Standardwerte bei Hunden

Pulszahl ruhender Tiere

Pulsfrequenz fühlbar in der Mitte des inneren Oberschenkels an der Oberschenkelarterie.

Hund je nach Rasse und Grösse:80-120 Schläge/min
(bei Junghunden und Aufregung mehr)

Der Herzschlag und somit auch der Puls haben eine gewisse Unregelmäßigkeit, die sich turnusmäßig wiederholt, d.h. beim Einatmen hat der Hund eine schnellere Herzfrequenz, beim Ausatmen fühlt man weniger Herzschläge. Dieser Rhythmus muß sich aber gleichmäßig wiederholen, deshalb sollte man die Frequenzen über 1 Minute lang messen. Bei starken Unregelmäßigkeiten sollte man einen Tierarzt konsultieren.

Körpertemperatur (in °C)
Hund: 37,5-39,0 (Welpe bis 39,5)

Atmungszahl ruhender Tiere
Hund 15-30 pro min
Die Atemfrequenz ist bei Bewegung und Aufregung erhöht. Ist der Hund in Ruhestellung, sollten sich beide Werte innerhalb von 10 Minuten im Normbereich befinden.

Schleimhäute
Schleimhäute sollten blassrosa gefärbt sein Die Farbe der Schleimhäute gibt Auskunft über das Kreislaufbefinden des Hundes. Der Check hier ist am besten an der Maulschleimhaut zu beurteilen.

Kapillarfüllungszeit
Ein Parameter für den Kreislauf stellt auch die Kapillarfüllzeit dar. Man überprüft sie, indem man die blassrosa Mundschleimhaut an der Innenseite der Lefze ca. 1 Sek. mit einem Finger fest gedrückt hält. Es entsteht ein blutleerer, weißer Fleck, der sich in weniger als 2 Sekunden wieder blassrosa färben muß.

Erste Hilfe Tipps

ANLASS

    

KRANKHEITSSYMPTOME

    

ERSTE HILFE

Bissverletzung

Oft nur kleine Wunden, die die Haut durchdringen, aber starke Abhebungen in der Unterhaut, erhöhte Infektionsgefahr durch Eindringen von Bakterien; tiefe Fleischwunden, starke Blutung, Knochenverletzungen.

Wegen der starken bakteriellen Infektion von Bisswunden fachgerechte Versorgung möglichst bald (innerhalb von max. 4–6 Stunden); bis dahin flüssige Desinfektion, sauberer, nicht einschnürender Verband bei blutenden Wunden und offenen Knochenverletzungen; keine Gummiringe verwenden.

Erbrechen, Speichelfluss

Würgebewegungen, Entleerung von Futter und Schleim oder weißem Schaum aus dem Maul; heftige Pfotenbewegungen zum Maul.

Nahrung und Flüssigkeit entziehen; bei wiederholtem Erbrechen: Verdacht auf Fremdkörper, Entzündungen oder Infektionskrankheiten; unbedingt den Tierarzt aufsuchen!

Insektenstiche

Schwellungen an den Lippen und im Kopfbereich, Nesselausschlag (runde Schwellungen der Haut).

Stachel entfernen, Gifteindringstelle kühlen; möglichst bald den Tierarzt aufsuchen, Erstickungsgefahr!

Krampfanfälle

Gekrümmte Körperhaltung, Muskelzittern, eventuell Speichelfluss; Bewegungsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit.

Das Tier während des Anfalls nicht anfassen, sondern Platz schaffen, so dass es sich nicht verletzen kann. Für den Transport Decke unterlegen.

Magendrehung (bei großen Hunden)

Plötzliches Anschwellen des Bauches, Kurzatmigkeit.

Sofort zum Tierarzt – akute Lebensgefahr!

Ohrenschmerzen

Kopfschütteln, Kratzbewegungen mit den Pfoten, evtl. Gleichgewichtsstörungen; plötzlich auftretendes Kopfschütteln spricht für das Eindringen einer Getreidegranne.

Äußeres Ohr reinigen; nicht in den Gehörgang eindringen; da Grannen („Schliefhansl“) durch Schüttelbewegungen tiefer eindringen, besteht Gefahr der Trommelfellperforation – daher sofort zum Tierarzt!

Unfall

Sichtbare Verletzungen und/oder Verdacht auf innere Verletzungen.

Tier ruhig lagern; Vorsicht – verletzte Tiere machen Abwehrbewegungen (Biss- und Kratzgefahr); Blutstillung durch lockeren Verband; Transport: Decke unterbreiten, vorsichtig heben und legen.

Vergiftung

Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Blutungen aus den Körperhöhlen.

Wenn möglich Feststellung des Giftes (zerbissene Arzneipackungen aufheben); umgehend den Tierarzt aufsuchen

Wärmestau („Hitzschlag“)

Starkes Hecheln; Krämpfe bis zur Bewusstlosigkeit.

Für Abkühlung sorgen (in den Schatten legen, mit nassen Handtüchern kühlen); unbedingt Tierarzt aufsuchen!

Zeckenbiss

Festgesaugtes Insekt, Rötung der Biss-Stelle.

Mit einer Zeckenzange entfernen. Biss-Stelle mit Alkohol abtupfen.

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