Der Islam hob die dunkle Seite des Hundes hervor und erklärte den Hund zu einer unreinen Kreatur, wie das Schwein. In den Augen der Moslems war der Hund ein Aasfresser, der die Engel verjagte und mit seinem Gebell den Tod ankündigte. Man durfte sich ihm nicht nähern und wenn man ihn tötete, wurde man genauso unrein wie er. Man konnte sich jedoch vor bösem Zauber schützen, indem man das Fleisch eines Welpen aß, und man erkannte die Treue des Hundes zu seinem Herrn an. Paradoxerweise pries der Islam den Windhund als edles Tier, das Wohltat und Glück symbolisierte. Die gleiche duale Symbolik des Hundes findet sich in den Ländern Ostasiens wieder. So symbolisierte der Hund in China entweder Destruktivität in der Gestalt eines großen, haarigen Tieres mit dem Namen Tien-kuan oder den treuen Gefährten, der die Unsterblichen ins Paradies geleitete. Der Philosoph Laotse verband ihn mit der Vergänglichkeit, indem er einen alten chinesischen Brauch wieder einführte, bei dem kleine Hundefiguren aus Stroh verbrannt wurden, um das Böse zu verjagen. Für die Japaner hingegen war der Hund das Tier des Guten, das Mütter und Kinder beschützte. In Tibet schließlich stand er für Sexualität und Fruchtbarkeit. Er entfachte den Funken des Lebens, was eine weitere Symbolik des Hundes aufwirft, nämlich die des Feuers.