Sie entstehen durch Bakterien, Viren oder auch größere, innere Parasiten. Gegen die meisten kann schutzgeimpft werden. Ihr Verlauf ist oftmals tödlich.

Leptospirosen

Bei den Leptospirosen handelt es sich um übertragbare Krankheiten, die durch Leptospira (Mikroorganismen der Gattung der Schraubenbakterien) verursacht werden. Sie betreffen zahlreiche Tierarten und sind auch auf Menschen übertragbar. Beim Hund sind zwei Varianten, so genannte Serotypen, von Bedeutung, nämlich Leptospira icterohaemorrhagiae und Leptospira canicola. Diese Krankheiten treten weltweit auf, doch vor allem in feuchten Gebieten sowie bei Hunden, die in Gruppen leben.

 

Je nach Serotyp verursachen die Leptospirosen verschiedene klinische Symptome. Zu Beginn kann der Hund an einer blutigen Magen-Darmentzündung (haemorrhagische Gastroenteritis) leiden, die von beiden erwähnten Serotypen verursacht werden kann. Die Magen-Darmentzündung tritt oft akut auf. Nach einer fünftägigen Inkubationszeit zeigt sich der Hund erschöpft, kraftlos, appetitlos sowie übermäßig durstig. Während eines Zeitraums von zwei bis drei Tagen ist die Körpertemperatur stark erhöht. Gleich darauf fällt die Temperatur auf unter normal. Das Abtasten des Bauches ist schmerzhaft. Daraufhin folgen über einen Zeitraum von fünf bis sechs Tagen Verdauungsstörungen (Erbrechen mit Blut im Erbrochenen, blutiger Durchfall). Ebenso kommt es zu Blutungen der Schleimhäute sowie der Haut, einer Entzündung der Maulschleimhäute, die mit sehr unangenehmem Geruch einhergeht, sowie zu einem akuten Nierenversagen (mit einer Verminderung des Urins, der mit Blut vermischt sein kann). Auch Komplikationen mit Beteiligung der Nerven, der Augen, des Herzens sowie der Lunge sind keine Seltenheit. Anschließend fällt das Tier ins Koma und verstirbt.

 

Die Magen-Darmentzündung kann auch eine sehr heftige Verlaufsform aufweisen. In diesem Fall führt die Krankheit, noch bevor der Hund komatös werden kann, nach einer Phase, gekennzeichnet durch Untertemperatur, Erbrechen und Durchfall innerhalb von 48 Stunden zum Tod.

Bekannt ist aber auch eine sehr heftig verlaufende Form, die im Anschluss an die Phase der Magen- und Darmentzündung nach ungefähr zwei Wochen ausheilt.

 

Eine zweite Form der Krankheit, die nur von Leptospira icterohaemorrhagiae ausgelöst wird, ist die Weil-Krankheit (Morbus Weil). Die Inkubationszeit beträgt fünf bis acht Tage. Der Hund leidet dann zwei Tage lang unter erhöhter Körpertemperatur und anschließend zu niedriger Temperatur, Müdigkeit, Leibschmerzen und Appetitlosigkeit. Schließlich färben sich die Schleimhäute orangerot, ein Anzeichen für eine entstandene Gelbsucht. Auch Verdauungsprobleme wie Durchfall, Erbrechen sind zu beobachten. Binnen 5 bis 14 Tagen verstirbt der Hund.

 

Eine dritte Form äußert sich in einer Nierenentzündung und ist dem Leptospira canicola zuzuschreiben. Sie kann rasch auftreten und geht dann mit einer Magen-Darmentzündung einher oder sie entwickelt sich langsam, dann bemerkt man die Krankheit erst im Endstadium, wenn durch das starke Ansteigen des Harnstoffs im Blut eine Harnvergiftung (Urämie) erfolgt. Der Hund verstirbt dann im Harnstoffkoma.

 

Die Diagnose der Leptospirose beruht auf der Untersuchung des Tieres. Die Symptome sind relativ krankheitstypisch. Mit Hilfe einer Laboruntersuchung kann man bereits vor dem achten Tag die Anwesenheit der Leptospiren im Blut feststellen, im Urin etwas später. Die Diagnose durch den Nachweis von Antikörpern ist erst nach dem zehnten Tag möglich.

Die Hunde können sich durch Beißen, Lecken oder einfachen Kontakt mit einem Kadaver direkt ansteck-en. Teich- und Flusswasser und mit Urin verschmutzte Gegenstände können zu einer indirekten Übertragung führen. Die Leptospirosen dringen durch Verletzungen der Schleimhäute oder der Haut in den Körper ein.

 

Keime werden durch Ausscheidungen und Sekrete kranker Tiere übertragen. Sie befinden sich zu Beginn der Infektion auch im Blut und nach dem achten Tag und darüber hinaus noch einige Monate lang im Urin. Man kann Hunde, die unter weniger heftig verlaufenden und chronischen Formen leiden, mit Hilfe bestimmter Antibiotika behandeln. Als vorbeugende Hygienemaßnahme empfiehlt es sich, jegliche Verunreinigung des Wassers zu vermeiden, die Nagetiere, die als Überträger gelten, zu vernichten und die Umgebung zu desinfizieren. Es sind Impfstoffe erhältlich, die dem Hund eine mehr oder weniger weitreichende Immunität für maximal sechs Monate verleihen. Man sollte sie dort anwenden, wo die Risiken am höchsten sind.

 

Hund kann die Erreger der Leptospirosen übertragen. Sie stellen eine Gefahr für den Menschen dar, der ebenfalls empfänglich ist und bei einer Infektion an ähnlichen Symptomen leidet. ebenfalls empfänglich ist und bei einer Infektion an ähnlichen Symptomen leidet.

 

Wurmmittel
Zur Vorbeugung kann man Welpen schon im Alter von zwei Wochen Wurmmittel verabreichen. Man benutzt ein polyvalentes Wurm-mittel, meist eine Mischung von mehreren Wirkstoffen, um eine breit gefächerte Wirkung zu erzielen. Die Dosis wird dem Gewicht des Welpen angepasst. Man behandelt dann den Hund bis zum Alter von sechs Monaten alle vier Wochen, dann zwei bis vier Mal im Jahr, je nach Region und ob der Hund viel draußen herumläuft oder nicht.
Eine Untersuchung der Wurmeier im Stuhl ermöglicht eine gezieltere Behandlung, da so das am besten wirkende Wurmmittel für den jeweiligen Fall benutzt werden kann. Bei der Wahl des Medikaments sollte man auch die Darreichungsform beachten (Tabletten, Paste oder Flüssigkeit) und diejenige vorziehen, die den Hund am wenigsten abschreckt. Man verabreicht die Mittel in einer oder in mehreren Gaben, was mitentscheidend für die Wahl sein kann.
Regelmäbiges Entwurmen ist sehr wichtig, besonders in Hinblick auf das Übertragungsrisiko auf den Menschen, vor allem wenn mehrere Hunde zusammenleben.

 

Piroplasose (Babesiose)

Diese parasitäre Erkrankung wird durch einen Vertreter der Protozoen (einzellige Tiere), Babesia (eine Gattung der Sporozoen), Babesia canis genannt, verursacht. Dieser Parasit benötigt für seine Entwicklung einen Zwischenwirt, um dann die Krankheitsübertragung von einem Hund auf den anderen sicherzustel-len. Dieser Zwischenwirt ist die weibliche Zecke.

Die Entwicklung des Parasiten im Hund durchläuft, entsprechend den Veränderungen des Parasiten, mehrere Stadien. Zuerst hat der Parasit eine ganz einfache, mehr oder weniger kreisförmige Gestalt, er trägt die Bezeichnung Trophozoit. Er setzt sich in den roten Blutkörperchen fest und ernährt sich von deren Inhalt, dem Hämoglobin, das er verdaut. Dieser Trophozoit vermehrt sich geschlechtslos durch einfache Zellteilung. Dabei teilt sich erst der Zellkern, dann die Zellmembran und das Zytoplasma (Flüssigkeit innerhalb der Membran). Das Ergebnis sind zwei Zellen, die Tochterzellen oder auch Merozoiten genannt werden. Sie sind tropfenförmig und immer im Inneren des roten Blutkörperchens zu finden. Ein Blutkörperchen kann mehr als zwei Parasiten beherbergen. Meistens wird es jedoch nach der Zellteilung des Parasiten zerstört, und die Merozoiten werden ins Blut freigesetzt. Jeder Merozoit fixiert sich schnell auf einem neuen roten Blutkörperchen, dringt in dieses ein und bildet dann wieder ein Trophozoit. Einige der Babesiae teilen sich nicht mehr in den roten Blutkörperchen. Sie werden als Gamonten bezeichnet.

Die Zecke, ein Zwischenwirt, ernährt sich an einem infizierten Hund. Die roten Blutkörperchen, die Trophozoiten und die Merozoiten, die sie aufgenommen hat, werden in ihrem Darm zerstört. Es bleiben nur die Gamonten, die sich in der Darmwand zu Gameten (Keimzellen) umwandeln. Durch die Verschmelzung von zwei Gameten bildet sich dann ein Ei, die so genannte Zygote. Aus diesem Ei entsteht das so genannte Kinet, das den Darm der Zecke verlässt, um in eine andere Zelle einzudringen und zwar vorzugsweise in die Eier der Zecke. Dort vermehrt sich das Kinet und es entstehen Sporokineten. Wenn ein Zeckenweibchen der nächsten Generation (d.h. eines, das sich aus einem Ei entwickelt hat, welches mit Sporokineten befallen war) sich an einem Hund ernährt, dann wandern die Sporokineten in die Speicheldrüsen der Zecke. Jedes Sporokinet wird sehr dick. Man nennt es dann Sporont. In seinem Inneren bilden sich Tausende von Sporozoiten, die den Hund infizieren können. Jedes Sporozoit dringt in ein rotes Blutkörperchen ein, um dort zum Trophozoit zu werden. Der Entwicklungszyklus ist abgeschlossen.

Die Piroplasmose tritt besonders häufig in warmen und in gemäßigten Klimazonen auf, überall dort, wo die Zecken sehr zahlreich sind. Die Krankheit ist dann am häufigsten, wenn die Zecken aktiv sind. Das Auftreten der Piroplasmose wird durch bestimmte Lebensweisen (z.B. als Jagdhund) gefördert. Einige Rassen sind empfänglicher als andere, z.B. Cocker, Spaniel, Yorkshire und Dobermann. Außerdem sind Welpen anfälliger als ausgewachsene Hunde.

Die Inkubationszeit, die dem Zeitraum der Parasitenvermehrung im Organismus des Hundes entspricht, dauert etwa zwei Tage bis zwei Wochen. Während dieser Zeit befinden sich keine Babesiae im Blut. Sie gelangen fast gleichzeitig mit dem Auftauchen der Krankheitssymptome dorthin. Bei der akuten Erscheinungsform hat der Hund starkes Fieber und ist sehr müde. Diese Fieberkrise dauert durchschnittlich 6 bis 10 Tage. Man beobachtet gleichzeitig eine Anämie (erkennbar durch bleiche Färbung der Schleimhaut), die durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen im Zuge der Vermehrung der Parasiten verursacht wird. Einige Tagen später fällt der Urin durch eine Verfärbung auf, die durch Blutbeimischung hervorgerufen wird. Es gibt atypische Krankheitsanzeichen wie beispielsweise Störungen des Nervensystems, der Atmung, der Funktionen der Haut oder auch der Augen.

Die Krankheitsentwicklung ist kurz und dauert höchstens eine Woche. Der Zustand des Hundes verschlechtert sich ohne ärztliche Behandlung und führt zum Koma und schlieblich zum Tod. Es ist auch eine chronische Form bekannt, die hauptsächlich ausgewachsene Hunde betrifft. Sie kann als Folge der akuten Form auftreten. Das Fieber ist nicht so hoch oder fehlt manchmal sogar ganz und der Allgemeinzustand bleibt insgesamt gut. Anämie (Blutarmut) ist stets und deutlich zu beobachten. Es kann zu Komplikationen kommen. Die Entwicklung dieser Form von Piroplasmose ist schleichend, kann mehrere Wochen dauern und auch tödlich verlaufen.

Die Diagnose wird anhand des Fiebers und der Anämie gestellt. Auch die Lebensumstände des Hundes werden berücksichtigt. Um die Krankheit mit Sicherheit festzustellen, muss eine mikroskopische Blutuntersuchung vorgenommen werden. Man entnimmt meistens einen Tropfen Blut am Ohr und sucht in den roten Blutkörperchen nach Babesia.

Bei den chronischen Formen der Krankheit kommen die Parasiten seltener im Blut vor und können deshalb leichter übersehen werden.

Es gibt spezifische Mittel gegen Piroplasmose, die Piroplasmizide genannt werden. Meistens wird das Medikament Imidocarb gegeben. Manchmal muss man zwei Injektionen innerhalb von 48 Stunden geben, da es oft zu Rückfällen kommt. Man kann zusätzlich zu dieser spezifischen Behandlung die Symptome der Krankheit bekämpfen, insbesondere die Anämie (mit Arzneimitteln oder in den schwersten Fällen mit Bluttransfusionen).

Vorbeugen ist besser als Heilen. Deshalb sollten die Zecken möglichst frühzeitig abgesammelt und vernichtet sowie gleichzeitig gegen Zecken behandelt werden.

Gegen Piroplasmose gibt es eine Impfung, die aber nur für maximal sechs Monate Schutz bietet. Überdies wirkt sie nur bei ungefähr 70% der Tiere und kann die Diagnose erschweren, zum Beispiel im Falle einer chronischen Piroplasmose. Die Schutzimpfung wird mittels zweier Injektionen im Abstand von drei Wochen durchgeführt. Der Hund darf zwölf Stunden vorher nicht gefüttert werden und muss bei guter Gesundheit sein.

Die ansteckende Tracheobronchitis des Hundes (Zwingerhusten)

Diese Krankheit, auch Zwingerhusten genannt, ist eine übertragbare Krankheit der Atemwege, die sich durch Husten bemerkbar macht, der über mehrere Wochen anhalten kann. Es handelt sich hier um ein Syndrom, das auf dem konzentrierten Einwirken mehrerer Mikroorganismen (Bakterien und Viren) beruht. Die Krankheit tritt hauptsächlich dort auf, wo Hunde verschiedener Herkunft zusammenkommen, aber manchmal sind auch Einzeltiere – etwa nach einer Hundeausstellung – betroffen. Die hauptsächliche Verursacherin ist die Bakterie Bordetella bronchiseptica. Häufig tritt die Tracheobronchitis als Begleiterscheinung einer Virusinfektion auf. Der Allgemeinzustand des Hundes verschlechtert sich nicht. Nach dreitägiger Inkubationszeit bekommt das Tier Husten, auch eitrige Absonderungen der Nase sind zu beobachten. Ebnso können verschiedene Viren einen Teil der Symptome verursachen. Parainfluenzaviren können eine leichte Entzündung des Hals-Rachenbereiches sowie einen mehrtägigen Husten hervorrufen. Dieses Virus ist sehr ansteckend und die Krankheit kann leicht auf andere Hunde übertragen werden. Außerdem können Mykoplasmen (sehr kleine Bakterien) die Wirkung der anderen Mikroorganismen verstärken, ohne jedoch, wenn sie allein auftreten, die Krankheit zu verursachen.

 

Die häufigste klinische Form des Zwingerhustens besteht lediglich in einer Tracheobronchitis (d.h. Entzündung von Luftröhre und großen Bronchien). Diese erkennt man an trockenem, starkem, stoßhaftem, unproduktivem und andauerndem Husten. Die Symptome können in weniger als einer Woche verschwinden oder in den schlimmsten Fällen einige Wochen andauern. Oftmals sind als Begleiterscheinungen des Hustens Entzündungen der Bindehaut, der Nasennebenhöhlen, der Mandeln und des Rachens zu beobachten. In den meisten Fällen ist keine Verschlechterung des Allgemeinzustandes zu beobachten.

 

In selteneren Fällen entwickeln etwa Hunde mit geschwächtem Immunsystem ein schwereres Krankheitsbild, wie z.B. eine Lungenentzündung sowie schlechten Allgemeinzustand (Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber usw.). Die Krankheitsentwicklung dauert Wochen. Bei einer Hundegruppe ist die Diagnose einfacher zu stellen als beim Einzeltier. Bei ansteckendem Husten der sich wie oben beschrieben äußert kommt insbesondere der Zwingerhusten in Frage. Mit Hilfe von Laboruntersuchungen lassen sich dann die verantwortlichen Erreger isolieren und die Behandlung kann speziell gegen diese gerichtet werden.

Dazu besteht die Möglichkeit, Proben der Nasensekrete zum Nachweis des Virus oder der Bakterien zu entnehmen. Bei einem Einzelfall muss dagegen zuerst festgestellt werden, ob nicht ein anderes Leiden mit gleicher Symptomatik vorliegt.

 

Laboranalysen sind jedoch für die Therapiewahl nur begrenzt sinnvoll, da die einzige wirksame medizinische Behandlung in einer Antibiotika-Therapie in Sprayform besteht. Wenn man innerhalb von weniger als 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome behandelt, so stellt eine Seruminjektion gegen die wesentlichen Krankheitsfaktoren eine Möglichkeit dar. Zur Verbesserung seines Befindens kann man dem Hund auch hustenlindernde Mittel verabreichen.

 

Prophylaktische Maßnahmen begrenzen die Gefahr des Syndroms. Die Unterbringung der Tiere spielt hier übrigens eine große Rolle; die Hunde benötigen Auslauf im Freien und einen Raum mit gleich bleibender Temperatur. Das Desinfizieren der Räume sollte außerdem einfach zu bewerkstelligen sein.

Vorübergehende Isolierung der Tiere, die man in den Bestand einbringen möchte, ermöglicht es, ihren Gesundheitszustand zu überwachen. Auch entsprechende Schutzimpfungen können durchgeführt werden. Es gibt verschiedene Impfstoffe, ihre Wirksamkeit ist jedoch unterschiedlich.

Die ansteckende Hundehepatitis

Sie wird auch Rubarth-Hepatitis genannt und ist eine spezifische Infektionskrankheit bei Fleischfressern. Sie wird von einem Virus übertragen, das im Jahre 1933 beim Hund isoliert wurde. Diese Krankheit tritt hauptsächlich in Nordeuropa, Zentraleuropa und den USA auf. Sie befällt meistens junge Hunde im Alter von drei bis zwölf Monaten aber manchmal auch erwachsene Tiere.

 

Die Bezeichnung des verantwortlichen Virus ist CAV 1. Es handelt sich um ein Hunde-Adenovirus vom Typ 1. Es kann ungefähr zehn Tage im Außenmilieu überleben, wird jedoch durch Hitze und ultraviolette Strahlung zerstört. Die Krankheit tritt in der perakuten, akuten und subakuten Form auf (d.h. sehr heftig, heftig oder weniger heftig verlaufend).

 

Die erstgenannte Form betrifft die Welpen. Sie sterben innerhalb von einigen Stunden ohne besondere Symptome. Bei der akuten Form ist der Hund zu Beginn der Krankheit apathisch und leidet etwa 48 Stunden lang an Fieber. Dann kommt es zu Störungen des Verdauungstraktes (Durchfall, Erbrechen, Magen-Darmentzündung, Appetitlosigkeit und starkem Durst), zu einem Anschwellen bestimmter Lymphknoten und Veränderungen im Bereich der Augen (Bindehautentzündung, Hornhauttrübung mit blauer Färbung). Im Allgemeinen wird der Hund nach sechs bis zehn Tagen wieder gesund. In seltenen Fällen führt die Krankheit zum Koma und schlieblich zum Tod.

Die subakute Form führt zur Ausbildung der gleichen Symptome, die jedoch im Vergleich zur akuten Form abgeschwächt auftreten. Nach drei bis vier Wochen kommt es zur Heilung. Die Krankheitsprognose ist also fast immer günstig, außer bei der perakuten Form. In manchen Fällen bleibt jedoch eine Hornhauttrübung zurück.

 

Die Ansteckung kann durch direkten Kontakt zwischen einem kranken und einem gesunden Hund erfolgen oder durch indirekten Kontakt, d.h. durch verschmutzte Gegenstände oder Nahrung. Auch das säugende Muttertier kann das Virus auf seine Welpen übertragen und dadurch die hyperakute Form der Krankheit auslösen. Das Virus dringt hauptsächlich über die Verdauungswege aber auch manchmal über die Atemwege ein. Nur Hund und Fuchs sind für dieses Virus empfänglich. Während der Krankheit können sie das Virus im Außenmilieu durch Blut oder Exkremente verbreiten. Selbst mehrere Monate nach Heilung der Krankheit kann durch Urin eine Ansteckung erfolgen. Im Organismus entwickelt sich das Virus zuerst in den Mandeln und in verschiedenen Lymphknoten, dann kann es, muss aber nicht, zu einer Weiterverbreitung im Körper kommen. Die Tatsache, dass das Virus auf einige Körperbereiche lokalisiert bleiben kann, erklärt die große Anzahl der stummen Infektionen (ohne Krankheitserscheinungen). Eine dritte Phase besteht in der Vermehrung der Viren in den Zielorganen wie Leber, Niere, Verdauungstrakt und Augen, wobei die bereits erwähnten Symptome auftreten.

 

Gegen diese Erkrankung ist Behandlung möglich. Eine spezifische Behandlung der Rubarth-Hepathitis ist die Serumtherapie, die wirksam ist, wenn sie innerhalb der ersten 48 Stunden nach der Infektion angewandt wird. Die zweite Behandlungsphase ist gegen die wichtigsten Symptome (Erbrechen, Durchfall, Hornhauttrübung) gerichtet. Die geeignete Vorsorge würde in der Isolierung der in den Bestand eingeführten Tiere bestehen in Verbindung mit der Suche nach gegen das Virus gerichteten Antikörpern. Es gibt allerdings auf Basis des Stamms CAV 2 hergestellte Impfstoffe. Diese Viren weisen zwar Ähnlichkeiten mit dem Stamm CAV 1 auf, können jedoch die ansteckende Hepatitis nicht verursachen.

Hundestaupe

Es handelt sich um eine hochinfektiöse Krankheit, die den Hund und wildlebende Fleischfresser befällt. Sie ist auf ein Virus der Familie der Paramyxoviridae zurückzuführen. Seit 1960 kann gegen diese Krankheit schutzgeimpft werden. Sie ist heute sehr selten geworden, tritt aber in regelmäßigen Abständen wieder auf. Die Staupe befällt Hunde in jedem Alter, die Infektionsanfälligkeit ist aber bei jedem Tier verschieden. Die Hunde stecken sich meistens direkt an; das Virus wird eingeatmet und dringt über die Atemwege in den Organismus ein. Dann vermehrt es sich in den Mandeln und Bronchien und anschließend verbreitet es sich innerhalb von acht Tagen im ganzen Körper. Von da an gibt es drei mögliche Krankheitsentwicklungen. Bei 50% der Hunde ist die Immunantwort, die durch die Infektion ausgelöst wurde, ausreichend stark, um das Virus zu vernichten. Die Tiere gesunden, nachdem einige leichte Symptome aufgetreten sind. Bei anderen aber ist das Immunsystem dazu nicht in der Lage, und die charakteristischen Krankheitssymptome erscheinen. Eine geringe Anzahl von Tieren wird scheinbar gesund, zeigt aber nach einem Monat Störungen des Nervensystems.

 

Der klassische Krankheitsverlauf ist folgender: Die Inkubationszeit beträgt drei bis sieben Tage. Während dieser Phase zeigt der Hund keine Anzeichen einer Infektion. Dann verbreitet sich das Virus im Organismus, die Körpertemperatur erhöht sich (auf 40°C). Aus den Augen und der Nase tritt Flüssigkeit aus und manchmal befinden sich am Bauch rote Bläschen. Nach zwei bis drei Tagen scheint der Hund wieder in seinem Normalzustand zu sein, nur eine Bindehautentzündung bleibt bestehen. Darauf folgt dann die akute Phase, während der man die meisten typischen Symptome der Hundestaupe beobachtet.

 

Die Körpertemperatur bleibt erhöht (etwa bei 39,5°C), die Schleimhäute sind entzündet, Nase und Augen sondern Flüssigkeit ab und das Tier leidet unter Durchfall und Hals-Rachenentzündung mit Husten. Das Virus kann sich im Körper an verschiedenen Stellen aufhalten. Bei Komplikationen durch Bakterien kann es zu Schnupfen und Bindehautentzündung, Bronchopneumonie (Lungenentzündung, erkennbar durch Husten und Atembeschwerden), Magen-Darmentzündung (Durchfall und Erbrechen) und zu einer Keratitis (Entzündung der Hornhaut der Augen) kommen, die zu Geschwüren führen kann. Nach der Reaktion des Immunsystems zeigt der Hund Störungen des Nervensystems, die sich auf zwei Arten bemerkbar machen. Die Symptome, Koordinationsprobleme bei der Fortbewegung, Lähmungen, Krämpfe und unwillkürliche Muskelzuckungen, können plötzlich auftreten. Wenn dieser Zustand länger andauert (bis zu einigen Monaten), hat der Hund ebenfalls Schwierigkeiten bei der Koordination seiner Bewegungen bei der Fortbewegung und diese Störung geht langsam in eine Lähmung über. Darüber hinaus leidet er unter unwillkürlichen Muskelzuckungen und Sehstörungen. Es gibt mehrere Möglichkeiten des Krankheitsverlaufs. Der Hund kann ohne Folgeschäden und ohne akute Phase gesund werden oder auch Schäden zurückbehalten. Diese können das Nervensystem, die Atemwege oder die Zähne betreffen.

 

Es gibt auch diverse atypische Verlaufsformen der Krankheit. Eine dieser Formen schädigt Haut und Nerven und ruft ein Verdickung der Nase und der Ballen hervor, Absonderungen aus Nase und Augen sowie permanent erhöhte Körpertemperatur. Die Krankheit entwickelt sich schleichend. Innerhalb einiger Wochen tritt eine Gehirnentzündung auf, die zum Tod führt. Allerdings ist beim alten Hund auch eine andere, schleichend auftretende Form der Gehirnentzündung bekannt.

 

Die Diagnose kann man aufgrund des gleichzeitigen Auftretens von mindestens vier der sechs folgenden Symptome stellen: Absonderungen aus Nase und Augen, Verdauungsstörungen, Atembeschwerden, Störungen des Nervensystems, dauernd erhöhte Körpertemperatur und geringes Alter des Hundes. Zusätzlich zur klinischen Diagnose können Laboranalysen die Diagnose bestätigen.

Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt zwischen einem gesunden und einem kranken Tier. Das Virus wird dabei in der Regel eingeatmet.

Ausscheidungen aller Art enthalten Viruspartikel. Bei der spezifischen Behandlung gegen die Krankheit werden Seren in hoher Dosierung verabreicht. Dies ermöglicht dem Organismus, gegen mögliche Sekundärinfektionen (durch andere Krankheitserreger) sowie die Beschwerden des Verdauungstraktes und der Atemwege anzukämpfen. Der beste Weg, Hunde vor dieser Infektionskrankheit zu schützen, ist die Vorbeugung. Tiere, die man in eine Gruppe integrieren will, sollten vorher vorübergehend isoliert gehalten werden. Auch die Desinfizierung der Räumlichkeiten ist zu empfehlen. Es sind auch Impfstoffe erhältlich, die ab einem Alter von 8 Wochen gegeben werden können mit dem Ziel, die Hunde so rasch wie möglich zu immunisieren.

Tollwut

Diese ansteckende Infektionskrankheit wird durch ein Virus der Familie der Rhabdoviridae übertragen. Das Virus ist hitzeempfindlich und kann durch Licht und ultraviolette Strahlen unschädlich gemacht werden. Es wird durch Kälte konserviert. Das Virus der Tollwut befällt sehr spezifisch das Nervengewebe. Seine Virulenz wird durch das Virusglykoprotein G gesichert, ein Molekül, das sich auf der Kapsel des Virus befindet. Meist dringt das Virus durch eine Verletzung in den Körper des Hundes ein (Biss, Kratzwunde) und vermehrt sich in der Nähe der Wunde im Muskelgewebe. Anschließend erfolgt die Verbreitung des Virus im gesamten Organismus über das Nervensystem. Die Tollwut äußert sich in schweren Störungen des Nervensystems und führt zum Tod des Tieres. Es gibt eine Anzahl von Erscheinungsbildern als Folge des Kontaktes mit dem Virus - von einer stillen Infektion (ohne Symptome) oder aber in ganz seltenen Fällen, einer Infektion mit Ausbruch der Krankheit, die aber zur Heilung kommt – mit bleibenden Schäden oder ohne. In fast 100% der Fälle beobachtet man jedoch eine "normale" Infektion mit tödlichem Ausgang.

Der Krankheitsverlauf der Tollwut besteht aus mehreren Phasen. Die Inkubationszeit beträgt 15 bis 60 Tage. An deren Ende befinden sich die Viren auch im Speichel des Hundes und zwar durchschnittlich für die Dauer von drei bis zehn Tagen. Dann setzen die Symptome ein und der Hund stirbt nach kurzem Krankheitsverlauf (zwei bis zehn Tage). Die Symptome können in zwei Kategorien, Raserei und Lähmungserscheinungen, eingeteilt werden.

Im Verlauf des ersten Krankheitsstadiums zeigt der Hund nur eine Veränderung seines Wesens. Er wird unruhig und ist ständig aktiv, doch dann sucht er sich ruhige Plätze. Daraufhin folgen Perioden von Teilnahmslosigkeit und Erregung. Der Allgemeinzustand des Hundes ist noch als normal zu bezeichnen.

Es folgt eine Phase, die sich durch starke Erregung kennzeichnet, gleichzeitig erscheinen allgemeine Störungen und besonders Schwierigkeiten beim Zerbeißen der Nahrung. Der Hund wird "toll" und greift alles in seiner Umgebung an. Nach durchschnittlich vier bis fünf Tagen kommt es dann allmählich zur Lähmung und zum unvermeidlichen Tod.

Es gibt eine andere klinische Variante, die Lähmwut oder stille Wut. Sie wird so bezeichnet, da die ersten sichtbaren Anzeichen Lähmungserscheinungen der Kiefermuskulatur sind. Zu Beginn des Krankheitsverlaufs macht der Hund einen betrübten Eindruck.

Die Lähmung am Kiefer macht das Fressen unmöglich. Der Hund versucht nicht, zu beißen.

Die Lähmungserscheinungen dehnen sich auf den gesamten Körper aus und führen innerhalb von zwei bis drei Tagen zum Tod.

Gefährlich sind die Tiere in der letzten Phase der Inkubationszeit, wenn der Speichel Viren enthält, aber auch diejenigen Tiere, die klinische Symptome der Krankheit zeigen, denn viele Gewebeteile und Organe enthalten das Tollwutvirus. Aus einigen dieser Gewebe und Organe wird das Virus ausgeschieden, und daher sind infizierte Tiere eine große Gefahr für andere. Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusam-menhang der Speichel. Er enthält das Virus in hohen Konzentrationen, deshalb ist es so gefährlich, von einem tollwütigen Tier gebissen zu werden. Die Kadaver sind ebenfalls gefährlich, weil das Virus dort sehr viel länger überleben kann als in der äußeren Umgebung. Zudem stellen auch die durch ein tollwütiges Tier verschmutzten Gegenstände ein Risiko dar. Die Ansteckung erfolgt jedoch fast ausschließlich über Bisswunden, auch wenn nicht jeder Biss zur Erkrankung führt.

Es hängt von der Tiefe der Bisswunde sowie von der gebissenen Stelle ab (je nachdem ob dort viele Nervenbahnen verlaufen). Es gibt aber auch noch andere Übertragungswege. Hier ist eine Infektion jedoch unwahrscheinlicher als bei Bisswunden. Der Kontakt zu Schleimhäuten kann bei bestehenden, manchmal schwer zu erkennenden Wunden ansteckend sein, ebenso wie die verschmutzten Gegenstände, die kurz vorher mit dem Speichel eines infizierten Tieres in Kontakt gekommen sind. Es sind auch einige seltene Fälle der Übertragung des Tollwutvirus durch Einatmen oder Schlucken oder auch vom Muttertier auf die zu säugenden Jungen bekannt.

Die klinische Diagnose der Tollwut ist sehr schwer zu stellen. Allein durch Proben von einem Kadaver lässt sich Tollwut beim Hund mit Sicherheit feststellen. Vor allem in Gegenden, in denen die Krankheit häufig auftritt, vermutet man Tollwut, wenn ein Hund sein Verhalten ändert oder ein anderes typisches Anzeichen auftritt. Auch die Lebensgewohnheiten des Hundes können Hinweise auf einen möglichen Kontakt mit einem infizierten Tier (Fuchs, Katze, anderer Hund) geben. Tollwut kann nicht behandelt werden und die Krankheit führt fast immer zum Tod.

Um eine Übertragung auf andere Hunde und Haustiere zu vermeiden, werden vorbeugende Maßnahmen ergriffen. Die Einfuhr oder Einreise von Tieren aus Ländern, die nicht frei von Tollwut sind und die somit infiziert sein können, ist gesetzlich geregelt. Diese Maßnahmen können ein Einfuhrverbot, eine vorgeschriebene Quarantäne des Tieres oder ein Gesundheitszertifikat beinhalten. Impfschutzmaßnahmen für wildlebende Tiere, die bekanntermaßen Träger der Tollwut sein können, besonders was den Fuchs betrifft, sind weitere Möglichkeiten der Vorsorge.

Hinzukommen individuelle Maßnahmen zur Vermeidung der Übertragung von einem Tier auf das andere. Zu diesem Zweck werden verdächtige und bissige Hunde gesundheitlich überwacht. Es gibt mehrere gesetzlich festgelegte Kategorien: Man unterscheidet die im klinischen Sinne verdächtigen Tiere, die der Tollwut vergleichbare Symptome aufweisen, und die "verdächtigen Beißer", Hunde, die eine Person oder ein anderes Tier in einem von Tollwut betroffenen Gebiet ohne Grund gebissen haben. Schließlich gibt es noch die Gruppe der "unverdächtigen Beißer", die auch offenbar grundlos gebissen haben, aber in einer von Tollwut nicht betroffenen Region.

Die klinisch verdächtigen Hunde werden in einer Praxis unter tierärztliche Beobachtung gestellt und zwar solange, wie für die Stellung der Diagnose nötig ist. Die beißenden Hunde werden 14 Tage lang unter "Beißerüberwachung" gestellt und während dieser Zeit dreimal tierärztlich untersucht. Die erste Visite muss in den ersten 24 Stunden nach dem Biss stattfinden, die zweite am siebten Tag und die dritte am 14. Tag nach dem Biss. Es wird dabei jedes Mal – vorausgesetzt das Tier ist gesund – eine Bescheinigung ausgestellt, dass der Hund am Tag der Visite keinerlei Symptome der Tollwut zeigte. Während dieser Zeit darf nicht gegen die Krankheit geimpft werden. Der Hund kann natürlich bei seinem Besitzer bleiben. Für den Fall, dass der Hund während dieser "Beißerüberwachung" irgendwelche Symptome der Tollwut zeigt, wird die diese Phase unterbrochen und der Hund wird sofort zur Beobachtung in die tierärztliche Praxis gebracht und wie ein klinisch verdächtiger Hund behandelt.

Ein Hund, der mit einem tollwütigen Tier (nach Diagnose des Labors) in Kontakt gekommen ist oder von ihm gebissen oder gekratzt wurde, muss so schnell wie möglich eingeschläfert werden, außer wenn das Tier in "Beißerüberwachung" gebracht wird. Man kann für geimpfte und tätowierte Hunde beim Veterinäramt eine Ausnahmeverfügung beantragen.

Zum bestmöglichen Schutz eines Hundes gegen Tollwut sollte man ihn impfen lassen. Es gibt verschiedene Schutzimpfungen. Am häufigsten sind solche, die mit abgetöteten oder auch mit lebenden Viren hergestellt werden. Die Erstimpfung kann nur stattfinden, wenn der Hund gesund und älter ist als drei Monate (ab der 13. Woche). Diese Erstimpfung besteht aus einer Injektion. Die Impfschutzerneuerung erfolgt jährlich.

Man darf nicht vergessen, dass die Tollwut durch Beißen oder Kratzen auf den Menschen übertragbar ist und dass diese Krankheit für uns ebenfalls tödlich endet, falls nicht unverzüglich eine medizinische Behandlung erfolgt.

Die Parvovirose

Bei der Parvovirose handelt es sich um eine übertragbare Krankheit, die erstmals 1978 in Australien und den USA auftrat. Mittlerweile ist sie weltweit verbreitet. Verursacher ist das Virus der Familie Parvoviridae, das sehr gut an seine Umwelt angepasst ist. Empfäng-liche Tierarten sind ausschließlich solche der Gattung Hunde (Canis).

Die Krankheit führt in der Regel zu einer blutigen Magen-Darmentzündung. Nach drei bis vier Tagen Inkubation kommt die Krankheit zum Ausbruch. Zunächst ist der Hund erschöpft und appetitlos. Dann kommt es zu Erbrechen und gleich darauf tritt blutiger Durchfall auf. Nach vier oder fünf Tagen wird der Stuhlgang grau-rosa, ein typisches Anzeichen dieser Krankheit.

 

Die Krankheit kann sehr heftig (perakut) verlaufen. Dabei verliert der Hund viel Flüssigkeit und stirbt nach zwei bis drei Tagen. Die akute Form führt durch den Blutverlust mit dem Stuhl und dem Erbrochenen und durch sekundäre Bakterieninfektionen innerhalb von fünf bis sechs Tagen zum Tod des Hundes.

Die Tiere, die am fünften Tag nicht verstorben sind, überleben meist.

Bei sechs bis acht Wochen alten Welpen ist die Überlebenschance am geringsten, d.h. zu dem Zeitpunkt, an dem die vom Muttertier übertragenen Abwehrstoffe zu gering werden. In seltenen Fällen wurde bei bis zwei Monate alten Welpen, denen die mütterlichen Abwehrstoffe fehlen, beobachtet, dass die Parvovirose besonders das Herz schädigt. Die Krankheit führt meist nach einem kurzen Verlauf mit Atembeschwerden zum Tod. Die überlebenden Welpen behalten Herzschäden. Es gibt auch zahlreiche Hunde, die zwar mit Parvovirose infiziert sind, jedoch keinerlei Symptome zeigen.

 

Die Übertragung von einem Hund auf den anderen kann direkt durch Kontakt oder aber indirekt durch mit Kot eines kranken Tieres verschmutzten Gegenständen erfolgen.

 

Das Eindringen des Virus erfolgt über das Maul oder die Nase, wobei die Vermehrung des Virus in den Lymphknoten stattfindet, ehe der Krankheitserreger zwischen dem zweiten bis fünften Tag nach der Infektion in den Blutkreislauf gelangt und so verbreitet wird. Das Virus wird vom vierten bis neunten Tag mit dem Kot ausgeschieden. Nach der Ausbreitung des Virus über das Blut kommt es durch die Zerstörung der Zellen des Verdauungstraktes, die durch die Vermehrung des Erregers hervorgerufen wurde, zu einer Darmentzündung. Das Virus wird größtenteils mit dem Kot und auch sekundär mit Urin und Speichel wieder ausgeschieden. Am anfälligsten gegenüber der Infektion sind die jungen und die alten Hunde.

 

Die Diagnose kann an einem einzigen Tier kaum mit Sicherheit gestellt werden, ist aber ziemlich einfach bei einer Gruppe. In diesem Fall beobachtet man eine höchst ansteckende Krankheit, welche 6 bis 12 Wochen alte Welpen befällt, wobei die Todesrate bei 50% liegt. Bestimmte Tiere leiden zusätzlich an blutigen Magen-Darmentzündungen und diejenigen, die den fünften Tag überstehen, gesunden schnell. Zur Bestätigung der Diagnose können Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Hierbei sucht man entweder den Nachweis der Viren im Kot oder spezifischer Antikörper gegen den Erreger im Blut zu erbringen (diese Antikörper können, sobald es zu Durchfall kommt, nachgewiesen werden).

Es ist möglich, eine symptomatische Behandlung vorzunehmen, die Erbrechen und Durchfall entgegen wirkt. Der Hund wird ungefähr vier Tage lang mit viel Flüssigkeit versorgt. Sekundäre Bakterieninfektionen, welche wegen der Verletzungen bei der Vermehrung des Virus in den Zellen des Verdauungstraktes drohen, müssen vermieden werden.

 

Für Zuchtbetriebe empfehlen sich vorbeugende Hygienemaßnahmen. Die verseuchten Räume sind mit Chlor zu desinfizieren, die neu hinzu gekommenen Hunde können in Quarantäne untergebracht werden (diese Maßnahme ist allerdings nicht sehr wirksam, da das Virus in der Außenwelt sehr widerstandsfähig ist, besonders auf dem Fell). Außerdem gibt es Impfstoffe, welche die Welpen gegen Parvo-virose schützen und die bereits ab der sechsten Woche verwendet werden können.

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