Ektoparasiten

Die äußerlichen parasitären Erkrankungen betreffen vor allem die Haut und das Fell. Sie kön-nen die Ursache von Ekzemen, Juckreiz oder starkem Haarausfall sein. Die inneren parasitären Erkrankungen wirken sich vor allem auf die Verdauungswege aus (Speiseröhre, Magen, Darm).

Flöhe

Flöhe sind flügellose Insekten, deren Körper seitlich abgeflacht sind. Der Hundefloh gehört zur Gattung Ctenocephalides canis oder Ctenocephalides felis. Nur voll entwickelte Flöhe sind als Parasiten aktiv. Man trifft sie hauptsächlich dort an, wo Hunde sich aufhalten. Mitunter halten sich lediglich geschätzte 10% der Flöhe im Fell auf. Flöhe vermehren sich schnell. Die Weibchen legen innerhalb einiger Monate eine Unzahl von Eiern (manchmal ein- bis zweitausend). Diese Eier kleben nicht am Fell. Sie fallen auf den Boden und liegen dann in Teppich- und auf Parkettböden usw. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich verwandeln und zu Nymphen entwickeln. Unter günstigen Voraussetzungen schlüpft daraufhin das erwachsene Insekt aus dem Kokon und lebt als Parasit auf dem Hund, dem so genannten Endwirt. Der erwachsene Floh beißt sich mit seinen Mundwerkzeugen in die Haut und saugt dann mit seinem Saugrüssel das Blut, nachdem er seinen mit einer blutgerinnungshemmenden Substanz angereicherten Speichel eingespritzt hat. Flohbefall lässt sich an den Ausscheidungen der Flöhe erkennen. Dabei handelt es sich um das von den Flöhen aufgesaugte und verdaute Blut, das man in Form von winzigen, schwarzen Körnern auf der Haut des Hundes findet, besonders im hinteren Bereich des Rückens.

  • Der Floh ist für zahlreiche Krankheiten verantwortlich. Der unmittelbare krankheitserregende Einfluss des Flohs betrifft die Haut. Diese reagiert zunächst mit unspektakulärem Juckreiz. Allerdings kann der Hund daraufhin eine Dermatitis (Hautentzündung) aufgrund einer Hypersensibilität gegen Flohstiche entwickeln, was den Juckreiz deutlich verstärkt, sowie Haarausfall oder sogar Kratzwunden auf der Körperoberseite (vorzugsweise in der Lendengegend) nach sich ziehen kann. Dieses Leiden ist während der kalten Jahreszeit seltener, weil dann die Aktivität der Flöhe verringert ist. Der indirekte krankheitserregende Einfluss der Flöhe besteht in der Übertragung von Krankheitserregern wie etwa Bakterien und Parasiten des Magen-Darm-Traktes (Übertragung erfolgt durch Verschlucken ausgewachsener Flöhe).

WARUM UND WIE BEKÄMPFT MAN HUNDE- UND KATZENFLÖHE

Zur erfolgreichen Bekämpfung eines Parasiten ist es wichtig, seine Entwicklung zu kennen, um so in den verschiedenen Stadien die geeignete Methode anwenden zu können.


Die Larven verstecken sich an einem dunklen Ort (im Haus etwa unter dem Teppich, in Kissen, hinter Fußleisten, zwischen Holzplanken usw.). Nach einem Zeitraum von ein bis zwei Wochen spinnt sich die Larve einen gegen eine Behandlung sehr widerstandsfähigen Kokon, in dem sie bis zu fünf Monaten überleben kann. Das Ausschlüpfen des entwickelten Flohs aus dem Kokon wird durch die Anwesenheit von Tieren oder Menschen hervorgerufen. In einem Haus, das mehrere Monate leer gestanden hat, können auf diese Weise zahlreiche Tiere fast gleichzeitig schlüpfen und dies kann innerhalb weniger Stunden zu einer Flohinvasion führen. Der erwachsene Floh springt so bald wie möglich auf eine Katze oder einen Hund und bohrt sich fest, um so zu seiner Blutmahlzeit zu gelangen. Die Weibchen sind am gefräßigsten. Sie verschlingen ihr 15faches Eigengewicht an Blut (d.h. 70 Weibchen trinken 1ml pro Tag!). Während ihrer Mahlzeit scheiden die Weibchen das verdaute Blut wieder aus, das in Form kleiner schwarzer Pünktchen im Fell zu finden ist. Dieser Flohkot verfärbt sich bei Berührung mit einem feuchten Papier dunkelrot.
Vom Blutverlust einmal abgesehen, sind Flohbisse häufig Ursache von Allergien. Flöhe können auch Bandwürmer auf Hunde und Katzen übertragen, Parasiten, die häufig bei erwachsenen Fleischfressern beobachtet werden.


Die meisten Maßnahmen gegen Flöhe bei Haustieren (wie Halsband, Spray, Puder usw.) können den Flohbefall zwar reduzieren, sie sind jedoch nicht ausreichend zur Eliminierung des gesamten Flohbestandes, da die Parasiten sich häufig in der Umgebung aufhalten. Deshalb sollte man generell auf zwei Ebnenen behandeln. Die erste Maßnahme besteht in der Vernichtung sämtlicher erwachsener Flöhe auf allen Hunden und Katzen, die in dem zu behandelnden Bereich leben, mit Hilfe eines Insektizids. Zu diesem Zweck
sollte ein Parasitenbekämpfungsmittel entweder in Form eines Sprays oder als „Spot-On" verwendet werden. Letzteres enthält die Wirkstoffe in höherer Konzentration als die Sprays. Man gibt davon einige Tropfen auf die Haut des Hundes. Diese Lösung verbreitet sich sehr schnell über den gesamten Körper und vernichtet sofort die dort lebenden Flöhe, sobald sie Blut saugen. Diese Behandlungsmethode erfordert eine einmalige
Anwendung im Monat. Es gibt auch ein Mittel, welches die Flöhe bei ihrer Blutmahlzeit unfruchtbar macht; es wird ebenfalls monatlich in Tablettenform verabreicht. Die zweite Maßnahme besteht darin, die Parasiten in der Umgebung entweder zu töten (mit einem Insektizid) oder ihre Entwicklung zu verhindern, und zwar mit einem Insekten-Wachstumshemmer, IGR (Insect Growth Regulator).


Der Vorteil der Insektenwachstumshemmer besteht darin, dass diese Moleküle für Haustiere sowie für den Menschen völlig ungiftig sind. Vor Beginn einer solchen Behandlung sollten Sie das gesamte Umfeld saugen und säubern (vergessen Sie nicht, den Beutel des Staubsaugers zu wechseln sowie das Saugrohr zu reinigen, da sich darin sonst "Flohreservoirs" entwickeln könnten), anschließend können Sie die Oberflächen mit einem Insektizid und/oder einem Insektenwachstumshemmer behandeln. Manchmal erweist es sich als notwendig, während des Sommers die Schattenplätze im Garten, wo Hunde und Katzen gern schlafen, zu behandeln (die Produkte müssen gegen ultraviolette Strahlung resistent sein). Im Handel sind viele wirksame Insektizide und Insektenwachstumshemmer erhältlich. Sie alle haben ihren spezifischen Wirkungsbereich.
Im Allgemeinen erzielen diese Produkte gute Resultate, diese sind jedoch von der Art und der Regelmäßigkeit der Anwendung abhängig.


Bruno Polack
Service de parasitologie mycologie et maladies parasitaires et fongiques
Ecole nationale vétérinaire d'Alfort (Abteilung für Parasitologie, Mykologie und parasitäre und Pilzerkrankungen Hochschule für Veterinärmedizin
Alfort)

 

Zecken

Bei Zecken handelt es sich um große Milben (2 – 10 mm) der Familie der Ixodidae (Schildzecken). Diese Parasiten weisen einen ausgeprägten sexuellen Dimorphismus auf (unterschiedliche Gestalt bei Weibchen und Männchen derselben Art). Der Körper der Weibchen ist nämlich im Gegensatz zu dem der Männchen sehr dehnbar. Nach dem Blutsaugen formt sich der rotbraune und zunächst abgeflachte Leib zu einer Kugel. Die Parasiten ernähren sich ausschlieblich von Blut, ausgenommen die Männchen einiger Gattungen, die als erwachsene Tiere keine Nahrung zu sich nehmen, diese halten sich daher auch nicht ständig auf ihrem Wirt auf. Die parasitären Zecken des Hundes entstammen hauptsächlich der Gattung Rhipicephalus sanguineus. Es handelt sich hier um spezialisierte Parasiten, die ohne Rücksicht auf ihr Entwicklungsstadium (Larve, Nymphe oder ausgewachsenes Tier) als Wirt nur den Hund aufsuchen. Die Zecke setzt sich an der Haut des Hundes fest, besonders an den dünnsten Stellen. Sie dringt mit ihren Mundwerkzeugen ein und sondert einen besonderen Speichel ab, der sich verhärtet und am Fixierungspunkt eine resistente Zone bildet. Sodann kann sich die Zecke vom Blut ernähren, wiederum unterstützt durch das Einspritzen einer gerin-nungshemmenden und gefäßerweiternden Flüssigkeit. Die Larven, Nymphen und unbefruchteten Weibchen nehmen nicht sehr viel Blut zu sich, die befruchteten Weibchen hingegen verzehren recht große Mengen (bis zu einigen ml). Die Larven, Nymphen und ausgewachsenen Zecken nehmen nur eine einzige Blutmahlzeit zu sich, im Gegensatz zu den Männchen, die mehrmals, aber jeweils nur ganz kleine Mengen absaugen. Die Zecke kann sich am Ende der Nahrungsaufnahme mit Hilfe einer weiteren Speichelflüssigkeit befreien, welche die Wirkung der ersten rückgängig macht. Im Anschluss an die parasitäre folgt eine „bindungsfreie" und von Umgebungsfaktoren abhängige Lebensphase.

Der Entwicklungszyklus der Zecke umfasst eine lange wirtsfreie Lebensphase und eine wesentlich kürzere parasitäre Phase. Die Hundezecke paart sich im Allgemeinen auf ihrem Wirt. Daraufhin füllt sich das Weibchen mit Blut und lässt sich zu Boden fallen. Nach mehreren Wochen legt es einige tausend Eier und stirbt danach. Es dauert etliche Wochen, bis eine Larve aus ihrem Ei schlüpft; je nach den Umweltbedingungen ist diese Zeitspanne unterschiedlich lang. Die geschlüpfte Larve klettert auf einen Grashalm und wartet auf ihren Wirt, den Hund. Gelingt es ihr, sich festzusetzen, so ernährt sie sich einige Tage mit Blut und lässt sich wieder auf den Boden fallen. Nach der Blutmahlzeit und der Ruhezeit auf dem Boden verwandelt sich die Larve in eine Nymphe. Das gleiche Spiel wiederholt sich, die Nymphe ernährt sich, fällt auf den Boden und entwickelt sich dann zu einem ausgewachsenen Männchen oder Weibchen. Der vollständige Zyklus ist von langer Dauer, da die Zecke dreimal einen Wirt aufsuchen muss. Dieser Zeitraum kann bei ungünstigen Bedingungen bis zu vier Jahren betragen. Außerdem entwickeln sich nicht aus allen Eiern ausgewachsene Zecken, denn sie können während ihrer Entwicklungszeit und besonders während ihrer wirtsfreien Zeit zur Beute verschiedener Tiere werden.

Die Zecken spielen eine wichtige Rolle in der direkten Übertragung von Krankheiten. Zunächst kann es zu einer Irritation der Haut kommen, die durch das Einbohren der Zecke sowie durch den Speichel ausgelöst wird. Nach dem Abfallen der Zecke ist die Haut vorgeschädigt. Das Festsetzen der Zecke führt zur Entstehung einer Wunde, durch die krankheitserregende Bakterien eindringen können. Das Blutsaugen bedeutet für den Hund zudem einen mehr oder weniger hohen Blutverlust, der bei Befall durch besonders viele Parasiten zu schwerer Anämie (Blutarmut) führen kann. Letztendlich kann der Zeckenbefall eines Hundes auch eine toxische (giftige) Wirkung haben, die sowohl lokal als auch generalisiert (auf dem ganzen Körper) auftreten kann. In Australien beispielsweise sind Lähmungen bekannt, die durch Ixodes holocyclus verursacht werden. Unbehandelt führt ein Befall mit diesen Zecken zum Tod durch Lähmung der Atemmuskulatur.

Der Zeckenbefall beeinträchtigt auch das Immun-system des Hundes. Bei Neubefall kommt es zu einer Überempfindlichkeit, die sich durch heftige Reaktionen (Juckreiz) am Fixierpunkt bemerkbar macht. Dies erschwert der Zecke das Festsetzen und vermindert die Anzahl dieser Parasiten auf dem Hund, der so eine gewisse Immunität erwirbt. Die Zeckenweibchen können die Krankheitserreger auch an ihre Jungen weitergeben oder die Erreger können von einem Entwicklungsstadium ins andere übernommen werden, auch eine Kombination von beidem ist möglich. Zecken übertragen folgende Krankheitserreger:

  • Babesia canis, der Erreger der Babesiose (auch Piroplasmose genannt) wird durch Dermacentor reticulatus und durch Rhipicephalus sanguineus übertragen.
  • Hepatozoon canis, ist verantwortlich für die Hepatozoonose, die durch Rhipicephalus sanguineus beim Verschlucken der Zecke übertragen wird.
  • Ehrlichia canis, der Erreger der Ehrlichiose, wird durch Rhipicephalus sanguineus in überwiegend tropischen sowie temperierten Klimazonen übertragen.
  • Zoonosen sind auf den Menschen übertragbare Krankheiten. Zu ihnen zählen das asiatische, das afrikanische und das südeuropäische Boutonneuse-Fieber, die durch Rickettsia conori verursacht und durch Rhipicephalus sanguineus übertragen werden.

Die Zecken spielen eine Nebenrolle bei der Übertragung von Wurmerkrankungen und von Krankheiten, die durch Bakterien oder Viren entstehen.

DIE ZECKENVERNICHTUNG

Hat der Hund nur wenige Zecken, so kann man diese mit einer Pinzette einzeln entfernen. Es ist auch ein von einem Tierarzt entwickelter kleiner Haken erhältlich, mit dem man die Zecke leicht herausziehen kann ohne den Rüssel abzutrennen. Die Zecke muss in einem Stück entfernt werden, um die Bildung eines Abszesses am Ansatzpunkt zu vermeiden.


Ist der Befall sehr stark, so muss der Hund gewaschen werden, etwa mit einem Produkt, das Pyrethrin oder Amitraz enthält; das sind Wirkstoffe, die Zecken töten. Zur Vorbeugung einer Verseuchung in der Hundezucht sowie überhaupt in Zwingern sollten Böden und Wände aus Beton bestehen und ein geeignetes Insektizid zur Anwendung gebracht werden. Es gibt auch eine vorbeugende Schutzimpfung gegen Borreliose (eine von Zecken übertragene Erkrankung), die sechs Monate lang wirkt. Dies ist besonders wichtig, wenn der Hund sich oft an Orten aufhält, wo Zecken zahlreich vorkommen, wie etwa in Wäldern.

 

 

Innere Parasiten, besonders im Verdauungstrakt

Speiseröhre und Magen

Die meisten Endoparasitosen sind Spirurosen, die beim Hund durch Spirocerca lupi verursacht werden. Dies ist ein Fadenwurm (Nematode), der meist in der Speiseröhrenwand, seltener in der Magenwand, aber auch in der Wand der Hauptschlagader vorkommt. Diese Parasiten führen zu einer schweren Erkrankung, die hauptsächlich in tropischen Ländern wie Nordafrika und Südeuropa vorkommt. Die Ansteckung erfolgt durch das Verspeisen von Zwischenwirten wie Käfern und besonders von kleinen Wirbeltieren.

Die erkrankten Tiere zeigen Symptome in der Speiseröhre (Würgen oder Beschwerden beim Schlucken) und im Magen (wiederholtes Erbrechen, erhöhter Durst). Auch Atembeschwerden können beobachtet werden, sobald sich der Parasit in der Wand der Hauptschlagader eingenistet hat. Die Behandlung ist äußerst schwierig. Sie erfolgt durch Wurmmittel wie Ivermectin in Form von Injektionen. Aufgrund der Verschiedenheit der Zwischenwirte ("Vektoren" des Parasiten), die für die Infizierung des Hundes verantwortlich sind, können vorbeugende Maßnahmen nicht greifen.

Magen und Darm

Magen und Darm werden von sogenannten Strongyloideae (gehören zu den Fadenwürmern) angegriffen.

Dieser Befall wird meist durch Uncinaria stenocephala verursacht sowie durch Ancylostoma braziliense, welches in tropischen Ländern anzutreffen ist. Dieser Fadenwurm befällt vor allem Tiere, die in Gruppen leben – man spricht oft von der Anämie (Blutarmut) der Meutehunde – aber auch andere Hunde können sich anstecken. Die Larven der Strongyloidea wie Ancylostoma, dringen durch die Haut ein oder werden von Welpen mit der Muttermilch aufgenommen. Die Krankheit durchläuft mehrere Phasen entsprechend der Wanderungen der Wurmlarven im Organismus. Die Krankheit beginnt mit einer Hautreaktion, kleine Bläschen erscheinen auf dem Bauch des Hundes, die aber spontan nach ungefähr zehn Tagen verschwinden. Die Entwicklung der erwachsenen Parasiten im Dünndarm geht mit Verdauungsbeschwerden einher, was sich in abwechselndem Auftreten von Durchfall und Verstopfung zeigt, danach kommt es zu chronischem Durchfall mit fauligem Geruch. Schließlich verschlechtert sich der Allgemeinzustand des Hundes durch die hervorgerufene Anämie. In schweren Fällen kann der Krankheitsverlauf tödlich sein, während in leichten Fällen eine spontane Heilung möglich ist.

Die erwachsenen Parasiten heften sich an die Darmschleimhaut und verursachen durch ihre Saugtätigkeit einen nicht unbedeutenden Blutverlust. Sie wirken wahrscheinlich auch toxisch auf das Immunsystem, was bei einer Neuinfektion zu verstärkten Hautreaktionen führt und die Wanderung der Larven verhindert. Dadurch wird der Hund gegen diese Fadenwürmer mehr oder weniger immun.

Eine vorbeugende Maßnahme in Zuchtstätten ist einerseits die Desinfektion der näheren Umgebung. Auch kann man zur Vorbeugung die trächtigen Hündinnen mit dem Mittel Fenbendazol behandeln, welches die Larven abtötet. In Gegenden, in denen der Parasit grassiert, können Welpen bereits im Alter von 10 bis 45 Tagen wöchentlich behandelt werden und dann im Alter von 8 und von 12 Wochen.

Dünndarm

Es handelt sich um Nematoden (Fadenwürmer) der Familien der Askaris (Toxascaris leonina) und der Toxokara (Toxocara canis), wobei letztere auf den Menschen übertragen werden können. Diese Parasitose befällt eher junge Hunde bis zu einem Alter von einem Jahr. Die Infektion findet durch das Schlucken von Trinkwasser oder Nahrung mit embryonhaltigen Eiern statt, ebenso durch Übertragung von der Mutter auf ihre Jungen in utero oder aber durch die Muttermilch, wenn diese Larven enthält. Tiere in schlechtem Allgemeinzustand oder solche, die an gewissen Mangelerscheinungen leiden, sind für die Krankheit anfälliger. Eine Infektion mit zahlreichen Nematoden kann zu allgemeinen Symptomen wie Wachstumsverzögerung und Abmagerung führen und ist für eine hohe Sterberate bei den drei bis sieben Wochen alten Welpen verantwortlich, wenn sie vor der Geburt infiziert wurden. Bei diesen Welpen treten hauptsächlich Symptome auf, die den Verdauungstrakt betreffen: Durchfall, phasenweise unterbrochen von Verstopfung, sowie Erbrechen, was sowohl zum teilweisen Auswürgen der Parasiten als auch zu Blähungen führt. Der Zustand kann als Komplikation einen Darmverschluss (Wurmballen) oder sogar einen Darmdurchbruch zur Folge haben, der wiederum zu einer Blutung oder zu einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) führt. Abgesehen von diesen Symptomen entziehen die Parasiten Blut und Darminhalt, beides unerlässlich für das Wachstum des Welpen. Die Diagnose ist im Allgemeinen leicht zu stellen. Der Welpe ist in schlechtem Allgemeinzustand, sein Bauch ist gespannt und er scheidet beim Erbrechen und mit dem Kot Parasiten aus. Eine Stuhlanalyse kann bei der Diagnose helfen. Viele Medikamente gegen Parasiten können in diesen Fällen zur Anwendung kommen; die wirksamsten unter ihnen sind Pyrantelpamoat, Nitroscanat und Ivermectin. Die Prophylaxe gegen die Krankheit besteht in einer systematischen Behandlung der jungen Hunde und in der Vernichtung der erwachsenen Würmer bei ihren Müttern. Die Abtötung der Eier im Außenmilieu ist aufgrund ihrer großen Widerstandsfähigkeit äußerst schwierig.

Auch Bandwürmer (Cestodes) befallen diesen Teil des Verdauungstraktes. Diese Parasiten, Taeniae, wie Dipylidium caninum, werden durch Verschlucken aufgenommen. Sie befallen Hunde jeden Alters und verursachen starken Juckreiz am After. Der Hund "fährt Schlitten", das heißt, er rutscht auf seinem Hinterteil über den Boden.

Damit verbunden treten Symptome bei der Verdauung auf: Es werden z.B. Bandwurmglieder, die in ihrer Form Reiskörnern ähneln, mit dem Kot ausgeschieden, der übrigens dünnflüssig sein kann. Häufig wiederholt sich auch der Befall, da die Eier im Fell kleben bleiben können und zudem vom Hund verschluckt werden. Der Blutverlust ist jedoch gering und die Parasiten haben hauptsächlich eine irritierende Wirkung und können die Analdrüsen verstopfen.

Die Prophylaxe besteht zunächst in der Zerstörung der Zwischenwirte, nämlich der Flöhe und in geringerem Ausmaß der Läuse. Bei infizierten Tieren wird die Anwendung von spezifischen Cestodiziden wie Praziquantel empfohlen. Auch die Anwendung von Wurmmitteln wie Nitroscanat ist wirksam.

Dickdarm

Die Hauptparasiten dieses Teils des Verdauungstraktes, genauer gesagt dem Blind- und dem Grimmdarm, sind Nematoden (Fadenwürmer) der Gattung Trichuris. Die Ansteckung der Hunde erfolgt durch das Schlucken von Eiern aus dem Außenmilieu, wobei erwachsene Hunde am häufigsten betroffen sind. Bei Befall mit zahlreichen Parasiten stellt man gelegentlich mit Blut vermischten Durchfall, Anämie (Blutarmut) und deutliches Abmagern fest. Diese Parasiten ernähren sich von Blut und schwächen so ihren Wirt, sie ermöglichen überdies durch die entstandenen Wunden das Eindringen von Bakterien. Die Diagnose wird durch eine Stuhlanalyse gestellt, bei der nach Parasiteneiern gesucht wird. Behandelt wird über einen Zeitraum von drei Tagen mit Benzimidazolen wie Flubendazol oder Febantel. Eine Neuinfektion ist dennoch leicht möglich. Deshalb müssen die Räumlichkeiten sehr sauber gehalten und bei der Futterzubereitung muss auf Hygiene geachtet werden.

 

 

Wurmmittel

Zur Vorbeugung kann man Welpen schon im Alter von zwei Wochen Wurmmittel verabreichen. Man benutzt ein polyvalentes Wurm-mittel, meist eine Mischung von mehreren Wirkstoffen, um eine breit gefächerte Wirkung zu erzielen. Die Dosis wird dem Gewicht des Welpen angepasst. Man behandelt dann den Hund bis zum Alter von sechs Monaten alle vier Wochen, dann zwei bis vier Mal im Jahr, je nach Region und ob der Hund viel draußen herumläuft oder nicht.
Eine Untersuchung der Wurmeier im Stuhl ermöglicht eine gezieltere Behandlung, da so das am besten wirkende Wurmmittel für den jeweiligen Fall benutzt werden kann. Bei der Wahl des Medikaments sollte man auch die Darreichungsform beachten (Tabletten, Paste oder Flüssigkeit) und diejenige vorziehen, die den Hund am wenigsten abschreckt. Man verabreicht die Mittel in einer oder in mehreren Gaben, was mitentscheidend für die Wahl sein kann.
Regelmäbiges Entwurmen ist sehr wichtig, besonders in Hinblick auf das Übertragungsrisiko auf den Menschen, vor allem wenn mehrere Hunde zusammenleben.

 

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