1/ Akute Gastroenteritis

Zu den Standardempfehlungen hinsichtlich der diätetischen Therapie von Hunden mit akuter Gastroenteritis zählt die 24- bis 48-stündige Nahrungskarenz mit nachfolgender Fütterung kleiner Rationen einer fettarmen, hochverdaulichen "Schonkost". Den Darm über ein bis zwei Tage "ruhen" zu lassen, wurde traditionellerweise deshalb als wichtige Maßnahme verordnet, weil die Menge nicht resorbierter Nährstoffe verringert werden sollte, um osmotische Diarrhoe und bakterielle Überwucherung zu verhindern und um die Antigenbelastung der Darmmukosa zu reduzieren.6 Obwohl dieses Konzept in letzter Zeit durch die Erkenntnis, dass zu langes Ruhen des Darms zu dessen Atrophie führen kann, in Frage gestellt wurde, ist man nunmehr doch der Ansicht, dass Fasten bzw. Futterrestriktion über kurze Zeiträume (< 4 Tage) höchstwahrscheinlich keine atrophischen Veränderungen an der Darmschleimhaut verursachen. Das Beibehalten der kurzfristigen Nahrungskarenz als erste Maßnahme wird somit weiterhin empfohlen. Während dieser Zeit ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten mit isotonen Rehydratationslösungen, zu achten (siehe auch: REHYDRATION SUPPORT).

 

Beginnt das Tier wieder zu fressen, sollte vorzugsweise INTESTINAL gefüttert werden. Um die osmotische Belastung des geschädigten Darms so gering wie möglich zu gestalten, sollten mehrere kleine Portionen angeboten werden. Bei zunehmender Besserung kann schrittweise wieder auf das ursprüngliche Futter umgestiegen werden.

 

 

2/ Ernährungsphysiologie

Der Diät kommt bei der Behandlung der Diarrhoe eine Schlüsselrolle zu.3,6
Die Ernährung kann einerseits die Primärursache der Diarrhoe sein (z.B. bei Fütterungsfehlern oder Futterüberempfindlichkeit), andererseits lässt sich mit der richtigen Diät – allein oder in Kombination mit medikamenteller Behandlung – der Genesungsprozess beschleunigen. Bei einer Vielzahl von Gastrointestinalerkrankungen und insbesondere, wenn diese mit Durchfall einhergehen, ist die Diät oftmals sogar grundlegender Bestandteil der Therapie.

Die spezifische diätetische Behandlung der Diarrhoe ist abhängig von der Ätiologie der Durchfallerkrankung. Besteht die Ernährung des Patienten z.B. aus minderwertigem Futter, enthält die Ration toxische Substanzen oder hat sich der Hund einfach überfressen, so ist die diätetische Korrektur relativ einfach. Bei anderen Tieren ist aufgrund der Anamnese unter Umständen an eine Futtermittelüberempfindlichkeit zu denken; dies gilt besonders für solche Patienten, bei denen neben der Gastrointestinalproblematik gleichzeitig auch Hautsymptome bestehen.

In jenen Fällen, wo die Ernährung nur einen der für die Diarrhoe verantwortlichen Faktoren darstellt, sollte die Diät auf eine Minimierung der Belastung des Verdauungstraktes abzielen. Praktisch bedeutet dies, dass alle Nährstoffe, insbesondere Fett, in hochverdaulicher Form zugeführt werden sollten.7 Die Mechanismen der Verdauung und Resorption von Kohlenhydraten und Eiweiß sind vergleichsweise einfach. Diese Nährstoffe werden zuerst durch Pankreasenzyme im Darmlumen und danach durch Bürstensaumenzyme zu kleineren Modulen abgebaut. Verdauung und Resorption von Fett hingegen sind durch komplexere Mechanismen geregelt und somit auch wesentlich störungsanfälliger.1 Die reduzierte Fettzufuhr mit dem Futter stellt daher einen wichtigen Aspekt bei der diätetischen Therapie von Hunden mit Diarrhoe dar.

Die besondere Wirkung der diätetischen Therapie bei Gastrointestinalerkrankungen beruht auf folgenden Mechanismen:

 • Ausgewogene und ausreichende Nährstoffversorgung trotz gestörter Resorptionsfähigkeit
 • Abschwächen der klinischen Symptome

INTESTINAL wurde auf der Basis dieser Richtlinien entwickelt und in ihrer Zusammensetzung durch Modifizierung der Gehalte an Protein, Fett, Kohlenhydrate sowie an Vitaminen des B-Komplexes entsprechend angepasst. Da Tiere mit Magen-Darm-Erkrankungen häufig unter Appetitmangel leiden, wurde auf eine hohe Akzeptanz besonderer Wert gelegt.

 

 

3/ Fett

Die Fettzufuhr mit der Nahrung sollte fallbezogen eingeschränkt werden, aber dennoch ausreichend hoch sein, um die Energieversorgung und Schmackhaftigkeit sicherzustellen

Ein moderater Fettgehalt der Diät ist bei vielen Gastrointestinalerkrankungen des Hundes angeraten. Ein zu hoher Fettgehalt (Basis: langkettige Fettsäuen) kann die Magenentleerung erschweren, die bei diesen Krankheiten ohnehin schon verlangsamt sein kann. Eine Verzögerung der Magenentleerung stellt eine wichtige Ursache von Störungen des oberen Verdauungstraktes des Hundes dar und kann zu Schmerzen im Abdomen, Übelkeit und Erbrechen führen. Auf diesem Einfluss des Nahrungsfettes auf die Magenentleerung basiert wahrscheinlich die Tatsache, dass fettarme Diäten oder Däten mit einem hohen Anteil mittel- und kurzkettiger Fettsäuren bei den meisten Magen-Darm-Erkrankungen häufig besser vertragen werden als Rationen mit sehr hohem Fettgehalt. Fettmalabsorption tritt relativ früh im Verlauf von Dünndarmerkrankungen auf, weil Fett hinsichtlich Verdauung und Resorption der komplexeste Nährstoff ist (besonders bei einem hohen Anteil langkettiger Fettsäuren) und somit schon geringste Störungen der Gastro-Intestinalfunktion die Fettverdauung beeinträchtigen können.
 Es kann zu unzureichender Verdauung der Nährstoffe und zu Malabsorption von Nährstoffen, Flüssigkeiten und Elektrolyten kommen.1 Das Vorhandensein von nicht resorbierten Nahrungsbestandteilen im Darmlumen kann Diarrhoe auslösen. Die Restriktion des Nahrungsfettes ist daher einer der wichtigsten Aspekte bei der Schonung eines bereits geschädigten Gastrointestinaltraktes.

 

4/ Protein

Das mit der Nahrung zugeführte Eiweiß sollte hochverdaulich und qualitativ hochwertig sein

Nahrungseiweiß erhöht die Sekretion von Schleim, Säure und Enzymen, beeinflusst die Magenentleerung und die Darmpassagezeiten, stimuliert die Pankreassekretion und stellt die Hauptquelle für Nahrungsantigene und -allergene dar.3 Im Unterschied zur Fettmalabsorption verursacht Proteinmalabsorption an sich keine Durchfälle, doch kann es zu Eiweiß- und Energiemangel kommen. Außerdem wird nicht resorbiertes Eiweiß in Ammoniak umgewandelt, wodurch die Kolonschleimhaut geschädigt wird. Zusätzlich steigt das Antigenpotential des Futters, was besonders bei Patienten mit Gastrointestinalerkrankungen negative Auswirkungen haben kann, da hier die Permeabilität des Darms bereits erhöht ist und Nahrungsantigene leichter und schneller in die Mukosa gelangen können.

 • INTESTINAL liefert hochwertiges Eiweiß in ausgewogenen Mengen.

 

 

5/ Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sollten hochverdaulich sein

Die Kohlenhydratverdauung und -resorption kann in allen Fällen von Diarrhoe beeinträchtigt sein, doch bedeutet Stärke im Vergleich zu Fett für den Dünndarm eine eher geringe Verdauungsbelastung. Bei Gastrointestinalerkrankungen ist die Aktivität des Bürstensaumenzyms Disaccharidase oftmals beeinträchtigt und es kommt zur Malabsorption von Kohlenhydraten. Dies wiederum führt zur Entwicklung einer osmotischen Diarrhoe sowie zur Ansammlung von Gas im Darm und zu Dysbakterie. Die bereits bei gesunden Hunden niedrige Laktaseaktivität wird durch die Erkrankung noch weiter reduziert. Durch die gestörte Laktoseverdauung kommt es zum bakteriellen Abbau zu flüchtigen Fettsäuren, was zu osmotischer Diarrhoe führen kann. Aus diesem Grund sollten Hunde mit Gastrointestinalerkrankungen keine Milchprodukte erhalten.  Die Diät für Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen sollte auch glutenfrei sein. Es hat sich gezeigt, dass Glutenüberempfindlichkeit, die zuerst bei Irischen Settern als primäre Ursache für Enteropathien beschrieben wurde4, auch bei Hunden anderer Rassen zu primären oder sekundären Verdauungsstörungen führen kann. Da Gluten in Weizen, Hafer, Gerste und Roggen enthalten ist, sollten diese Getreidearten bei der Rationsgestaltung vermieden werden INTESTINAL enthält Mais als Kohlenhydratquelle, da dieser glutenfrei ist. Aufgrund der Tatsache, dass der Fettgehalt der Diät reduziert ist, muss der Energiebeitrag zur Gesamtmenge an umsetzbarer Energie aus Kohlenhydraten erhöht sein. • Hochverdauliche Kohlenhydrate liefern bei der INTESTINAL einen wesentlichen Teil des Gehalts an umsetzbarer Energie. Die Diät ist laktose- und glutenfrei.

 

 

6/ Rohfaser

Diäten mit einem hohen Gehalt an Rohfaser sollten vermieden werden

Die Rolle der Rohfaser bei der Behandlung von Dünndarmerkrankungen ist umstritten. Bedenken hinsichtlich der Unverdaulichkeit von Rohfaser und des abrasiven Effektes auf den entzündeten Dünndarm haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass Patienten mit Dünndarmerkrankungen rohfaserarme Diäten erhielten. Die wachsende Kenntnis der besonderen Eigenschaften fermentierbarer Rohfaser haben zur empirischen Verwendung von rohfasersupplementierten Diäten bei manchen Erkrankungen geführt5. Der offensichtliche therapeutische Nutzen von rohfaserreichen Diäten bei Diarrhoe ist aber wahrscheinlich eher auf den niedrigeren Fettgehalt dieser Diäten zurückzuführen. Tatsächlich gehen neueste Erkenntnisse in die Richtung, dass ein hoher Gehalt an Rohfaser von keinem therapeutischen Nutzen ist und sogar kontraindiziert sein kann, wenn das Pankreas am Krankheitsgeschehen beteiligt ist. Man nimmt an, dass Rohfaser die Effizienz der Pankreasenzyme im Dünndarm herabsetzt2, wodurch die Belastung des Pankreas unnötig vergrößert wird. Während also ein gewisser Rohfasergehalt sich sehr wohl positiv auf die Darmmotilität und -gesundheit auswirkt, sollten hohe Gehalte an Rohfaser vermieden werden, um eine normale Pankreasfunktion aufrechtzuerhalten und die Malabsorption von Nährstoffen zu minimieren. Besonders bei Erkrankungen mit gesteigertem Stoffwechselaufwand wie z.B. bei der exsudativen Enteropathie sollten Diäten mit hohem Anteil an unlöslicher Rohfaser auf keinen Fall verabreicht werden.

• Der Rohfasergehalt der INTESTINAL Diät im Frischebeutel wurde bewusst relativ niedrig gewählt.

 

 

7/ Vitamine

Der Gehalt an Vitaminen sollte ausreichend hoch sein, um eventuelle Verluste zu kompensieren

Bei Diarrhoe und bei bestimmten spezifischen Krankheitsbildern kann es zu Verlusten an Vitaminen des B-Komplexes kommen. Zu einem Vitamin-B-Mangel kann es insbesondere dann kommen, wenn neben der Diarrhoe über längere Zeit auch Anorexie besteht. Ein Mangel an Vitaminen des B-Komplexes kann multisystemische Auswirkungen haben, während sich Cobalaminmangel negativ auf die Gesundheit des Magen-Darm-Traktes auswirkt. Diese Vitamine können ohne Probleme oder Risiken angereichert werden. Ein Mangel an fettlöslichen Vitaminen kann durch lang andauernde Steatorrhoe entstehen, obwohl die Malabsorption hier weniger gravierend ist. Eine Supplementierung ist normalerweise nicht erforderlich, es sei denn, eine bestehende Koagulopathie macht die parenterale Gabe von Vitamin K notwendig.

INTESTINAL enthält Vitamine des B-Komplexes in mindestens doppelter Menge (gemessen an dem vom NRC empfohlenen Minimalbedarf für Welpen.

 

 

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