Die Fähigkeiten der Hunde haben sich nicht geändert, nur die Orte der militärischen Konflikte und die Technik. Die Verwendung des Hundes hat sich jedoch beträchtlich gewandelt. Es gibt Fallschirm- und Taubenhunde, aber auch Minensuch- und Gasspürhunde... In unserer Zeit passen sich die Hunde auch anderen Verwendungen an: Sie werden zum Aufspüren von Sprengstoffen eingesetzt, um Bombenlegern das Handwerk zu legen, oder zum Auffinden von Rauschgift im Kampf gegen Drogen.
Alle diese Hunde sind Tiere, die nach dem französischen Niveau Ring III abgerichtet sind: Der Hundeführer muss alle ihre Handlungen voll unter Kontrolle haben.
Der ideale Rauschgifthund spielt gerne, ist dynamisch, von mittlerer Größe und großer Gelenkigkeit, die es ihm erlaubt, sich überall durchzuschlängeln und Hindernisse zu überklettern oder zu überspringen. Aufgrund seiner Ausdauer kann er mehrmals am Tag eingesetzt werden. Man wählt heute immer häufiger belgische Malinois-Schäferhunde, die kleiner als der deutsche Schäferhund und vom Charakter her lebhafter sind.
Diese Hunde werden auch zum Beißen ausgebildet. Man darf nicht vergessen, dass es die Einsatzbedingungen oft mit sich bringen, dass die Hundeführer Dealer suchen, die sich bei ihrer Festnahme als aggressiv erweisen können.
Die Einsätze mit den Hunden werden oft in Gebäuden ausgeführt: der Hund ist in der Lage, versteckte Drogen aufzuspüren (Heroin, Kokain, Cannabis, Haschisch...) und damit Einsätze zu beschleunigen, die eine gründliche Durchsuchung erfordern.
Es muss noch einmal darauf hingewiesen werden, dass die Rauschgiftspürhunde nicht drogensüchtig sind. Hunde könnten zwar auch Entzugserscheinungen bekommen, aber die Nebenwirkungen der Droge würden es dem Hund nicht mehr erlauben, versteckte Drogen zu entdecken. Im Gegenteil, im Falle eines Entzugs würden die Hunde eine konfuse, weniger genaue Suche ausführen, und sie würden sich gegenüber jeder Person, selbst gegenüber ihrem Hundeführer, aggressiv verhalten.
Die Ausbildung des Rauschgift-Spürhundes
Vier Stufen sind erforderlich, um einen Rauschgift-Suchhund zur Einsatzreife zu bringen. Je nach den verwendeten Hunden sind diese Stufen kürzer oder länger.
Erste Stufe
Im Inneren eines PVC-Rohres mit Löchern ist der Stoff abgelegt, auf den der Hund reagieren muss. Bei Heroin und Kokain ist das Risiko für den Hund zu hoch, als dass er in direkten Kontakt mit den Stoffen kommen dürfte. Man verwendet also "Kontaktstücke", kleine Lappen, die mit dem Stoff so in Berührung gebracht wurden, dass sie den Geruch aufnehmen.Einige Tage lang lässt man den Hund mit diesem Rohr spielen, bis er es als sein bevorzugtes Spielzeug angenommen hat. Gleichzeitig assoziiert er sein Spielzeug mit dem Geruch des Produktes, der durch die Löcher aus dem Rohr strömt.
Zweite Stufe
Wenn man zu dem Urteil kommt, dass der Hund ausreichend an seinem Spielzeug hängt, versteckt man dieses zunächst sichtbar an einer leicht zugänglichen Stelle. Er muss sich jedoch seiner Witterung bedienen, um es zu finden.
Nach und nach wird der Zugang zum Versteck schwieriger und zuletzt unmöglich.
Parallel dazu lernt der Hund zu kratzen: Man vergräbt sein Spielzeug im Sand. Dieser leicht bewegliche Boden regt den Hund an, darin zu kratzen, um das Spielzeug zu finden.
Dritte Stufe
Das Rohr wird an einer außerhalb der Sicht des Hundes befindlichen Stelle (ohne sein Wissen) versteckt. Er wird in den Raum geführt, und nach einer kurzen Anregung, sein Spielzeug zu suchen, wird der Hund mit dem Befehl "Such" losgelassen. Wenn er sein verstecktes Spielzeug gefunden hat, muss er kratzen, um an es heranzukommen.
Vierte Stufe
Der letzte Abschnitt besteht darin, das Rohr wegzulassen, um den Hund zu lehren, nur nach der Droge zu suchen, die er noch immer mit seinem Spielzeug assoziiert.
Die Auswahl des Hundes richtet sich an denselben Kriterien aus wie bei der Rauschgiftsuche. Er muss jedoch noch ruhiger sein und seine Aufgaben ohne jede Erregung ausführen. Die vorherrschenden Rassen sind belgische Malinois-Schäferhunde und deutsche Schäferhunde.
Diese Spezialität, die es vor allen Dingen in Nordamerika gibt, entwickelt sich auch in Europa. Die auf die verschiedenen Kohlenwasserstoffe abgerichteten Hunde werden bei Bränden eingesetzt, um die von den Brandstiftern verwendeten Produkte zu finden. Sie können zum Beispiel zur Vorbeugung in gefährdeten Wäldern oder nach einer kriminellen Brandstiftung eingesetzt werden. Die Hunde zeigen den Brennstoff durch Kratzen mit den Pfoten an: die entflammbaren Produkte können dann entfernt werden, oder man kann an der Stelle, wo der Hund bei einem Brand kratzt, Proben entnehmen.
Die Hauptschwierigkeit für den Hund besteht darin, dass er seine Aufgabe wahrnehmen muss, nachdem zahlreiche Personen den Einsatzort betreten haben, und dass er unter schwierigen Geruchsbedingungen arbeitet: Ein Feuer zerstört gewisse Düfte, löst aber auch sehr viele andere, manchmal giftige aus, die immer unangenehm und von Rauch begleitet sind.
Die Suchfähigkeit des Hundes beruht auf dem Willen des Hundes, sein Spielzeug wiederzufinden und anschließend mit seinem Herrn zu spielen. Sprengstoffe, Rauschgifte oder Brandbeschleuniger sind für den Hund die Marker, die er entdecken muss, um sein bevorzugtes Spielzeug zu bekommen.
Ausbildung des Sprengstoff-Suchhundes
Es sind vier Schritte erforderlich: Sie entsprechen im wesentlichen den bei der Ausbildung des Rauschgift-Suchhundes angewendeten Ausbildungsstufen, weisen aber einige Unterschiede auf. Die Suchen werden sowohl im Innern von Gebäuden wie außen durchgeführt, und es sind explosive Substanzen aufzuspüren: Dynamit, Platrit, Tolit, Formex, Nitrat, Treibstoff, Hexolit, Oktorit, Tetryl..
Der Hund zeigt den Sprengstoff durch verschiedene Positionen an. Mit "Sitz" zeigt er an, dass der Sprengstoff über ihm, in der Höhe versteckt ist, mit "Platz" weist er auf Verstecke am Boden bzw. unter der Erde hin.
Außerdem darf der Hund keinerlei Erregung zeigen (Bellen, Kratzen), weil die von Terroristen verwendeten Zündmechanismen äußerst empfindlich sind. (Die Hunde werden natürlich nur auf die vorstehend erwähnten Stoffe abgerichtet.)
Das eingesetzte Spielzeug ist eine Art Rundstab, der in den drei ersten Ausbildungsschritten mit den Substanzen in Verbindung gebracht wird. Er ist in den verschiedenen Etappen zunächst zugänglich, dann nicht zugänglich, aber sichtbar und schließlich versteckt, und dies immer in Verbindung mit Dynamit.
Die Arbeit mit dem Rundstab wird dann an kritischen Punkten durchgeführt, an denen Sprengstoffe versteckt werden können, und an Scheinverstecken.
Mit diesen Hunden wird keine Beißarbeit betrieben. Das Ziel der Sprengstoffsuche ist es allein, das Versteck der Sprengsätze zu finden (entweder vorbeugend oder nach einem Bombenalarm). Der Hund und sein Führer arbeiten deshalb stets allein in den zu durchsuchenden Zonen und nach der Entdeckung werden die Orte evakuiert, damit die Bombenentschärfer arbeiten können.
Die Arbeit des Hundes besteht darin, eine Person, die ihm sein Hundeführer gezeigt hat, auf Abstand zu halten oder zu verfolgen. Man nutzt hier in erster Linie die Wachsamkeit und den Gehorsam des Hundes: Er läuft auch ohne Leine und darf nur dann Aggressivität zeigen, wenn die Person zu fliehen versucht. In derselben Disziplin kann man dem Hund die Bewachung eines Gegenstandes oder eines Fahrzeuges anvertrauen.
Hunde in der Gendarmerie
Die Gendarmerie setzt seit 1943 Suchhunde ein. Derzeit verfügt sie über 388 Hundeteams (ein Hundeführer, ein Hund), die für alle Disziplinen ausgebildet sind, in denen sie eingesetzt werden, das heißt:
Diese Teams sind über ganz Frankreich in den Einheiten der Gendarmerie verteilt, so dass sie ein Netz bilden, das ihren schnellen Einsatz an allen Orten ermöglicht. Die Gendarmen können sich freiwillig als Hundeführer melden.
Die Hunde, deutsche Schäferhunde oder belgische Malinois-Schäferhunde, werden als ausgewachsene Hunde (im Alter von etwa 18 Monaten) gekauft. Sie werden etwa im Alter von 2 Jahren einer Einheit zugeteilt, nachdem sie zuvor zusammen mit ihrem Hundeführer eine Ausbildung beim Nationalen Zentrum für Hundeausbildung der Gendarmerie in Gramat (Lot) durchlaufen haben.
Wenn sie nicht mehr tauglich sind, bei der Gendarmerie zu dienen (im Allgemeinen, wenn sie 8 bis 10 Jahre alt sind, das heißt, nach 5 bis 7 Jahren Dienst) werden sie ihrem Hundeführer kostenlos überlassen. Sie können dann so bei ihm ihren wohlverdienten Ruhestand genießen.
Die Hunde der Gendarmerie werden tagtäglich ausgebildet. Sie leisten im Durchschnitt jedes Jahr annährend 40.000 Einsätze, darunter 1.500 Personensuchen. Mehr als 300 dieser Suchen sind erfolgreich.
Fast jeden Tag wird eine Person von einem Hund oder dank seiner Hilfe aufgespürt. Im Gebirge werden jedes Jahr 5 bis 15 Personen unter Lawinen gefunden.
Bei den Rauschgift-Suchhunden heißt es - und das ist sogar schon geschrieben worden - dass sie drogenabhängig seien. Das ist absolut falsch. Wie könnte man sonst einen Hund bei der Sprengstoffsuche einsetzen? Die gesamte Arbeit beruht auf der Liebe des Führers und auf der Belohnung: der Hund sucht sein Spielzeug.
Der Hund und sein Hundeführer werden durch gegenseitigen Respekt und Liebe angespornt Ihre Devise ist: "Du und ich für sie".
General Jean-Louis Esquivie, Kommandeur der Schulen der frz.
Gendarmerie.