Der Hund als Konsument

In Werbungen für Tiernahrung hingegen hat der Hund die Hauptrolle inne. Er ist der Konsument, zumindest mittelbar über seinen Besitzer. Je nach Marke erfolgt die Annäherung auf unterschiedliche Weise. Bei der Marke Royal Canin bleibt der Hund ein Hund, der als solcher respektiert werden muss. So kann man einen Schäferhund sehen, der über die Felder zu seinem Herrn läuft, oder eine Gruppe junger Hunde, die ihre Umgebung entdecken. In keinem dieser beiden Fälle ist eine Vermenschlichung erkennbar. Bei der Marke Waltham kommen Züchter zu Wort; Canigou macht sich den sportlichen, kraftvollen Aspekt des Hundes zunutze. Bei Fido sind es Hunde verschiedener Rassen, die das Futter "gekostet und für gut befunden" haben. Friskies und Frolic setzen auf Humor, indem sie lustige Einakter präsentieren, deren Hauptdarsteller natürlich Hunde sind. Diese Werbungen sind in allen Zeitungen und insbesondere im Fernsehen zu finden, denn der Hund ist ein Tier und daher untrennbar mit der Bewegung verbunden.

Ein anderer Bereich bleibt im Wesentlichen Tierfachzeitschriften vorbehalten, wo er im Übrigen mit dem Bereich der Tiernahrung einhergeht. Es handelt sich um Tierarzneimittel. Einige Werbungen richten sich einzig und allein an Tierärzte, sie preisen die Wirksamkeit eines Produkts und seine Unschädlichkeit an. Des weiteren gibt es zahlreiche Werbekampagnen für Tierhygieneprodukte – vom Flohpuder über Wurmmittel bis hin zu sonstigem Hundezubehör – die manchmal sogar im Fernsehen beworben werden. Dieses Phänomen ist recht neu und zeugt vom immer größer werdenden Stellenwert des Hundes in der Gesellschaft. Die Werbung zu allen diesen Produkten hat eines gemein: Man setzt auf Humor, ja sogar auf Lächerlichkeit, um dem "medizinischen" Aspekt das Dramatische zu nehmen.

Der Hund ist also im Laufe der Zeit sowohl als Tier als auch als "potenzieller Konsument" zu einem Verkaufsargument geworden. Neben den Produkten, die wirklich für ihn gedacht sind, dient der Hund zum Verkauf aller möglichen anderen Produkte. So besteht die Gefahr, dass das Halten von Hunden bzw. bestimmter Hunderassen "in Mode kommt" ohne Rücksicht auf mögliche Folgen, sowohl im Hinblick auf die Zuchtauswahl als auch die späteren Lebensbedingungen dieser Hunde.

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