Die Leishmaniose des Hundes wird in der „alten Welt“ im Wesentlichen durch Leishmania donovani infantum hervorgerufen. In Europa erstreckt sich die geographische Verbreitung der Leishmaniose beim Hund vorwiegend auf die Mittelmeerländer:
Frankreich bis Bordeaux (fallweise auch nördlicher)
Italien bis Turin
Spanien und Portugal
Balkan-Ländern (Bosnien-Herzegovina, Serbien, Kroatien, Slowenien)
Griechenland
die Küstengebiete Nordafrikas.
Die Überträger sind nachtaktive Phlebotomus-Arten (Schmetterlings- oder Sandmücken), die bisher in Österreich noch nie nachgewiesen werden konnten.
Da sich die klinische Symptomatik meist sehr unspezifisch darstellt, ist neben der Erfassung der klinischen Parameter eine differentialdiagnostische Abgrenzung erforderlich. Wegen der sehr variablen Inkubationszeit von wenigen Monaten bis zu 7 Jahren sollte nach Auslandsaufenthalten bei der Erhebung der Anamnese immer auch an die Möglichkeit einer Leishmaniose gedacht werden.
Bei der klinischen Untersuchung fallen v.a. mittel- bis hochgradiger Haarausfall mit wechselnder apikaler Lokalisation sowie kleieartig schuppende und juckende Hautveränderungen auf, ferner Haarlosigkeit in Brillenform und hochgradig gesteigertes Längenwachstum aller Krallen mit Deformationen (Onychogryphosis) auf.
Zu den weiteren Symptomen zählen Hepatosplenomegalie (vergrößerte Leber und Milz), mittel- bis hochgradige Lymphknotenschwellungen, Mandelentzündung, Fieber und Niereninsuffizienz.
Die Diagnose erfolgt durch den mikroskopischen Nachweis der Erreger in gefärbten Lymphknotenaspiraten (primär vom L. popliteus) und zusätzlich durch serologische und molekularbiologische Nachweismethoden. Die Kontrolle der Antikörpertiter stellt auch einen wichtigen Hinweis für den Therapieerfolg dar.
Bei der Prophylaxe steht die Expositionsprophylaxe im Vordergrund.
Ein Schutz der Hunde vor Mückenstichen ist gegeben beim Einsatz von:
imprägnierten Halsbändern (Scalibor– Protectorband; Wirkstoff: Deltamethrin) mit einer Schutzwirkung (90%) von maximal 6 Monaten. Die Wirkung des Halsbandes tritt allerdings erst nach 2 Wochen ein, daher rechtzeitig vor Abreise verabreichen!
Spot-on-Behandlungen mit Permethrin oder Permethrin+Imidacloprid alle 4 Wochen (z.B. Advantix, Exspot).
Schutz der Aufenthaltsräume in Endemiegebieten mit engmaschigen Insektengittern (Maschenweite < 1mm), die den Zuflug von Phlebotomen verhindern. Die Aufenthalte der Hunde im Freien sollten sich möglichst auf die Tageszeit (1h nach Sonnenaufgang bis 1h vor Sonnenuntergang) beschränken. Zusätzlich sollten Tiere von Phlebotomen-Brutplätzen (Keller, Müllplätze, Stallungen) ferngehalten werden.