Die Verstopfung ist ein teilweiser oder vollständiger Verschluss im Enddarm. Da dem Kot in den letzten Abschnitten des Dickdarms Wasser entzogen wird, entstehen steinharte Kotballen.
Das Tier versucht durch starkes Pressen, Kot abzusetzen. Manchmal bleibt dieses Unterfangen allerdings erfolglos – und der Bauch wird zusehends fester und hart. Das Tier reagiert mit Unruhe und vermeidet aufgrund der Schmerzen jegliche Bewegung.

Oft liegen die Fehler in der Fütterung – Knochenfütterung oder zu ballaststoffarmes Futter etwa können die Ursache sein. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass verschluckte Fremdkörper zu Verstopfungen und im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss führen.
Auch ein Mangel an Bewegung, kombiniert mit Übergewicht zählt zu den auslösenden Faktoren.
Tumore und eine Vergrößerung der Prostata beim Rüden können ähnliche Symptome verursachen, da sie den Darm einengen und zu schmerzhaften Prozessen im Analbereich führen: Der Hund setzt ungern Kot ab.
Die Nahrung beeinflusst wesentlich Menge und Feuchtigkeitsgehalt des Kotes. Die Darmpassage muss einerseits langsam genug sein, damit die Nährstoffe aufgenommen werden können, andererseits aber auch schnell, um Verstopfungen zu vermeiden.
Nahrungsfasern unterstützen und regen den Darmtransit an. Mit Fasern meinen wir in der Regel Zellulose. Sie hat allein keinen hohen Nährwert. In der Nahrung sind aber noch verschiedene andere Fasern vorhanden.
Die Wirkung der Fasern im Organismus hängt von ihren jeweiligen Eigenschaften ab. Es gibt unverdauliche und unlösliche Fasern (z.B. Zellulose), die eine Ballastfunktion im Darm erfüllen. Sie stimulieren die mechanischen Kontraktionsbewegungen des Darms.
Lösliche Fasern sind Fructo-Oligosaccaride. Sie werden zwar nicht verdaut, aber durch die Bakterien im Dickdarm abgebaut. Dadurch entstehen kurzkettige Fettsäuren, die den Darminhalt ansäuern und die Darmzellen ernähren. Durch die Schaffung eines guten Milieus im Darm, können "schlechte" (=pathogene) Keime am Wachstum behindert werden.
Zu den löslichen Fasern zählt auch Psyllium, eine in der Humanmedizin gern eingesetze Pflanze gegen Verstopfungen. Psyllium leitet sich vom griechischen psyllia ab und bedeutet Floh: Die Samen sind je nach Sorte schwarz oder gelb und ähneln tatsächlich winzigen Flöhen. Diese löslichen Fasern können pflanzliche Schleimstoffe bilden. Die Darmwände werden "geschmiert" und der Kotabsatz so erleichtert. Die verschiedenen Psylliumsorten stammen ursrpünglich aus Indien.

Am wichtigsten ist aber sicherlich die Wasseraufnahme durch das Tier, denn eine Austrocknung des Körpers hat auch einen negativen Effekt auf die Verdauung. Eine ballaststoffreiche Ernährung, die 10 bis 20 % diätische Fasern enthält, unterstützt Tiere, die immer wieder zu Verstopfungen neigen.
Stellen Übergewicht und Bewegungsmangel zusätzliche Ursachen dar, so muss sicherlich auch auf eine kalorienreduzierte Kost und auf vermehrtes "Training" geachtet werden. Sind diese Maßnahmen jedoch unzureichend, sollte eine tierärztliche Konsultation und Behandlung erfolgen.