Im frühen Mittelalter wurden fast keine Hunde mehr abgebildet, was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass aufgrund all der streunenden, angriffslustigen und gefährlichen Hunde jener Zeit, die stets ausgehungert waren und daher Aas fraßen, die Maler sehr wenig
Gelegenheit hatten, den Hund auf ihren Bildern darzustellen. Von den Moslems wird er als unrein und verachtungswürdig angesehen und symbolisiert die Kräfte des Bösen und den Tod.
Der Einsatz des Hundes bei der Jagd trug jedoch dazu bei, dass ein Großteil der Bevölkerung seine Einstellung zu ihm änderte, wobei der Mensch zu Beginn des Mittelalters sich lediglich die Aggressivität des Hundes zu Nutze machte. So finden sich wieder zahlreiche Darstellungen des Hundes in der Malerei, und zwar selten als Einzeltier, sondern zumeist im Rudel. In den Gemälden aus jener Zeit ist der König auf der Jagd in
Begleitung seiner Hunde dargestellt, wobei diese oftmals sehr zahlreich waren: Eine Hundemeute bestand bisweilen aus bis zu tausend Tieren.
Die bildliche Darstellung näherte sich mehr und mehr der Realität an. Es war nicht immer genau erkennbar, welche Rasse Modell gestanden hatte, möglicherweise handelte es sich um Hunde, die aus Kreuzungen verschiedener Rassen hervorgegangen waren. Es gab verschiedene Kategorien von Hunden, die über bestimmte Eigenschaften verfügten. Laufhunde jagten ausschließlich Fellwild, indem sie es aufscheuchten und anschließend verfolgten. Die Rassen waren miteinander verwandt, unterschieden sich jedoch in ihren Farben: Es gab die "Bluthunde des Heiligen Hubertus", die "Weißen Hunde des Königs"(Vorläufer des Griffon Vend