Die Fährtensuche besteht darin, Personen aufgrund von mehr oder weniger zahlreichen Geruchshinweisen (Spuren, Gegenstände, mutmaßliche Indizien...) zu suchen. Die Aufgabe besteht darin, eine oder mehrere Personen zu entdecken bzw. irgendeinen Gegenstand, der auf der Spur oder in ihrer unmittelbaren Nähe verloren oder versteckt wurde, zu entdecken oder einfach die Fluchtrichtung zu erkennen.

 

Welcher Hund, welcher Hundeführer?

Theoretisch verfügen alle Hunde über einen ausreichend entwickelten Geruchssinn, um die von einer Person hinterlassenen Spuren zu verfolgen. Die Fährtensuche ist sehr komplex. Sie erfordert eine besondere Abrichtung, zu der nicht alle Hunde geeignet sind. Die vorherige Auswahl begabter Tiere ist daher sehr wichtig. Die ausgewählten Tiere müssen folgende Eigenschaften besitzen: einen besonders gut entwickelten Geruchssinn; eine hohe Konzentrationsfähigkeit, um sich nicht von Fremdgerüchen und der Umgebung ablenken zu lassen (Aufmerksamkeit und Präzision); Dynamik, Ausdauer, Robustheit und Widerstandsfähigkeit; sowie Mut und Gleichgültigkeit gegenüber Schüssen.

 

Der Hundeführer muss körperlich tauglich, ruhig und ausgeglichen sein. Die zu bewältigenden Entfernungen sind oft sehr lang und müssen mit einem anhaltend gleichmäßigen Rhythmus zurückgelegt werden. Im übrigen braucht der Hundeführer einen ausgeprägten Beobachtungssinn. Seine Interpretationsfähigkeit muss es ihm erlauben, die geringsten Reaktionen seines Hundes zu erkennen und folgerichtig zu handeln.

 

Die Fährte

 

Der Körper eines Lebewesens sondert ständig feine Geruchsmoleküle aus. Das "Schema", nach dem der Hund damit konfrontiert wird, besteht aus einer Gruppe von Faktoren: spezifische Gerüche (Einzelpersonen, Gruppen, Arten), chemische Gerüche (Leder, Fett, Kleidung), Bruchstellen im Gelände (zertretene Pflanzen, Bakterien, die durch Eingriffe am Boden an die Oberfläche gelangen...), die Milieus (Holz, Weide, Klee, Ackerbau....) und atmosphärische Bedingungen.

 

 

Verschiedene Faktoren können die Geruchswahrnehmung des Hundes beeinflussen. Ihre Wirkung tritt zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein und kompliziert das Fährtensuchen beträchtlich. Die Faktoren sind:

 

 

Externe Faktoren

 

Temperatur. Ihre Wirkung kann günstig (kaltes Wetter behindert die Verteilung von Geruchsmolekülen) oder ungünstig sein. Eine hohe Temperatur beschleunigt die Verteilung von Gerüchen, trocknet die Schleimhäute aus und verringert den Widerstand gegen Ermüdung.

Wind. Er verweht die Fährte, trocknet die Schleimhäute aus und bewirkt eine starke Verteilung der Moleküle.

Niederschläge. Je nachdem, ob sie schwach oder stark sind, können sie sich günstig oder ungünstig auf die Fährte auswirken. Geringe Feuchtigkeit, Raureif oder ein leichter Schneefall halten die Fährte frisch. Starke Niederschläge "waschen" die Fährte aus und bewirken die Ablagerung feiner Tröpfchen oder eingeatmeter Schneeflocken auf der Oberfläche der Geruchsschleimhäute und machen so das Fährtensuchen unmöglich.

Gelände. Die Art des Geländes beeinflusst in starkem Masse die Güte der Fährte. Das Gelände wird eingeteilt in:

  • harte und trockene Böden (Sand, Kiesel, Fels, Straße), an denen die Gerüche nicht "haften";
  • lockere und/oder feuchte Böden (Wiesen, Unterholz...), die sehr günstig für eine lange Haftung des Geruchs sind und ihn manchmal länger als 24 Stunden halten;
  • Ackerböden: Günstig bei bedecktem und feuchtem Wetter, aber ungünstig bei Trockenheit und Wärme.

Elektromagnetisches Feld. Im Allgemeinen stellt man fest, dass das Fährtensuchen durch Gewitter oder bei der Annährung an eine Hochspannungsleitung gestört wird.

 

 

 

Vom Tier unabhängige Faktoren

 

Einfluss rassebedingter Faktoren: Vorwiegend wird der deutsche Schäferhund eingesetzt. Die Qualität seines Geruchsinns ist allgemein bekannt.

 

Einfluss des Geschlechts: Ein Hund wird durch die Anwesenheit eines Artgenossen stark gestört, vor allem wenn es sich um eine läufige Hündin handelt.

Einfluss des körperlichen Zustandes: Der Hund sucht nicht gut, wenn er nicht gesund ist.

Einfluss der Ermüdung: Das Fährtensuchen ist eine intensive körperliche und nervliche Betätigung, bei der sich der Hund verausgabt. Regelmäßiges Training mit allmählicher Steigerung des Schwierigkeitsgrades vergrößert die Ausdauer und erhöht die Qualität des Fährtensuchens.

Einfluss der Ernährung: Jeder qualitative oder quantitative Mangel wirkt sich auf den allgemeinen Zustand des Hundes aus und kann eine Veränderung des Geruchssinns bewirken.

 

 

 

Von der Fährte abhängige Faktoren

 

Länge: Der Hund kann die Witterung des Körpergeruchs nur aufnehmen, wenn der Bezugsgeruch (Gegenstand, Kleidung) ausreichend ausgeprägt und frisch ist, und wenn die Fährte eine Mindestlänge aufweist, bevor schwierige Stellen auftreten. Tatsächlich ist der Geruch einer Fußspur allein nicht ausreichend, um vom Hund aufgespürt zu werden. Bei der Verfolgung der Spur riecht der Hund ständig eine Summe minimaler Körpergerüche, aus denen er den individuellen Geruch der Fährte erkennt.

Fährtenalter:Die Geruchsmoleküle lösen sich mit der Zeit auf und verflüchtigen sich im Umgebungsmilieu. Die Intensität der Gerüche nimmt allmählich ab, bis sie schließlich bei Null anlangt.

Verlauf: Auch die Form der Fährte wirkt sich auf das Fährtensuchen aus. Es ist offenkundig, dass eine einfache und gerade Fährte viel leichter zu verfolgen ist, als eine Fährte mit zahlreichen Richtungsänderungen.

 

 

 

Einfluss des Hundeführers

 

Er muss in höchstmöglichem Maß neutral sein. Ansonsten wird der Hund schnell zum "Lügner" oder endgültig "gebrochen".

zur Hundeweltzur Katzenwelt