Winter in den Bergen: Es gibt nichts Schöneres als diese eingeschneiten Hänge bei strahlendem Sonnenschein, die zahlreiche Ausflügler und Skifahrer anlocken. Manchmal vergessen diese jedoch, wie gefährlich das Gebirge sein kann. Tatsächlich muss selbst unter scheinbar günstigen klimatischen Bedingungen immer mit dem Abgang von Lawinen gerechnet werden. Aus diesem Grunde werden den Stationen der Bergrettung beträchtliche Mittel zur Verfügung gestellt. Sie umfassen Erste-Hilfe-Teams, Pistenwarte, Hundeführermannschaften und Bergsteiger, die die Menschen bei der Entdeckung der Schönheit der Gebirgswelt führen und begleiten, und ein Wetterbeobachtungssystem, das es erlaubt, die Lawinengefahr einzuschätzen.
Einsatz des Lawinenhundes beim Suchen
Mittel zur Verhütung von Unfällen sind in den Bergen natürlich eine Grundvoraussetzung. Wenn es jedoch zu einem Unfall kommt, muss auf Rettungsmittel zurückgegriffen werden. In diesem Fall ruft man auch Hunde zur Hilfe. Die Suche nach Lawinenopfern ist eine der seltenen Rettungsdisziplinen, in denen der Hund unmittelbar gefordert ist. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Witterung, seiner Schnelligkeit und seiner Ausdauer ist er der beste Helfer für die Lawinensuche. Der Hund ist Teil eines Teams, das außerdem Schallsuchgeräte und Schneeschaufler einsetzt. Die Teams arbeiten gleichzeitig, die Hunde sind jedoch immer als erste in den Schneemassen.
Warum werden die Hunde als erste eingesetzt? Der Zeitfaktor spielt bei der Rettung im Gebirge eine wesentliche Rolle, und je schneller die Lawine abgesucht wird, desto größer sind die Chancen der Retter, im Schnee begrabene Personen lebend zu finden. Hier kommen die Fähigkeiten des Hundes voll zum Einsatz. Bei gleicher (oder sogar besserer) Arbeitsqualität sucht ein Hund ein Terrain viel schneller ab als ein Suchtrupp. Zur hundertprozentigen Untersuchung einer 1 ha großen Parzelle brauchen 20 Bergrettungsleute 24 Stunden, ein Hund braucht für dasselbe Ergebnis nur zwei Stunden.
Die Wahl des Hundes und seines Herrn
In Frankreich kommen die Hundeteams aus der Armee, der Gendarmerie Nationale, dem CRS, den Bergrettungstationen oder sie sind einfach Privatleute. Tatsächlich teilt man sie in zwei Kategorien ein: Teams der Armee und der Gendarmerie werden von Ausbildern der Gendarmerie ausgebildet, während die drei anderen Gruppen im Rahmen der Zivilen Sicherheit arbeiten. Die Hundeführer sind oft Männer, die an das harte Leben im Hochgebirge gewöhnt sind und in jedem Gelände Ski laufen können.
Zwei Hunderassen sind vorherrschend: der belgische Malinois-Schäferhund und der deutsche Schäferhund. Sie werden bei allen Suchdisziplinen eingesetzt, und das ist in jedem Fall gerechtfertigt. Ihre Größe und ihr Gewicht reichen aus, um im Schnee nicht zu ermüden, und ihre Ausdauer ermöglicht lang anhaltende Arbeit. Ihre Auswahl erfolgt nach körperlichen, gesundheitlichen und charakterlichen Kriterien. Es ist auch sehr interessant, zu sehen, dass die Hunde sich sehr leicht an ihre neuen Lebensbedingungen anpassen: In wenigen Tagen wird ihr Fell durch eine Verstärkung des Unterhaares dichter, die Haare in den Zehenzwischenräumen nutzen sich weniger ab und bilden so "Schneeschuhe", welche die tragende Fläche ihrer Pfoten vergrößern; die Haut der Pfotenballen wird härter und widersteht so besser dem Angriff des Schnees und den bei Schneefall auf die Straße gestreuten Salzen. Nur die Augen der Hunde müssen gegen ultraviolette Strahlen geschützt werden: Bei der Ausbildung oder längeren Einsätzen in der Sonne wird eine Augensalbe gegen die schädliche Wirkung der Strahlung verwendet.
Ausbildung und Training der Hundestafetten
Die Hunde werden mehrere Wochen lang im Gebirge ausgebildet. In Anlehnung an das Protokoll des schweizerischen Bergrettungsdienstes lernen Hund und Hundeführer ihr Metier. Das schrittweise Vorgehen erlaubt es dem Hund, zu verstehen, was man von ihm verlangt. Der Hundeführer lernt seinen Hund zu lenken und zu "lesen", das heißt, in der Lage zu sein, den Augenblick zu erkennen, wo der Hund eine Stelle anzeigt. Am Ende dieser Ausbildung sind die Hundeteams tauglich für den Einsatz im Gelände. Um einen hohen Ausbildungsstand zu gewährleisten, unterziehen sich die Teams in der Winterzeit regelmäßigen Ausbildungen. Die Hundeführer haben damit eine Gelegenheit sich zu treffen und über ihre letzten Einsätze zu sprechen.