesen und in ihrer klinischen Manifestationsform entscheidend durch Diät beeinflußt werden. Eine Schlüsselrolle kommt der Diät bei der Behandlung der Diarrhoe zu.7,12 Abgesehen davon, daß die Ernährung sogar die Primärursache der Diarrhoe sein kann (z.B. bei Fütterungsfehlern oder Futtermittelüberempfindlichkeit), verlängert sie in jedem Fall deren Dauer, und zwar auch dann, wenn die zugrundeliegende Krankheitsursache nicht ernährungsbedingt ist, wie dies unter anderem bei akuter Gastroenteritis der Fall sein kann. Andererseits läßt sich mit der richtigen Diät – allein oder in Kombination mit medikamenteller Behandlung – der Genesungsprozeß beschleunigen. Bei einer Vielzahl von Gastrointestinalerkrankungen und insbesondere, wenn diese mit Durchfall einhergehen, ist die Diät oftmals sogar grundlegender Bestandteil der Therapie. Eine speziell für dieses Krankheitsbild entwickelte Diät kann somit nicht nur zur Behandlung einer Magen-Darm-Erkrankung eingesetzt werden, sondern dient auch der Kompensation von Funktionsverlusten.10

 

Die spezifische diätetische Behandlung der Diarrhoe ist abhängig von der Ätiologie der Durchfallerkrankung. Besteht die Ernährung des Patienten z.B. aus minderwertigem Futter, enthält die Ration toxische Substanzen oder hat sich der Hund einfach überfressen, so ist die diätetische Korrektur relativ einfach. Bei anderen Tieren ist aufgrund der Anamnese unter Umständen an eine Futtermittelüberempfindlichkeit zu denken; dies gilt besonders für solche Patienten, bei denen neben der Gastrointestinalproblematik gleichzeitig auch Hautsymptome bestehen. Eine Verdachtsdiagnose wird dadurch bekräftigt, daß die Symptome nach einer Eliminationsdiät verschwinden und bei Provokation mit der ursprünglichen Ration wieder auftreten.8 Ist das verantwortliche Allergen erst identifiziert, kann durchaus auf eine handelsübliche Diät, die diese Komponente nicht enthält, umgestellt werden.

In jenen Fällen, wo die Ernährung nur einen der für die Diarrhoe verantwortlichen Faktoren darstellt, sollte die Diät auf eine Minimierung der Belastung des Verdauungstraktes abzielen. Praktisch bedeutet dies, daß alle Nährstoffe, insbesondere Fett, Kohlenhydrate und Protein, in hochverdaulicher Form zugeführt werden sollten.29 Die Mechanismen der Verdauung und Resorption von Kohlenhydraten und Eiweiß sind vergleichsweise einfach. Diese Nährstoffe werden zuerst durch Pankreasenzyme im Darmlumen und danach durch Bürstensaumenzyme zu kleineren Modulen abgebaut. Verdauung und Resorption von Fett hingegen sind durch komplexere Mechanismen geregelt (Abb. 1) und somit auch wesentlich störungsanfälliger.1 Fettmalabsorption stellt eine frühe Folgeerscheinung von Erkrankungen des Pankreas und der Dünndarmmukosa dar, so daß die reduzierte Fettzufuhr mit dem Futter einen wichtigen Aspekt bei der diätetischen Therapie von Hunden mit Diarrhoe darstellt. Eine hohe Verdaulichkeit der Nährstoffe erleichtert die möglichst vollständige Resorption im proximalen Dünndarm, wodurch die osmotische Last reduziert wird. Hochverdauliches Eiweiß hat somit eine deutlich geringere antigene Potenz, weil weniger Protein intakt resorbiert wird.7

 

Abbildung1: Schematische Dartellung der Fettresorption beim Hund 11,13

 

Die besondere Wirkung der diätetischen Therapie bei Gastrointestinalerkrankungen beruht auf folgenden Mechanismen:

  • Ausgewogene und ausreichende Nährstoffversorgung trotz gestörter Resorptionsfähigkeit
  • Abschwächen der klinischen Symptome
  • Bereitstellung aller für die Regeneration und Reparatur der Darmschleimhaut essenziellen Nährstoffe
  • Mildern der entzündlichen Prozesse
  • Schutz gegen weitere Schleimhautschädigung

ROYAL CANIN Digestive Low Fat wurde speziell auf der Basis dieser Richtlinien entwickelt und in ihrer Zusammensetzung durch Modifizierung der Gehalte an Protein, Fett, Kohlenhydrate, Zink, Kupfer sowie an Vitaminen des B-Komplexes entsprechend angepaßt. Da Tiere mit Magen-Darm-Erkrankungen häufig unter Appetitmangel leiden, wurde auf eine hohe Akzeptanz besonderer Wert gelegt.

 

Fett

Die Fettzufuhr mit der Nahrung sollte eingeschränkt werden, aber dennoch ausreichend hoch sein, um die Energieversorgung und Schmackhaftigkeit sicherzustellen

 

Ein geringer Fettgehalt der Diät ist bei vielen Gastrointestinalerkrankungen des Hundes von besonderer Wichtigkeit. Fett verzögert die Magenentleerung, die bei diesen Krankheiten ohnehin schon verlangsamt sein kann. Eine Verzögerung der Magenentleerung stellt eine wichtige Ursache von Störungen des oberen Verdauungstraktes des Hundes dar und führt zu Schmerzen im Abdomen, Übelkeit und Erbrechen. Auf diesem Einfluß des Nahrungsfettes auf die Magenentleerung basiert wahrscheinlich die Tatsache, daß fettarme Diäten bei den meisten Magen-Darm-Erkrankungen wesentlich besser vertragen werden als Rationen mit höherem Fettgehalt. Fettmalabsorption tritt relativ früh im Verlauf von Dünndarm-erkrankungen auf, weil Fett der hinsichtlich Verdauung und Resorption komplexeste Nährstoff ist und somit schon geringste Störungen der Gastrointestinalfunktion die Fettverdauung beeinträchtigen können. Bei vielen Magen-Darm-Erkrankungen führt die Schädigung der Enterozyten zu deren Dezimierung und zum Verlust ihrer funktionellen Kapazität. Als Folge davon kann es zu unzureichender Verdauung der Nährstoffe und zu Malabsorption von Nährstoffen, Flüssigkeiten und Elektrolyten kommen.1 Das Vorhandensein von nicht resorbierten Nahrungsbestandteilen im Darmlumen kann Diarrhoe auslösen, und zwar entweder durch die osmotische Wirkung (osmotische Diarrhoe) oder als Ergebnis des bakteriellen Abbaus, dessen Endprodukte die Sekretion im Kolon stimulieren (sekretorische Diarrhoe). Die Restriktion des Nahrungsfettes ist daher einer der wichtigsten Aspekte bei der Schonung eines bereits geschädigten Gastrointestinaltraktes.

Aufgrund der Fettmalabsorption kann es auch zu Malabsorption von Fettsäuren, Gallensalzen, Vitaminen und Mineralstoffen und in der Folge zur Hydroxylierung der Fettsäuren und Dekonjugation der Gallensalze durch die Darmbakterien kommen. Die dabei entstehenden Produkte erhöhen die Permeabilität des Kolons und die gesteigerte Sekretion verursacht Durchfall. Dies ist besonders bei Hunden mit bakterieller Überwucherung des Dünndarms (SIBO) ein Problem, da bei diesen Patienten nicht nur die Fettverdauung und -resorption gestört ist, sondern auch bereits eine sekretorische Diarrhoe bestehen kann.14 Zusätzlich kommt es durch die Stimulierung der entsprechenden Rezeptoren in der Mukosa durch die Fettsäuren zur Ausschüttung von Cholezystokinin, einem potenziellen Stimulans der Pankreassekretion.12 Aus diesem Grund sind Diäten mit hohem Fettgehalt bei Patienten mit Pankreatitis kontraindiziert.

Es spricht also vieles für die Fettrestriktion als essenziellen Aspekt der diätetischen Therapie bei Hunden mit Gastrointestinalerkrankungen. Da Fett aber andererseits eine wichtige Energiequelle darstellt und außerdem auch für die Schmackhaftigkeit einer Diät von besonderer Bedeutung ist, sollte eine exzessive Reduktion des Fettgehaltes vermieden werden.

Der Fettgehalt der ROYAL CANIN Digestive Low Fat ist in dem Maße reduziert, als er knapp oberhalb des vom NRC (National Research Council) festgelegten Mindestbedarfs für heranwachsende Welpen liegt.13 Der Fettgehalt der ROYAL CANIN Digestive Low Fat liefert ungefähr 13 % der gesamten umsetzbaren Energie (U.E.), im Vergleich zu etwa 33 % der gesamten umsetzbaren Energie (U.E.) bei herkömmlichem Fertigfutter.

  • Die Restriktion des Fettgehaltes der WALTHAM® Canine Digestive Tract Support Diet wurde so abgestimmt, daß die Diät einerseits von Hunden mit Fettmalabsorption und Steatorrhoe gut vertragen wird, daß aber andererseits dem Organismus ausreichende Mengen an Fettsäuren zugeführt werden und außerdem für eine optimale Energiedichte und Palatabilität gesorgt ist.

Protein

Das mit der Nahrung zugeführte Eiweiß sollte hochverdaulich und qualitativ hochwertig sein

Nahrungseiweiß erhöht die Sekretion von Schleim, Säure und Enzymen, beeinflußt die Magenentleerung und die Darmpassagezeiten, stimuliert die Pankreassekretion und stellt die Hauptquelle für Nahrungsantigene und -allergene dar.7 Im Unterschied zur Fettmalabsorption verursacht Proteinmalabsorption an sich keine Durchfälle, doch kann es zu Eiweiß- und Energiemangel kommen. Außerdem wird nicht resorbiertes Eiweiß in Ammoniak umgewandelt, wodurch die Kolonschleimhaut geschädigt wird. Zusätzlich steigt das Antigenpotential des Futters, was besonders bei Patienten mit Gastrointestinalerkrankungen negative Auswirkungen haben kann, da hier die Permeabilität des Darms bereits erhöht ist und Nahrungsantigene leichter und schneller in die Mukosa gelangen können.

Eine hohe Verdaulichkeit des mit dem Futter zugeführten Proteins ist somit wichtig, um das antigene Potential des Eiweißes zu minimieren und die Menge an nichtresorbiertem Protein, das zur Ammoniakproduktion und in der Folge zur Schädigung des Kolon führen kann, so gering wie möglich zu halten. Aus den gleichen Gründen sollte eine übermäßige Eiweißzufuhr mit dem Futter vermieden werden. Auf der anderen Seite darf der Proteingehalt nicht übermäßig stark reduziert werden, da Hunde mit Proteinmalabsorption oder Eiweißverlustsyndrom (exsudative Enteropathie) einen erhöhten Eiweißbedarf haben. Chronische Diarrhoe kann auch schon nach nicht allzu langem Bestehen eine negative Stickstoffbilanz erzeugen. Die Diät sollte daher eine ausreichende Versorgung mit hochverdaulichen Aminosäuren sicherstellen.

Um das Risiko der Entwicklung oder Verschlimmerung einer Futtermittelüberempfindlichkeit gering zu halten, sollte das Nahrungseiweiß aus nur wenigen Quellen stammen. Der Hauptproteinlieferant von ROYAL CANIN Digestive Low Fat (Feuchtnahrung) ist Weißfisch, da dieser biologisch hochwertig und nur gering fetthaltig ist.

  • ROYAL CANIN Digestive Low Fat liefert hochverdauliches Eiweiß in mäßigen Mengen.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sollten hochverdaulich sein

Die Kohlenhydratverdauung und -resorption kann in allen Fällen von Diarrhoe beeinträchtigt sein, doch bedeutet Stärke im Vergleich zu Fett für den Dünndarm eine eher geringe Verdauungsbelastung (Abb. 2). Bei Gastrointestinalerkrankungen ist die Aktivität des Bürstensaumenzyms "Disaccharidase" oftmals beeinträchtigt und es kommt zur Malabsorption von Kohlenhydraten. Dies wiederum führt zur Entwicklung einer osmotischen Diarrhoe sowie zur Ansammlung von Gas im Darm und zu Dysbakterie. Die bereits bei gesunden Hunden niedrige Laktaseaktivität wird durch die Erkrankung noch weiter reduziert. Die gestörte Laktoseverdauung führt durch bakteriellen Abbau zur Entstehung flüchtiger Fettsäuren, welche eine osmotische Diarrhoe fördern. Aus diesem Grund sollten Hunde mit Gastrointestinalerkrankungen keine Milchprodukte erhalten.

Die Diät für Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen sollte auch glutenfrei sein. Es hat sich gezeigt, daß Glutenüberempfindlichkeit, die zuerst bei Irischen Settern als primäre Ursache für Enteropathien beschrieben wurde,9 auch bei Hunden anderer Rassen zu primären oder sekundären Verdauungsstörungen führen kann. Da Gluten in Weizen, Hafer, Gerste und Roggen enthalten ist, sollten diese Getreidearten bei der Rationsgestaltung vermieden werden. ROYAL CANIN Digestive Low Fat enthält weißen Reis und Mais als Kohlenhydratquellen, da diese glutenfrei sind. Aufgrund der Tatsache, daß der Fettgehalt der Diät reduziert ist, muß der Energiebeitrag zur Gesamtmenge an umsetzbarer Energie aus Kohlenhydraten erhöht sein.

  • Hochverdauliche Kohlenhydrate liefern bei der ROYAL CANIN Digestive Low Fat einen wesentlichen Teil des Gehalts an umsetzbarer Energie. Die Diät ist laktose- und glutenfrei.

 

 

Rohfaser

Diäten mit einem hohen Gehalt an Rohfaser sollten vermieden werden

 

Die Rolle von rohfaserreichen Diäten zur Behandlung von Diarrhoe ist umstritten. Traditionellerweise wurde Rohfaser bei der Therapie von Erkrankungen des Kolons und insbesondere bei Obstipation eingesetzt. Bei Kolitis ist die sinnvolle Verwendung von unlöslicher Rohfaser zur Bildung größerer Kotvolumina insofern begrenzt, als die Reservoirfunktion des Kolons durch entzündliche Veränderungen eingeschränkt ist. Der Zusatz von löslicher Rohfaser zur Diät kann sich positiv auf die Kolonschleimhaut auswirken, da die entstehenden kurzkettigen Fettsäuren durch Förderung der Natrium- und Wasserresorption aus dem Kolon dazu beitragen, die Diarrhoe unter Kontrolle zu bringen.10 Die Ergebnisse klinischer Studien an Hunden mit Erkrankungen des Kolons sind widersprüchlich. Eine Studie mit Hunden, die an Kolitis litten, zeigte eine positive Auswirkung des Zusatzes von löslicher Rohfaser zu einer hochverdaulichen Diät.11 In anderen Untersuchungen wurde ein ähnlicher Erfolg hingegen mit dem Einsatz einer hochverdaulichen Diät aus ausgewählten Proteinen erzielt.15 Die Rolle der Rohfaser bei der Behandlung von Dünndarmerkrankungen ist umstritten. Bedenken hinsichtlich der Unverdaulichkeit von Rohfaser und des abrasiven Effektes auf den entzündeten Dünndarm haben in der Vergangenheit dazu geführt, daß Patienten mit Dünndarmerkrankungen rohfaserarme Diäten erhielten. Die wachsende Kenntnis der bildenden und gelbindenden Eigenschaften fermentierbarer Rohfaser haben zur empirischen Verwendung von rohfasersupplementierten Diäten bei manchen Erkrankungen geführt,10 obwohl der offensichtliche therapeutische Nutzen von rohfaserreichen Diäten bei Diarrhoe aufgrund von Pankreatitis und Lymphangiektasie wahrscheinlich eher auf den niedrigeren Fettgehalt dieser Diäten zurückzuführen ist. Tatsächlich gehen neueste Erkenntnisse in die Richtung, daß ein hoher Gehalt an Rohfaser von keinem therapeutischen Nutzen ist und sogar kontraindiziert sein kann, wenn das Pankreas am Krankheitsgeschehen beteiligt ist. Man nimmt an, daß Rohfaser die Effizienz der Pankreasenzyme im Dünndarm herabsetzt,4 wodurch die Belastung des Pankreas unnötig vergrößert wird. Während also ein gewisser Rohfasergehalt sich sehr wohl positiv auf die Darmmotilität und -gesundheit auswirkt, sollten hohe Gehalte an Rohfaser vermieden werden, um eine normale Pankreasfunktion aufrecht-zuerhalten und die Malabsorption von Nährstoffen zu minimieren. Besonders bei Erkrankungen mit gesteigertem Stoff-wechselaufwand wie z.B. bei der exsudativen Enteropathie sollten Diäten mit hohem Anteil an unlöslicher Rohfaser auf keinen Fall verabreicht werden.

  • Der Rohfasergehalt der ROYAL CANIN Digestive Low Fat wurde bewußt relativ niedrig gewählt.

 


Vitamine

Der Gehalt an Vitaminen sollte ausreichend hoch sein, um eventuelle Verluste zu kompensieren.

 

Bei Diarrhoe und bei bestimmten spezifischen Krankheitsbildern kann es zu Verlusten an Vitaminen des B-Komplexes kommen. Zu einem Vitamin-B-Mangel kann es insbesondere dann kommen, wenn neben der Diarrhoe über längere Zeit auch Anorexie besteht. Bei Hunden, die unter Dysbakterie im Dünndarm (SIBO) leiden, kann die Serum-Cobalaminkonzentration (Vit. B12) dadurch sinken, daß Cobalamin durch Bakterien gebunden wird und somit nicht mehr zur Resorption zur Verfügung steht. Bei exokriner Pankreasinsuffizienz wird die Cobalaminresorption dadurch beeinträchtigt, daß keine endogene Pankreassekretion erfolgt und die normale Cobalaminresorption gestört ist.17Verringerte Serumfolsäurespiegel können bei Hunden mit Erkrankungen des proximalen Dünndarms vorliegen.1 Ein Mangel an Vitaminen des B-Komplexes kann multisystemische Auswirkungen haben, während sich Cobalaminmangel negativ auf die Gesundheit des Magen-Darm-Traktes auswirkt. Diese Vitamine können ohne Probleme oder Risiken supplementiert werden. Ein Mangel an fettlöslichen Vitaminen kann durch lang andauernde Steatorrhoe entstehen, obwohl die Malabsorption hier weniger gravierend ist. Eine Supplementierung ist normalerweise nicht erforderlich, es sei denn, eine bestehende Koagulopathie macht die parenterale Gabe von Vitamin K notwendig.

  • ROYAL CANIN Digestive Low Fat enthält Vitamine des B-Komplexes in mindestens doppelter Menge (gemessen an dem vom NRC empfohlenen Minimalbedarf für Welpen).

Mineralstoffe

Der Gehalt an Mineralstoffen sollte ausreichend hoch sein, um eventuelle Verluste zu kompensieren.

 

Neueste klinische und experimentelle Untersuchungsergebnisse haben bestätigt, daß zwischen Zinkmangel, Malnutrition und Diarrhoe ein Zusammenhang besteht.18 Zinkmangel entsteht primär aufgrund durchfallbedingter Verluste und wird durch unzureichende Aufnahme von Zink mit der Nahrung weiter verschlimmert. Bei Zinkmangel ist die Zellimmunität verringert und es kommt zu Schädigungen durch freie Radikale. Auch die Wasser- und Elektrolytresorption kann beeinträchtigt sein, wodurch die Remission bei selbstbegrenzender Gastroenteritis hinausgezögert wird.18 Eine Supplementierung der Diät mit Zink bewirkt eine verbesserte Schleimhautregeneration, vermehrte Produktion von Bürstensaumenzymen, gesteigerte Zellimmunität und höhere Spiegel an sekretorischen Antikörpern.5 Bei Untersuchungen von Kindern in Entwicklungsländern hat sich gezeigt, daß Zinkzusätze zur Nahrung Häufigkeit und Schweregrad von Durchfällen sowie das Auftreten von Atemwegsinfektionen verringern konnten.2 Auch bei exokriner Pankreasinsuffizienz ist der Zinkstoffwechsel durch verringerte Zinkresorption und vermehrte Zinkauscheidung mit dem Harn signifikant verändert.3 Während der therapeutische Nutzen einer Zinksupplementierung der Diät bei Gastrointestinalerkrankungen klar belegt werden konnte, ist die Rolle von Kupfer weiterhin nicht gänzlich geklärt, obwohl manches dafür spricht, daß es bei Magen-Darm-Erkrankungen auch zu Kupferverlusten über den Kot kommt. Da Zink die Kupferresorption dadurch beeinträchtigen kann, daß es die Metallothioneinsynthese im Darm induziert, erscheint ein kompensatorischer Kupferzusatz zur Diät sinnvoll.

  • ROYAL CANIN Digestive Low Fat enthält Zink und Kupfer in erhöhten Mengen, und zwar etwa das Eineinhalbfache des vom NRC empfohlenen Mindestgehaltes.

Klinische Studien

(1) Bewertung des therapeutischen Nutzens einer fettarmen Diät bei der Behandlung von chronischer Diarrhoe bei Hunden.

In einer in Zusammenarbeit mit der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität von Edinburgh durchgeführten Studie sollte der therapeutische Nutzen von "Digestive Low Fat" bei der Behandlung von chronischer Diarrhoe verschiedenster Ätiologie untersucht werden.

Von den Patienten der Klinik zog man 48 Hunde mit chronischer Diarrhoe zu dieser Studie heran. Die Dauer des bestehenden Durchfalls variierte je nach Fall und betrug durchschnittlich 1,5 Jahre (zwischen einem Monat und 5 Jahren). Alle Hunde waren bereits vorbehandelt und hatten unterschiedliche Medikamente und/oder Diäten erhalten. Nach einer vollständigen Anamnese, sowie einer eingehenden Allgemeinuntersuchung und einer kompletten klinischen Untersuchung (einschließlich Kotanalyse, hämatologischer und blutchemischer Untersuchung, Beurteilung von Verdauung und Resorption sowie gegebenenfalls Darmbiopsie) wurden die Patienten je nach Diagnose in fünf verschiedene Gruppen eingeteilt:

(I) Bakterielle Überwucherung des Dünndarms (SIBO)
(II) Kolitis
(III) Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
(IV) Idiopathische Diarrhoe
(V) Malabsorptionssyndrom

Neben der jeweils spezifischen medikamentellen Therapie erhielten die Tiere bei schrittweiser Umstellung "Digestive Low Fat" als Diätfutter. Nach der Übergangsphase von fünf Tagen bestand die gesamte Tagesration aus "Digestive Low Fat". Kontrolluntersuchungen erfolgten monatlich während fünf Monaten.

Ergebnisse

Die Akzeptanz der Diät war bei allen Hunden gut. Bei praktisch allen spezifischen Symptomen der chronischen Diarrhoe konnte bereits innerhalb des ersten Monats eine deutliche Besserung festgestellt werden, die sich auch während der restlichen Dauer der 5-monatigen Studie fortsetzte (Tabelle 1). Die auffallendsten positiven Reaktionen waren bei Hunden mit EPI zu verzeichnen, besonders was Gewichtszunahmen und Hautbild betraf. Die Kotkonsistenz war in allen Gruppen signifikant verbessert; war eine normale Fäzeskonsistenz bei der Erstuntersuchung nur bei 20 % aller Hunde vorhanden, so betrug dieser Prozentsatz nach einem Monat bereits 83 % und nach fünf Monaten 88 %.

 

Schlußfolgerung


Die Kombination von diätetischer Therapie mit "Digestive Low Fat" und der entsprechenden medikamentellen Behandlung stellt ein wirksames Basiskonzept für die Betreuung von Patienten mit chronischer Diarrhoe dar, wobei die besten Effekte offenbar bei Hunden mit EPI zu erzielen sind.

 

(2) Langzeitbehandlung bei exokriner Pankreasinsuffizienz (EPI) des Hundes

 

Zwanzig Hunde mit bestätigter EPI wurden im Rahmen dieser Studie während der ersten vier Monate der Behandlung regelmäßig untersucht. Spezielle Empfehlungen für kurzfristige Therapien wurden berücksichtigt. Bei 17 dieser Patienten war eine Beobachtung über einen noch längeren Zeitraum (bis zu 39 Monaten) möglich, so daß die Langzeitwirkung der Therapie beurteilt werden konnte.15 Die Behandlung bestand zu Beginn der Studie aus der diätetischen Therapie mit "Digestive Low Fat" in Kombination mit Enzymersatz. Dabei kam es in den meisten Fällen binnen 48 Stunden zur Wiederherstellung einer normalen Kotqualität. Eine zusätzliche Behandlung mit Cimetidin (5 mg/kg 30 Min. vor den Mahlzeiten) erhielten nur jene Hunde, die nicht sofort positiv auf die Diät plus Enzymersatz ansprachen.

Im Laufe der ersten vier Monate erhöhte sich das Körpergewicht durchschnittlich um 24 % und die Kotkonsistenz normalisierte sich bei allen Hunden. Sonstige klinische Symptome wie Polyphagie, Koprophagie, Allotriophagie, Flatulenz sowie schlechter Zustand von Haut und Haarkleid besserten sich in dem Maße wie das Körpergewicht zunahm. Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß sich "Digestive Low Fat" in Kombination mit Enzymersatz als außerordentlich wirksam bei der Behandlung von Hunden mit EPI erwiesen hat.

Von den 17 Hunden, die über einen längeren Zeitraum beobachtet werden konnten, blieben elf weiterhin in Remission, während sechs euthanasiert wurden (drei Tiere wegen rezidivierender Diarrhoe und drei wegen anderer Ursachen). Die 11 Hunde, die gut auf die Therapie ansprachen, konnten alle ihr Körpergewicht halten. Die Menge des Pankreasenzymersatzes konnte signifikant reduziert werden. Vier der Tiere erhielten weiterhin ausschließlich "Digestive Low Fat"; ein Hund wurde mit einer Mischung aus "Digestive Low Fat" und einem relativ fettarmen handelsüblichen Dosenfutter ernährt, während die restlichen Hunde jeweils unterschiedliches, relativ fettarmes Futter erhielten. Der auffälligste Erfolg dieser Langzeitstudie war die Tatsache, daß der Tagesbedarf an Enzymersatz mit der Zeit deutlich geringer wurde und gegen Ende der Untersuchungsdauer mit durchschnittlich 24 % (6 – 58 %) der Initialdosis signifikant unter den Mengen lag, die zu Beginn der Studie zugesetzt werden mußten.

 

Literatur

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