Warum soll ich meinen Hund impfen?

Impfungen sind unverzichtbare prophylaktische Maßnahmen, die der Gesundheit Ihres Hundes dienen:

  • Impfen bietet Schutz gegen bestimmte tödlich verlaufende Infektionskrankheiten.
  • Impfen sorgt bei bestimmten schweren Krankheiten dafür, daß diese Krankheiten deutlich kürzer und milder verlaufen.
  • Impfungen von Tieren bieten auch dem Menschen Schutz vor Erkrankungen, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind (Zoonosen).
  • Breitflächige Impfprogramme dienen dazu, den Infektionsdruck zu senken und damit die Anzahl der Erkrankungen weitläufig einzudämmen. Von der Gesamtheit einer Tierart müssen 70 bis 80 Prozent geimpft sein, damit sich Infektionskrankheiten nicht zu einer Epidemie ausweiten können.
  • Angesichts des zunehmenden Reisetourismus der Tierhalter und Ihrer Schützlinge gewinnen Impfungen noch an Bedeutung.

Das Prinzip von Schutzimpfungen

Schutzimpfungen beruhen darauf, den zu schützenden Organismus mit den entsprechenden Antigenen kontrolliert mehrfach in Kontakt zu bringen. Dies bewirkt im Körper des Hundes die Bildung von Antikörpern sowie langlebigen Gedächniszellen. Auf diese Weise wird der Organismus auf eine Auseinandersetzung mit dem natürlichen Erreger vorbereitet. Die Immunabwehr fällt dann bei einer tatsächlichen Infektion schneller und intensiver aus, da auf Grund des vorangegangenen Kontaktes mit dem Antigen und der bereits abgelaufenen primären Immunreaktion sofort die Sekundärreaktion ablaufen kann.

Die Immunität des Hundes

Der Welpe erhält den ersten Infektionsschutz von seiner Mutter, und zwar in Form der Abwehrstoffe im Kolostrum (Erstmilch). Diese werden während der ersten Lebensstunden (höchstens 24 Std.) mit dem Kolostrum übertragen, wenn die Mutter über ausreichende Immunität verfügt. Diese Abwehrstoffe verschwinden zwischen der vierten und achtzehnten Lebenswoche aus dem Körper des Welpen. Dann ist er ohne Schutzimpfung nicht mehr geschützt. Da das Immunsystem des Jungen bei der Geburt noch nicht genug entwickelt ist und erst ca. in der sechsten Lebenswoche voll funktionsfähig wird, kann sich der Welpe bis zu diesem Alter nur mit den Abwehrstoffe schützen, die ihm von seiner Mutter übertragen wurden.

Bei der ersten Schutzimpfung sollte man darauf achten, nicht mit den mütterlichen Abwehrstoffen in Wechselwirkung zu treten, die bis zum Alter von zehn bis zwölf Wochen wirksam sind. Ab einem Alter von sechs bis zehn Wochen kann man also einen Impfplan aufstellen.

Es ist ratsam, den Hund neben der Tollwutimpfung auch gegen sämtliche lebensgefährdenden Infektionskrankheiten impfen zu lassen – Staupe, ansteckende Hepatitis, Leptospirosen und Parvovirose.

Die verschiedenen Impfstoffe

Bei der Verabreichung von Impfstoffen werden Krankheitserreger oder Teile davon auf den Hund übertragen mit dem Ziel, dass so eine Immunisierung gegen diese Erreger, Viren oder Bakterien, entwickelt wird.

Bestimmte Impfstoffe bestehen aus "lebenden Erregern." Das bedeutet, dass die Mikroorganismen sich noch im Körper des Hundes vermehren können, jedoch ohne die Krankheit auszulösen. Hierbeiunterscheidet man:

  • Impfstoffe mit abgeschwächten Erregern. Dies sind Mikroorganismen - Viren oder Bakterien - deren Pathogenität (krankheitserzeugende Fähigkeit) durch Mutationen geschwächt wurde. Bei den Viren erreicht man dies durch mehrere Aufenthalte in Zellkulturen, die von anderen Tierarten stammen (Huhn, Meerschweinchen). So wird die Fähigkeit der Viren, beim Hund eine Krankheit auszulösen, allmählich abgeschwächt. Was die Bakterien betrifft, so werden andere Methoden benutzt, welche das gleichen Ziel verfolgen.

Die Impfstoffe werden als homolog bezeichnet, wenn der Erregerstamm, mit dem man die Schutzimpfung praktiziert, der gleiche ist wie der, der für die Krankheit verantwortlich ist. Für heterologe Impfstoffe verwendet man einen anderen Mikroorganismus, der weniger virulent, jedoch dem Krankheitserreger ähnlich ist.

  • Es existieren auch andere Impfstoffe, deren Krankheitserreger genetisch so manipuliert wurden, dass sie ihre Virulenz verloren haben.

Es gibt auch Impfstoffe mit unbeweglichen Erregern, die sich im Wirt nicht entwickeln können. Zu ihnen zählen folgende:

  • Impfstoffe mit inaktiven Erregern, in denen der Krankheitserreger durch chemische Behandlung abgetötet wurde.
  • Impfstoffe, die nur denjenigen Bestandteil des Mikroorganismus enthalten, der die Krankheit verursacht.

Impfstoffe mit inaktivierten Erregern sind bei der Anwendung weniger gefährlich als die lebenden Impfstoffe, aber sie haben eine geringere Wirksamkeit. Aus diesem Grunde enthalten sie oft einen Zusatzstoff, der ihre Aufenthaltsdauer im Organismus verlängert. Bei der Tollwutimpfung macht das Zusatzmittel die zweite Injektion der Erstimpfung überflüssig.

Um mehrere Injektionen zu vermeiden, kombiniert man verschiedene Wirkstoffe, d.h. der Hund wird gleichzeitig gegen mehrere Krankheiten geimpft. Allerdings dürfen Impfstoffe verschiedener Hersteller nicht vermischt werden.

 

Tollwut (Lyssa, Rabies)

Tollwut ist eine stets tödlich endende, anzeigepflichtige Infektionskrankheit für Mensch und Tier. Das ursächliche Lyssa-Virus der Familie der Rhabdoviren ist ein auf Nervengewebe spezialisiertes Virus. Meist dringt das Virus durch eine Verletzung in den Körper des Hundes ein (Biss, Kratzwunde) und vermehrt sich zunächst in der Nähe der Wunde im Muskelgewebe. Anschließend erfolgt die Verbreitung des Virus im gesamten Organismus über das Nervensystem. Der klassische Tollwutverlauf geht beim Hund mit unterschiedlich stark ausgeprägten Verhaltensänderungen und weiteren neurologischen Symptomen einher. Weiterhin charakteristisch ist starkes Speicheln, das auf Schluckstörungen zurückzuführen ist. Mit dem Einsetzen der klinischen Symptome ist der Verlauf stets tödlich.

Nahezu alle warmblütigen Spezies sind für Tollwut empfänglich, so auch alle Haus-und Nutztiere sowie der Mensch. In unseren Breiten ist der Rotfuchs Hauptüberträger und wichtigstes Virusreservoir. Für Europäer sind Hundebisse die häufigste Infektionsquelle. Österreich gilt heute als Tollwut – frei, weltweit treten beim Menschen jährlich jedoch etwa 40.000 bis 70.000 Tollwutfälle auf, davon 2/3 in Indien.

Nach dem Tierseuchengesetz ist Tollwut anzeigepflichtig, weshalb ein Tollwutverdacht unverzüglich der zuständigen Behörde gemeldet werden muss. Die Tollwut-Verordnung verbietet postinfektionelle Impfungen ebenso wie jedliche Heilversuche. Die zuständige Behörde muss die Tötung von Hunden anordnen, wenn sie Kontakt mit tollwutkranken Tieren hatten und kein wirksamer Impfschutz vorliegt. Eine Wiederholungsimpfung nach Angabe des Herstellers gilt als Nachweis eines wirksamen Impfschutzes und kann die Tötung verhindern.

Zwar besteht in Österreich für Hund und Katze keine Impfpflicht, die Impfung sollte aber schon zu Gunsten des eigenen Schutzes erwogen werden. Darüber hinaus ist eine Tollwutimpfung notwendig, um den Hund mit auf Reisen nehmen zu können. Wer innerhalb der EU mit seinem Hund verreisen will, muss eine Tollwutimpfung mit einem Eintrag in den EU-Heimtierausweis nachweisen. Länder außerhalb der EU verlangen häufig eine jährliche Tollwutimpfung.

Der gebräuchlichste Impfstoff gegen Tollwut enthält den inaktiven Rhabdovirus, den Erreger der Krankheit. Die Erstimpfung wird an Welpen von über drei Monaten (ab der 13. Lebenswoche) vorgenommen.  Das notwendige Impfintervall ist nach der Grundimmunisierung vom verwendeten Impfstoff abhängig (Herstellerhinweis).

 

Hundestaupe (Canine distemper, Carre´sche Krankheit)

Hierbei handelt es sich um eine hochinfektiöse Krankheit, die den Hund sowie wildlebende Fleischfresser befällt. Das Staupevirus, ein Virus der Familie der Paramyxoviridae kann Hunde in jedem Alter befallen, vorwiegend sind jedoch junge Hunde zwischen drei und sechs Monaten, ungeimpfte oder immunsuppressive Hunde betroffen. Die Infektionsanfälligkeit ist bei jedem Tier verschieden. Hunde stecken sich meistens direkt an. Das Virus wird eingeatmet und dringt über die Atemwege in den Organismus ein. Dann vermehrt es sich in den Mandeln und Bronchien und anschließend verbreitet es sich innerhalb von 8 Tagen im ganzen Körper. Von da an gibt es drei mögliche Krankheitsentwicklungen. Bei 50% der Hunde ist die Immunantwort, die durch die Infektion ausgelöst wurde, ausreichend stark, um das Virus zu vernichten. Die Tiere gesunden, nachdem einige leichte Symptome aufgetreten sind. Bei anderen aber ist das Immunsystem dazu nicht in der Lage, und die charakteristischen Krankheitssymptome erscheinen (erhöhte Temperatur, Entzündung der Schleimhäute, Augen-& Nasenausfluß, Durchfall, Hals-Rachenentzündung mit Husten). Eine geringe Anzahl von Tieren wird scheinbar gesund, zeigt aber nach einem Monat Störungen des Nervensystems.

Bei Komplikationen durch Bakterien kann es zu Schnupfen und Bindehautentzündung, Bronchopneumonie (Lungenentzündung), Magen-Darmentzündung (Durchfall, Erbrechen) und zu einer Keratitis (Entzündung der Hornhaut der Augen) kommen, die zu Geschwüren führen kann. Nach der Reaktion des Immunsystems zeigt der Hund Störungen des Nervensystems. Koordinationsprobleme, Lähmungen, Krämpfe und unwillkürliche Muskelzuckungen können auftreten. Es gibt mehrere Möglichkeiten des Krankheitsverlaufs. Der Hund kann ohne Folgeschäden und ohne akute Phase gesund werden oder auch Schäden zurückbehalten. Diese können das Nervensystem, die Atemwege oder die Zähne betreffen. Es gibt auch diverse atypische Verlaufsformen der Krankheit. Eine dieser Formen schädigt Haut und Nerven und ruft eine Verdickung der Nase und der Ballen hervor, Absonderungen aus Nase und Augen sowie permanent erhöhte Körpertemperatur. Die Krankheit entwickelt sich schleichend. Innerhalb einiger Wochen tritt eine Gehirnentzündung auf, die zum Tod führt. Allerdings ist beim alten Hundauch eine andere, schleichend auftretende Form der Gehirnentzündung bekannt.

Seit 1960 kann gegen Hundestaupe schutzgeimpft werden. Vor Einführung der Impfung war Staupe die verlustreichste Virusinfektion des Hundes. Bei ungenügendem Impfschutz oder mangelhaften Immunisierungsgrad der Hundepopulation kann es zu Epidemien mit hoher Sterberate kommen.

 

Ansteckende Hepatitis (Hepatitis contagiosa canis, HCC)

Die Rubarth-Hepatitis wird durch ein Virus der Familie der Adenoviren (Stamm CAV 1) verursacht und befällt hauptsächlich junge Hunde im Alter von 3 bis 12 Monaten.

 

Parvovirose

Impfstoffe gegen Parvovirose enthalten das für die Krankheit verantwortliche Virus in abgeschwächter Form. Welpen von unter drei Monaten erhalten 2 bis 3 Injektionen: eine mit 6 bis 8 Wochen, die zweite mit 12 Wochen. Welpen im Alter von über 3 Monaten werden mit einer einzigen Injektion erstgeimpft. Die folgende Impfung findet ein Jahr nach der Erstimpfung statt, dann alle zwei Jahre. Zuchttiere aus befallenen Zuchtstätten werden jährlich geimpft.

 

Leptospirose

Im Gegensatz zu den oben genannten Infektionskrankheiten wird Leptospirose (auch Hundetyphus) durch Bakterien der Gattung Leptospira hervorgerufen.

Dieser Krankheit kann durch die Ausrottung von Nagetieren und gründliches Desinfizieren der Räumlichkeiten weitgehend vorgebeugt werden. Die Hunde können auch mit inaktivierten Antigenen der für die Infektion verantwortlichen Leptospirosae geimpft werden. Welpen erhalten ab sieben Wochen zwei Injektionen im Abstand von 3 bis 5 Wochen. Im Allgemeinen wird der Impfschutz einmal pro Jahr erneuert, in Regionen, in denen die Krankheit verbreitet ist, jedoch zweimal jährlich.

 

Andere Schutzimfungen

Für die Gesundheit und Sicherheit des Hundes kann man, wenn ein größeres Risiko besteht, gegen Tetanus, Piroplasmose und Zwingerhusten impfen.

  • Tetanus. Das Toxin (Gift) des Tetanusbazillus wirkt auf das Nervensystem. Ausgeschieden wird es an der Eintrittstelle der Bakterie, oft eine winzige Wunde. Tetanus ist gekennzeichnet durch unfreiwillige Muskelzuckungen, die fortschreitend den gesamten Körper des Tieres befallen. Man impft hauptsächlich Nutzhunde oder Hunde, die höherem Verletzungsrisiko ausgesetzt sind (Nähe von Schuttplätzen, Baustellen). Es gibt keinen für Hunde spezifischen Impfstoff, man setzt Pferdeimpfstoff mit gereinigtem Tetanus-Anatoxin (entgiftetes Toxin) ein. Die Erstimpfung wird in Form von zwei Injektionen in einem Abstand von vier Wochen durchgeführt. Nach einem Jahr findet die erste Nachimpfung statt, dann alle drei Jahre oder im Falle einer Verletzung.
  • Piroplasmose. Hunde, die oft im Wald herumlaufen oder sich an Orten aufhalten, die viele Zecken beherbergen, sind stark gefährdet. Zecken sind im Frühjahr und im Herbst besonders aktiv. Geimpft wird mit einem Stoff, der Proteine des Parasiten enthält und sechs Monate lang wirksam ist. Die Erstimpfung wird mit zwei Injektionen in einem Abstand von drei oder vier Wochen durchgeführt, dann wird der Impfschutz alle sechs Monate erneuert (am besten im Sommer und im Winter).
  • Zwingerhusten. Geimpft werden Tiere, die in einem Zuchtbetrieb oder sonst in einer Gruppe leben oder die zu einer Ausstellung gebracht werden. Eine Quarantäne vor der Einführung neuer Tiere in eine Gruppe kann mögliche Ansteckungen vermeiden.

Es sind verschiedene Impfstoffe zum Spritzen auf dem Markt, die inaktivierte Bakterien und Viren enthalten (Parainfluenza, Bordetella bronchiseptica), sie sind allerdings nicht immer wirksam. Die Erstimpfung wird in zwei Injektionen im Abstand von drei Wochen durchgeführt, anschließend wird der Impfschutz jährlich erneuert. Ein neuer, durch die Nase verabreichter Impfstoff mit lebenden, geschwächten Bakterien dürfte bessere Ergebnisse erzielen.

IMPFKALENDER FÜR HUNDE

Impfempfehlungen / Richtlinien HUND

 

  6 W 

  8-9 W 

  12 W 

  16 W 

  15-16 M 

Wiederholungsimpfungen

CPV

   (x)

    x

     x

     x

      x

       nach 1 – 3 Jahren

CDV

   (x)

    x

     x

     x

      x

       nach 1 – 3 Jahren

Hcc

    x

     x

     x

      x

       nach 1 – 3 Jahren

Leptospirose

    x

     x

      x

         maximal 1 Jahr

Tollwut

     x

     x

      x

         je nach Vakzine

 

 

Warum und wie wird geimpft?

Die Schutzimpfung gegen Piroplasmose:

Antworten auf häufig gestellte Fragen:

  • Sind besondere Vorsichtsmaßnahmen vor der Schutzimpfung zu treffen?

Es ist wichtig, dass der Hund, der geimpft werden soll, physisch in bestmöglicher Verfassung ist und in den letzten 12 Stunden vor der Schutzimpfung nicht zu viel Nahrung zu sich genommen hat. Denken Sie auch daran, Ihren Tierarzt über etwaige Probleme während der letzten Monate vor der Impfung zu informieren.

Die Schutzimpfung ist eine medizinische Maßnahme, die nur an wirklich gesunden Tieren vorgenommen werden sollte. Es sollte daher zuvor eine gründliche Untersuchung erfolgen, die sich insbesondere auf folgende Zustände bezieht: erhöhte Körpertemperatur, Appetitlosigkeit, Schwäche und Anämie (Blutarmut). Bei Bedarf kann auch durch eine Blutanalyse eine beginnende Piroplasmose ausgeschlossen werden.

  • Wie wirksam ist die Schutzimpfung?

Es gibt keine Schutzimpfung, die bei allen Individuen wirkt. Manchmal kann der Körper aus sehr unterschiedlichen Gründen (Alter, Gesundheitszustand, zwischenzeitliche Infektionskrankheiten, physiologischer Zustand, Erbgut, gewisse Behandlungen, wiederkehrende Piroplasmosen usw.) nicht in ausreichender Konzentration Antikörper bilden.

Es gibt hier zwar keine wirkliche Gegenanzeige, die Impfung solcher Hunde gegen Piroplasmose ist jedoch nicht ratsam.

  • Ab welchem Zeitpunkt nach der Schutzimpfung kann man den Hund als gegen die Krankheit geschützt betrachten?

Bei Erstimpfungen, die in zwei Injektionen verabreicht werden, wird der Impfschutz erst in den auf die zweite Injektion folgenden Tagen wirksam. Zwischen den beiden Injektionen bleibt das Tier voll infektionsgefährdet und muss daher während dieser Zeit besonders genau beobachtet werden.

  • Ab welchem Alter kann geimpft werden?

Welpen unter 3 Monaten können aufgrund ihrer mangelnden immunologischen Reife gegen Piroplasmose noch nicht geimpft werden. Diese Reife ist erst ab dem 5. Monat erreicht.

  • Wie wird die Schutzimpfung durchgeführt?

Für die Erstimpfung sind zwei subkutane Injektionen mit einem zeitlichen Zwischenraum von 3 bis 4 Wochen nötig.

Die Zeitspanne zwischen den Schutzimpfungen darf nicht unter 2 Wochen liegen, aber auch nicht mehr als 6 Wochen betragen. Die Auffrischungsimpfungen erfolgen jährlich.

  • Gibt es eine besonders günstige Jahreszeit für die Schutzimpfung?

Die Piroplasmose bei Hunden ist von der Biologie des übertragenden Gliederfüßlers, der Zecke, abhängig. Normalerweise sind Zecken während kalter und trockener Winter und während des Sommers weniger aktiv. Man kann jedoch in manchen Gegenden und je nach den lokalen klimatischen Bedingungen das Auftreten der Piroplasmose bei Hunden das ganze Jahr hindurch beobachten. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt kennen sicherlich die lokale Epidemiologie und werden Sie diesbezüglich gut beraten können.

  • Können bei dieser Schutzimpfung Nebenwirkungen auftreten?

In seltenen Fällen kann man eine vorübergehende Müdigkeit (während 24 Stunden) und eventuell das Auftreten einer geringfügigen Schwellung am Injektionseinstich beobachten, welche nach einigen Tagen verschwindet. In der großen Mehrzahl der Fälle wird die Impfinjektion vom Tier sehr gut vertragen.

Es wird jedoch empfohlen, den Hund 24 Stunden nach der Schutzimpfung ruhen zu lassen und große Anstrengungen zu vermeiden (keine Jagd, keine langen Spaziergänge, Dressuren etc.).

  • Kann die Schutzimpfung gegen Piroplasmose bei meinem Hund die Krankheit auslösen?

Das ist vollkommen unmöglich, da der Impfstoff aus Proteinen der Membran von abgetöteten Erregern hergestellt wird. Es kann jedoch vorkommen, dass sich der Hund zum Zeitpunkt der Schutzimpfung schon mit Erregern der Piroplasmose infiziert hat und die Krankheit in den darauf folgenden Tagen ausbricht. Deshalb wird vor der Schutzimpfung eine genaue klinische Untersuchung durchgeführt, um einen derartigen Fall zu vermeiden.

  • Kann ich meinen Hund am gleichen Tag gleichzeitig gegen Piroplasmose und gegen andere Krankheiten impfen lassen?

Es ist derzeit möglich, gleichzeitig mit der Schutzimpfung gegen Tollwut und Leptospirose auch gegen Piroplasmose zu impfen.

  • Mein Hund hatte schon mehrmals Piroplasmose – kann ich ihn impfen lassen?

Es gibt hier zwar keine wirkliche Gegenanzeige, in diesem Fall ist jedoch von einer Schutzimpfung abzuraten. Diese Tiere können sich offensichtlich nicht entsprechend gegen diese Krankheit schützen.

  • Mein Hund hatte eben Piroplasmose, wann kann ich ihn impfen lassen?

Man muss nach der Behandlung acht Wochen abwarten, um eine Erstimpfung durchführen zu können.

(Naturwissenschaftliche Direktion, Laboratoires Merial)

 

Auffrischungsimpfungen

Die notwendigen Impfintervalle für die einzelnen Infektionskrankheiten sind nach der Grundimmunisierung vom verwendeten Impfstoff abhängig (Herstellerhinweis). Bei der Zulassung von Impfstoffen wird festgelegt, in welchen Abständen eine Impfung wiederholt werden soll. Außerdem sind in einigen Fällen rechtliche Vorschriften zu beachten.

Wiederholungsimpfungen orientieren sich an der Gebrauchsinformation des Impfstoffs. Dabei ist zu berücksichtigen, wie hoch das Risiko des einzelnen Tieres ist, sich anzustecken und wie häufig eine Krankheit regional auftritt (Infektionsdruck).

Für einige Impfungen ist ein einjähriger, für andere auch ein mehrjähriger Abstand angegeben.

Die vorraussichtliche Schutzdauer hängt von vielen Faktoren ab, wie z.B:

  • Regionale Ausbreitung der Krankheit
  • Einschleppung durch Fernreisen
  • Nachbarschaft zu Ländern mit wenig geschützten Tierbeständen
  • Individuelle Immunitätsbildung

Wenn Sie Ihr Tier nicht pauschal impfen lassen wollen, kann Ihr Tierarzt in regelmäßigen Abständen untersuchen, ob der Impfschutz noch gegeben ist (Antikörper-Bestimmung einer Blutprobe). Sie können dann gezielt über eine Auffrischung entscheiden. Regelmäßige Impfungen sind allerdings normalerweise unschädlich, praktikabler und deutlich preiswerter. Außerdem hängt der Schutz vor Infektionen nicht nur von der maximalen Dauer der individuellen Immunität ab, sondern auch vom Impfschutz der gesamten Population

Impfungen gegen bakterielle Erreger wie Leptospiren und Borrelien müssen wenigstens jährlich vorgenommen werden.

 

Wichtige Empfehlungen

1. Hunde, deren Allgemeinzustand als schlecht zu bezeichnen ist, und insbesondere diejenigen, die unter starkem Ekto- oder Endoparasitenbefall leiden, sollten nicht geimpft werden. Diese Hunde sollten aber gegen die Parasiten behandelt werden.

2. Konnte der Impfplan ab dem Alter von der 7. bis 9. Woche nicht eingehalten werden, so sollte dieser nochmals ungeachtet des Alters des Hundes so rasch wie möglich mit den gleichen zeitlichen Zwischenräumen zwischen den Schutzimpfungen wieder begonnen werden.

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