
In der Humanmedizin ist die Behandlung von Stress- bzw. Angstpatienten schon lange etabliert. Aber auch unsere Hunde und Katzen leiden zum Teil unter Stressoren und benötigen eine Therapie.
Auch wenn die Zuwendung des Menschen zu Katzen inniger scheint, sind sie häufiger störenden Einflüssen ausgesetzt als Hunde. Zum einen liegt das an etwaigen Missverständnissen in der Mensch-Tier-Beziehung, zum anderen an der katzentypischen Lebensweise und den Haltungsbedingungen. Aber auch Hunde, deren Sozialisierungsphase nicht optimal verläuft, können später häufig Stresssymptome zeigen in Situationen wie:
Eingewöhnung nach der Abgabe vom Züchter | Partner, Baby oder zweites Tier kommt ins Haus | |||
Umzug | Besuch einer Tierklinik/Tierarztpraxis | |||
Reise, Transport | laute Geräusche | |||
Abwesenheit des Tierhalters | Verhaltenstherapie | |||
Aufenthalt in einer Tierpension/Tiersitter |
Beide Zustände sind eng miteinander verbunden und werden deshalb oft verwechselt. Stress kann durch verschiedenste Situationen, z.B. einen Umzug, ausgelöst werden. Folge ist eine Aktivitätssteigerung im Zentralnervensystem, also Gehirn, und die Sekretion von Hormonen, wie Adrenalin und Kortisol. Diese führen u.a. zu einer erhöhten Muskelspannung und Herzfrequenz sowie einer verbesserten Sehschärfe.
Grundsätzlich ist Stress also ein positives Mittel, um sich erfolgreich und in kürzester Zeit an eine neue Situation anzupassen. Ist der Stress allerdings übermäßig stark oder hält er zu lange an, so entwickelt sich Angst. Die Fähigkeit des Tieres, sich anzupassen, wird überschritten, und schließlich kommt es zu einer Erschöpfung des Organismus. Einige Tiere besitzen eine inividuell höhere Anfälligkeit für Stress und passen sich einer neuen Lage weniger gut an als andere.
Zu den Faktoren, die diese Anpassungsfähigkeit reduzieren, gehören das Alter und ein Mangel an Erfahrung mit fremdartigen Situationen.