Diejenigen, die sich für Hunde mit großen Ausmaßen interessieren, können nicht umhin zuzugeben, dass diese Hunde nur deshalb oft so schön sind, weil sie mittels strenger Zuchtwahl ganz und gar des Menschen Werk sind. Doch die Natur wurde überholt und sehr große Hunde haben einige körperliche Schwächen.

Das Wachstum dieser Hunde zeichnet sich durch die Länge dieser Lebensphase und den starken Zuwachs an Gewicht aus. Sie gelangen spät zur Reife und ihr Darm ist proportional gesehen kleiner als der anderer Hunde, sie altern schneller und haben eine kürzere Lebenserwartung.

Eine spezielle Ernährung

Eine Zuchtwahl, die auf Leistung und Aussehen ausgerichtet ist und einen empfindlichen und anfälligen Organismus erzeugt, kennen wir auch von anderen Tierarten, beispielsweise der Kuh oder dem Schwein. Auch wenn wir einen Hund dieser Rassen keinesfalls mit einer Maschine gleichstellen wollen, könnte man ihn doch mit einem erstklassigen Formel-1-Wagen vergleichen, bei dem die Konstruktion langwierig war und ein robustes und leistungsstarkes Ergebnis hervor gebracht hat, der aber wegen eines winzigen defekten Teiles oder durch minderwertiges Benzin nicht mehr funktioniert. Dieser Vergleich hinkt, gemeinsam ist jedoch den beiden, dass der Formel-1-Wagen einen ganz besonderen Kraftstoff benötigt und ein großer Hund auf eine ganz besonders auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Ernährung angewiesen ist.

Daraus folgt:

  • Der Wachstumsverlauf eines Welpen einer großer Rasse muss genau überwacht werden, um Störungen des Knochen- und Gelenksystems oder sogar Fehlbildungen der Hüfte vermeiden zu können. Um zu raschen Gewichtszuwachs zu vermeiden, ist ein angemessen zugeteiltes, fettarmes Futter hilfreich. Der Proteingehalt hat dagegen keinen Einfluss auf die Wachstumsgeschwindigkeit. Unkontrollierte Zugabe von Kalzium ist bei diesen Welpen besonders gefährlich.
  • Erwachsene Hunde großer Rassen haben einen relativ empfindlichen Darm. Sie benötigen eine besonders leicht verdauliche und energiereiche Nahrung, um zu große Futterrationen zu vermeiden.
  • Die Wahl eines energiereichen und leicht verdaulichen Futters ist eine Maßnahme zur Vermeidung von Magenerweiterung und -drehung.
  • Die ersten Maßnahmen, die dem Hund den Übergang in die zweite Lebenshälfte unter bestmöglichen Bedingungen erlauben, sind die Zugabe natürlicher Antioxidationsmittel (Vitamine E und C) zum Futter und die Verringerung des Phosphorgehalts (eine Vorsorgemaßnahme gegen altersbedingte Nierenstörungen).
  • Die großen Hunde werden ab dem Alter von 6 Jahren noch empfindlicher. Um sie bei guter Gesundheit zu erhalten, muss man ihnen ein ausgewogenes Futter anbieten, das sie sehr gern fressen und das aus besten Zutaten zusammengestellt ist: Milchproteine, Eier, Fisch, Borretschöl, Spurenelementchelate, usw.

Eine solche Fütterung erlaubt, in Verbindung mit regelmäßigen Tierarztbesuchen, die Lebensqualität dieser Hunde zu verbessern und ihre Lebensdauer zu verlängern.

 

Ernährungsbedarf bei Sport- und Arbeitshunden

 


1. Die Ernährung kann die körperlichen Leistungen ebenso verbessern wie Zuchtwahl und Training.


2. Um das Gewicht eines Hundes mit viel Bewegung zu erhalten, muss der Energiegehalt des Futters an seinen Bedarf angepasst werden. Ein Schlittenhund benötigt bei langen Fahrten bis zu 8,5 mal so viel Energie wie für seinen normalen Erhaltungsbedarf.


3. Fettreiches Futter verbessert die Leistung des Hundes bei Kraft- und Ausdauertraining. Beim Hund werden zuerst die Fette als Energielieferanten eingesetzt, so wird das Glykogen in den Muskeln weniger schnell verbraucht und Müdigkeitserscheinungen treten später auf. Doch der Hund muss vor Beginn des Trainings einen Monat lang an das neue Futter gewöhnt werden, bevor sein Körper in der Lage ist, die Fette optimal zu nutzen.


4. Für die Ernährung eines Hundes mit viel Bewegung sind einige Fette besonders geeignet:

  • Kokosnussöl liefert Fettsäuren, die von den Muskeln besonders schnell genutzt werden können;
  • Fischtran liefert Fettsäuren, die den durch körperliche Anstrengung und Stress begünstigten Entzündungen entgegenwirken.


5. Die gute Nutzung von Fetten und somit die Einsparung von Kraftreserven wird durch die Zufuhr von L-Carnitin unterstützt. Zusätzliche Mengen an Vitamin E und C tragen zum Schutz des Hundes vor freien Radikalen bei, die bei körperlicher Anstrengung vermehrt gebildet werden.


6. Starke körperliche Beanspruchung und der damit verbundene Stress erhöhen den Proteinbedarf des Hundes. Ein proteinreiches Futter begünstigt die Sauerstoffversorgung der Muskeln, verbessert so die Leistungen und vermindert das Verletzungsrisiko.


7. Ein "Energiefutter" sollte nicht nur Sport- und Arbeitshunden vorbehalten sein, sondern auch anderweitig Anwendung finden, z.B. bei Hunden, die im Winter draußen leben, bei säugenden Hündinnen, in der Vorbereitungszeit vor Wettbewerben (Ausstellungen), bei Hunden mit Verdauungsstörungen oder in der Rekonvaleszenz.

 

 

UNTERSCHIEDLICHE VERDAUUNGSLEISTUNGEN

Der Verdauungstrakt eines großen Hundes ist im Vergleich zu dem eines kleinen Hundes verhältnismäßig klein. Die Leistungsfähigkeit in Bezug auf die Verdauung ist deshalb beim großen Hund geringer als beim kleinen.

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